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Facharbeit (Schule), 2008, 16 Seiten
Autor: Delia Ruge
Fach: Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Details
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Volltext (computergeneriert)
Facharbeit
Ernährung im Wandel- Leben wir heute gesünder als früher ?
1
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
Nahrungsbeschaffung zu Großmutters Zeit 3
Bevorzugte Lebensmittel heutzutage: gesund oder ungesund? 5
Land-/ Stadternährung im Vergleich 6
Single und Großfamilie im Vergleich 8
Fast Food-Gesellschaft vs. Bio- Produkte 9
Fazit 11
Nachwort 12
Literaturverzeichnis 13
Quellenangabe 13
Anhang 15
2
Vorwort
Mein Thema ,,Ernährung im Wandel- Leben wir heute gesünder als früher" beinhaltet vieler-
lei Fragen, die mein Interesse wecken. Vor allem aber interessiert mich, inwiefern sich das
Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung von der Nachkriegszeit bis heute verändert
hat. Mithilfe der gewählten Unterthemen hoffe ich darauf möglichst eine gute Antwort auf
meine Ausgangsfrage zu erhalten und weitere Fragen, die sich mir stellen, zusätzlich beant-
worten zu können. So wirft sich mir die Frage auf, inwiefern sich die heutige Bevölkerung
gesünder ernährt als die damalige. Ist überhaupt von einer gesünderen Ernährung heutzutage
auszugehen? Zudem will ich versuchen, auf das Alter einzugehen. Mich interessiert, ob ü-
berhaupt Unterschiede in der Ernährung zwischen Jung und Alt bestehen. Mein Interesse an
dem Thema im Allgemeinen wurde geweckt, indem ich mir Gedanken über die Vielfalt der
Krankheiten gemacht habe, die sich bis zu heutiger Zeit entwickelt haben. Ich möchte zwar
nicht direkt auf diese eingehen, da ich mich auf die Ernährung im Wandel spezialisieren
möchte, aber viele Krankheiten rühren von ungesunder Ernährung. Um mir eine eigene Mei-
nung über die heutige Lage machen zu können, wählte ich das Thema meiner Facharbeit.
Dies lies sich zudem gut in das von der Schule vorgegebene Oberthema ,,Woher kommen
wir- Wohin gehen wir?" eingliedern, da sich eine Entwicklung des Nahrungsangebots und
des Nahrungsverzehrs beschreiben lässt. Meine Erwartungen sind vor allem, meine Aus-
gangsfrage zu widerlegen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass wir uns heutzutage gesün-
der ernähren, als zu damaliger Zeit, eher umgekehrt. Auch wenn die Wissenschaft weitge-
hende Fortschritte in der Forschung gemacht hat, und wir heute mehr über die Inhaltsstoffe
der Nahrungsmittel wissen, ist es mir fern, zu glauben, dass wir uns heute aufgrund dessen
gesünder ernähren.
Nahrungsbeschaffung zu Großmutters Zeit
In der Nachkriegszeit waren die Frauen auf den Anbau eigener Nahrung angewiesen. Sie
mussten Lebensmittel eigenständig konservieren, um die Familie zu jeder Jahreszeit ausrei-
chend versorgen zu können. Aufgrund von fehlender Geläufigkeit chemischer Hilfsmittel
oder Tiefkühlverfahren, waren sie gezwungen, sich auf herkömmliche Methoden der Kon-
servierung zu beschränken. So wurde Obst und Gemüse beispielsweise eingeweckt1, oder
Fleisch mithilfe von Salz haltbar gemacht. Da die Winter zur Nachkriegszeit noch kälter
1 Eine physikalische Methode, Lebensmittel durch Erhitzen und Luftabschluss zu konservieren
3
waren als heute, konnte man zusätzlich Nahrung mit gefrorenem Eis erhalten. Im Winter
bestand die Hauptnahrung aus Kohl, Rüben und Kartoffeln.2 Zusätzlich gab es vielfältige
Speisen die mit Haferflocken zubereitet wurden. Auch tierische Produkte wie Eier oder
Milch waren wichtige Bestandteile der damaligen Ernährung.
Auf dem Land wurde alles im eigenen Garten angebaut. In der Erntezeit half die gesamte
Familie bei der Arbeit. Schulaufgaben waren Nebensache und konnten zum Teil nicht erle-
digt werden. Somit hatten die Kinder wenig, bis gar keine Zeit zum Spielen, sondern halfen
von klein auf mit. Es wurden Beeren gesammelt, Bohnen gepflückt oder Möhren geerntet.
