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Hausarbeit, 2002, 19 Seiten
Autor: Malko Ebers
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Details
Institution/Hochschule: Universität Konstanz (Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft)
Tags: Warlords, Terrorismus, clash of cultures, Gewaltmärkte, Zukunft des Krieges, information warfare
Jahr: 2002
Seiten: 19
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-18284-3
ISBN (Buch): 978-3-638-77121-4
Dateigröße: 477 KB
Untersucht wird die These einer Privatisierung des Krieges (Herfried Münkler und des Entstehens von Gewaltmärkten (Georg Elwert). Die Untersuchung wird theoretisch gestützt (die genannten Theoretiker sowie vor allem Huntington, Bassam Tibi) und empirisch analysiert: Kriegs-Konfliktentwicklung seit dem zweiten Weltkrieg. Zuletzt folgen Ausblick und Diskussion auf die Zukunft des Krieges: Information warfare, asymmetrische Kriegsführung, Zunahme des Terrorismus - mögliche Antwortmöglichkeiten der Politik, internationalen Organisationen.Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. Entspricht etwa 30 Seiten bei normaler Formatierung.
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Zusammenfassung / Abstract
Krieg und Gewalt und mit ihnen auch das Militär sind seit Anfang der neunziger Jahre ins Bewusstsein der (besonders deutschen) Geschichts- und Sozialwissenschaften zurückgekehrt, nach jahrzehntelanger weitgehender Abstinenz. Zugleich hat die Frage nach dem Charakter von Krieg und Konflikten in der Zukunft nicht zuletzt durch die Ereignisse des 11.September unzweifelhaft an Aktualität gewonnen. Die Systemkonkurrenz als Faktor in Regionalkonflikten fiel mit dem Ende des Kalten Krieges fort und es entstand während der Umbruchphase des internationalen Systems ca. 1988-1992 die Hoffnung, die Zukunft werde nun friedlicher verlaufen und die Vereinten Nationen würden notfalls mit dem Mittel der “humanitären Intervention“ Garant einer “Neuen Weltordnung. Diese Hoffnung nach dem Zusammenbruch der vom Ost- West-Systemkonflikt geprägten bipolaren Machtkonstellation von einer “Weltpolitik im Umbruch“ hat sich jedoch nicht bestätigt. Im Gegenteil stieg die Zahl der Kriege zwischenzeitlich um gut ein Viertel auf über 50 an und auch ihre Intensität war nicht rückläufig. Manche Politikwissenschaftler, wie zum Beispiel Bassam Tibi sprechen daher von einer “neuen Weltunordnung“. Die Auseinandersetzungen in Bosnien, Somalia und Ruanda wurden als Symbole für eine neue Art des ethnischen Konfliktes/Völkermordes gesehen, wie auch für das Scheitern internationaler Vermittlung und Intervention. Die neuen Konflikte werden zunehmend aus Nationalismus, ethnischen oder religiösen Spannungen heraus erklärt. Bis 1990 wurde diese hauptsächlich ethnische Konfliktdimension fast immer gegenüber der ideologischen unterbetont. Häufig wurden Konflikte so in das Schema des Kalten Krieges “übersetzt“ und durch das Engagement einer der beiden Supermächte oft auch zu dessen Bestandteil. Nach Darstellung der veränderten Konfliktlage seit Ende des Kalten Krieges soll die Frage geklärt werden, inwiefern die Konfliktursachen Ethnizität und Religion eine Rolle spielen, oder ob sie die dominierende Konfliktursache in Gegenwart und Zukunft darstellen. Hiervon ausgehend soll diese Arbeit die These prüfen, dass sich in vielen Gegenden der Welt eine „Privatisierung des Krieges“ (Herfried Münkler 2001: 223) in zunehmend innerstaatlichen Konflikten und ein Verlust des staatlichen Gewaltmonopols abzeichnet, wir es also vorherrschend mit einer neuartigen Konfliktform zu tun haben und zu tun haben werden.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Konstanz
Fachbereich Politik-/ Verwaltungswissenschaft
Seminar: Friedensforschung
Die veränderte Konfliktlage zu Beginn
des 21. Jahrhunderts
Malko Ebers
Inhaltsverzeichnis
Prolog
2. Konfliktentwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg 2
2.1 Definitionen: Krieg, Konflikt und Terror 2
2.2. Konfliktlage seit Ende des Kalten Krieges – statistischeTrends 4
3. Neue Konfliktformen 5
3.1. Von der Verstaatlichung zur Privatisierung des Krieges 5
3.1.1. Warlords 6
3.1.2. Ethnitisierung als neue Konfliktform? Untersuchung anhand von Fallbeispielen 7
3.2. Gewaltmärkte – Georg Elwert 8
3.3. The clash of cultures (Samuel P. Huntington) 9
4. Wandel und Zukunft der Kriegsführung - der "Krieg von morgen" 11
4.1. information warfare und asymmetrische Kriegsführung 11
4.2. Neue Bedrohung Terrorismus? 13
5. Bedeutung und Wandel der internationalen Institutionen 14
6. Fazit 15
7. Literaturverzeichnis 18
Prolog
Krieg und Gewalt und mit ihnen auch das Militär sind seit Anfang der neunziger Jahre ins Bewusstsein der (besonders deutschen) Geschichts- und Sozialwissenschaften zurückgekehrt, nach jahrzehntelanger weitgehender Abstinenz. Zugleich hat die Frage nach dem Charakter von Krieg und Konflikten in der Zukunft nicht zuletzt durch die Ereignisse des 11.September unzweifelhaft an Aktualität gewonnen.
