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Erwerb des lexikalischen und grammatischen Aspekts im Spanischen als L2 close

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Erwerb des lexikalischen und grammatischen Aspekts im Spanischen als L2

Subtitle: Zweitsprache / Fremdsprache

Thesis (M.A.), 2008, 160 Pages
Author: Maruta Toma
Subject: Romance Languages - French Linguistics

Details

Institution/College: University of Hamburg
Category: Thesis (M.A.)
Year: 2008
Pages: 160
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V126942
ISBN (E-book): 978-3-640-32983-0
ISBN (Book): 978-3-640-33164-2

Abstract

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, mündliche und schriftliche Daten des Spanischen als Fremdsprache (L2) von Erwachsenen mit der Muttersprache (L1) Deutsch mit besonderem Bezug auf den Erwerb vom lexikalischen und grammatischen Aspekt zu präsentieren. Der Erwerb beider Aspektarten wird ausschließlich mittels der Vergangenheitsmorphologie analysiert. Das Hauptinteresse liegt in der aspektuellen Opposition: Perfektiv-Imperfektiv, die man durch die verbale Vergangenheitsmorphologie realisiert. Die deutsche Sprache verfügt nicht über den imperfektiven Aspekt, deshalb ist es für Deutsche L2 Spanisch Erwerber ein Stoßstein, die korrekte Vergangenheitsform (die perfektive Zeitform-indefinido oder die imperfektive Form- imperfecto) zu wählen. Die Analyse der Daten erfolgt im Rahmen der Aspekthypothese (AH) , die im 3. Kapitel beschrieben wird. Deshalb werden im Kapitel 2 die zentralen Begriffe erläutert, die mit dieser Theorie verbunden sind. Es wird also erklärt, wie der grammatische Aspekt (die perfektiven und imperfektiven Zeitformen) und der lexikalische Aspekt (inhärente semantische Bedeutung der Verbkategorien) in einer Sprache verstanden werden und wie der perfektive und imperfektive Aspekt zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus werden vier semantische oder lexikalische Verbkategorien (Zustandsverben, Tätigkeiten, Ausführungen, Handlungen) geschildert, die den lexikalischen Aspekt bilden. Als letztes kommen die Eigenschaften dieser semantischen Klassen vor.


Excerpt (computer-generated)

Erwerb des lexikalischen und grammatischen Aspekts

im Spanischen als L2

Wissenschaftliche Hausarbeit

Zur Erlangung des akademischen Grades

Eines Magister Artium

Der Universität Hamburg





vorgelegt von






Maruta Toma

Riga, Lettland











Hamburg 2008








2

Inhaltsverzeichnis

Theoretischer Teil
1. Einleitung

6


2. Zur Begriffsbestimmung

9


2.1. Der grammatische und lexikalische Aspekt 9

2.2. Der perfektive und imperfektive Aspekt 12

2.3. Die semantische Verbklassifikation 14

2.4. Telizität, Dynamik, Punktualität 16


3. Aspekthypothese

17


4.

Die Verbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit

20

5. Die Studien

24

5.1. Die Studien über Aspekthypothese 24

5.2. Studien über den Einfluss des lexikalischen Aspekts 27


6. Bildung prototypisch morphologischen Formen

29

6.1. Zum Begriff ,,Prototyp" 29

6.2. Die Prototypische Verwendung des perfektiven Aspekts 30

6.3. Die Prototypische Verwendung des imperfektiven Aspekts 31

6.4. Die Prototypische Verwendung der Verlaufsform 32


Empirischer Teil
7. Datenkorpus

33

7.1. Methodologie 33

7.2. Die Klassifizierung der verbalen Morphologie 34

8. Diagnostischen Tests

36


9. Die Charakterisierung der Untersuchungsperson

38

9.1. Gruppe I: Oberstufe 38

9.2. Gruppe I: Mittelstufe 40

10. Untersuchungsfragen

42


11. Ergebnisse von Viola

42

11.1. Schriftliche Wiedergabe von Viola

11.1.1. Morphologische Markierung

42

11.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

43

11.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

44

11.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

45

11.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

45

11.2. Mündliche Wiedergabe von Viola

46

11.2.1. Morphologische Markierung

46

11.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

46

11.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

47


3

11.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

48

11.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

48

11.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 48


12.

