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Französisch als Fremdsprache in Deutschland

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2009, 22 Pages
Author: Katharina Lepski
Subject: French - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: Hauptseminar "Französisch in Europa"
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (FASK Germersheim)
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2009
Pages: 22
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V129044
ISBN (E-book): 978-3-640-35399-6
ISBN (Book): 978-3-640-35362-0

Abstract

In meiner Hausarbeit zum Thema Französisch als Fremdsprache in Deutschland möchte ich zunächst auf die geschichtliche Entwicklung der Lehre des Französischen in Deutschland eingehen, danach den Einfluss der französischen Sprache auf einige regionale Dialektvarianten des Deutschen beschreiben, wobei ich auf die Mundarten des Saarlandes, Köln, Siegen, Erlangen, Berlin, Rheinland, Mannheim und Hessen eingehen, und abschließend mich mit dem Bild der Deutschen von der französischen Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg und den Sprachbeziehungen heute widmen werde. Es sollen die Gründe für das Eindringen von französischen Elementen in deutsche Dialektformen geklärt werden und auch die Frage, ob man diese Gründe vollständig beschreiben und den Zeitpunkt ihrer Einbindung fixieren kann. Auch ist es interessant zu sehen, ob in die genannten Mundarten verschiedene oder gleichartige Gallizismen eingebunden worden sind, inwieweit es in dieser Hinsicht Überschneidungen gibt und ob ähnliche Gründe hierfür anzusetzen sind oder nicht. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob in die deutsche Hochsprache dieselben französischen Elemente eingedrungen sind wie in die Mundarten, und welche Entwicklung zeitlich zuerst stattgefunden hat, und welche Zukunft den Gallizismen in den deutschen Mundarten bevorsteht. Des Weiteren soll geklärt werden, ob die ursprünglichen französischen Wörter einen Bedeutungswandel bei ihrer Übernahme erfahren haben oder ob sie semantisch erhalten wurden. Am Ende dieser Arbeit beschäftige ich mich mit den deutsch-französischen Beziehungen, die von jeher etwas Besonderes waren, da die beiden Nachbarstaaten nicht immer in Frieden miteinander gelebt haben, wie die Geschichte gezeigt hat und es gilt, die Bedeutung herauszufinden, die Französisch heute noch als Fremdsprache in Deutschland genießt beziehungsweise inwieweit und in welchem Umfang diese romanische Sprache an deutschen Schulen noch gelehrt wird.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg Universität Mainz

Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften

Germersheim

Hauptseminar: ,,Französisch in Europa" im WS 2008/09

Hausarbeit zum Thema:

Französisch als

Fremdsprache in Deutschland

Vorgelegt von: Katharina Lepski


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Der Französisch-Unterricht in Deutschland 4

2.1 Vermittlung des Französischen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit 4

2.2 Vermittlung des Französischen in der Neuzeit 5

3. Französische Elemente in deutschen Dialekten 8

3.1 Einflüsse im Saarland 9

3.2 Einflüsse auf die Mundart der Stadt Köln 10

3.3 Einflüsse auf das Siegerländische 11

3.4 Einflüsse auf die Mundart von Erlangen 12

3.5 Einflüsse auf das Berlinerische 12

3.6 Französische Elemente im Rheinland 14

3.7 Französische Elemente in der Mannheimer Mundart 15

3.8 Gallizismen in der hessischen Mundart 16

4. Das Frankreichbild nach dem Zweiten Weltkrieg in deutschen Französischbüchern 17

5. Die französisch-deutschen Sprachbeziehungen heute 18

6. Résumé 20

7. Literaturverzeichnis 21

2


1. Einleitung

In meiner Hausarbeit zum Thema Französisch als Fremdsprache in Deutschland möchte ich

zunächst auf die geschichtliche Entwicklung der Lehre des Französischen in Deutschland

eingehen, danach den Einfluss der französischen Sprache auf einige regionale

Dialektvarianten des Deutschen beschreiben, wobei ich auf die Mundarten des Saarlandes,

Köln, Siegen, Erlangen, Berlin, Rheinland, Mannheim und Hessen eingehen, und

abschließend mich mit dem Bild der Deutschen von der französischen Kultur nach dem

Zweiten Weltkrieg und den Sprachbeziehungen heute widmen werde.

Es sollen die Gründe für das Eindringen von französischen Elementen in deutsche

Dialektformen geklärt werden und auch die Frage, ob man diese Gründe vollständig

beschreiben und den Zeitpunkt ihrer Einbindung fixieren kann.

Auch ist es interessant zu sehen, ob in die genannten Mundarten verschiedene oder

gleichartige Gallizismen eingebunden worden sind, inwieweit es in dieser Hinsicht

Überschneidungen gibt und ob ähnliche Gründe hierfür anzusetzen sind oder nicht.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob in die deutsche Hochsprache dieselben französischen

Elemente eingedrungen sind wie in die Mundarten, und welche Entwicklung zeitlich zuerst

stattgefunden hat, und welche Zukunft den Gallizismen in den deutschen Mundarten

bevorsteht.

Des Weiteren soll geklärt werden, ob die ursprünglichen französischen Wörter einen

Bedeutungswandel bei ihrer Übernahme erfahren haben oder ob sie semantisch erhalten

wurden.

Am Ende dieser Arbeit beschäftige ich mich mit den deutsch-französischen Beziehungen, die

von jeher etwas Besonderes waren, da die beiden Nachbarstaaten nicht immer in Frieden

miteinander gelebt haben, wie die Geschichte gezeigt hat und es gilt, die Bedeutung

herauszufinden, die Französisch heute noch als Fremdsprache in Deutschland genießt

beziehungsweise inwieweit und in welchem Umfang diese romanische Sprache an deutschen

Schulen noch gelehrt wird.