Da noch keine Möglichkeit bestand, die Pflanzen mit Pflanzenschutzmitteln vor Ungeziefer
zu schützen, wurde das befallene Gemüse oder Obst zwar nicht weggeworfen, aber von
Würmern oder Larven befreit. Es war viel zu teuer und kostbar, um es einfach wegzuwerfen.
Betroffene Stellen wurden herausgeschnitten und der Rest verwertet oder gegessen.
Wie bereits oben erwähnt, wurden Gemüse und Obst zum Teil eingeweckt, um sie für den
Winter zu erhalten. Im Sommer konnte das Gemüse natürlich frisch verwertet und gegessen
werden. Gekocht wurde auf einem Kohleherd. Wie heute verwendete man schon damals
Butter zum Kochen und Braten.3
Selbstgepflückte Beeren wurden oft zu Säften und Muß verarbeitet. So erhielt man sowohl
den Saft, als auch das Fruchtfleisch. Das Muß diente dann als Brotaufstrich, für das selbst-
gebackene Roggenbrot. Als weiteren Brotaufstrich wurde Zuckerrübensirup verwendet. Mit
diesem wurden auch Lebensmittel gesüßt und verfeinert. Auch das vom Schlachten gewon-
nene Schmalz wurde auf Brot gegessen. Es war nicht üblich jeden Tag Fleisch zu essen.
Dies kam meist nur sonntags oder an Festtagen auf den Tisch4.
Was nicht im eigenen Garten angebaut werden konnte, wurde beim Bauern erworben. Ent-
weder half man beim Kartoffeln sammeln, was damals noch mit der Hand vollzogen wurde,
und bekam dafür einen Sack Kartoffeln für den Eigenbedarf, oder man kaufte sich die benö-
tigte Nahrung.
Grundsätzlich war die Gewinnung von Nahrung in der Stadt nicht anders. Auch Stadtbe-
wohner besaßen Gärten, welche man Siedlerstellen nannte. In diesen wurde wie auf dem
Land Gemüse und Obst für den Eigenbedarf angepflanzt. Da in der Nachkriegszeit allge-
mein ein Mangel an Nahrungsmitteln herrschte, begannen die so genannten ,,Hamsterfahr-
ten", bei denen Stadtbewohner in die umliegenden Dörfer fuhren, und Wertgegenstände,
2 Vgl.: http://www.uni-ulm.de/uni/fak/zawiw/zeitzeugenarbeit/zeitzeugen/frauen_improvisation.html
3 Vgl.: Städteforschung A/16 Urbanisierung im 19. und 20. Jahrhundert, Böhlau Verlag Köln Wien, Erschienen
1983, Hans Jürgen Teuteberg, S. 432-435
4 Vgl.: http://www.klett.de/sixcms/media.php/8/03_Inhalt_064_065_104301.pdf
4
Hausrat oder Kleidung gegen Lebensmittel eintauschten. Da viele Stadtbewohner jedoch
nichts zu ,,verhamstern" hatten, mussten sie bei Bauern als Arbeitskräfte ihre Nahrung ver-
dienen.5 Nahrungsmittelmarken konnten von den Bürgern eingezogen werden. Mit diesen
konnten sie Lebensmittel erwerben. Jedoch waren oft nicht ausreichend oder an einigen Ta-
gen keine Lebensmittel vorhanden und die Bürger erleideten Hunger. So war die Nahrungs-
mittelbeschaffung zu Großmutters Zeit weitaus schwieriger als zu heutiger Zeit.
Bevorzugte Lebensmittel heutzutage:
gesund oder ungesund?
Um noch genauer auf den Wandel eingehen zu können, welchen die Nahrungsmittel be-
schritten haben, ist es wichtig, auf die Lebensmittel einzugehen, die heute bevorzugt geges-
sen werden. Vor allem kann man sagen, dass die Durchschnittsbevölkerung der heutigen
Gesellschaft Zeit im Vergleich zur damaligen, wesentlich mehr Fleisch verspeist. Dies ist
eine sehr ungesunde Lebensweise, da wir mit dem Fleisch, welches wir essen, zusätzlich die
Medikamente einnehmen, die das Tier eingenommen hat. Zusätzlich entsteht sofort nach
Schlachtung der Tiere ein so genanntes Leichengift6, das sich auch durch starkes Erhitzen
nicht zerstören lässt und äußerst ungesund für den Menschen ist, beispielsweise die Darm-
flora zerstört, oder Kopfschmerzen erzeugt. Auch enthält Fleisch Eiweiß, welches jedoch bei
der Aufnahme von Fleisch im Überfluss vorhanden ist. Diese Überbelastung führt zu einer
erhöhten Anstrengung der Nieren und einer Steigerung der Harnstoffbildung.7 Fleisch ist
somit in geringen Mengen nicht schädlich, aber in der Menge, wie sie durchschnittlich vom
Menschen aufgenommen wird, durchaus nicht gesund.
