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"Das Grauen" oder doch die Hoffnung? Die Enden von "Heart of Darkness" und "Apoc... close

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"Das Grauen" oder doch die Hoffnung? Die Enden von "Heart of Darkness" und "Apocalypse Now" im Vergleich

Hausarbeit, 2006, 34 Seiten
Autor: Nerea Vöing
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 34
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V125015
ISBN (E-Book): 978-3-640-29994-2
ISBN (Buch): 978-3-640-30480-6

Zusammenfassung / Abstract

Im Verlauf dieser Arbeit werde ich einen Vergleich versuchen, zwischen dem Ende der Erzählung „Heart of Darkness“ von Joseph Conrad und dem Ende des Films „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola, der zum Teil auf Conrads Erzählung basiert. Auszug Fazit: Jedoch beide, Marlow und Willard, sehen sich, nachdem sie diese Episode ihres Lebens überlebt haben, als Bote der Kurtzschen Botschaft. Das Zusammentreffen mit Kurtz hat beide stark geprägt. Egal, ob Kurtz nun getötet wurde, oder verstorben ist, die Situation, mit der sich Marlow und Willard am Ende konfrontiert sehen, ist eben diese. Sie haben einen neuen, selbst gegebenen Auftrag.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Paderborn - SS 2006

HS: Apokalypse

,,Das Grauen" oder doch die

Hoffung?

Die Enden von ,,Heart of Darkness"

und ,,Apocalypse Now" im

Vergleich

Nerea Vöing

Bachelor Kulturwissenschaften

(Deutschsprachige Literatur, Geschichte)

4. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2.1 Joseph Conrad′s ,,Heart of Darkness" 3

2.1.1 Inhalt 3

2.2 Der Schluss 5

3.1 Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now" 10

3.1.1 Inhalt 11

3.2 Der Schluss 15

3.3 Das ,,Dilemma" um das richtige Ende 17

4. Fazit 24

6. Quellenverzeichnis 27

7. Literaturverzeichnis 27

5. Anhang 29


1. Einleitung

Im Verlauf dieser Arbeit werde ich einen Vergleich versuchen, zwischen

dem Ende der Erzählung ,,Heart of Darkness" von Joseph Conrad und dem

Ende des Films ,,Apocalypse Now" von Francis Ford Coppola, der zum Teil

auf Conrads Erzählung basiert.

Ich werde zunächst näher auf die beiden Werke eingehen und jeweils

ausführlicher das jeweilige Ende besprechen, ehe ich zum Vergleich

komme.

Besondere Aufmerksamkeit widme ich hierbei den Quellen rund um die

Entwicklung des Endes von ,,Apocalypse Now". Hauptquellen sind hierbei

die ,,Redux"-Fassung des Films, sowie das Buch und die Dokumentation

von Coppolas Frau Eleanor Coppola über die Entstehung von ,,Apocalypse

Now".

2.1 Joseph Conrad′s ,,Heart of Darkness"

Die Erzählung ,,Heart of Darkness" erschien erstmals 1899 im

Blackwood′s

Magazine

Der Schriftsteller Joseph Conrad schrieb die Erzählung in nur zwei Monaten

nieder.1 Sie beinhaltet einen starken autobiographischen Aspekt. Ebenso wie

der Protagonist der Erzählung, der Engländer Charlie Marlow, reiste auch

Conrad in den Kongo.

2.1.1 Inhalt

Beauftragt von einer belgischen Handelsgesellschaft reist Charlie Marlow

1891 als Kapitän eines Flussdampfers den Kongo hinauf. Diese ,,Company"

handelt im Kongo mit Elfenbein, einem wichtiger Handelsfaktor der Zeit.

Die belgischen Kolonialisten zwingen die Eingeborenen zur Zwangsarbeit

und gingen mit unsäglicher Brutalität vor.

Der Kongo, als belgische Kolonie König Leopold II. zueigen, ist zu der Zeit

noch nicht vollständig erkundet. Marlow wird von Neugierde oder auch

1 Nicolaisen, Peter: Joseph Conrad, Reinbek bei Hamburg 1988, S. 77.


Abenteuerlust getrieben, die ihn in den ,,weißen Fleck" auf der Landkarte

reisen lässt.

