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Subtitle: Zweitsprache / Fremdsprache
Thesis (M.A.), 2008, 160 Pages
Author: Maruta Toma
Subject: Romance Languages - French Linguistics
Details
Year: 2008
Pages: 160
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-32983-0
ISBN (Book): 978-3-640-33164-2
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Abstract
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, mündliche und schriftliche Daten des Spanischen als Fremdsprache (L2) von Erwachsenen mit der Muttersprache (L1) Deutsch mit besonderem Bezug auf den Erwerb vom lexikalischen und grammatischen Aspekt zu präsentieren. Der Erwerb beider Aspektarten wird ausschließlich mittels der Vergangenheitsmorphologie analysiert. Das Hauptinteresse liegt in der aspektuellen Opposition: Perfektiv-Imperfektiv, die man durch die verbale Vergangenheitsmorphologie realisiert. Die deutsche Sprache verfügt nicht über den imperfektiven Aspekt, deshalb ist es für Deutsche L2 Spanisch Erwerber ein Stoßstein, die korrekte Vergangenheitsform (die perfektive Zeitform-indefinido oder die imperfektive Form- imperfecto) zu wählen. Die Analyse der Daten erfolgt im Rahmen der Aspekthypothese (AH) , die im 3. Kapitel beschrieben wird. Deshalb werden im Kapitel 2 die zentralen Begriffe erläutert, die mit dieser Theorie verbunden sind. Es wird also erklärt, wie der grammatische Aspekt (die perfektiven und imperfektiven Zeitformen) und der lexikalische Aspekt (inhärente semantische Bedeutung der Verbkategorien) in einer Sprache verstanden werden und wie der perfektive und imperfektive Aspekt zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus werden vier semantische oder lexikalische Verbkategorien (Zustandsverben, Tätigkeiten, Ausführungen, Handlungen) geschildert, die den lexikalischen Aspekt bilden. Als letztes kommen die Eigenschaften dieser semantischen Klassen vor.
Excerpt (computer-generated)
Erwerb des lexikalischen und grammatischen Aspekts
im Spanischen als L2
Wissenschaftliche Hausarbeit
Zur Erlangung des akademischen Grades
Eines Magister Artium
Der Universität Hamburg
vorgelegt von
Maruta Toma
Riga, Lettland
Hamburg 2008
2
Inhaltsverzeichnis
Theoretischer Teil
1. Einleitung
6
2. Zur Begriffsbestimmung
9
2.1. Der grammatische und lexikalische Aspekt 9
2.2. Der perfektive und imperfektive Aspekt 12
2.3. Die semantische Verbklassifikation 14
2.4. Telizität, Dynamik, Punktualität 16
3. Aspekthypothese
17
4.
Die Verbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit
20
5. Die Studien
24
5.1. Die Studien über Aspekthypothese 24
5.2. Studien über den Einfluss des lexikalischen Aspekts 27
6. Bildung prototypisch morphologischen Formen
29
6.1. Zum Begriff ,,Prototyp" 29
6.2. Die Prototypische Verwendung des perfektiven Aspekts 30
6.3. Die Prototypische Verwendung des imperfektiven Aspekts 31
6.4. Die Prototypische Verwendung der Verlaufsform 32
Empirischer Teil
7. Datenkorpus
33
7.1. Methodologie 33
7.2. Die Klassifizierung der verbalen Morphologie 34
8. Diagnostischen Tests
36
9. Die Charakterisierung der Untersuchungsperson
38
9.1. Gruppe I: Oberstufe 38
9.2. Gruppe I: Mittelstufe 40
10. Untersuchungsfragen
42
11. Ergebnisse von Viola
42
11.1. Schriftliche Wiedergabe von Viola
11.1.1. Morphologische Markierung
42
11.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
43
11.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
44
11.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
45
11.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
45
11.2. Mündliche Wiedergabe von Viola
46
11.2.1. Morphologische Markierung
46
11.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
46
11.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
47
3
11.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
48
11.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
48
11.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 48
12.