Heutzutage sind viele Lebensmittel bunt und wir werden von der Ansehnlichkeit angezogen.
Doch in diesen Lebensmitteln sind Farbstoffe enthalten, die nach mehreren Forschungsbe-
richten einen krebserregenden und Allergie auslösenden Effekt auf uns Menschen haben.
Auch hier kann man von einer ungesunden Ernährung der heutigen Gesellschaft sprechen.8
Aufgrund der weiten Transportwege, den einige Lebensmittel wie Joghurt oder Brot zu be-
schreiten haben, werden diesen Konservierungsstoffe zugefügt, um eine längere Haltbarkeit
5 Vgl.: http://www.dhm.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/DasEndeAlsAnfang/hamsterfahrten.html
6 Eiweißzerfallsprodukte wie Cadaverin und Putrescin sowie gelegentlich auch Krankheitserreger
7 Vgl.: http://www.veggiswelt.de/gruende.htm
8 Vgl.: http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/deutschland-mag-es-bunt-und-
giftig/?src=MT&cHash=9952ccd2be
5
zu ermöglichen. Einige der zugelassenen Konservierungsstoffe können Auslöser für Aller-
gien, Kopfschmerzen oder Durchfall sein.9
Somit sind die besonders begehrten Lebensmittel zumeist ungesunder Natur und eher chemi-
sche, als natürliche Produkte. Obst und Gemüse werden grundsätzlich auch verzehrt, aber oft
nicht in ausreichenden Mengen. Grund dafür könnten die hohen Preise sein, denn Obst und
Gemüse ist sehr teuer. Vor allem im Vergleich zum Fleisch sind Obst und Gemüse fast ein
Privileg.
Des weiteren gibt es heute eine große Auswahl an Süßigkeiten auf dem Markt. Schokoladen,
Fruchtgummis oder Lakritze sind lediglich ein kleiner Teil vom Großen. Die Unmenge an
Auswahl verführt zum Kauf. Bunte Verpackungen und Farben sprechen den Kunden an.
Aufgrund dessen wird dem Körper Zucker in viel zu großer Menge zugeführt, was durchaus
ungesund ist und zu Fettleibigkeit führt. Müdigkeit, Magen- und Darmprobleme oder Haut-
krankheiten sind nur ein kleiner Teil der Auswirkungen, die Zucker auf unseren Körper
hat.10
Auch das ,,gute alte" Vollkornbrot wird gerne durch Weißbrot ersetzt, welches zuckerhaltig
ist, und nur wenig Mineralstoffe und Vitamine enthält.
Es gibt jedoch auch durchaus gesunde Lebensmittel zu günstigen Preisen wie Milchprodukte
oder Eier, die gerne verzehrt werden, jederzeit im Trend liegen und zu einer ausgewogenen
Ernährung beitragen.
