Scholarly Research Paper, 2008, 30 Pages
Author: Stephan Hiller
Subject: Economics / Business: Controlling
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Hof
Tags: Target Costing, Zielkostenrechnung, Zielkostenmanagement, Kosten-Nutzen-Analyse, Zielkosten, Zielkostenindex
Year: 2008
Pages: 30
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-34044-6
ISBN (Book): 978-3-640-33899-3
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Abstract
Die Arbeit behandelt das Konzept des Target Costing zur marktorientierten Zielkostenbestimmung eines Produkts. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, mit Hilfe dessen die wichtigsten Produktkomponenten von Beginn an so konzipiert werden können, dass sowohl Kosten als auch Nutzen den Marktanforderungen entsprechen. Nachdem zunächst allgemein auf das Grundprinzip und die Herkunft des Target Costing eingegangen wird, werden im Hauptteil der Arbeit die einzelnen Schritte im Target Costing-Prozess eingehend erläutert. Die Beschreibung der Vorgehensweise wird zur Veranschaulichung von einem Beispiel begleitet. Abschließen werden Anwendungsbereiche des Konzepts in der Praxis vorgestellt sowie eine kritische Bewertung vorgenommen.
Excerpt (computer-generated)
Stephan Hiller
TARGET COSTING
Studienarbeit
an der Hochschule Hof
Studiengang Internationales Management
- Internationales Control ing -
Hof, den 12.12.2008
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung
1
2. Begriffsklärung und Definition
1
3. Geschichte und Verbreitung des Target Costing
2
4. Al gemeiner Ansatz des Target Costing
3
5. Ablauf des Target Costing-Prozesses
4
5.1. Zielkostenfindung
5
5.2. Zielkostenspaltung
7
5.2.1. Zerlegung in Teilzielkosten
7
5.2.2. Zielkostenindex und Zielkostendiagramm
10
5.3. Zielkostenerreichung
13
6. Anwendung in der Praxis
16
7. Bewertung des Target Costing
20
8. Fazit
23
Anhang
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
bspw.
beispielsweise
bzgl.
bezüglich
bzw.
beziehungsweise
ca.
circa
ggf.
gegebenenfal s
Hrsg.
Herausgeber
o.ä.
oder ähnliche
S.
Seite
u.a.
unter anderem
usw.
und so weiter
Vgl.
Vergleiche
z.B.
zum Beispiel
TARGET COSTING
Stephan Hil er
1. Einleitung
Erfolgreiches Bestehen im Wettbewerb verlangt von Unternehmen, sich
kontinuierlich an die Gegebenheiten des Marktes und der Wirtschaft anzupassen.
Viele vor al em deutsche Unternehmen haben bei der Entwicklung neuer Produkte in
der Vergangenheit den Faktoren Technologie, Qualität und Funktionalität besonders
hohe Bedeutung zugeschrieben. Dabei wurden die essentiel en Aspekte Kosten und
Markt oftmals vernachlässigt. In der Folge kam es nicht selten zu
Produktentwicklungen, die zwar durch ausgefeilte Technik bestachen, sich jedoch
meist aus Preisgründen am Markt nicht durchsetzen konnten.1
In der heutigen Wirtschaftswelt sind die Faktoren Kunde, Kosten und Markt jedoch
entscheidende Determinanten für den Erfolg eines Unternehmens. Dem trägt das
Target Costing Rechnung, indem es darauf hinwirkt, Preise und Kosten gezielt am
Markt bzw. Kunden auszurichten. Es stel t sich nicht mehr vornehmlich die Frage:
,,Was
wird
das Produkt kosten?", entscheidender ist: ,,Was
darf
das Produkt
kosten?". Die wachsende Bedeutung der Kundenorientierung wird dabei vor al em
beim Preis mit einbezogen. Folglich stel t Target Costing ein beachtenswertes
Instrument des Kostenmanagements zeitgemäßer Unternehmenspraxis dar.2
Nachdem zunächst auf eine kurze Definition und die geschichtliche Entstehung des
Target Costing eingegangen wird, sol anschließend der al gemeine Ansatz des
Konzeptes vorgestel t werden. Die Verfahrensweise wird in Abschnitt fünf eingehend
beschrieben und anhand eines Beispiels erläutert. Ferner bilden empirische Daten
zur praktischen Awendung sowie eine kurze Bewertung des Model s den Abschluss
dieser Arbeit.
2. Begriffsklärung und Definition
Da das Konzept ursprünglich in Japan entwickelt wurde, ergeben sich mitunter
Schwierigkeiten bei der Begriffsübersetzung (japanisch:
genka kikaku
). So wurde in
der deutschsprachigen Literatur anfangs häufig der Begriff Zielkosten
rechnung
gebraucht. Dies lässt jedoch fälschlicherweise vermuten, dass es sich um ein
Instrument der Kosten
rechnung
handelt. Aufgrund der aktiven Beeinflussung der
Kosten, wird Target Costing jedoch eher dem Kosten
management
zugeordnet. Um
1 Vgl. Arnaout (2001), Seite 25 f.
2 Vgl. Preißler (2007), S. 190
1
TARGET COSTING
Stephan Hil er
Fehlinterpretationen zu vermeiden, bemühten sich deutsche Autoren, präzisere
Bezeichnungen zu prägen. So werden in der Literatur gelegentlich Begriffe wie
(marktorientierte/s) Zielkostensteuerung, Zielkostenmanagement oder Target Cost
Management verwandt. Vorherrschend behauptete sich jedoch auch in Deutschland
der Ausdruck Target Costing. Demzufolge behandelt die vorliegende Arbeit das
Konzept ebenfal s unter der Bezeichnung Target Costing.3
Zum Begriff Target Costing finden sich zahlreiche Definitionen. Einleitend sol das
Prinzip anhand der treffenden Definition von Horváth kurz umrissen werden:
,,Target Costing ist ein Konzept zur umfassenden Kostenplanung, Kostensteuerung und
Kostenkontrol e, das hauptsächlich auf die frühen Phasen des Produktentwicklungs-
prozesses abzielt, um die Struktur der Produktkosten in Abhängigkeit der
Marktanforderungen zu beeinflussen. Der Target Costing-Prozeß verlangt die
kostenorientierte Koordination al er produktbezogenen Funktionsbereiche."4
Es wird deutlich, dass Target Costing als Managementinstrument zu verstehen ist,
das die Produktplanung und entwicklung entscheidend beeinflusst. Es versucht, die
Kostenstruktur eines Produktes von Beginn an so auszurichten, dass sie den
Bedürfnissen des Marktes entspricht und auch während des Lebenszyklus
wettbewerbsfähig ist. Ali Arnaout weist in seiner Definition noch zusätzlich auf den
Einfluss der Kundenorientierung hin.5
Des Weiteren ist ersichtlich, dass Target Costing sich keinesfal s nur auf einzelne
Unternehmensbereiche
bezieht.
Vielmehr
verlangt
es
enge,
schnittstel enübergreifende Zusammenarbeit der involvierten Abteilungen, so z.B.
von Produktion, Konstruktion, Forschung und Entwicklung, Marketing und
Control ing.6
3. Geschichte und Verbreitung des Target Costing
Erste Ansätze des Target Costing waren bereits in den 1930er Jahren erkennbar.
Die Entwicklung des VW Käfer stand bspw. unter der Maßgabe, einen Zielpreis von
990 Reichsmark einzuhalten. Demzufolge wurde aus Kostengründen auf den Einbau
3 Vgl. Arnaout (2001), S. 20 f. und . Horváth/Niemand/Wolbold (1993), S. 3
4 Horváth (Hrsg., 1993), S. 232
5 Vgl. Arnaout (2001), S. 32
6 Vgl. Horváth/Niemand/Wolbold (1993), S. 3 und Seidenschwarz (1993), S. 33
2
TARGET COSTING
Stephan Hil er
hydraulischer Bremsen verzichtet. Die alternativ gewählten Seilzugbremsen führten
zu Ersparnissen von 25 Reichsmark.7
Nach dem zweiten Weltkrieg führte der Mangel an Ressourcen bei vielen
Unternehmen zu dem Ziel, das Verhältnis von Kosten und Nutzen der
Produktfunktionen zu optimieren. Dieser, als
Value Engineering
bezeichnete Ansatz,
wurde in den 60er Jahren weiterentwickelt und bereits in die Planung und
Entwicklung von Produkten mit einbezogen.8
Der Ursprung des Target Costing wird jedoch im Jahre 1965 gesehen. Neben
anderen richtungsweisenden Konzepten wie z.B.
Just-in-time
, wurde es von Toyota
in Japan entwickelt. Unter der japanischen Bezeichnung
genka kikaku
fand es seit
dem Beginn der 70er Jahre in japanischen Unternehmen wie z.B. NEC, SONY,
Nissan und Hitachi Anwendung. Es galt damals wie heute, steigendem Wettbewerb
und zunehmendem Preisdruck entgegen zu treten.9
In der westlichen Unternehmenspraxis wurde Target Costing durch erste
Veröffentlichungen in englischer Sprache von Hiromoto, Sakurai und Tanaka Ende
der 80er Jahre populär. Dem Konzept widmeten sich zu Beginn der 90er Jahre in
Deutschland vor al em Horváth und Seidenschwarz. Ihre Ausführungen führten zu
erfolgreicher Anwendung des Target Costing auch in deutschen Unternehmen.10
4. Allgemeiner Ansatz des Target Costing
Wie eingangs erwähnt, beginnt Target Costing bereits in den frühen Phasen der
Produktentwicklung. Dies liegt darin begründet, dass die ersten 20% des
Entwicklungsprozesses ausschlaggebend für ca. 80% der Kosten sind, die zur
Produktion des Produktes anfal en werden. Des Weiteren lässt sich mit
fortschreitendem Produktlebenszyklus immer weniger Einfluss auf die Kosten
nehmen. Nach Markteinführung ist es oftmals zu spät, Kosten bzw. Preise an die
Bedürfnisse der Kunden anzupassen.11
Demzufolge müssen Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse von Beginn an in
die Produktentwicklung einfließen. Dies stel t sicher, dass Produkte und
Produktfunktionen dem entsprechen, was der Kunde wünscht und bereit ist zu
7 Siehe Weber/Schäffer (2008), S. 348
8 Siehe Arnaout (2001), S.18 f.
9 Vgl. Preißler (2007), S. 190 f.
10 Vgl. Arnaout (2001), S.19 f.
11 Vgl. Preißler (2007), S. 191 und Weber/Schäffer (2008), S. 345
3
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