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Termpaper, 2007, 5 Pages
Author: Stephanie Petzold
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Germanistische Mediävistik)
Tags: Wolfram, Eschenbachs, Tagelieder
Year: 2007
Pages: 5
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 1 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-28088-9
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Abstract
In der folgenden Hausarbeit möchte ich mich mit dem Tagelied „Sîne klâwen durch die wolken sint geslagen“ von Wolfram von Eschenbach beschäftigen. Hauptsächlich möchte ich der Fragestellung nach der Beziehung des Wächters zur Gesellschaft einerseits und der Beziehung des Wächters zum Liebespaar andererseits nachgehen. Vorab soll aber das Tagelied unter einem formalen Blickwinkel betrachtet werden.
Excerpt (computer-generated)
Seminar: ,,Tagelieder"
Universität: TU Dresden
Fakultät:
Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
Institut: Germanistik
Professur:
Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung
Datum: 11.11.2007
1. Exemplarische Hausarbeit
- Wolfram von Eschenbach:
,,Sîne klâwen durch die wolken sint geslagen"
-
Wolfram von Eschenbach:
,,Sîne klâwen durch die wolken sint geslagen"1
In der folgenden Hausarbeit möchte ich mich mit dem Tagelied
,,Sîne klâwen durch die
wolken sint geslagen"
von Wolfram von Eschenbach beschäftigen. Hauptsächlich möchte ich
der Fragestellung nach der Beziehung des Wächters zur Gesellschaft einerseits und der
Beziehung des Wächters zum Liebespaar andererseits nachgehen. Vorab soll aber das
Tagelied unter einem formalen Blickwinkel betrachtet werden.
Das vorliegende Tagelied zählt zu den Textzeugen, die in der Handschrift mit dem Sigle G
unikal übermittelt wurden. Die Strophen bestehen aus einem Aufgesang und einem Abgesang.
Der Aufgesang besteht aus zwei Stollen zu je drei Versen und der Abgesang aus vier Versen.
Diese Strophenform bezeichnet man als Kanzone. Insgesamt besteht dieses Tagelied aus fünf
Strophen. Die zwei dreiversigen Stollen sind durch einen verschränkten Reim (abc abc)
gekennzeichnet, der ihre Zusammengehörigkeit verstärkt. Dahingegen grenzt sich der
Abgesang durch einen Kreuzreim (de de) ab. Das vorwiegend regelmäßige Versmaß, meist
vierhebig und zum Ende hin anschwellend auf Fünf- bzw. Sechsheber, unterstützt in sehr
eindrucksvoller Weise auch das stetige Voranschreiten des Tagesanbruchs. Des Weiteren ist
festzuhalten, dass es sich hierbei um ein Rollenlied handelt. In Strophe eins resümiert der
Wächter die Gesamtsituation aller Beteiligten. In den Strophen zwei, drei und vier, findet ein
wechselnder Dialog zwischen Dame und Wächter, beginnend mit der Dame, statt. Einen
narrativen Charakter dagegen besitzt die letzte Strophe.
Nachfolgend komme ich nun zu der Beantwortung der Frage bezüglich der Beziehung des
Wächters zur Gesellschaft beziehungsweise zum Liebespaar. Die Beantwortung der
Fragestellung möchte ich gern strophenweise chronologisch erarbeiten, um mögliche
ambivalente Verhaltensweisen und Intentionen des Wächters anhand der gegebenen Situation
genauer betrachten zu können.
Die erste Strophe umfasst eine Zusammenfassung der Situation durch die Person des
Wächters. Sie gestaltet sich wie folgt: eine Dame, vermutlich höheren Standes, empfing in
ihrer Kemenate ihren Geliebten. Die Normenwidrigkeit des Verhältnisses von der Dame und
dem Ritter wird zwar nicht explizit thematisiert, kommt aber durch die im Tagelied
ausgedrückte Gefährlichkeit der Begegnung zum Ausdruck. Der spannungstiftende Zeitpunkt
des Tageliedes ist der Anbruch des Tages nach einer erfüllten Nacht. Damit verbunden ist der
unumgängliche Zwang einer Trennung und die damit einhergehende Gefahr des
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