Land-/ Stadternährung im Vergleich
Zwischen der Ernährung der Menschen und dem Raum, in dem sie leben, besteht eine enge
Beziehung. Jedoch hat sich diese Beziehung mit der Zeit sehr verändert. Heutzutage sind die
Menschen weitaus weniger von der Umgebung abhängig als Jahre zuvor. Grund dafür sind
die Fortschritte in Handelsbeziehungen und Verkehrstechnik. Vor allem das Nahrungsange-
bot hat sich quantitativ vergrößert. Zu damaliger Zeit musste die Ernährung der Umgebung
angepasst werden, sie war somit angebotsorientiert.11 War lediglich Lehmboden vorhanden,
musste beispielsweise auf den Anbau von Spargel verzichtet werden.12 Heutzutage bieten
9 Vgl.: http://enius.de/leben/konservierungsstoffe.html
10 Vgl.: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker.html
11 Vgl.: Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Ernährung und Raum eine Beziehung mit vie-
len Facetten, Kurt Gedrich u. Ulrich Oltersdorf
12 Vgl.: http://www.roterochs.de/spargel-info/
6
verbesserte Transportmöglichkeiten ein vielfältiges Nahrungsangebot. Es werden nicht bloß
Lebensmittel des deutschen Markts, sondern selbst Lebensmittel aus fernen Ländern für den
Käufer verfügbar. Diese Internationalisierung ist besonders in den Großstädten deutlich
spürbar. In ländlichen Gegenden werden an Sonn- und Feiertagen eher traditionelle Gerichte
favorisiert, während die internationale Küche vor allem in Städten bevorzugt wird. Die
Stadtbevölkerung liebt Fast Food, Sushi13 oder andere internationale Spezialitäten.14 Die
Nahrungsbeschaffung soll möglichst schnell und bequem verlaufen. Auf dem Land wird oft
noch aufwendig gekocht und eingekauft. Da viele Bewohner des ländlichen Wohnraums
schon seit jeher in Dörfern wohnen, kennen sich diese mit der Versorgung der Familie durch
gesundes Kochen und Verarbeitung der Nahrung aus. Traditionelle und einheimische Ge-
richte sind wohlbekannt und werden geschätzt. Es wird gegessen, was saisonal und regional
vorhanden ist. Zum Teil kommt die Nahrung auch vom Bauern, der nebenan wohnt.15 Diese
Vorzüge der einfachen Nahrungsmittelbeschaffung können Stadtbewohner nicht nutzen. Für
sie gibt es lediglich Supermärkte, oder auch Wochenmärkte, um einzukaufen. In diesen fin-
den sich neben einheimischen eben auch viele internationale Lebensmittel oder Fertiggerich-
te. Nachteile gegenüber der Stadt sind jedoch auch auf dem Land zu verzeichnen. In der
Stadt sind Bus- und Bahnverbindungen ein vorauszusetzender Faktor, welcher in ländlichen
Gegenden oft nicht gut genug besteht. Somit können Bürger der Stadt viel schneller und
flexibler ihre Lebensmittel beschaffen. Landbürger besuchen lieber die kleinen ,,Tante-
Emma-Läden" vor Ort, die zwar das Notwendige an Nahrung vorweisen können, jedoch das
Angebot an exotischen und fremdländischen Nahrungsmitteln eher gering halten. Bei Bedarf
nach diesen, muss die nächste Stadt aufgesucht werden, um dort in großen Supermärkten
einzukaufen. Aufgrund dessen beschränken sich die Bewohner der ländlichen Gegenden
eher auf herkömmliche Nahrungsmittel. Ein weiterer Punkt, in dem sich Land und Stadtbe-
völkerung unterscheiden ist die Migration. Migranten ziehen zumeist in der Hoffnung auf
Arbeit in die Städte. Durch diese ethnischen Minderheiten wurde die deutsche Küche auf
eine internationale Küche umstrukturiert. Chinesische, indische oder italienische Restaurants
sind an jeder Ecke vorzufinden. Sushi oder Döner sind internationale Gerichte, die Stadtbe-
wohnern längst alltäglich geworden sind. Natürlich sind sie Dorfbewohnern nicht unbekannt,
jedoch findet man nur selten Restaurants ausländischer Küche in Dorfgegenden vor. Das
gleiche gilt für Fast- Food- Ketten. Auch diese befinden sich überwiegend in Städten. Daher
13 japanisches Gericht aus kaltem, gesäuertem Reis, der zu Röllchen geformt und mit Fisch und/oder Gemüse
kunstvoll belegt wird.
14 Vgl.: http://www.blogrocker.com/blog/index.php?/archives/269-Stadt-vs.-Land,-Fluss.html
15 Vgl.: http://www.blogrocker.com/blog/index.php?/archives/269-Stadt-vs.-Land,-Fluss.html
7
ist es unvermeidlich, dass sich Stadtbewohner häufiger mit Fast- Foods ernähren, als die
Landbevölkerung, da sich diese durch die Entfernung zur Stadt weitaus weniger dieser Nah-
rung bedienen können.
Ein weiterer Unterschied lässt sich durch die Berufliche Lage erklären. Aufgrund der kurzen
Mittagszeiten haben die Berufstätigen wenig Zeit und können dadurch nicht mehr großartig
kochen. Sie verzehren somit häufiger Fast- Food an Arbeitstagen. Da auf dem Land keine
bzw. kaum Fast- Food- Ketten vorzufinden sind, gibt es keine Möglichkeit, sich des Kom-
forts des schnellen Verzehrs zu bedienen. So lassen sich hinsichtlich der Ernährung in der
Stadt und auf dem Land vielerlei Disparitäten feststellen.