Sein Auftrag ist es, den mysteriösen Elfenbeinhändler ,Herr Kurtz′ in der

inneren Station des kongolesischen Urwalds aufzuspüren. Kurtz scheint auf

alle Beteiligten eine seltsame Faszination auszuüben und sein Ruf eilt ihm

weit voraus. Die Wenigsten, die Marlow über ihn reden hört, haben ihn

tatsächlich gesehen.

Kurtz soll auf seinem Handelsposten als gottähnlicher Herrscher über die

Eingeborenen ein ,,eigenes Schreckensreich"2 errichtet haben. Als Kurtz

jedoch erkrankt, wird seine göttliche Natur von den Eingeborenen in Frage

gestellt und er verliert an Macht.

Im Kongo macht Marlow Erfahrungen mit den Schrecken der dortigen

Kolonisation und dem Wahnsinn, der sich unter den dort stationierten

Menschen aufgrund des Klimas und der ,widrigen′ Umstände ausbreitet.

Obwohl Kurtz sich im Kongo immer weiter von den dort anwesenden

Weißen distanziert, gilt sein Charakter als Personifizierung der alles

dominierenden Kolonialmacht.

Im Laufe von Marlows Reise wächst die Faszination, die Kurtz für den bis

dahin vernunftbetonten Marlow ausübt und er/dieser ersehnt das

Zusammentreffen mit Kurtz.

Die Reise entwickelt sich für Marlow immer mehr zu einer Reise in sein

eigenes Ich. Er wagt einen Blick in die Abgründe der eigenen Seele.

Mit den Taten und der ,,überspannten und unglaublichen Verderbtheit" von

Kurtz konfrontiert, stellt Marlow zunehmend jegliche Moral in Frage.3

Die tatsächliche Dunkelheit des Urwaldes deckt die Dunkelheit in den

Seelen der Menschen auf, zeigt das Böse und Brutale, zum Teil Sadistische,

welches hauptsächlich von Kurtz auszugehen scheint.

In der inneren Station angekommen macht Marlow zu aller erst

Bekanntschaft mit einem jungen Russen, der Kurtz′ verfallen ist. Auch

Marlow scheint Kurtz′ Faszination nicht entgehen zu können. Nur Kurtz

Tod hält ihn scheinbar davon ab, dem jungen Russen nachzufolgen.

2 Conrad, Joseph: Herz der Finsternis (Süddeutsche Zeitung Bibliothek 20), München 2004,

Klappentext.

3 Nicolaisen,

Conrad

, S. 95.


2.2 Der

Schluss

Marlow nimmt den sterbenskranken Kurtz mit auf das Boot, um ihn zurück

zur Niederlassung der ,,Company" zu bringen. Allerdings erliegt Kurtz auf

dem Boot seiner Krankheit.

,,Nie habe ich etwas gesehen, das dem Wandel, der mit seinen

Gesichtszügen vor sich ging, gleichgekommen wäre, und ich

hoffe, nie wieder so etwas sehen zu müssen. Oh, ich war nicht

gerührt. Ich war fasziniert. Es war, als zerrisse ein Schleier. Ich

sah auf diesem Elfenbeingesicht der Ausdruck düsteren Stolzes,

unbarmherziger Gewalt, feigen Entsetzens ­ durchdringender

und hoffungsloser Verzweiflung. Durchlebte er sein Leben noch

einmal in allen Einzelheiten der Begierde, Versuchung und

Hingabe während jenes höchsten Augenblickes erfüllten

Wissens? Flüsternd schrie er einem Bild, einer Vision zu ­

zweimal schrie er, ein Schrei, der nicht mehr war, als ein Hauch:

»Das Grauen! Das Grauen!«"4

Der Urwald, der in diesem Moment Kurtz zuzuwispern scheint, entzieht

sich jeglicher ,,rationalen Sinnzuschreibung".5 Kurtz macht die Erfahrung

des Abgrundes, er verortet sich jenseits von Gut und Böse.6 Und auch

Marlow droht, durch den Einfluss von Kurtz, in den ,,Abgrund des

moralischen Chaos"7 zu stürzen.

