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Probleme bei der Umsetzung der Freihandelsabkommen zwischen Kanada und den USA (FTA, NAFTA) im Bereich der Cultural Industries

Scholary Paper (Seminar), 1998, 16 Pages
Author: Christiane Strobel
Subject: American Studies - Culture and Applied Geography

Details

Event: Kanada - eine kulturhistorische einführung
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Amerikanistik)
Tags: Kanada, USA, NAFTA, Freihandelsabkommen, Cultural Industries, Unterhaltungsindustrie, Kultur
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1998
Pages: 16
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V12691
ISBN (E-book): 978-3-638-18507-3

File size: 85 KB
Notes :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. 43 KB



Excerpt (computer-generated)

Probleme bei der Umsetzung der Freihandelsabkommen
zwischen Kanada und den USA
(FTA, NAFTA) im Bereich der„Cultural Industries“

Seminar „Kanada – eine kulturhistorische Einführung“
SS 1998
Christiane Strobel

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Beziehungen zwischen Kanada und den USA  3
2.1. Das „ungleiche Nachbarschaftsverhältnis“ beider Staaten  3
2.2. Die politischen Beziehungen beider Staaten  4
2.3. Die Wirtschaftsbeziehungen  5
2.4. Die kulturellen Beziehungen   7

3. Die Freihandelsabkommen  8
3.1. Das FTA  8
3.1.1. Ausgangssituation und Entstehung des FTA  8
3.1.2. Inhalt des Abkommens  9
3.1.3. Auswirkungen des FTA  9
3.2. Das NAFTA-Abkommen  10
3.2.1. Entstehung und Hintergründe  10
3.2.2. Inhalt des Vertrages  11
3.2.3. Auswirkungen und Probleme  11

4. Die Entwicklung der „Cultural Industries“ nach den Freihandelsabkommen  12
4.1. Die Diskussion um kulturellen Protektionismus in Kanada  12
4. 2. Der Konflikt um Country Music Television  13
4.3. Der Streit um die kanadische Ausgebe der „Sports Illustrated“  14
4. 4. Ausblick  14

5. Schlussbetrachtung  15

Bibliographie

 

1. Einleitung

Am 1. Januar 1994 trat das zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada geschlossene nordamerikanische Freihandelsabkommen (North American Free Trade Association, NAFTA) in Kraft.

Schon 5 Jahre zuvor, am 1. Januar 1989 war zwischen Kanada und den USA mit dem FTAAbkommen ein Freihandelsabkommen mit dem Ziel, die Zölle im bilateralen Handel über einen gewissen Zeitraum zu eliminieren, in Kraft getreten. Mit dem NAFTA-Abkommen entstand nun ein Wirtschaftsblock, der mit 360 Mill. Einwohnern größer als die Europäische Union ist. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welche Probleme sich bei der Umsetzung eines solchen Freihandelsabkommens ergeben können. Aus Platzgründen wird dabei nur auf die bilateralen Beziehungen zwischen Kanada und den USA eingegangen, und hier wiederum hauptsächlich auf den Bereich der „Cultural Industries“, da diese einen besonders interessanten und konfliktgeladenen Aspekt der Handelsbeziehungen beider Länder darstellen.

An zwei Beispielen, dem Streit um die kanadische Ausgabe der US-amerikanischen Zeitschrift „Sports Illustrated“ und um den US-amerikanischen Fernsehsender „Country Music Television“ (CMT), sollen die hierbei auftretenden Probleme näher beleuchtet werden.

„Cultural Industries“ werden im NAFTA-Abkommen als folgende Aktivitäten definiert:

a) the publication, distribution, or sale of books, magazines, periodicals or newspapers in print or machine readable form but not including the sole activity of printing or typesetting any of the foregoing;

b) the production, distribution, sale or exhibition of film or video recordings;

c) the production, distribution, sale or exhibition of audio or video music recordings;

d) the publication, distribution or sale of music in print or machine readable form; or radiocommunications in which the transmissions are intended for direct reception by the general public, and all radio, television and cable broadcasting undertakings and all satellite programming and network services;”

2. Beziehungen zwischen Kanada und den USA

2.1. Das „ungleiche Nachbarschaftsverhältnis“ beider Staaten

Das Verhältnis der beiden amerikanischen Nachbarstaaten Kanada und USA ist eng und vielfältig, teilweise jedoch auch kompliziert und konfliktgeladen. Auf den ersten Blick scheinen sich Kanada und die USA sehr ähnlich zu sein. Das trifft z.B. auf die sprachliche und kulturelle Herkunft der Mehrzahl der Bewohner, die intellektuellen Wurzeln, viele politische Traditionen und die ökonomische und demographische Entwicklung zu.

Bei einer näheren Betrachtung fällt jedoch auf, dass das Verhältnis beider Staaten trotz aller Gemeinsamkeiten sehr ungleich ist1. Diese Ungleichheit liegt zum einen darin, dass die Beziehungen ungleichgewichtig sind. Das wird an verschiedenen Faktoren, wie Bevölkerung, politischer Einfluß und Wirtschaftskraft, deutlich.

Mit einer Fläche von 9,97 Mio. qkm ist Kanada nach der Russischen Förderation das zweitgrößte Land der Erde, die USA kommen mit 9,37 Mio. qkm erst an siebenter Stelle. Der größte Teil der kanadischen Fläche kann jedoch wegen der ungünstigen klimatischen Bedingungen nicht besiedelt werden. Deshalb ist die Bevölkerung Kanadas mit 26 Mill. im Verhältnis zur Fläche eher klein. Die USA haben eine Bevölkerung von ca. 240 Mill., das Verhältnis beträgt also in etwa 1:102.

Diese Relation gilt auch für das Sozialprodukt (brutto und netto) und das Steueraufkommen3, und spiegelt damit die Größen-, Einfluss- und Machtverhältnisse zwischen beiden Staaten generell wieder. Zum anderen liegt die Ungleichheit darin, dass in gesellschaftlicher Hinsicht trotz der vielen grundsätzlichen Ähnlichkeiten Unterschiede bestehen4.

Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg flüchteten viele Anhänger der britischen Monarchie über die Grenze nach Kanada. Die dortige Gesellschaft brachte gesellschaftlichen Traditionen, tradierten Eliten und staatlicher Autorität ein hohes Ansehen entgegen. Auch nach der Gründung des kanadischen Bundesstaates 1867 blieb diese Tradition erhalten und wirkt bis heute fort. In den USA dagegen werden Leistungsprinzip und Risikobereitschaft idealisiert, und staatliche Eingriffe werden eher misstrauisch betrachtet. Die wohlfahrtstaatliche Ausrichtung Kanadas steht in krassem Gegensatz zu den USA und erinnert eher an europäische Sozial- und Interventionsstaaten wie Deutschland oder Schweden5.Ein Beispiel dafür ist die kostenlose Gesundheitsfürsorge MediCare, für die es in den USA trotz jüngster Bemühungen nichts Vergleichbares gibt.

[....]


1  Rainer-Olaf Schultze S. 5
2  Rainer-Olaf Schultze S. 8
3  Meyer L. Burstein und Hellmuth Milde S. 116
4  Gitta Oldendorff S. 81
5  Gitta Oldendorff S. 81


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