Single und Großfamilie im Vergleich
Die Ernährung des Einzelnen steht in einem engen Zusammenhang mit der sozialen Situati-
on. In Deutschland sind heutzutage Single-Haushalte der am häufigsten vertretene Haus-
haltstyp.16 Aufgrund dessen hat sich die Vielfalt der Produkte auf dem deutschen Markt wei-
terentwickelt. Laut der Studie ,,Future living" des Zukunftsinstituts gab es in den letzten Jah-
ren eine Zunahme des Angebots von Produkten für Singles. Auf die Nahrungsmittel be-
schränkt kann man sagen, dass vor allem Convenience- Produkte17, Multipacks18 und Mini-
portionen dominieren.19Jedoch haben Untersuchungen ergeben, dass sich Alleinstehende
durchaus gesund ernähren. ,,Etwa zwei Drittel der Singles geben an, auf eine ausgewogene
Ernährung zu achten."20 Ganz natürlich ist, dass Neu-Singles, die gerade erst eine Beziehung
hinter sich haben, sich erst einmal etwas gehen lassen. Um Frust abzubauen ernährt man sich
vorzugsweise von Tiefkühlpizzen und Schokoriegeln. Ist die Trauerphase jedoch vorüber,
gilt es für den Single, wieder richtig durchzustarten, bereit zu sein für das Kommende. Somit
versuchen Singles, sich fit zu halten, um sich wieder neu zu präsentieren.
16 Vgl.:
http://www.moneyhouse.ch/buchshop/Die_Ernahrung_von_Singles/Bergmann_Kristina/9783836406116.htm
17 Oberbegriff für Fertigprodukte oder Fertiggerichte
18 Verpackungen von mehreren Einzeleinheiten (Produkten), die speziell dazu bestimmt sind,
direkt an Endverbraucher als Gesamtprodukt abgegeben oder verkauft zu werden
19 Vgl.: https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-
2006112215850/1/kulturlandschaft-mp.pdf
20
Zitat von der
Verbraucherzentrale Bremen
(07.11.2002) ,,Singles und Ernährung - wirklich zwei Paar
Schuh? http://www.senatspressestelle.bremen.de/detail.php?id=16585 [Stand: 14. April 2008]
8
Grundsätzlich anders ist die Verhaltensweise von Eheleuten. Bei diesen scheint der Partner
sicher zu sein, man braucht sich nicht weiter für ihn herausputzen. Der Ehepartner sollte
einen so lieben, wie man ist, keinen Wert auf Äusserlichkeiten legen. So kann man mithilfe
einer Studie an 8000 US-Bürgern festmachen, dass die Wahrscheinlichkeit der Gewichtszu-
nahme bei Eheleuten weitaus höher ist, als bei Singles. Grund dafür könne beispielsweise
ein Zeitmangel durch die Betreuung der Kinder sein.21 Jedoch kann man bei Großfamilien
durchaus davon ausgehen, dass auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird Eltern achten
größtenteils auf gesunde Nahrung für ihre Kinder. Da meist ein Elternteil für die Kinder-
betreuung zuständig ist, wird häufiger gekocht und herkömmliche Speisen kommen auf den
Tisch. Dies lässt sich natürlich nicht auf alle Großfamilien beziehen. Häufig kann man gera-
de bei Großfamilien feststellen, dass die Zubereitungszeit des Essens möglichst schnell von-
statten gehen sollte. Die Kinder kommen aus der Schule, das Essen sollte bereitgestellt sein.
Somit wird aufgrund von Zeitmangel auf ausgewogene Ernährung verzichtet. So kann man
pauschal nicht von einer einheitlichen Ernährung in Großfamilien sprechen, sondern muss
Unterschiede zwischen Familien berücksichtigen. Dies gilt soweit auch für Singles. Natür-
lich gibt es Singles, die sich gesund und ausgewogen ernähren, jedoch gibt es auch Singles,
bei denen die Mahlzeit möglichst schnell auf den Teller kommen sollte und die schnell zu
Fast Food greifen.22
Somit kann nicht pauschal ein Vergleich zwischen der Ernährung eines Singles und der Er-
nährung einer Großfamilie gezogen werden, man kann sich lediglich auf Einzelne beziehen.
Vorurteile sind in beiden Fällen äußerst ungünstig, da man diesen Schuh, wie gesagt, nur
einem Teil der Gruppen anziehen kann und nicht der Gesamtheit der Singles oder Großfami-
lien.
