Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
[Doppeleinsendung - Zur Löschung vorgesehen] Die Unterschiede in der Erinnerung ... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

[Doppeleinsendung - Zur Löschung vorgesehen] Die Unterschiede in der Erinnerung an den Holocaust zwischen der Bundesrepublik Deutschlands und der Französischen Republik

Termpaper, 2007, 17 Pages
Author: Audrey Houssiere
Subject: Politics - Miscellaneous

Details

Event: Juden und Antisemitismus in Europa heute
Institution/College: University of Münster
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1.3
Language: German
Archive No.: V126563
ISBN (E-book): 978-3-640-32457-6
ISBN (Book): 978-3-640-32624-2
Notes :
Vergleichende Politikwissenschaft


Abstract

Die These dieser Arbeit ist folgende: die Erinnerung an den Holocaust in Frankreich und in Deutschland ist vom jeweiligen nationalen Kontext abhängig. Zu erörtern ist, inwiefern die Erinnerung an den Holocaust von den Machthabern instrumentalisiert wird. Im Rahmen dieser Arbeit gilt es zunächst, die Lage in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu untersuchen, eine Epoche, die durch das Verschweigen der Verbrechen gekennzeichnet war. Anschließend soll die Phase betrachtet werden, in der, wo u.a. Intellektuelle und Politiker angefangen haben, den Holocaust zu thematisieren – wie beispielsweise den berühmten Historikerstreit in Deutschland. Zum Schluss werde ich zeigen, wie die Errichtung nationaler Holocaust-Mahnmale zur Versöhnung beitragen kann.


Excerpt (computer-generated)

GLIEDERUNG

Einleitung 2

1. Die unmittelbare Nachkriegszeit: die Mythen der Nationen 4

1.1 Das Verdrängen in der BRD 4

1.2 Der Nachkriegsmythos in Frankreich 5

2. Der Holocaust in der Öffentlichkeit 6

2.1 Die Entstehung einer unterschiedlichen Erinnerungskultur im geteilten Deutschland 6

2.2 « Le chagrin et la pitié » 7

3. Eine ,,Vergangenheit, die nicht vergehen will" 8

3.1 Historikerstreit zwischen Ernst Nolte und Jürgen Habermas 9

3.2 Die umstrittene Deutung von Vichy 10

4. Die Mahnmäler 11

4.1 Eine Bürgerinitiative als Ausgangspunkt für die Mahnmäler 11

4.2 Das Holocaust-Mahnmal in Berlin 12

4.3 Das Vél d′Hiv-Mahnmal 13

Schluss 15

Literaturverzeichnis 16


Einleitung

Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch

kritisierte jüngst die Behandlung des Nationalsozialismus im Schulunterricht: ,,Es ist dringend

notwendig, den Geschichtsunterricht neu zu gestalten, weil das Thema Nationalsozialismus

darin viel zu kurz kommt"1 sagte sie. Auf diesen Vorwurf antwortete der Präsident des

Deutschen Lehrerverbands Josef Kraus: ,,Keine Epoche der deutschen Geschichte wird so

intensiv an deutschen Schulen behandelt wie der Nationalsozialismus"2. Diese Aussagen

verdeutlichen, dass es noch keinen Konsens über die Geschichtspolitik im Bezug auf den

Holocaust gibt. Man muss auch darauf hinweisen, dass die Erinnerung an den

Nationalsozialismus und insbesondere an den Holocaust von Land zu Land unterschiedlich

behandelt wird. Die Erinnerungskultur hängt einerseits von der Erfahrung der einzelnen

Länder im Zweiten Weltkrieg und andererseits von den verschieden politischen Kulturen ab.

Diese Arbeit wird auf zwei Länder eingehen: die Bundesrepublik Deutschland und die

Französische Republik. Dabei soll insbesondere die politische Behandlung des Themas von

der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Neunziger Jahre im Zentrum stehen. In den beiden

Länder ist die Erinnerung jeweils vielfältig: Entschädigung, Anerkennung der Schuld,

Verdrängung oder sogar Leugnung. Der Umgang mit dem Holocaust ist umstritten und seit

1945 gab es verschiedene Vorstellungen von möglichen Erinnerungsformen. Hierbei kann

man jedoch deutliche Entwicklungslinien erkennen. Der Historiker Jörn Rüsen konstatiert

,,drei zeitlich einander folgenden Einstellungen"3, die das historische Selbstbewusstsein der

Deutschen prägen: die Zeit von 1945 bis 1968 mit der Kriegs- und Wiederaufbaugeneration,

die von 1968 bis 1989 mit der Nachkriegsgeneration und schließlich die Zeit nach 1989. Für

die erste Epoche sei die Strategie des Verschweigens typisch, für die zweite die ,,moralische

Distanzierung", und für die dritte die ,,Historisierung und Aneignung". Für Frankreich lässt

sich eine ähnliche Entwicklung beobachten, wobei die Phase des Verdrängens noch länger

andauerte: eine systematische Aufarbeitung setzte hier erst später ein.

