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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 15 Pages
Author: Markus Raschke
Subject: Pedagogy - General
Details
Institution/College: University of Tubingen (Institut für Erziehungswissenschaft)
Tags: Vertrautheit, Fremdheit, Erziehungsverhältnis, Generationenbezug, Philosophische Grundlagen
Year: 2000
Pages: 15
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18421-2
File size: 180 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Tübingen
Institut für Erziehungswissenschaft
Abteilung für Allgemeine Pädagogik
Hauptseminar "Aus der Perspektive von Kindern. Neue Ansätze der Kinderforschung"
Sommersemester 2000
Hausarbeit
Fremdheit als Grundkategorie in der Pädagogik?
eingereicht von:
Markus Raschke
Inhalt:
Einleitung 2
1. Vertrautheit statt Fremdheit - Die traditionelle Grundkategorie zum pädagogischen Bezug 3
2. Philosophische Anknüpfungspunkte für ′Fremdheit′ als alternative Grundkategorie in der Pädagogik 4
a) "Ent-eignung" als Auslieferung an das Fremde - Diltheys Hermeneutik 5
b) "An-eignung" als Bändigung der Fremdheit - Hegels Dialektik 6
c) "So-sein-lassen" von Eigenem und Fremdem - Adornos Negative Dialektik 8
d) Fremdes "nicht-im-Stich-lassen" - Lévinas′ Humanismus des anderen Menschen 9
3. Folgerungen für eine pädagogische Theorie des Umgangs mit Fremdheit 10
a) Die sozialkonstruktivistische Sicht von Fremdheit … 11
b) … und "Fremdheitskompetenz" als ihr Bewältigungsmodell 12
4. Kinder als Fremde "aus der Perspektive von Kindern" verstehen? - Rückwirkungen auf das Konzept des pädagogischen Bezugs 12
Literatur 14
Einleitung
Der Begriff der "Fremdheit" erscheint zunächst einmal gerade nicht als ein zentraler Sachverhalt in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion. Dies verwundert nicht, insofern man den Hervorgang der Pädagogik aus der familiären Erziehung zur Kenntnis nimmt. In den Anfängen der professionellen und wissenschaftlich reflektierten Erziehung wird davon ausgegangen, daß der (berufsmäßige) Erzieher in seiner pädagogischen Beziehung zum Kind freundschaftlich oder väterlich diesem begegnen solle (Vgl. Giesecke, S. 100f).
Unter dem Begriff des "pädagogischen Bezugs" ist in der Erziehungswissenschaft das ausführlich diskutiert worden, was ich im Rahmen der hier vorliegenden Arbeit unter der Perspektive des Begriffs der "Fremdheit" verhandeln und (das ergibt sich damit bereits aus der Themenstellung) kritisch hinterfragen und diskutierten möchte. Diese Auseinandersetzung geschieht in den folgenden Schritten: Zunächst sollen die Grundgedankengänge umrissen werden, die das Thema der pädagogischen Beziehung bestimmt haben. Aus der Kritik dieser Diskussion soll der Begriff der "Fremdheit" als Element dieses Themas dargestellt und akzentuiert werden. Hierzu soll, zur kritisch-konstruktiven Entwicklung dieses Ansatzes, auf philosophische - insbesondere erkenntnistheoretische - Positionen Bezug genommen werden, welche es ermöglichen, dem Element der Fremdheit in der Erziehung eine profilierte Rolle und Aufgabe zuzuweisen, aber auch seine Grenzen zu benennen. Dieser Rückgriff erscheint m.E. auch dadurch erforderlich, daß eher phänomenologisch orientierte, deskriptive Annäherungen zwar zu einer Problematisierung des Sachverhalts beizutragen vermögen, weniger aber zu einer nachfolgenden (reflexiven) Konzeptionierung verhelfen. Damit dabei aber nicht der Bezug zum Feld pädagogischer Problemstellung verloren geht, muß entsprechend von der philosophisch-abstrakten Auseinandersetzung mit dem Thema der Blick stufenweise zunächst wieder auf die pädagogische Theorie allgemeinen und schließlich auf das Thema des pädagogischen Bezugs als Ausgangsthema gerichtet werden.
Nun aber von vorn.
1. Vertrautheit statt Fremdheit - Die traditionelle Grundkategorie zum pädagogischen Bezug
Sehr treffend beschreibt Hermann Giesecke im zweiten Band seines Einführungsbuches in die Pädagogik, was unterschwellig im Grunde Generationen von erzieherisch tätigen Menschen in ihrem Selbstverständnis geprägt hat:
[...]
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