Fast Food- Gesellschaft vs. Bio- Produkte
Mithilfe einer Umfrage, die ich selbst gezielt an zwei Altersgruppen gerichtet habe, konnte
ich festmachen, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren
weitaus ungesünder ernähren, als Ältere im Alter von 40 bis 75 Jahren. Es ernähren sich alle
der 25 Befragten im Alter von 16 bis 25 Jahren von Fast Food, davon 80% mindestens mo-
natlich. Von den Befragten im Alter von 40 bis 75 Jahren ernähren sich lediglich 16% min-
destens monatlich von Fast Food. Dagegen verzehren 48% sogar gar kein Fast Food. Diesen
21 Vgl.: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/artikel/833/139542/
22 Vgl.: Ernährung in der Wissensgesellschaft, Campus Verlag Frankfurt/ New York, Erschienen 1999, José
Lutzenberger und Franz- Theo Gottwald, S. 202-206
9
Unterschied kann man als gravierend beschreiben, da alle der befragten Jugendlichen Fast
Food essen, jedoch fast 50% der älteren Bevölkerung gar kein Fast Food isst.
Bei der Frage, ob Nahrungsmittel aus biologischem Anbau gegessen werden, antworten nur
drei Befragte der jüngeren Altersklasse, und nur zwei Befragte der älteren Alters mit ja. Da-
gegen antworten sechs Befragte im Alter von 16 bis 25 Jahren mit nein, was 24% sind und
damit fast einen Viertel der Befragten betrifft.
Ähnliches ist bei den Befragten im Alter von 40 bis 75 festzustellen. Hier antworteten sieben
Befragte mit nein, dies entspricht sogar einem Viertel. So kann man keinen grundlegenden
Unterschied hinsichtlich des Verzehrs biologischer Produkte zwischen den Altersgruppen
festmachen.
Um auf die eigentliche Frage zurückzukommen, ob mehr Fast Food oder mehr nachhaltige
Ernährung verspeist wird, kann man aus der Umfrage schließen, dass beide Alterskreise
mehr Fast Food als Bio-Produkte essen.23
Grund dafür könnte die Vielzahl an Fast Food Ketten sein, die in Deutschland überall vorzu-
finden sind. So sind 2001 alleine über 1000 Mcdonald′s Restaurants in Deutschland zu ver-
zeichnen24, Tendenz steigend, wie man aus der Abb. 1 entnehmen kann, in der die Anzahl
der Mcdonald′s Restaurants dargestellt ist.25 Jedoch ist nicht nur Mcdonald′s eine Fast
Food- Kette. Dazu kommen natürlich weitere wie Burger King oder Pizza Hut. Somit hat
Deutschland eine Vielfalt an Fast Food- Ketten vorzuweisen. Auf der Suche nach Restau-
rants, welche ausschließlich Gerichte mit Lebensmitteln aus biologischem Anbau anbieten,
stieß ich auf eine Internetseite, die sich auf Bio- und Ökoanbieter spezialisiert. Mithilfe die-
ser Seite, konnte ich 15 Bio- Restaurants im gesamten deutschen Raum ausfindig machen.26
Im Vergleich mit der Anzahl an Fast Food- Ketten und Restaurants ein riesiger Unterschied.
Möchte man sich von biologischen Produkten ernähren, ist es fast vorauszusetzen, selbst
kochen zu müssen. Zusätzlich werden nicht in jedem Supermarkt Bio-Produkte angeboten.
Es gibt jedoch auch Lebensmittelmärkte, die ausschließlich Bio-Lebensmittel anbieten. Die-
se sind aber nicht so vielfältig vorhanden wie einfache Supermärkte. Zudem sind Bio- Pro-
dukte teurer als andere. Das führt dazu, dass es sich nur wenige Menschen leisten können,
sich ausschließlich von Nahrungsmitteln aus biologischem Anbau zu ernähren. Fast Food ist
im Gegensatz dazu weitaus preiswerter. Oft erhält man ein komplettes Menü mit Getränk
und Speise für fünf Euro. Wenn man ein komplettes Gericht mit biologischen Produkten
23 Vgl. eigene Umfrage (Anhang)
24 Vgl.: Fast Food Gesellschaft, Riemann Verlag, Erschienen 2001, Eric Schlosser, S. 329
25 Vgl.: Abb. 1 (Anhang)
26 Vgl.: http://www.biolio.de/place.1.0.html?&kategorie=Restaurant
10
kochen will, muss man mit weitaus mehr Kosten rechnen, da bereits einzelne Produkte, wie
man Abb. 2 entnehmen kann, vor allem Fleisch über den Preis hinausgehen.27
Aufgrund dessen greifen, wie ich auch meiner eigenen Umfrage entnehmen kann, weniger
Menschen zu Nahrungsmitteln aus biologischem Anbau, als zu Fast Food. In diesem Punkt
spielt die Altersgruppe keine Rolle. Menschen, die sich jedoch von biologischen Produkten
ernähren, tun dies, um sich gesünder zu ernähren.28 Beim Kauf von Bio- Produkten dominie-
ren somit egoistische Motive und keine altruistischen29. Dies kann man auch auf Fast Food
beziehen. Auch hier spielen egoistische Motive eine Rolle. Fast Food spart, wie der Name ja
bereits sagt, Zeit und zusätzlich Arbeit, da es entweder schnell zuzubereiten ist, oder sogar
gleich von einer Fast Food- Kette gekauft werden kann, und somit nicht einmal eigenhändig
zubereitet werden muss. Somit hat Fast Food im Vergleich zu Bio- Produkten eine Vielzahl
von Vorteilen, die es den Verbrauchern in der Entscheidung zwischen beiden leichter macht,
sich zu entscheiden.
