Semantic Web - RDF DAML + OIL

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Details
Autor: Sebastian Zächerl
Fach: Informatik - Internet, neue Technologien
Institution/Hochschule: Universität Passau (Lehrstuhl für Informationsmanagement)
Jahr: 2003
Seiten: 24
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 513 KB
ISBN: 978-3-638-18471-7
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. 700 KB
Zusammenfassung / Abstract
Die Grundidee des Semantic Web ist die Erweiterung des gegenwärtigen Internets um einen semantischen Markup, also um eine semantische Strukturierung. Das Internet in seiner aktuellen Form bietet uns durch seine heterogene, dezentrale Struktur eine große Vielfältigkeit. Durch das Konzept der Hyperlinks bewegen sich Informationen im Web auf vielen Achsen. Also etwa von kommerziellen Seiten zu akademischen oder privaten. Unabhängig von dieser Vielfältigkeit beinhaltet das aktuelle Internet eine konzeptuelle Unzulänglichkeit. Diese liegt darin begründet, dass das Web im eigentlichen Sinne nur ein Transport- und Präsentationsmedium für Dokumente ist. Inhalte sind für Computer zwar lesbar, aber nicht „versteh- oder interpretierbar“. Die Idee des Semantic Web, federführend u.a. von Tim Berners-Lee vorangetrieben, ist ein weitgehend dezentraler Aufsatz auf das aktuelle Internet, der dieses Manko beheben soll. Ein oft verwendeter Vergleich ist, dass man im aktuellen Web „von jedem beliebigem Dokument auf jedes beliebige andere Dokument verlinken“ kann und im Semantic Web „Alles über Alles aussagen“ kann. Diese Arbeit beleuchtet zunächst diese Grundidee des Semantic Web sowie den Begriff der Ontologie in diesem Zusammenhang. Daraufhin werden die Technologien RDF und DAML+OIL vorgestellt und deren Konzepte beschrieben. Abschliessend werden knapp die Einsatzmöglichkeiten von Semantic Web-Methodiken im Bereich eLearning erörtert.
Textauszug
Hauptseminar eLearning
Wintersemester 2002/2003
Lehrstuhl für Informationsmanagement
Semantic Web – RDF, DAML+OIL
Sebastian Zächerl
0. Inhalt 2
1. Motivation 3
2. Semantic Web 3
2.1. Überblick 3
2.2. Das Semantic Web Schichtenmodell 5
3. Ontologien 6
4. RDF 8
4.1. Das Basic RDF Modell 8
4.2. Basic RDF Syntax 10
4.3. RDF Container 11
4.4. Aussagen über Aussagen 11
4.5. RDF Schema 13
5. DAML+OIL 16
5.1. OIL 16
5.2. DAML+OIL Überblick 16
5.3. Struktur von DAML+OIL 17
5.4. Möglichkeiten zur Definition von Klassen in DAML+OIL 17
5.5. Möglichkeiten zur Definition von Prädikaten in DAML+OIL 18
5.6. DAML+OIL Beispiel-Ontologie 19
6. Semantic Web und eLearning 22
6.1. Allgemeine Anwendungen 22
6.2. Anwendungen im eLearning-Bereich 22
7. Fazit 23
8. Literaturverzeichnis 23
1. Motivation
“The concept of machine-understandable documents does not imply some magical artificial intelligence which allows machines to comprehend human mumblings. It only indicates a machine′s ability to solve a well-defined problem by performing well-defined operations on existing well-defined data.”
Tim Berners-Lee [BL98]
Als Motivation erscheint dieses Zitat vielleicht zunächst ungeeignet, aber es verdeutlicht eine typische Missinterpretation der Schlagworte Ontologie und Semantic Web. In diesem Zusammenhang wird häufig davon gesprochen, dass Informationen durch die Realisierung des Semantic Web für einen Computer verstehbar würden. Dies ist zwar nicht falsch, aber auch nur dann richtig, wenn man den Begriff Verständnis in diesem Kontext nicht mit dem Prozess des menschlichen Verstehens gleichsetzt.
