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Subtitle: Salzburger Festspiele, Landestheater, Salzburg 2007, Regie: Christian Weise - Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2006, Regie: Thomas Ostermeier / Constanza Macras
Scholary Paper (Seminar), 2009, 17 Pages
Author: Theresa Hartig
Subject: Theater Studies
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Institut für Theaterwissenschaft)
Tags: Sommernachtstraum, Shakespeare, Theateranalyse, Gegenwartstheater, Inszenierung, zeitgenössisch, Schaubühne, Salzburger Festspiele, Christian Weise, Thomas Ostermeier, Constanza Macras, Weise, Ostermeier, Macras, Theater, Theaterwissenschaft
Year: 2009
Pages: 17
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-35472-6
ISBN (Book): 978-3-640-35499-3
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Abstract
Ein Sommernachtstraum wurde um 1595/96 in England veröffentlicht und uraufgeführt; die deutsche Premiere fand im Jahr 1843 am Königlichen Schauspielhaus in Berlin statt. So lang seine Aufführungsgeschichte zurückführt, so vielfältig sind auch heute noch die Sommernachtstraum Inszenierungen in zeitgenössischen deutschen Theatern. Diese Arbeit setzt zwei Aufführungen der letzten Jahre in Vergleich zueinander, jeweils mit dem Schwerpunkt einer Beispielsszene, die zwar auf der Textebene demselben Moment (Akt II, Szene 2, Anfang bis Abgang Puck) entsprechen, in der Umsetzung jedoch ganz eigene Wege einschlagen. Die erste Inszenierung ist von Christian Weise aus dem Jahr 2007 bei den Salzburger Festspielen; die zweite Inszenierung ist von Thomas Ostermeier und Constanza Macras aus dem Jahr 2006 an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Die beiden Szenen werden in Bezug auf die jeweils gesamte Inszenierung anhand von drei Verhältnissen miteinander verglichen: dramatischer Text und Inszenierung, Bühnenraum und inszenierter Raum sowie insbesondere Darsteller und Rolle, auf welchem Verhältnis der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt. Als Materialgrundlage für diese Arbeit dienten vorrangig Aufführungen der beiden Inszenierungen, entweder in einer Vorstellung (Schaubühne, 31. Mai 2008) oder Aufnahme (Salzburger Festspiele und Schaubühne) gesehen. Im Weiteren wurde auch textliches Material von Jan Kott über „Titania und de[n] Eselskopf“ und von Hans-Thies Lehmann zum „Postdramatische[n] Theater“, sowie der Originaltext von Shakespeare und dessen deutsche Übersetzung von August Wilhelm Schlegel verwendet.
Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Institut für Theaterwissenschaft
Sommersemester 2008
Hausarbeit im
Proseminar
Shakespeares ,,Sommernachtstraum" in zeitgenössischen Inszenierungen
Aufbaumodul Gegenwartstheater
Analyse und Vergleich zweier Szenen aus zeitgenössischen
Inszenierungen von William Shakespeares
,,Ein Sommernachtstraum"
-
Salzburger Festspiele, Landestheater, Salzburg 2007
Regie: Christian Weise
-
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 2006
Regie: Thomas Ostermeier / Constanza Macras
von
Theresa Hartig
2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
3
2 Verhältnis von dramatischem Text und Inszenierung
5
2.1 Umgang mit dem dramatischen Text in der Inszenierung der Salzburger Festspiele..5
2.2 Umgang mit dem dramatischen Text in der Inszenierung der Schaubühne Berlin 6