Die Systemkonkurrenz als Faktor in Regionalkonflikten fiel mit dem Ende des Kalten Krieges fort und es entstand während der Umbruchphase des internationalen Systems ca. 1988-1992 die Hoffnung, die Zukunft werde nun friedlicher verlaufen und die Vereinten Nationen würden notfalls mit dem Mittel der “humanitären Intervention“ Garant einer “Neuen Weltordnung“. Der Golfkrieg wurde hierbei als Präzedenzfall gesehen. Diese Hoffnung nach dem Zusammenbruch der vom Ost- West-Systemkonflikt geprägten bipolaren Machtkonstellation von einer “Weltpolitik im Umbruch“ hat sich jedoch nicht bestätigt.
Im Gegenteil stieg die Zahl der Kriege zwischenzeitlich um gut ein Viertel auf über 50 an und auch ihre Intensität war nicht rückläufig. Manche Politikwissenschaftler, wie zum Beispiel Bassam Tibi sprechen daher von einer “neuen Weltunordnung“. Die Auseinandersetzungen in Bosnien, Somalia und Ruanda wurden als Symbole für eine neue Art des ethnischen Konfliktes/Völkermordes gesehen, wie auch für das Scheitern internationaler Vermittlung und Intervention. Neben den destruktiven Aspekten des Kalten Krieges (“Stellvertreterkriege“) sind auch dessen mäßigende Wirkungen verschwunden.
Die neuen Konflikte werden zunehmend aus Nationalismus, ethnischen oder religiösen Spannungen heraus erklärt. Bis 1990 wurde diese hauptsächlich ethnische Konfliktdimension fast immer gegenüber der ideologischen (Kommunismus versus Antikommunismus) unterbetont. Häufig wurden Konflikte so in das Schema des Kalten Krieges “übersetzt“ und durch das Engagement einer der beiden Supermächte oft auch zu dessen Bestandteil.
Nach Darstellung der veränderten Konfliktlage seit Ende des Kalten Krieges soll die Frage geklärt werden, inwiefern die Konfliktursachen Ethnizität und Religion eine Rolle spielen, oder ob sie die dominierende Konfliktursache in Gegenwart und Zukunft darstellen. Hiervon ausgehend soll diese Arbeit die These prüfen, dass sich in vielen Gegenden der Welt eine „Privatisierung des Krieges“ (Herfried Münkler 2001: 223) in zunehmend innerstaatlichen Konflikten und ein Verlust des staatlichen Gewaltmonopols abzeichnet, wir es also vorherrschend mit einer neuartigen Konfliktform zu tun haben und zu tun haben werden..
2. Konfliktentwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg
2.1 Definitionen: Krieg, Konflikt und Terror
Charakteristikum des weltweiten Kriegsgeschehens ist, dass es den Krieg nicht gibt. Dies gilt hinsichtlich der Zusammensetzung der Kriegsakteure, der Art der verwendeten Waffen und des Maßes der internationalen Einbindung. Kriegsakteure sind heute zentral organisierte Militärapparate, desintegrierte Armeeteile, breite soziale Bewegungen, Guerillaorganisationen, staatlich unterstützte paramilitärische Einheiten, Privatarmeen einzelner Warlords und zwangsrekrutierte Kinder. Die Verfügbarkeit von Atomwaffen prägen die einen Kriege (Kaschmirkrise), der Einsatz von schweren konventionellen Waffensystemen andere, das Entstehen einer sogenannten Bürgerkriegsökonomie dritte. Einige Kriege sind allein unter Berücksichtigung internationaler Einflussnahmen zu erklären, andere aus einer bestimmten regionalen Kräfteverteilung heraus, wiederum andere setzen sich seit Jahrzehnten ohne eine besondere Einbindung in die internationale Ordnung fort. Um die Entwicklungstrends der Kriegsstruktur/bzw. der vorherrschenden Konfliktarten und Konfliktursachen erklären und prognostizieren zu können, müssen die heterogenen Phänomene Krieg, Konflikt und Terrorismus zuerst definiert werden:
Krieg (vgl.: http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/Ipw/Akuf/kriege 98_text.html) In Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende (1917-1988) definiert die Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Kriegsursachenforschung (AKUF) Krieg als einen gewaltsamen Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:
1. an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte der Regierung handelt;
2. auf beiden (oder mehr) Seiten muss ein gewisses Maß an zentral gelenkter Organisation der Streitkräfte und des Kampfes gegeben sein
3. Die Kampfhandlungen weisen eine gewisse Kontinuität auf und die Kriegsparteien operieren nach einer planmäßigen Strategie
Die AKUF unterscheidet folgende Kriegstypen:
Antiregime-Kriege, Autonomie- und Sezessionskriege, Zwischenstaatliche Kriege, Dekolonisationskriege und sonstige.
Die meisten neueren Kriege lassen sich jedoch nicht eindeutig zuordnen, weil sich verschiedene Typen überlagern oder sich der Charakter des Krieges im Verlauf der Kampfhandlungen verändert. Ein Beispiel hierfür ist der ehemalige Jugoslawienkonflikt. Hier wurde ein interner Sezessionskrieg zu einem “klassischen“ zwischenstaatlichen Krieg.
Als bewaffnete Konflikte werden gewaltsame Auseinandersetzungen bezeichnet, bei denen die Kriterien der Kriegsdefinition nicht in vollem Umfang erfüllt sind. In der Regel handelt es sich dabei um Fälle, in denen eine hinreichende Kontinuität der Kampfhandlungen nicht mehr oder auch noch nicht gegeben ist.
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