Ergebnisse
von
Roberta
50
12.1. Schriftliche Wiedergabe von Roberta 50
12.1.1. Morphologische Markierung
50
12.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 51
12.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
51
12.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
52
12.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
53
12.2. Mündliche Wiedergabe von Roberta
53
12.2.1. Morphologische Markierung
53
12.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
54
12.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
54
12.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
55
12.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
56
12.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe
56
13.
Ergebnisse
von
Inga
58
13.1. Schriftliche Wiedergabe von Inga
58
13.1.1. Morphologische Markierung
58
13.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
59
13.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
59
13.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
60
13.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
61
13.2. Mündliche Wiedergabe von Inga
61
13.2.1. Morphologische Markierung
61
13.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
62
13.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
62
13.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
64
13.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
64
13.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe
65
14.
Ergebnisse
von
Albert
67
14.1. Schriftliche Wiedergabe von Albert
67
14.1.1. Morphologische Markierung
67
14.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
67
14.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
68
4
14.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
69
14.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
69
14.2. Mündliche Wiedergabe von Albert
69
14.2.1. Morphologische Markierung
69
14.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
70
14.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
71
14.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
72
14.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
73
14.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe
73
15.
Ergebnisse
von
Gabriela
75
15.1. Schriftliche Wiedergabe von Gabriela
75
15.1.1. Morphologische Markierung
75
15.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
76
15.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
76
15.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
77
15.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
78
15.2. Mündliche Wiedergabe von Gabriela
78
15.2.1. Morphologische Markierung
78
15.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
79
15.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
80
15.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
81
15.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
82
15.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe
82
16.
Ergebnisse
von
Anna
84
16.1. Schriftliche Wiedergabe von Anna
84
16.1.1. Morphologische Markierung
84
16.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
85
16.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
85
16.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
86
16.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
87
16.2. Mündliche Wiedergabe von Anna
87
16.2.1. Morphologische Markierung
87
16.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
88
16.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
89
16.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
91
5
16.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
92
16.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe
92
17. Zusammenfassung der Analyse für die Gruppe I
95
17.1.
Morphologische
Markierung
95
17.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
96
17.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
96
17.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
98
17.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatische
Markierungsfälle
100
18. Zusammenfassung der Analyse für die Gruppe II
102
18.1.
Morphologische
Markierung
102
18.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
103
18.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
103
18.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung
105
18.5. Erwerb der Zeitformen mit der Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle
106
19.
Schlussbetrachtung
108
20.Literaturverzeichnis
115
Anhang
A) Cenicienta de los Hermanos Grimm 120
B) Die Wiedergaben der Gruppe I 127
Die Wiedergaben der Gruppe II
135
C) Die Verteilung der verbalen Morphologie: Gruppe I
145
Die Verteilung der verbalen Morphologie: Gruppe I
152
D) Die Wechselbeziehung zwischen
indefinido
und TELICS und zwischen dem
Imperfekt und STATES: Gruppe I und II
159
6
Theoretischer Teil
1.Einleitung
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, mündliche und schriftliche Daten des Spanischen als
Fremdsprache (L2) 1
von Erwachsenen mit der Muttersprache (L1)2 Deutsch mit besonderem
Bezug auf den Erwerb vom lexikalischen und grammatischen Aspekt zu präsentieren. Der
Erwerb beider Aspektarten wird ausschließlich mittels der Vergangenheitsmorphologie
analysiert. Das Hauptinteresse liegt in der aspektuellen Opposition: Perfektiv-Imperfektiv, die
man durch die verbale Vergangenheitsmorphologie realisiert. Die deutsche Sprache verfügt
nicht über den imperfektiven Aspekt, deshalb ist es für Deutsche L2 Spanisch Erwerber ein
Stoßstein, die korrekte Vergangenheitsform (die perfektive Zeitform-
indefinido3
oder die
imperfektive Form-
imperfecto)
zu wählen.
Die Analyse der Daten erfolgt im Rahmen der Aspekthypothese (AH)4, die im 3. Kapitel
beschrieben wird. Deshalb werden im Kapitel 2 die zentralen Begriffe erläutert, die mit dieser
Theorie verbunden sind. Es wird also erklärt, wie der grammatische Aspekt (die perfektiven
und imperfektiven Zeitformen) und der lexikalische Aspekt (inhärente semantische
Bedeutung der Verbkategorien) in einer Sprache verstanden werden und wie der perfektive
und imperfektive Aspekt zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus werden vier
semantische oder lexikalische Verbkategorien (Zustandsverben, Tätigkeiten, Ausführungen,
Handlungen) geschildert, die den lexikalischen Aspekt bilden. Als letztes kommen die
Eigenschaften dieser semantischen Klassen vor.