Ergebnisse

von

Roberta

50

12.1. Schriftliche Wiedergabe von Roberta 50

12.1.1. Morphologische Markierung

50

12.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 51

12.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

51

12.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

52

12.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

53

12.2. Mündliche Wiedergabe von Roberta

53

12.2.1. Morphologische Markierung

53

12.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

54

12.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

54

12.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

55

12.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

56

12.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe

56


13.

Ergebnisse

von

Inga

58

13.1. Schriftliche Wiedergabe von Inga

58

13.1.1. Morphologische Markierung

58

13.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

59

13.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

59

13.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

60

13.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

61

13.2. Mündliche Wiedergabe von Inga

61

13.2.1. Morphologische Markierung

61

13.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

62

13.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

62

13.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

64

13.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

64

13.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe

65


14.

Ergebnisse

von

Albert

67

14.1. Schriftliche Wiedergabe von Albert

67

14.1.1. Morphologische Markierung

67

14.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

67

14.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

68


4

14.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

69

14.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

69

14.2. Mündliche Wiedergabe von Albert

69

14.2.1. Morphologische Markierung

69

14.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

70

14.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

71

14.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

72

14.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

73

14.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe

73


15.

Ergebnisse

von

Gabriela

75

15.1. Schriftliche Wiedergabe von Gabriela

75

15.1.1. Morphologische Markierung

75

15.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

76

15.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

76

15.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

77

15.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

78

15.2. Mündliche Wiedergabe von Gabriela

78

15.2.1. Morphologische Markierung

78

15.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

79

15.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

80

15.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

81

15.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

82

15.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe

82


16.

Ergebnisse

von

Anna

84

16.1. Schriftliche Wiedergabe von Anna

84

16.1.1. Morphologische Markierung

84

16.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

85

16.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

85

16.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

86

16.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

87

16.2. Mündliche Wiedergabe von Anna

87

16.2.1. Morphologische Markierung

87

16.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

88

16.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

89

16.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

91


5

16.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

92

16.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe

92


17. Zusammenfassung der Analyse für die Gruppe I

95

17.1.

Morphologische

Markierung

95

17.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

96

17.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

96

17.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

98

17.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatische

Markierungsfälle

100

18. Zusammenfassung der Analyse für die Gruppe II

102

18.1.

Morphologische

Markierung

102

18.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie

103

18.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle

103

18.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die

Wechselbeziehung

105

18.5. Erwerb der Zeitformen mit der Rücksicht auf die ungrammatischen

Markierungsfälle

106


19.

Schlussbetrachtung

108


20.Literaturverzeichnis

115


Anhang

A) Cenicienta de los Hermanos Grimm 120

B) Die Wiedergaben der Gruppe I 127

Die Wiedergaben der Gruppe II

135

C) Die Verteilung der verbalen Morphologie: Gruppe I

145

Die Verteilung der verbalen Morphologie: Gruppe I

152

D) Die Wechselbeziehung zwischen

indefinido

und TELICS und zwischen dem

Imperfekt und STATES: Gruppe I und II

159














6

Theoretischer Teil
1.Einleitung

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, mündliche und schriftliche Daten des Spanischen als

Fremdsprache (L2) 1

von Erwachsenen mit der Muttersprache (L1)2 Deutsch mit besonderem

Bezug auf den Erwerb vom lexikalischen und grammatischen Aspekt zu präsentieren. Der

Erwerb beider Aspektarten wird ausschließlich mittels der Vergangenheitsmorphologie

analysiert. Das Hauptinteresse liegt in der aspektuellen Opposition: Perfektiv-Imperfektiv, die

man durch die verbale Vergangenheitsmorphologie realisiert. Die deutsche Sprache verfügt

nicht über den imperfektiven Aspekt, deshalb ist es für Deutsche L2 Spanisch Erwerber ein

Stoßstein, die korrekte Vergangenheitsform (die perfektive Zeitform-

indefinido3

oder die

imperfektive Form-

imperfecto)

zu wählen.

