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Paradigmenwechsel und "Anything goes". Die Wissenschaftsauffassung Thomas S. Kuhns in der Kritik Paul K. Feyerabends

Autor: Christian Schwießelmann
Fach: Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

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Details

Veranstaltung: Proseminar: Zur Wissenschafts- und Erkenntnistheorie im 20. Jahrhundert
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Institut für Philosophie)
Tags: Wissenschaftstheorie/Paul Feyerabend/Thomas Kuhn
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 15
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 207 KB
Archivnummer: V12360
ISBN (E-Book): 978-3-638-18266-9
ISBN (Buch): 978-3-638-75775-1

Zusammenfassung / Abstract

Die Proseminararbeit kontrastiert die Wissenschaftsaufassung von Thomas S. Kuhn mit Paul K. Feyerabends Generalkritik an wissenschaftstheoretischen Konzeptionen. Nach Kuhns Auffassung erfolgt der Erkenntnisgewinn eines Faches nicht ausschließlich linear und kumulativ, sondern durch so genannte Paradigmenwechsel und wissenschaftliche Revolutionen. In Abgrenzung zu Poppers Kritischem Rationalismus plädiert Feyerabend für Wissenschaftspluralismus und Methodenfreiheit. Erkenntnisgewinn resultiert nach Feyerabend aus dem Widerstreit verschiedener Ansätze und Hypothesen und folgt nicht allein der Logik einer abstrakten übergeordneten Wissenschaftstheorie oder einer Falisifikationsregel.

Textauszug (computergeneriert)

 

„Paradigmawechsel“ und >>Anything goes<<
Die Wissenschaftsauffassung Thomas S. Kuhns
in der Kritik Paul K. Feyerabends

 


vorgelegt von
Christian Schwießelmann


INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung S. 3

2. Skizze der Wissenschaftsauffassung Kuhns S. 4

3. Kritik der Kuhnschen Wissenschaftsauffassung S. 8

3.1 Feyerabends Standpunkt in der Wissenschaftstheorie S. 8
3.2 Feyerabends Einwände gegen Kuhn S. 10

4. Schluß S. 13

5. Literaturverzeichnis S. 14

 



1. Einleitung

 

>>Es ist gut, wenn man so oft wie nur möglich daran denkt, daß die Wissenschaft, so wie wir sie heute kennen, nicht unvermeidlich ist, und daß wir eine Welt aufbauen können, in der sie und ihre Maßstäbe nicht die geringste Rolle spielen (eine solche Welt wäre meiner Ansicht nach vergnüglicher als die Welt, in der wir jetzt leben)<< (Feyerabend 1978, S. 201). Lange Zeit galt Paul K. Feyerabend (1924-1994) als enfant terrible der Wissenschaftstheorie. Ihn zu zitieren, wurde als Nestbeschmutzung empfunden, seine voraussetzungskritischen, antirationalistischen Bedenken gegenüber den Bedingungen wissenschaftlicher Theorien von >>Sontagslesern und Analphabeten<< als Anarchismus verschrien und die tiefe Ironie seiner bissigen Formulierungen oftmals für bahre Münze genommen1; dennoch haben sowohl er als auch Thomas S. Kuhn (*1922) dem Wissenschaftsbetrieb, wenngleich aus verschiedenen Perspektiven und Motivationen heraus, entscheidenden Impulse gegeben.

Diese verschiedenen Perspektiven herauszustellen, Ähnlichkeiten und Abweichungen in der Wissenschaftskonzeption beider Klassiker der Wissenschaftstheorie deutlich zu machen, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Am Schluß wird ersichtlich, wie neben Kuhn auch Feyerabend zu zeigen versucht hat, daß sich die Verfahren der Wissenschaften in kein gemeinsames Schema fügen lassen. Dem Umfang der Arbeit Rechnung tragen, heißt hier sich Selbstbeschränkung auferlegen, skizzenhafte Darstellungen zu akzeptieren (Kürze kann, wie man bei vielen Autoren erkennen mag, eine Wohltat für den Leser sein), die Fülle des Materials auf wenige Texte (darunter die Hauptwerke: bei Kuhn Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, bei Feyerabend Wider den Methodenzwang und Erkenntnis für freie Menschen) zu reduzieren, welche jene Gedanken widerspiegeln, die für die anstehende Untersuchung von Interesse sind.

Aus Titel und inhaltlicher Gliederung ist zu ersehen, daß die Untersuchung, die im nachfolgenden unsere, d. h. die des Lesers und des Autors sein wird, bipolar verläuft. Diesen Umstand als Kennzeichen von Vergleich und Bewertung zweier Positionen berücksichtigen wir aus Gründen der Übersichtlichkeit, indem wir uns den Positionen entsprechend unterschiedlicher Anführungsweisen bedienen; Worte Kuhns werden durch „“ angeführt, ein Zitat Feyerabends durch >><<.



2. Skizze der Wissenschaftsauffassung Kuhns

[...]


1So jedenfalls beschreibt Eberhard Döring im Vorwort seines Einführungsbandes zum Denken Paul K. Feyerabends die gehemmten Umgangsformen und allergischen Reaktionen weiter Kreise der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie bei dem Namen Feyerabend (Vgl. Döring 1998, S. 7ff).

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