Die Aspekthypothese besagt
:
First and second language learners will initially be influenced by inherent semantic aspect of
verbs or predicates in the acquisition of tense and aspect markers associated with or affixed to
these verbs.
(Andersen und Shirai 1994: 133)
Das bedeutet, dass die Zustandsverben prototypisch mit dem Imperfekt assoziiert werden und
und die telischen Ereignisse (TELICS)5 , bzw. die Ausführungen und Handlungen, mit der
spanischen Vergangenheitsform "indefinido"
verknüpft werden. Folglich wird die verbale
Morphologie von L2-Erwerber benutzt, um die aspektuellen und nicht die Tempus-
Unterschiede zu markieren (Andersen 1991, 1994; Robison 1990, 1995).
1 Im Laufe der Arbeit als L2 abgekürzt
2 Im Laufe der Arbeit als L1 abgekürzt
3 Perfektive Vergangenheitstform im Spanischen (wie das Präteritum im Deutschen)
4 Im Laufe der Arbeit mit AH abgekürzt
5 Im Laufe der Arbeit als TELICS abgekürzt
7
Die AH kann in drei Unterhypothesen unterteilt werden. Diese Teile der AH vorhersehen
prototypische Markierung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und der
Verlaufsform. Die Erwerbsstufen der perfektiven Vergangenheit beginnt mit den Handlungen
und endet mit den Zustandsverben, und die imprefektive Vergangenheit wird am Anfang des
L2-Erwerbs mit den Zustandsverben und danach allmählich mit anderen drei lexikalischen
Klassen benutzt (vgl. Andersen and Shirai 1996:533).
Daher sind zwei Fragestellungen im Rahmen der AH für empirischen Teil dieser Arbeit
relevant: 1) Wie weit hat der Erwerb der Perfekt-Imperfekt Opposition statt gefunden, bzw.
mit welchen lexikalischen Klassen ist jede Vergangenheitsform erworben worden und, ob die
vier Stufen der Verbreitung der Vergangenheitsformen offensichtlich sind.
Obwohl die aktuellste Version der AH den Effekt des lexikalischen Aspekts nicht im
Gegensatz zum grammatischen Aspekt festlegt, aber die Relevanz und Einfluss des
lexikalischen Aspekts am Anfang des Erwerbs von L2 enthält, hat diese Arbeit das Interesse
herauszufinden, ob die morphologische Markierung der Untersuchungspersonen (UP)6 vom
lexikalischen Aspekt beeinflusst ist. Genauer ausgedrück, 2) ob eine Wechselbeziehung
zwischen dem lexikalischen und grammatischen Aspekt besteht, und ob die perfektive und
imperfektive Vergangenheit zum Ausdruck des lexikalischen Aspekts gebildet wird
.
Im Kapitel 4 werden die Erwerbstufen (bzw. die Verbreitung der lexikalischen Klassen
innerhalb der Vergangenheitsformen) der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit nach
Andersen (1989) geschildert.
Kapitel 5 stellt einige Studien und deren Ergebnisse vor, die die AH und den Einfluss des
lexikalischen Aspekts untersucht haben. Viele Studien haben die Erwerbstufen der
perfektiven und imperfektiven Vergangenheit bestätigt. Jedoch die Studien, die den Effekt des
lexikalischen Aspekts untersucht haben, haben widersprüchliche Entdeckungen gemacht.
Es ist essentiell zu erwähnen, dass die Studien der AH sich mit den UP verschiedener
Kenntnisniveaus beschäftigen, um feststellen zu können, wie der Erwerb des lexikalischen
und grammatischen Aspekts sich entwickelt hat. Die Studien, die alle L2-Erwerber auf einem
Sprachniveau haben, können eine oder mehrere hypothesierte Assoziierungen zwischen
lexikalischen Kategorien und verbaler Morphologie untersuchen, jedoch können sie nicht
Licht über die Änderungen im Tempus-Aspekt System verschaffen.