Die Analyse der Daten erfolgt im Rahmen der Aspekthypothese (AH)4, die im 3. Kapitel

beschrieben wird. Deshalb werden im Kapitel 2 die zentralen Begriffe erläutert, die mit dieser

Theorie verbunden sind. Es wird also erklärt, wie der grammatische Aspekt (die perfektiven

und imperfektiven Zeitformen) und der lexikalische Aspekt (inhärente semantische

Bedeutung der Verbkategorien) in einer Sprache verstanden werden und wie der perfektive

und imperfektive Aspekt zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus werden vier

semantische oder lexikalische Verbkategorien (Zustandsverben, Tätigkeiten, Ausführungen,

Handlungen) geschildert, die den lexikalischen Aspekt bilden. Als letztes kommen die

Eigenschaften dieser semantischen Klassen vor.


Die Aspekthypothese besagt

:

First and second language learners will initially be influenced by inherent semantic aspect of

verbs or predicates in the acquisition of tense and aspect markers associated with or affixed to

these verbs.

(Andersen und Shirai 1994: 133)

Das bedeutet, dass die Zustandsverben prototypisch mit dem Imperfekt assoziiert werden und

und die telischen Ereignisse (TELICS)5 , bzw. die Ausführungen und Handlungen, mit der

spanischen Vergangenheitsform "indefinido"

verknüpft werden. Folglich wird die verbale

Morphologie von L2-Erwerber benutzt, um die aspektuellen und nicht die Tempus-

Unterschiede zu markieren (Andersen 1991, 1994; Robison 1990, 1995).

1 Im Laufe der Arbeit als L2 abgekürzt

2 Im Laufe der Arbeit als L1 abgekürzt

3 Perfektive Vergangenheitstform im Spanischen (wie das Präteritum im Deutschen)

4 Im Laufe der Arbeit mit AH abgekürzt

5 Im Laufe der Arbeit als TELICS abgekürzt


7

Die AH kann in drei Unterhypothesen unterteilt werden. Diese Teile der AH vorhersehen

prototypische Markierung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und der

Verlaufsform. Die Erwerbsstufen der perfektiven Vergangenheit beginnt mit den Handlungen

und endet mit den Zustandsverben, und die imprefektive Vergangenheit wird am Anfang des

L2-Erwerbs mit den Zustandsverben und danach allmählich mit anderen drei lexikalischen

Klassen benutzt (vgl. Andersen and Shirai 1996:533).

Daher sind zwei Fragestellungen im Rahmen der AH für empirischen Teil dieser Arbeit

relevant: 1) Wie weit hat der Erwerb der Perfekt-Imperfekt Opposition statt gefunden, bzw.

mit welchen lexikalischen Klassen ist jede Vergangenheitsform erworben worden und, ob die

vier Stufen der Verbreitung der Vergangenheitsformen offensichtlich sind.

Obwohl die aktuellste Version der AH den Effekt des lexikalischen Aspekts nicht im

Gegensatz zum grammatischen Aspekt festlegt, aber die Relevanz und Einfluss des

lexikalischen Aspekts am Anfang des Erwerbs von L2 enthält, hat diese Arbeit das Interesse

herauszufinden, ob die morphologische Markierung der Untersuchungspersonen (UP)6 vom

lexikalischen Aspekt beeinflusst ist. Genauer ausgedrück, 2) ob eine Wechselbeziehung

zwischen dem lexikalischen und grammatischen Aspekt besteht, und ob die perfektive und

imperfektive Vergangenheit zum Ausdruck des lexikalischen Aspekts gebildet wird

.

Im Kapitel 4 werden die Erwerbstufen (bzw. die Verbreitung der lexikalischen Klassen

innerhalb der Vergangenheitsformen) der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit nach

Andersen (1989) geschildert.

Kapitel 5 stellt einige Studien und deren Ergebnisse vor, die die AH und den Einfluss des

lexikalischen Aspekts untersucht haben. Viele Studien haben die Erwerbstufen der

perfektiven und imperfektiven Vergangenheit bestätigt. Jedoch die Studien, die den Effekt des

lexikalischen Aspekts untersucht haben, haben widersprüchliche Entdeckungen gemacht.

Es ist essentiell zu erwähnen, dass die Studien der AH sich mit den UP verschiedener

Kenntnisniveaus beschäftigen, um feststellen zu können, wie der Erwerb des lexikalischen

und grammatischen Aspekts sich entwickelt hat. Die Studien, die alle L2-Erwerber auf einem

Sprachniveau haben, können eine oder mehrere hypothesierte Assoziierungen zwischen

lexikalischen Kategorien und verbaler Morphologie untersuchen, jedoch können sie nicht

Licht über die Änderungen im Tempus-Aspekt System verschaffen.

