Scholary Paper (Seminar), 2009, 17 Pages
Author: Uwe Schwender
Subject: Nursing Science
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Medizin-/ Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft)
Tags: Altenbildung, Erwachsenenbildung, Erziehungswisenschaften
Year: 2009
Pages: 17
Bibliography: ~ 25 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-29221-9
ISBN (Book): 978-3-640-29235-6
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Abstract
Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels gewinnt die Altenbildung in sozialpolitischen Debatten einen zunehmend höheren Stellenwert. Jedoch werden ältere Menschen in der Gesellschaft noch immer als nicht-produktive Gruppe mit wenig Perspektivkraft empfunden. Infolgedessen werden die Begriffe „Bildung“ und „Lernen“ mit jüngeren, im Erwerbsleben stehenden Menschen, in Verbindung gebracht. Somit steht dem durch die Forschung gut abgesicherten Tatbestand der Lernfähigkeit im Alter, eine geringe Beteiligung älterer Menschen an formellen Bildungsprozessen gegenüber. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Aufgaben und Ziele der Altenbildung im Kontext der gesellschaftlichen Bedingungen darzustellen. Darüber hinaus sollen die Bildungsinteressen von älteren Menschen aufgezeigt sowie Motive und mögliche Einflussfaktoren für die Beteiligung an organisierten Bildungsangeboten analysiert werden.
Excerpt (computer-generated)
CHARITÈ UNIVERSITÄTSMEDIZIN BERLIN
Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften
HUMBOLDT UNIVERSITÄT · FREIE UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Institut für Medizin-/ Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft
M O D U L A R B E I T
A L T E N B I L D U N G
Studiengang: Medizinpädagogik
Modul: Erziehungswissenschaften
Eingereicht von: Uwe Schwender
Dresden, 15.12.2008
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung 3
2
Demographisches Altern als Kennzeichen der gesellschaftlichen Situation 3
3
Bildung im Alter 5
3.1
Ziele und Aufgaben der Altenbildung 5
3.2
Bevorzugte Themen älterer Menschen 7
3.3
Bildungsbeteiligung und interesse 8
3.4
Motive Älterer für bildungsrelevante Aktivitäten 9
3.5
Mögliche Einflussfaktoren für die Teilnahme an formellen Bildungsprozessen 13
4
Literaturverzeichnis 15
2
1
Einleitung
Bis ins späteste Alter lernen (nicht auswendig, sondern inwendig),
das ist Genießen, das ist Leben.
Da wächst die Seele, in konzentrischen Kreisen, göttlichen Sphären zu.
(Ernst von Feuchtersleben)
Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels gewinnt die Altenbildung in
sozialpolitischen Debatten einen zunehmend höheren Stellenwert. Jedoch werden ältere
Menschen in der Gesellschaft noch immer als nicht-produktive Gruppe mit wenig
Perspektivkraft empfunden. Infolgedessen werden die Begriffe ,,Bildung" und ,,Lernen" mit
jüngeren, im Erwerbsleben stehenden Menschen, in Verbindung gebracht. Somit steht dem
durch die Forschung gut abgesicherten Tatbestand der Lernfähigkeit im Alter, eine geringe
Beteiligung älterer Menschen an formellen Bildungsprozessen gegenüber.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Aufgaben und Ziele der Altenbildung im Kontext der
gesellschaftlichen Bedingungen darzustellen. Darüber hinaus sollen die Bildungsinteressen
von älteren Menschen aufgezeigt sowie Motive und mögliche Einflussfaktoren für die
Beteiligung an organisierten Bildungsangeboten analysiert werden.
2
Demographisches Altern als Kennzeichen der gesellschaftlichen Situation
Bereits seit einigen Jahren steht der demographische Wandel der westlichen Industrienationen
im Fokus von bevölkerungswissenschaftlichen Studien. Eindrucksvoll demonstrieren die
verschiedenen graphischen Schaubilder der Bevölkerungspyramiden die Veränderungen der
Altersstruktur in der Bundesrepublik Deutschland.
Auf Grund der vielen geborenen Kinder und einer dauerhaft hohen Sterblichkeit über alle
Altersstufen hinweg, war um 1900 ein lineares Abnehmen der Bevölkerungszahl je
Altersgruppe mit steigendem Alter zu verzeichnen. Graphisch lässt sich diese Altersverteilung
in Form eines Dreiecks bzw. einer Pyramide darstellen. Seit der zweiten Hälfte des
vergangenen Jahrhunderts nahmen jedoch die Geburtenziffern permanent ab und ließen die
zuwachsenden Geburtenjahrgänge drastisch schrumpfen. Darüber hinaus stieg die
Lebenserwartung der Menschen in Deutschland kontinuierlich an, so dass sich das
gegenwärtige Bild der Altersstruktur in eine Tannenform gewandelt hat. Während der
schmale Stamm dabei die geringen Geburtenzahlen wiedergibt, steht das stark ausgeprägte
Mittelstück für einen hohen Anteil von Menschen im mittleren Erwachsenenalter.
3
Infolge der Zunahme der Zahl und des Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung bei
gleichzeitigem Rückgang der jüngeren Kohorten, prognostiziert das Statistische Bundesamt
(2006) für die Zukunft weitere gravierende Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung.
Für die graphische Darstellung der Altersverteilung nimmt man für das Jahr 2035 eine
Pilzform an.
Abb. 1:
Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands (vgl. Statistisches Bundesamt 2006, S.35)
1910
2005
2035
Nach den Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Einwohnerzahl der
Bundesrepublik Deutschland von heute 82,4 Millionen auf nur noch 69 Millionen im Jahr
2050 abnehmen. Während es Ende 2005 noch etwas mehr unter 20-Jährige als 65-Jährige und
Ältere gab, wird 2050 die ältere Gruppe erheblich größer als die jüngere sein. Infolgedessen
wird der Anteil der Personen im Erwerbsalter an der Gesamtbevölkerung von gegenwärtig
61% auf 51% im Jahr 2050 zurückgehen.
Die Auswirkungen des Demographischen Wandels wurden in den Printmedien stark
kontrovers diskutiert. Provozierend ist in der Zeitschrift ,,DER SPIEGEL" zu lesen:
,,Deutschland altert - na und?". Auch die Wochenzeitung ,,DIE ZEIT" versucht in einem
Artikel die künftigen Entwicklungen in Deutschland zu verharmlosen und fordert:
,,Demografischer Wandel - Schluss mit dem Drama!".
Eine konträre Auffassung vertritt der Mainzer Universitätsprofessor Adrian (2003). In seinem
in der Zeitschrift ,,FOCUS" erschienenen Artikel, ,,Die Systeme kollabieren!", möchte er die
Leser für die drohenden katastrophalen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft
sensibilisieren.
4
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