6 Im Laufe der Arbeit als UP abgekürzt
8
Abhängig von der semantischen Kategorie, zu der das Prädikat gehört, kann dieses eine
prototypische und nicht-prototypische morphologische Form haben. Diese Theorie über
prototypische Verwendung der Verben wird im Kapitel 6 vorgestellt, denn sie ist eng mit den
drei Teilen der AH verbunden. Folglich besteht das Interesse festzustellen, ob die UP nur
prototypische Formen bilden oder auch auf unprototypische Formen reagieren und, ob die
gebildeten Formen grammatisch sind.
Der empirische Teil dieser Arbeit enthält mehrere Punkte. Zuerst im Kapitel 7 werden der
Datenkorpus und die Vorgehensweise geschildert.
Die Daten stammen von sechs Personen, die Spanisch als L2 mehrere Jahre
gelernt haben.
Nach dem Lesen des Märchens ,,Cenicienta" von Brüdern Grimm, wurden die UP
aufgefordert, das Märchen auf Spanischin in der Vergangenheit zu erzählen. Von jeder Person
wurde eine Aufnahme während einer mündlichen Erzählung gemacht und ich habe eine
Zusammenfassung derselben Wiedergabe in schriftlicher Form erhalten (siehe im Anhang).
Schriftliche und mündliche Darstellung der Wiedergaben können unterschiedliche Ergebnisse
oder auch zusammenlaufende Tendenzen aufweisen. In dieser Arbeit wird angenommen, dass
die schriftlichen Wiedergaben entwickeltere Ergebnisse als die mündlichen Wiedergaben
aufweisen werden. Da die Sprachkenntnisse der UP sich unterscheiden, werden sie in zwei
Gruppen (Oberstufe und Mittelstufe) eingeteilt.
Um die AH zu testen, ist die Einteilung der von den UP verwendeten Prädikate in lexikalische
Klassen notwendig. Kapitel 8 beschäftigt sich mit den diagnostischen Tests, die in der
Verteilung der Prädikate eingesetzt wurden. Hier werden die vier Kategorien von Vendler
(1967) benutzt. Die Verteilung der Prädikate aus den Wiedergaben in lexikalische Kategorien
erscheint im Anhang dieser Arbeit. Die in den Tabellen dargestellten Ergebnisse zeigen, ob
bestimmte sematische Klassen mit bestimmter Zeitform vorkommen, bzw. ob eine
Wechselbeziehung besteht, und mit welchen lexikalischen Klassen die Zeitformen
indefinido
und das Imperfekt erworben wurden.
Die zweite Reihe in den Tabellen mit den
hervorgehobenen Ergebnissen stellt den Erwerb der Vergangenheitsformen mit Rücksicht auf
den ungrammatisch markierten Fällen dar (sie wurden hier nicht beachtet).
Nach der Charakterisierung der UP im Kapitel 9, werden im Kapitel 10 die Fragen der
Untersuchung festgelegt. Ab Kapitel 11 fängt die Analyse jeder UP an. Der Vorhaben ist also
9
herauszufinden, wie weit der Erwerb der Perfekt-Imperfekt Opposition in jeder Gruppe
zustande gekommen ist. Das Interesse ist auch zu erfahren, welche der beiden Gruppen mehr
vom lexikalischen Aspekt beeinflusst ist, und ob durch die verbale Morphologie der Aspekt
oder das Tempus markiert wird. Es werden bei jeder UP zuerst die prozentuelle Markierung
des lexikalischen und grammatischen Aspekts betrachtet, danach die prototypischen und
nicht-prototypischen Markierungsfälle, die ungrammatischen Markierungsfälle der Prädikate
und letztendlich die Wechselbeziehung zwischen den beiden Aspekten und Erwerbstufen der
Perfekt-Imperfekt Opposition beurteilt. Zur Feststellung der Erwerbsunterschiede werden die
Ergebnisse der Gruppen miteinander verglichen und die Schlussfolgerungen gezogen.