1 ,,Knobloch kritisiert Lehrer": ein Artikel von Im Internet:

http://www.focus.de/wissen/nationalsozialismus_nid_31306.html (18.05.2007)

2 ,,Lehrer verteidigen Unterricht zu Holocaust" Im Internet: http://66.102.9.104/search?q=cache:Xb-

qjkwc8A0J:www.lehrerverband.de/holoc.htm+knobloch+holocaust+unterricht&hl=de&ct=clnk&cd=6&gl=de

(18.05.2007)

3 Rüsen, Jörn : Holocaust, Erinnerung, Identität. Drei Formen generationeller Praktiken des Erinnerns. In:

Welzer, Harald (Hg): Das soziale Gedächtnis, Geschichte, Erinnerung, Tradierung, Hamburg 2001, S. 243-259.

2


Die These dieser Arbeit ist folgende: die Erinnerung an den Holocaust in Frankreich

und in Deutschland ist vom jeweiligen nationalen Kontext abhängig. Zu erörtern ist, inwiefern

die Erinnerung an den Holocaust von den Machthabern instrumentalisiert wird. Im Rahmen

dieser Arbeit gilt es zunächst, die Lage in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu untersuchen,

eine Epoche, die durch das Verschweigen der Verbrechen gekennzeichnet war. Anschließend

soll die Phase betrachtet werden, in der, wo u.a. Intellektuelle und Politiker angefangen

haben, den Holocaust zu thematisieren ­ wie beispielsweise den berühmten Historikerstreit in

Deutschland. Zum Schluss werde ich zeigen, wie die Errichtung nationaler Holocaust-

Mahnmale zur Versöhnung beitragen kann.

3


1. Die unmittelbare Nachkriegszeit: die Mythen der Nationen

Die Ausstellung "Mythen der Nationen. 1945 - Arena der Erinnerungen"4, die 2004-

2005 im Deutschen Historischen Museum in Berlin stattgefunden hat, hat sich mit der

Geschichte der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Europa, in Israel und in den USA

beschäftigt. Sie zeigte, dass zunächst nur der Kampf gegen und der Sieg über Deutschland in

den anderen Ländern thematisiert wurden. Hingegen wurde die Ermordung der Juden ­ sogar

in Israel - viel weniger behandelt, weil die Opfer sich schämten, so erniedrigt worden zu sein

und sich nicht trauten, das Schlimmste zu erzählen. Der Holocaust-Überlebende Arno

Lustiger erzählt: ,,40 Jahre lang habe ich geschwiegen, keinen Ton gesagt, auch meinen

Kindern nicht [...] Ich war ganz sicher, dass das, was ich erzählen würde, man mir nicht

glauben würde, weil solche Dinge noch nie passiert sind in der Geschichte."5

1.1 Das Verdrängen in der BRD

Da nicht nur die Täter und Mitläufer, sondern auch die überlebenden Opfer,

geschwiegen haben, war die Erinnerung an den Holocaust zunächst in Gefahr. Der

gesellschaftliche und wirtschaftliche Wiederaufbau Deutschlands hatte in den Augen der

Zeitgenossen Vorrang. Rüsen beobachtet dass ,,das Bewusstsein einer Niederlage, der Kampf

mit materieller Not und die Schuldzuweisungen von außen [...] vielfach eine Disposition der

Erinnerung zur Übernahme und Anerkennung dieser Verstrickung und Schuld als Teil der

eigenen Lebensgeschichte [verhinderten]."6

Im Rahmen der Demokratisierung und Entnazifizierung Deutschlands wollte man

betonen, dass die Epoche des Nationalsozialismus endgültig der Geschichte angehörte. Die

Mehrheit des Deutschen wollte sich nicht mehr mit der Zeit vor 1945 identifizieren.

Außerdem war das Wirtschaftswunder eine willkommene Ablenkung von der

Vergangenheitsbewältigung. Aus diesen beiden Gründen wurde das Thema des Holocausts

und des Krieges im Allgemeinen vermieden.

Dies bedeutet aber nicht, dass es überhaupt keine Erinnerung an den Zweiten

Weltkrieg gab. In der damaligen offiziellen Erinnerungskultur gab es zwar keinen Platz für

die ermordeten Juden sondern; wohl aber gedachte man öffentlich den Gefallenen beider

Weltkriege.

4 http://www.dhm.de/ausstellungen/mythen-der-nationen/index.htm (Stand 19.05.2007)

5 Aus der Sendung Kulturzeit zum Thema : Feld der Erinnerung ­ Vergessen und Erinnern. Im Internet :

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/specials/79035/index.html (Stand 15.05.07)

6 Rüsen, Jörn : Holocaust, Erinnerung, Identität. Drei Formen generationeller Praktiken des Erinnerns. In:

Welzer, Harald (Hg): Das soziale Gedächtnis, Geschichte, Erinnerung, Tradierung, Hamburg 2001, S. 243-259.

4



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/126563/doppeleinsendung-zur-loeschung-vorgesehen-die-unterschiede-in-der-erinnerung
please wait Please wait