6 Im Laufe der Arbeit als UP abgekürzt


8

Abhängig von der semantischen Kategorie, zu der das Prädikat gehört, kann dieses eine

prototypische und nicht-prototypische morphologische Form haben. Diese Theorie über

prototypische Verwendung der Verben wird im Kapitel 6 vorgestellt, denn sie ist eng mit den

drei Teilen der AH verbunden. Folglich besteht das Interesse festzustellen, ob die UP nur

prototypische Formen bilden oder auch auf unprototypische Formen reagieren und, ob die

gebildeten Formen grammatisch sind.

Der empirische Teil dieser Arbeit enthält mehrere Punkte. Zuerst im Kapitel 7 werden der

Datenkorpus und die Vorgehensweise geschildert.

Die Daten stammen von sechs Personen, die Spanisch als L2 mehrere Jahre

gelernt haben.

Nach dem Lesen des Märchens ,,Cenicienta" von Brüdern Grimm, wurden die UP

aufgefordert, das Märchen auf Spanischin in der Vergangenheit zu erzählen. Von jeder Person

wurde eine Aufnahme während einer mündlichen Erzählung gemacht und ich habe eine

Zusammenfassung derselben Wiedergabe in schriftlicher Form erhalten (siehe im Anhang).

Schriftliche und mündliche Darstellung der Wiedergaben können unterschiedliche Ergebnisse

oder auch zusammenlaufende Tendenzen aufweisen. In dieser Arbeit wird angenommen, dass

die schriftlichen Wiedergaben entwickeltere Ergebnisse als die mündlichen Wiedergaben

aufweisen werden. Da die Sprachkenntnisse der UP sich unterscheiden, werden sie in zwei

Gruppen (Oberstufe und Mittelstufe) eingeteilt.

Um die AH zu testen, ist die Einteilung der von den UP verwendeten Prädikate in lexikalische

Klassen notwendig. Kapitel 8 beschäftigt sich mit den diagnostischen Tests, die in der

Verteilung der Prädikate eingesetzt wurden. Hier werden die vier Kategorien von Vendler

(1967) benutzt. Die Verteilung der Prädikate aus den Wiedergaben in lexikalische Kategorien

erscheint im Anhang dieser Arbeit. Die in den Tabellen dargestellten Ergebnisse zeigen, ob

bestimmte sematische Klassen mit bestimmter Zeitform vorkommen, bzw. ob eine

Wechselbeziehung besteht, und mit welchen lexikalischen Klassen die Zeitformen

indefinido

und das Imperfekt erworben wurden.

Die zweite Reihe in den Tabellen mit den

hervorgehobenen Ergebnissen stellt den Erwerb der Vergangenheitsformen mit Rücksicht auf

den ungrammatisch markierten Fällen dar (sie wurden hier nicht beachtet).

Nach der Charakterisierung der UP im Kapitel 9, werden im Kapitel 10 die Fragen der

Untersuchung festgelegt. Ab Kapitel 11 fängt die Analyse jeder UP an. Der Vorhaben ist also


9

herauszufinden, wie weit der Erwerb der Perfekt-Imperfekt Opposition in jeder Gruppe

zustande gekommen ist. Das Interesse ist auch zu erfahren, welche der beiden Gruppen mehr

vom lexikalischen Aspekt beeinflusst ist, und ob durch die verbale Morphologie der Aspekt

oder das Tempus markiert wird. Es werden bei jeder UP zuerst die prozentuelle Markierung

des lexikalischen und grammatischen Aspekts betrachtet, danach die prototypischen und

nicht-prototypischen Markierungsfälle, die ungrammatischen Markierungsfälle der Prädikate

und letztendlich die Wechselbeziehung zwischen den beiden Aspekten und Erwerbstufen der

Perfekt-Imperfekt Opposition beurteilt. Zur Feststellung der Erwerbsunterschiede werden die

Ergebnisse der Gruppen miteinander verglichen und die Schlussfolgerungen gezogen.