2.3 Analyse und Vergleich der Umsetzungen der beiden Inszenierungen 7
3 Verhältnis von Bühnenraum und inszeniertem Raum
8
3.1 Beschreibung des Bühnenraums der Inszenierung der Salzburger Festspiele 8
3.2 Beschreibung des Bühnenraums der Inszenierung der Schaubühne Berlin 8
3.3 Analyse und Vergleich der inszenierten Räume der beiden Inszenierungen 9
4 Verhältnis von Darsteller und Rolle
10
4.1 Analyse des Verhältnisses in der Inszenierung der Salzburger Festspiele 10
4.2 Analyse des Verhältnisses in der Inszenierung der Schaubühne Berlin 11
4.3 Deutung und Vergleich des Verhältnisses in beiden Inszenierungen 13
5 Schlussfolgerungen
15
Bibliografie 16
3
1 Einleitung
Shakespeares
Ein Sommernachtsraum
[
A Midsummer Night′s Dream
] ist seit über 150 Jahren
ein häufig auf deutschen Bühnen inszeniertes Stück. Es handelt vor allem von verworrenen
Liebesbeziehungen zwischen vier jungen Menschen, aber auch von der konflikthaften
Liebesbeziehung zwischen Oberon und Titania, der Hochzeit Theseus′ und Hippolytas sowie
fünf Handwerkern, die zu diesem Anlass ein Theaterstück vorbereiten. Hermia soll Demetrius
heiraten, flieht aber mit ihrem Geliebten Lysander in den Wald. Demetrius verfolgt die beiden
und Helena, die wiederum in Demetrius verliebt ist, folgt ihm. Oberon, der Elfenkönig, der
im Wald haust, wurde von seiner Frau, Titania mit einem indischen Pagen betrogen und
schickt seinen Diener Puck zum Holen von Blütenstaub, der einen Schlafenden verzaubert
und bewirkt, dass dieser sich in die erste Person verliebt, die er nach dem Erwachen erblickt.
Als er von den Konflikten zwischen den jungen Leuten hört, beschließt er, nicht nur Titania
mit dem Blütenstaub zu bestäuben, sondern beauftragt Puck, auch Demetrius zu verzaubern.
Doch Puck bestäubt fälschlicherweise Lysander, der sich nun in Helena verliebt. Der
Waldgeist bemerkt seinen Fehler und bestäubt ebenfalls Demetrius, der sich auch noch in
Helena verliebt. Während Hermia alleine zurückbleibt, beginnt ein Zweikampf um Helena
zwischen den beiden jungen Männern. Zur gleichen Zeit proben die Handwerker ihr Stück.
Puck verleiht einem von ihnen, Zettel, einen Eselskopf und sorgt dafür, dass sich Titania in
das Ungetüm verliebt. Gegen Morgen schlafen alle ein und Oberon, zusammen mit Puck, hebt
alle Zauber auf. Oberon und Titania versöhnen sich, Hermia und Lysander sowie Helena und
Demetrius finden zueinander. Gemeinsam mit Theseus und Hippolyta feiern sie eine
dreifache Hochzeit, anlässlich welcher die Handwerker ihr Stück aufführen.
Ein Sommernachtstraum
wurde um 1595/96 in England veröffentlicht und uraufgeführt; die
deutsche Premiere fand im Jahr 1843 am Königlichen Schauspielhaus in Berlin statt1. So lang
seine Aufführungsgeschichte zurückführt, so vielfältig sind auch heute noch die
Sommernachtstraum
Inszenierungen in zeitgenössischen deutschen Theatern. Diese Arbeit
setzt zwei Aufführungen der letzten Jahre in Vergleich zueinander, jeweils mit dem
Schwerpunkt einer Beispielsszene, die zwar auf der Textebene demselben Moment (Akt II,
Szene 2, Anfang bis Abgang Puck) entsprechen, in der Umsetzung jedoch ganz eigene Wege
einschlagen. Die erste Inszenierung ist von Christian Weise aus dem Jahr 2007 bei den
Salzburger Festspielen2; die zweite Inszenierung ist von Thomas Ostermeier und Constanza
1 Siems, Marion (Hrsg.):
Reclams neuer Schauspielführer
. Stuttgart: Reclam 2005, S. 74.