3


2. Der Französisch-Unterricht in Deutschland

Heute erscheint es selbstverständlich, dass Französisch in deutschen Schulen und

Universitäten gelehrt wird und auch das Interesse der Deutschen an romanistischer Forschung

ist wahrnehmbar, die Deutschen erforschen romanische Sprachen heute im Allgemeinen mit

großer Begeisterung, da das Deutsche selbst keine romanische Sprache ist, ist das Interesse an

der Erforschung der romanischen Sprachen, insbesondere des Französischen, groß1.

Jedoch steht dem ein weniger ausgeprägtes Interesse an der Erforschung des Französischen

im eigenen Heimatland gegenüber, was einerseits an der Tatsache liegt, dass sich Philologien

vorrangig mit Sprachbeispielen bzw. kulturellen Eigenheiten beschäftigen, die in ,reiner`

Form vorliegen, wie zum Beispiel die Ile-de-France für die französische Kultur ein Zentrum

ideeller Kultur bietet, was in Deutschland nicht zu finden ist.

Im Folgenden soll ein Überblick über die chronologische Entwicklung der Vermittlung der

französischen Sprache in Deutschland gegeben werden.

2.1 Vermittlung des Französischen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Bereits im Mittelalter bestand seitens der höhergestellten, adligen Bevölkerung ein spürbares

Interesse daran, Französisch zu lernen bzw. es dem Nachwuchs lehren zu lassen, da

Französisch als Prestigesprache angesehen wurde2. Ab dem 16. Jahrhundert zeichnete sich ein

Ausbau des Französisch-Unterrichts ab und es erschienen erste Lehrbücher, für selbstlernende

Personen (ab dem 17. Jahrhundert zumeist Lehrbücher für den Unterricht, der von Lehrern

gehalten wurde), so im Jahr 1521 das erste Lehrbuch für Französisch auf englisch

Introducy

to write and pronounce French

von Alexander Barcley3, es folgten weitere Lehrbücher vor

allem für englische und niederländische Muttersprachler. Erst im Jahr 1550 jedoch wurde das

erste Lehrbuch des Französischen für deutsche Muttersprachler in Paris veröffentlicht:

Gallicae linguae institutio

von Johannes Pilotus (auch Jean Pillot genannt)4, worauf viele

weitere Lehrbücher mit Latein und Deutsch als erklärende Sprache folgten.

Im späten 16. Jahrhundert gewann der Unterricht der vier ,modernen` Sprachen Französisch,

Italienisch, Spanisch und Englisch in der deutschen Bildung an Bedeutung, da diese Sprachen

1 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 9-10

2 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 131-133

3 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 132

4 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 132

4


wichtig waren für Handel und Diplomatie5. In sogenannten ,,Ritterschulen"6 wurde neben

Tanzen und Fechten vor allem die französische Sprache gelehrt, um jungen Adligen einen

Aufstieg bei Hof oder in der Militärsparte zu ermöglichen.

Außer den Adligen lernten im 16. Und 17. Jahrhundert auch Bürgerliche Französisch, wie

zum Beispiel in der Stadt Köln, wo der wirtschaftliche Nutzen des Spracherwerbs im

Vordergrund stand (,,ein durch und durch bürgerlich-kaufmännisch geprägtes Interesse am

Französischen"7).

Bei dieser Form des Französisch-Unterrichts wurde besonderen Wert auf den Nutzfaktor

Sprache gelegt, das heißt, es kam dem kaufmännischen Stand, vor allem in den grenznahen

Städten Köln, Speyer, Frankfurt, weniger auf das Erlernen einer Prestigesprache als auf das

Erlernen von sprachlichen Fähigkeiten in Alltags- und Geschäftssituationen an. Im 17.

Jahrhundert wuchs die Bedeutung der französischen Sprache, und damit ebenfalls der Bedarf

an Unterricht, die Verwendung des Französischen als Bildungssprache stieg und vor allem an

höheren Schulen wurde mehr und mehr Französisch gelehrt, was sich im 18. Jahrhundert

fortsetzt8.

2.2 Vermittlung des Französischen in der Neuzeit

Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Französisch an fast allen Gymnasien

mindestens als Wahlfach gelehrt, ist jedoch ,,noch weit davon entfernt, im Gymnasium die

Rolle des Lateinischen als allseits anerkannter Bildungssprache zu übernehmen"9.

Was die universitäre Ausbildung betrifft, so wird Französisch zwar im 16. Jahrhundert

gelehrt, jedoch nur als Randfach, es existiert noch kein eigenes Fach. Im 18. Jahrhundert

lehren sogenannte ,Sprachmeister`10 an deutschen Universitäten die französische Sprache, wie

auch andere moderne Sprachen, doch übernimmt das Französische eine Vormachtstellung

unter ihnen, da es inzwischen als bedeutendste Sprache der Epoche gilt. Gegen Ende des 18.

Jahrhunderts wurden viele dieser Stellen in Professuren umgewandelt, die jedoch einen

Sonderstatus beinhalteten.

Wie auch für andere Bereiche stellen die Französische Revolution im Jahr 1789 und deren

Folgen einen Einschnitt auch für die Lehre des Französischen in Deutschland dar, wobei das

5 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 133

6 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 133

7 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 133

8 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 134-135

9 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 132

10 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 136

5



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