2. Zur Begriffsbestimmung
2.1. Der grammatische und lexikalische Aspekt
Zwei linguistische Konzepte stehen im Mittelpunkt für die Untersuchung der
Aspekthypothese: grammatischer und lexikalischer Aspekt. Obwohl beide Aspektarten zwei
unterschiedliche linguistische Kategorien sind, es ist unmöglich in der Diskussion über den
Aspekt ein Konzept von den anderen auszuschließen.
Laut Klein (1994:16): "Aspect
concerns the different perspectives which a speaker can take
and express with regard to the temporal course of some event, action, process, etc."
"The term
aspect
refers to the internal temporal structure of events as described by verbs,
verbal phrases (VP) and sentences" (nach Comrie 1976, Chung and Timberlake 1985, Smith
1991, 1997).
,,Aspektualität" dient als Oberbegriff für grammatische und lexikalische Aspektualität, und
stammt ursprünglich von Bondarko (1967: 18-31). Später es wurde auch von Sacker (1983)
und Maslov (1985) verwendet. Diese Klassifizierung wurde später von vielen Aspektologen
verwendet.
Die Vielfältigkeit, die die Sprachen zum Ausdruck bringen können, hat die Wissenschaft
dazu gebracht, eine traditionelle Unterscheidung zu machen zwischen dem Aspekt, der für
morphologische Information zuständig ist, und zwischen dem Aspekt, der lexikalische
Information des Verbes enthält.
Aspektuelle Unterschiede in einer Sprache können offen (beim grammatischen Aspekt) oder
verdeckt (beim lexikalischen Aspekt) markiert werden. Anders gesagt, der Aspekt kann
10
lexikalisch durch ein inhärentes Verb semantisch ausgedrückt werden, wie auch durch die
gegenseitige Beeinflussung eines Verbs mit direkten und indirekten Argumenten und anderen
Ergänzungen oder auch morphologisch mittels Suffixen oder paraphrasiche Konstruktionen
(Dowty 1986, Smith 1991, Tenny 1994, Verkuyl 1994).
Der inhärente Bedeutungsunterschied der Verben (lexikalische Aspekt) wurde von Sigurd
Agrell (1908) als ,,Aktionsart"
benannt. Seitdem (mit kleinen Variationen durch anderen
Autoren) hat die traditionelle Grammatik diesen Begriff akzeptiert und aufrechterhält die
Unterscheidung zwischen ,,Aspekt" und ,,Aktionsart", obwohl viel Fachliteratur zu finden ist,
in der der Begriff ,,Aspekt" in einem umfassenden Sinne von beiden Begriffen gebraucht
wird.
Prieto unterscheidet ebenso zwischen verbalem Aspekt und Aktionsart (Spanisch:
modo de
accion
). Der Begriff ,,Aspekt" bezeichnet hier nur den grammatischen Aspekt, und unter
,,Aktionsart" wird der lexikalische Aspekt verstanden (vgl. Prieto 2004: 60).
Bardovi- Harling (2000:205)
bezeichnet den grammatischen Aspekt als typisch
morphologisch, der einer Situation eine subjektive Sichtweise verleiht (verschiedene
Standpunkte, wie man eine Situation sieht). Ein lexikalisch
inhärenter Aspekt oder eine
Aktionsart ist dagegen rein lexikalisch und gehört zu einer nicht grammatikalischen
Kategorie. Ein lexikalischer Aspekt widerspiegelt sich in lexikalisch inhärenten Eigenschaften
der Verben oder in einem verbalen Syntagma.
,,Lexical aspect, also known as inherent aspect, refers to the inherent semantic properties of
the linguistic expression used to refer to a situation"(Bardovi 2000: 213).
Laut Vater (1991) der verbale Aspekt ist im Prinzip "die interne zeitliche Gliederung des
beschriebenen Ereignisses."
In den ersten Definitionen hat der Aspekt hat mit der Möglichkeit zu tun, ob eine Situation
von einem Sprecher als beendet oder nicht beendet wahrgenommen wird, wobei ein Verb mit
der perfektiven (einer abgeschlossenen Situation) oder imperfektiven Form (einer Situation,
die keinen Endpunkt aufweist) verwendet werden kann. Auf diesem Niveauu ist die
Definition von Wackernagel zu finden: "el aspecto indica la manera como el hablante se
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