Da ich mithilfe meiner Umfrage herausfinden konnte, dass besonders junge Menschen kaum
auf eine gesunde Ernährung achten, kann man Fast Food klar als Sieger dieses vergleichen-
den Wettbewerbs herauskristallisieren. Auch die gesunde Ernährung älterer Erwachsener
kann dies nicht widerlegen, da auch diese nicht bevorzugt Bio- Produkte kaufen.30
Fazit
Mithilfe der gewählten Unterthemen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir heute ganz
und gar nicht gesünder leben, als früher. So ernährte sich die Gesellschaft der Nachkriegszeit
ausgiebig von gesundem Obst und Gemüse, Brot und einem sehr geringem Anteil an
Fleisch. Auch Milchprodukte wurden verzehrt. All diese Nahrungsmittel tragen zu einer
ausgewogenen, gesunden Ernährung bei. Da ich jedoch speziell auf die Nachkriegszeit ein-
gegangen bin, sollte überlegt werden, ob diese Nahrungsmittel jederzeit in ausreichender
Menge gegessen wurden. Dieser Fragestellung kann ich entgegnen, indem ich auf die Hams-
terfahrten verweise, die aufgrund von zu wenig Lebensmitteln stattfanden.
Der heutige Trend einer schnelllebigen Gesellschaft führt zu einer Fast Food- Gesellschaft,
was durchaus ungesund ist. Vor allem kann man auf eine weitere Entwicklung dieses Trends
27 Vgl.: Abb. 2 (Anhang)
28 Vgl.: Analye der Nachfrage nach Bio- Produkten, Wissenschaftsverlag Vauk Kiel KG, Erschienen 1993,
Martina Plöger, Andreas Fricke und Reimar von Alvensleben
29 Selbstlos, zum Vorteil Anderer
30 Vgl.: eigene Umfrage (Anhang)
11
der ungesunden Ernährung hinweisen, da ich mithilfe meiner Umfrage herausfinden konnte,
dass sich die jüngere Bevölkerung vermehrt mit Fast Food ernähren.
Auch Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder Zucker in zu großen Mengen sind keineswegs
als gesund zu beschreiben. Aufgrund der Zufuhr dieser Stoffe muss man von einer ungesun-
den Nahrungsmittelbewegung sprechen. Krankheiten sind die Folge.
Somit lässt sich die Ausgangsfrage ,,Leben wir heute gesünder als früher" deutlich widerle-
gen.
Nachwort
Durch die Wahl der Unterthemen konnte ich letztendlich zu einer guten Antwort auf meine
Ausgangsfrage kommen. Jedoch kann ich ein Thema als weniger hilfreich herauskristallisie-
ren. ,,Single und Großfamilie im Vergleich" war ein durchaus interessanter Punkt, der mir
aber im Bezug zur Ausgangsfrage nicht weitergeholfen hat. Interessant fand ich trotz allem,
dass sich Singles gar nicht ungesund ernähren. Diese Erkenntnis finde ich erstaunlich, da ich
erwartete, dass sich Singles zumeist ungesund ernähren, da sie alleine wohnen und, wie ich
dachte, wenig kochen sondern vor allem Fast Food verspeisen. Aufgrund der Erkenntnis,
dass dies nicht der Fall ist, konnte ich das Unterthema nicht zur Auswertung nutzen. Alle
anderen Themen waren jedoch sehr hilfreich. So konnte ich bereits während der Recherchen
zu einer Meinung und Auswertung kommen, was im Nachhinein zeitsparend war. Letztend-
lich bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden, da ich erwartet habe, meine Ausgangsfrage wi-
derlegen zu können.