Die Idee des Semantic Web ist vielmehr, Informationen so aufzubereiten, dass Computer darauf algorithmisch arbeiten und semantische Zusammenhänge automatisch ableiten können. Hierzu ist zunächst eine Mehrarbeit des menschlichen Autors nötig, der seine Informationen mit einem geeigneten Formalismus um eine semantische Beschreibung erweitern muss. Ist aber diese zusätzliche Arbeit getan - und es gibt auch schon Ansätze diesen Prozess ansatzweise zu automatisieren - eröffnet sich mit der Realisierung des Semantic Web eine Fülle von faszinierenden, neuen Anwendungen.
2. Semantic Web
2.1. Überblick
Die Grundidee des Semantic Web ist die Erweiterung des gegenwärtigen Internets um einen semantischen Markup, also um eine semantische Strukturierung. Das Internet in seiner aktuellen Form bietet uns durch seine heterogene, dezentrale Struktur eine große Vielfältigkeit. Durch das Konzept der Hyperlinks bewegen sich Informationen im Web auf vielen Achsen. Also etwa von kommerziellen Seiten zu akademischen oder privaten. Unabhängig von dieser Vielfältigkeit beinhaltet das aktuelle Internet eine konzeptuelle Unzulänglichkeit. Diese liegt darin begründet, dass das Web im eigentlichen Sinne nur ein Transport- und Präsentationsmedium für Dokumente ist. Inhalte sind für Computer zwar lesbar, aber nicht „versteh- oder interpretierbar“. Die Idee des Semantic Web, federführend u.a. von Tim Berners-Lee vorangetrieben [BL01], ist ein weitgehend dezentraler Aufsatz auf das aktuelle Internet, der dieses Manko beheben soll. Ein oft verwendeter Vergleich ist, dass man im aktuellen Web „von jedem beliebigem Dokument auf jedes beliebige andere Dokument verlinken“ kann und im Semantic Web „Alles über Alles aussagen“ kann.
Als Illustration, Motivation und Einstieg möchte ich zunächst eine Vision (Abb. 1) des zukünftigen (Semantic-)Webs vorstellen.
[Abb. 1 in Downloaddatei enthalten]
Abbildung 1: Wie könnte Google im Jahr 2008 aussehen?
Die Suche ist auch bereits jetzt eine der Schlüsselapplikationen im Internet. Durch das Hinzufügen von semantischen Metadaten könnte diese Suche eine ganz andere Qualität erreichen. Man stelle sich vor: März 2008, die Bäume werden langsam wieder grün, man sitzt zuhause und gibt auf der Google1-Website den Suchbegriff „Wirbel“ ein. Als Antwort liefert uns Google nun diese Seite (Abb. 1). Die Suchmaschinen-Agenten haben erkannt, dass der Begriff „Wirbel“ in den verschiedensten Zusammenhängen genutzt wird, und man hat jetzt die Möglichkeit einen dieser Zusammenhänge auszuwählen. Des weiteren wurden hier zum Beispiel „Teil-von“-Beziehungen und andere Hierarchien erkannt. Nicht dargestellt ist in dieser Abbildung die automatische Erkennung von Synonymen, welche aber auch mit Hilfe des Semantic Web realisiert werden könnte und würde.
Hierbei sei gesagt, dass die Suche im Semantic Web auch eine essentielle Rolle spielen wird, aber doch nur die Spitze eines „Eisberges“ neuer, webbasierter Applikationen darstellt. Um das Semantic Web zu realisieren, müssen Computer Zugriff auf strukturierte semantische Informationen und Kenntnis von geltenden Interferenzregeln haben. Herkömmliche Knowledge-Representation-Syteme haben eine zentralistische Struktur, es gelten feste Definitionen und Regeln. Bei der Realisierung des Semantic Web will man einen möglichst hohen Grad an Dezentralität erreichen und den Austausch von Definitionen ermöglichen.
[....]
1 Der Name Google und das Google-Logo sind Warenzeichen der Google Inc., Mountain View, CA (USA). Die hier dargestellte Abbildung stellt eine Vision des Autors da und steht in keinem Zusammenhang mit der Google Inc.
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