2. Zur Begriffsbestimmung
2.1. Der grammatische und lexikalische Aspekt

Zwei linguistische Konzepte stehen im Mittelpunkt für die Untersuchung der

Aspekthypothese: grammatischer und lexikalischer Aspekt. Obwohl beide Aspektarten zwei

unterschiedliche linguistische Kategorien sind, es ist unmöglich in der Diskussion über den

Aspekt ein Konzept von den anderen auszuschließen.

Laut Klein (1994:16): "Aspect

concerns the different perspectives which a speaker can take

and express with regard to the temporal course of some event, action, process, etc."

"The term

aspect

refers to the internal temporal structure of events as described by verbs,

verbal phrases (VP) and sentences" (nach Comrie 1976, Chung and Timberlake 1985, Smith

1991, 1997).

,,Aspektualität" dient als Oberbegriff für grammatische und lexikalische Aspektualität, und

stammt ursprünglich von Bondarko (1967: 18-31). Später es wurde auch von Sacker (1983)

und Maslov (1985) verwendet. Diese Klassifizierung wurde später von vielen Aspektologen

verwendet.

Die Vielfältigkeit, die die Sprachen zum Ausdruck bringen können, hat die Wissenschaft

dazu gebracht, eine traditionelle Unterscheidung zu machen zwischen dem Aspekt, der für

morphologische Information zuständig ist, und zwischen dem Aspekt, der lexikalische

Information des Verbes enthält.

Aspektuelle Unterschiede in einer Sprache können offen (beim grammatischen Aspekt) oder

verdeckt (beim lexikalischen Aspekt) markiert werden. Anders gesagt, der Aspekt kann


10

lexikalisch durch ein inhärentes Verb semantisch ausgedrückt werden, wie auch durch die

gegenseitige Beeinflussung eines Verbs mit direkten und indirekten Argumenten und anderen

Ergänzungen oder auch morphologisch mittels Suffixen oder paraphrasiche Konstruktionen

(Dowty 1986, Smith 1991, Tenny 1994, Verkuyl 1994).

Der inhärente Bedeutungsunterschied der Verben (lexikalische Aspekt) wurde von Sigurd

Agrell (1908) als ,,Aktionsart"

benannt. Seitdem (mit kleinen Variationen durch anderen

Autoren) hat die traditionelle Grammatik diesen Begriff akzeptiert und aufrechterhält die

Unterscheidung zwischen ,,Aspekt" und ,,Aktionsart", obwohl viel Fachliteratur zu finden ist,

in der der Begriff ,,Aspekt" in einem umfassenden Sinne von beiden Begriffen gebraucht

wird.

Prieto unterscheidet ebenso zwischen verbalem Aspekt und Aktionsart (Spanisch:

modo de

accion

). Der Begriff ,,Aspekt" bezeichnet hier nur den grammatischen Aspekt, und unter

,,Aktionsart" wird der lexikalische Aspekt verstanden (vgl. Prieto 2004: 60).

Bardovi- Harling (2000:205)

bezeichnet den grammatischen Aspekt als typisch

morphologisch, der einer Situation eine subjektive Sichtweise verleiht (verschiedene

Standpunkte, wie man eine Situation sieht). Ein lexikalisch

inhärenter Aspekt oder eine

Aktionsart ist dagegen rein lexikalisch und gehört zu einer nicht grammatikalischen

Kategorie. Ein lexikalischer Aspekt widerspiegelt sich in lexikalisch inhärenten Eigenschaften

der Verben oder in einem verbalen Syntagma.

,,Lexical aspect, also known as inherent aspect, refers to the inherent semantic properties of

the linguistic expression used to refer to a situation"(Bardovi 2000: 213).

Laut Vater (1991) der verbale Aspekt ist im Prinzip "die interne zeitliche Gliederung des

beschriebenen Ereignisses."

In den ersten Definitionen hat der Aspekt hat mit der Möglichkeit zu tun, ob eine Situation

von einem Sprecher als beendet oder nicht beendet wahrgenommen wird, wobei ein Verb mit

der perfektiven (einer abgeschlossenen Situation) oder imperfektiven Form (einer Situation,

die keinen Endpunkt aufweist) verwendet werden kann. Auf diesem Niveauu ist die

Definition von Wackernagel zu finden: "el aspecto indica la manera como el hablante se



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