Dieser Gefahr ist er sich bewusst, weshalb er erleichtert auf die letzten

Worte Kurtz′ reagiert. Sie bedeuten Triumph des Guten, eine Bestätigung

dafür, dass am Ende die Moral gesiegt hat. Die letzten Worte von Kurtz sind

für Marlow ,,

eine Bejahung, ein moralischer Sieg, der durch unzählige

Niederlagen, durch abscheuliche Schrecken, durch abscheuliche

Befriedigungen erkauft worden war. Doch es war ein Sieg! Das ist es,

weshalb ich Kurtz bis zum letzten die Treue hielt

[...].

"8

Marlow selbst erkrankt während der Rückfahrt von der inneren Station und

ringt mit dem Tod. Sein Überleben erklärt er mit der Entscheidung, Kurtz

nicht nachfolgen zu wollen.

4 Conrad,

Herz der Finsternis

, S. 112.

5 Stiglegger, Marcus: Malediction resurrected - Ins finstere Herz von Apocalypse Now ­

Redux, http://www.ikonenmagazin.de/artikel/apcalypse_now_redux.htm, Stand Oktober

2006.

6 Stiglegger,

Malediction resurrected

.

7 Nicolaisen,

Conrad

, S. 95.

8 Conrad,

Herz der Finsternis

, S. 114.


Wie ihr jedoch seht, hatte ich keine Lust, Kurtz nachzufolgen.
Ich blieb, um den Alptraum auszuträumen und um noch einmal
meine Treue gegen Kurtz zu bewähren. [...] Ich habe hart mit
dem Tod gerungen.[...]

Um ein Haar wäre ich in die Lage gekommen, eine letzte

Äußerung zu tun, und ich mußte zu meiner Beschämung

entdecken, daß ich wahrscheinlich nichts zu sagen gehabt hätte.

Dies ist der Grund, weshalb ich behaupte, Kurtz sei ein

bemerkenswerter Mann gewesen. Er hatte etwas zu sagen. Er

sagte es. Da ich selber über die Grenzlinie gespäht, verstehe ich

die Bedeutung seines Blickes besser, der die Kerzenflamme

nicht mehr sah, doch groß genug war, das ganze Universum zu

umfassen, eindringlich genug, all die Herzen zu durchschauen,

die da im Finstern schlagen. Er hatte die Summe gezogen ­ er

hatte das Urteil gefällt. »Das Grauen!« Er war ein

bemerkenswerter Mensch. Schließlich war dies der Ausdruck

einer Art von Glauben, der aufrichtig war, Überzeugungskraft

besaß, dessen Geflüster von Empörung durchzittert wurde, der

das abstoßende Antlitz einer flüchtigen Wahrheit trug ­ das

seltsame Gemisch aus Gier und Haß.9

Vor seinem Tod hatte Kurtz Marlow seine Aufzeichnungen anvertraut,

damit diese nicht an die Mitarbeiter der ,,Company" fallen. Der Direktor der

,,Company", der mit an Bord des Flussdampfers ist, versucht während der

Rückreise wiederholt, die Papiere, die Kurtz Marlow vor seinem Ableben

anvertraut hatte, von Marlow zu bekommen. Doch dieser verweigert sie

ihm.

In England angekommen, kann Marlow sich aufgrund seiner Erkrankung

nur noch bruchstückhaft an die Rückreise erinnern. Er überlegt, wie er mit

den Aufzeichnungen von Kurtz verfährt. Kurtz′ Mutter ist laut den

Informationen der von Kurtz′ Verlobten erst kürzlich verstorben.

Als ein Mann bei Marlow vorspricht, der offenbar von der ,,Company"

geschickt worden war, um Marlow die Papiere abzunehmen, weigert sich

Marlow erneut.

Ein glattrasierter Mann mit einer amtlichen Miene und

goldgeränderter Brille sprach eines Tages bei mir vor und fragte

mich, versteckt zunächst und später höflich drängend, über das

aus, was er gewisse »Dokumente« zu nennen beliebte. Ich war

verdutzt, weil ich mit dem Direktor dort draußen bereits

zweimal wegen derselben Sache heftig Streit bekommen hatte.

Ich hatte mich geweigert, auch nur den winzigsten Fetzen aus

9 Conrad,

Herz der Finsternis

, S. 114.



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