2 DVD der Inszenierung: ,,Ein Sommernachtstraum".
Salzburger Festspiele, Landestheater, Salzburg 2007
.
Regie: Christian Weise; 69 Min. 10 Sek. 75 Min. 55 Sek.
4
Macras aus dem Jahr 2006 an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin3. Die beiden
Szenen werden in Bezug auf die jeweils gesamte Inszenierung anhand von drei Verhältnissen
miteinander verglichen: dramatischer Text und Inszenierung, Bühnenraum und inszenierter
Raum sowie insbesondere Darsteller und Rolle, auf welchem Verhältnis der Schwerpunkt
dieser Arbeit liegt.
Die Inszenierung von
Ein Sommernachtstraum
, die auf den Salzburger Festspielen zur
Aufführung kam, ist eine Umsetzung des Stücks, die unter großem Einfluss des dramatischen
Textes steht. Die Bild- und Textebene dieser Inszenierung stehen jedoch in Kontrast
zueinander, denn in der Ausschmückung des Textes hat die Moderne Einzug gefunden,
Kostüme, Requisiten und Gestik der Darsteller sind zeitgenössisch. Das Bühnenbild ist
schlicht gehalten, aber auch hier kommen in vielen Szenen eindeutig zeitgenössische
Versatzstücke zum Einsatz. Neben den Schauspielern spielen in dieser Inszenierung auch
Puppenspieler und Tänzer Hauptrollen.
Die Schaubühnen-Inszenierung von
Ein Sommernachtstraum
ist, wie bereits im Titel
angemerkt wird, lediglich
frei
nach William Shakespeares Stück. Das gesamte Szenario
erinnert vielmehr an eine Party unter Freunden in einem Privathaus, die Rollen wurden nicht
eindeutig zugewiesen, Originaldialoge kommen nur gelegentlich und verfälscht vor und auch
die dramatische Handlungsabfolge wird nicht eingehalten. Stattdessen kommen der
physikalischen und musikalischen Ebene der Inszenierung besondere Relevanz zu, es gibt
zahlreiche Choreografien von Constanza Macras sowie musikalische Einlagen und
durchgehend eine Band mit einem Sänger (Alex Nowitz) auf der Bühne.
Als Materialgrundlage für diese Arbeit dienten vorrangig Aufführungen der beiden
Inszenierungen, entweder in einer Vorstellung (Schaubühne, 31. Mai 2008) oder Aufnahme
(Salzburger Festspiele und Schaubühne) gesehen. Im Weiteren wurde auch textliches Material
von Jan Kott über ,,Titania und de[n] Eselskopf"4 und von Hans-Thies Lehmann zum
,,Postdramatische[n] Theater"5, sowie der Originaltext von Shakespeare6 und dessen deutsche
Übersetzung von August Wilhelm Schlegel7 verwendet.
3 DVD der Inszenierung: ,,Ein Sommernachtstraum. Frei nach William Shakespeare".
Schaubühne am Lehniner
Platz, Berlin 2006
. Regie: Thomas Ostermeier / Constanza Macras; 54 Min. 8 Sek. 60 Min. 8 Sek.
4 Kott, Jan: ,,Titania und der Eselskopf". In:
Shakespeare heute. Erweiterte Ausgabe
.
Aus dem Polnischen von
Peter Lachmann
. München: R. Piper & Co. 1965, S. 103-128.
5 Lehmann, Hans-Thies:
Postdramatisches Theater: Essay
. Frankfurt am Main: Verlag der Autoren 1999.
6 Shakespeare, William: A
Midsummer Night′s Dream. Herausgegeben von Bernhard Reitz
. Stuttgart: Reclam
2004 [~1595/96], S. 38-41.
7 Shakespeare, William:
Ein Sommernachtstraum. Übersetzt von August Wilhelm Schlegel. Herausgegeben von
Dietrich Klose
. Stuttgart: Reclam 2007 [1797], S. 22-25.
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