12
Literaturverzeichnis
- Städteforschung A/16 Urbanisierung im 19. und 20. Jahrhundert, Böhlau Verlag
Köln Wien, Erschienen 1983, Hans Jürgen Teuteberg,
- Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Ernährung und Raum eine
Beziehung mit vielen Facetten, Kurt Gedrich u. Ulrich Oltersdorf
- Ernährung in der Wissensgesellschaft, Campus Verlag Frankfurt/ New York, Er-
schienen 1999, José Lutzenberger und Franz- Theo Gottwald
- Fast Food Gesellschaft, Riemann Verlag, Erschienen 2001, Eric Schlosser
Quellenangabe
- http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,1968050 13.04.2008 21:59
- http://www.klett.de/sixcms/media.php/8/03_Inhalt_064_065_104301.pdf 13.04.2008
20:42
- http://www.uni-
ulm.de/uni/fak/zawiw/zeitzeugenarbeit/zeitzeugen/frauen_improvisation.html
13.04.08 17:11
- http://www.roterochs.de/spargel-info/ 13.04.2008 16:31
- http://www.blogrocker.com/blog/index.php?/archives/269-Stadt-vs.-Land,-Fluss.html
12.04.2008 19:41
- http://www.dhm.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/DasEndeAlsAnfang/hamsterfahrten.html
14.04.2008 14:35
- http://www.senatspressestelle.bremen.de/detail.php?id=16585 14.04.2008 22:10
http://www.moneyhouse.ch/buchshop/Die_Ernahrung_von_Singles/Bergmann_Kristina/978
3836406116.htm 14.04.2008 20:17
- http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/artikel/833/139542/ 14.04.2008 22:32
- http://www.mcdonalds.de/html.php?&nt=Zahlen%20%26%20Fakten 15.04.2008
15:11
- http://www.soel.de/oekolandbau/preise.html 15.04. 2008 16:02
- http://www.biolio.de/place.1.0.html?&kategorie=Restaurant 15.04.2008 15:38
13
- http://www.veggiswelt.de/gruende.htm 15.04.2008 20:31
- http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/deutschland-mag-es-bunt-und-
giftig/?src=MT&cHash=9952ccd2be 15.04.2008 21:41
- http://enius.de/leben/konservierungsstoffe.html 15.04.2008 21:47
- http://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker.html 15.04.2008 22:10
14
Anhang
Umfrage und Auswertung der Umfrage
1. Wie alt sind sie? ______________________________ Jahre
2. Sind Sie männlich oder weiblich?________________________________
3. Wohnen Sie in der Stadt oder auf dem Land?_______________________________
4. Sind Sie Vegetarier/Veganer?_________________________________________
5. Ernähren Sie sich von Bioprodukten?_____________________________________
6. Kaufen Sie bevorzugt Bioproduk-
te?_________________________________________
7. 6. Gehen Sie auswärts bei Mc Donalds oder anderen Fast-Food-Ketten es-
sen?______________________________________
8. Wie häufig kommt dies vor?_________________________________________
9. Achten Sie darauf, sich gesund zu ernäh-
ren?______________________________________
1. Da ich gezielt auf zwei bestimmte Altersgruppen eingehen wollte, waren die Befrag-
ten zum einen Teil(1.Teil) zwischen 16 und 25 Jahre alt, zum anderen(2.Teil) zwi-
schen 40 und 75 Jahre alt.
2. 1.Teil: 12 weibliche, 13 männliche
2.Teil: 12 weibliche, 13 männliche
3. 1.Teil: 84% Land, 16% Stadt
2.Teil: 36% Land, 64% Stadt
4. 1.Teil: 100% keins von beidem
2.Teil: 4% Vegetarier, 96% keins von beidem
5. 1.Teil: 20%Nein, 24% Unbewusst, 56% Teilweise
2.Teil: 28%Nein, 8% Ja, 4% Unbewusst, 60% Teilweise
6. 1.Teil: 28%Ja, 72%Nein
2.Teil: 36%Ja, 64%Nein
7. 1.Teil: 56%1-3Mal im Monat, 20%Weniger als monatlich, 24% 1-2Mal die Woche
2.Teil: 12%1-3Mal im Monat, 28%Weniger als monatlich, 4% 1-2Mal die Woche,
56%Nie
8. 1.Teil: 68%Ja, 32%Nein
2.Teil:84%Ja, 16%Nein
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