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Untertitel: Unter besonderer Berücksichtigung der endokrinen Wirkung
Diplomarbeit, 2005, 78 Seiten
Autor: Julia Danoci
Fach: Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Details
Jahr: 2005
Seiten: 78
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-36057-4
ISBN (Buch): 978-3-640-36802-0
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Zusammenfassung / Abstract
Durch die starke Industrialisierung der letzten Jahrzehnte sehen sich Menschen, Tiere und Pflanzen immer mehr Belastungen durch naturfremde Stoffe(Xenobiotika) ausgesetzt. Von Jahr zu Jahr häufen sich Berichte und Diskussionen über Störungen des endokrinen Systems, d.h. des Hormonsystems, von Mensch und Tier, durch chemische Substanzen. Umweltchemikalien mit hormonähnlicher Wirkung, wie Nonylphenol, werden als Ursache für zahlreiche Erkrankungen teilweise sehr kontrovers diskutiert. Sie werden für Fortpflanzungsstörungen, Missbildungen und Krebs verantwortlich gemacht. Hauptquelle von Nonylphenol sind die Nonylphenolethoxylate. In der Umwelt verwandeln sich NPEO in giftige Nonylphenole, die in hohen Konzentrationen in Klärschlamm, Abwässern und, wie erst kürzlich festgestellt, auch in Lebensmitteln nachgewiesen wurden. Die vorliegende Arbeit beruht auf einer Literaturrecherche. So soll eine möglichst umfassende und präzise Bestandsaufnahme des Status-Quo zur Nonylphenol-Situation in Deutschland gegeben werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Eintragspfade von Nonylphenol in die Umwelt darzustellen, um so eine mögliche Gefährdung für die Umwelt und die Nahrungsmittelkette aufzeigen zu können. Dazu werden die Stoffflüsse von Nonylphenol in Deutschland besonders betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Klärschlamm-Problematik. Die Landwirtschaft nutzt Klärschlamm als Dünger, welcher neben wertvollen Nährstoffen, wie Phosphor, auch Schadstoffe, wie z.B. Nonylphenol, enthält. Ein zentraler Aspekt dieser Arbeit konzentriert sich auf die endokrinen Zusammenhänge. Besonders betrachtet wird dabei die hormonähnliche Wirkung von Nonylphenol und das daraus resultierende mögliche Gefährdungspotential für den Menschen. Zur Bewertung des Gefährdungspotentials für den Menschen ist es selbstverständlich auch wichtig, die durchschnittliche Tagesaufnahme von Nonylphenol über Lebensmittel zu kennen. Zu diesem Zweck werden die im Jahr 2002 nachgewiesenen Nonylphenol-Gehalte in Lebensmitteln aufgezeigt und beurteilt. Abschließend werden die stoffspezifischen Regelungen bezüglich Nonylphenol genauer beleuchtet. Besonders die europäische Ebene ist dabei von großem Interesse, da es hier erst kürzlich einige einschneidende Veränderungen in der Gesetzeslage gegeben hat.
Textauszug (computergeneriert)
Hochschule Niederrhein
Fachbereich Oecotrophologie
Bewertung des Gefährdungspotentials
von Nonylphenol für die Umwelt und die
Nahrungsmittelkette unter besonderer
Berücksichtigung der endokrinen Wirkung
Diplomarbeit
Mai 2005
Julia Danoci
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Stoffcharakterisierung 2
2.1. Verschiedene Isomere und Gemische 3
2.1.1. Produktbeschreibung von technischem Nonylphenol 3
2.1.2. Produktbeschreibung von 4-Nonylphenol 4
2.2. Stoffeigenschaften von technischem Nonylphenol 4
3. Herstellung und Verwendung von Nonylphenol
5
3.1. Herstellung und Produktion 5
3.1.1. Produktionsverfahren 5
3.1.2. Produzenten in Westeuropa 5
3.1.3. Massenflüsse in Deutschland 6
3.1.3.1 Nonylphenol 6
3.1.3.2 Nonylphenolethoxylate 7
3.2. Verwendung 9
3.2.1. Verwendung von Nonylphenol 9
3.2.2. Verwendung von APEO bzw. NPEO 9
4. Eintrag in die Umweltkompartimente
11
4.1. Verteilungsverhalten in der Umwelt 11
4.2. Nonylphenol-Emissionen 12
4.2.1. Emissionen bei Herstellung und Verarbeitung 12
4.2.2. Emissionen je nach Anwendung 13
4.2.3. Zusammenfassung der Stoffflüsse und
Emissionen 17
5. Klärschlammdüngung - Pro und Contra
18
5.1. Klärschlammverwertung 18
5.2. Gesetzesrahmen 19
5.3. Aktuelle Situation in Deutschland 20
6. Toxische Wirkung von Nonylphenol
21
6.1. Begriffserläuterungen 21
6.2. Toxizität gegenüber aquatischen Organismen 23
6.3. Toxizität gegenüber Säugern 24
6.4. Bioakkumulation 25
6.5. Zusammenfassung Toxizität und Bioakkumulation 25
7. Endokrine Zusammenhänge
26
7.1. Endokrine Substanzen in der Umwelt 26
7.2. Endokrine Wirkungen 28
7.2.1. Funktionen des endokrinen Systems 28
7.2.2. Wirkungsweise der endokrinen Disruptoren 30
7.3. Untersuchungsmethoden zum Nachweis endokriner Wirkungen 33
7.3.1. In vivo-Methoden 34
7.3.2. In vitro-Methoden 35
7.4. Östrogene Wirkung von Nonylphenol 36
7.5. Gefährdungspotential für den Menschen 40
8. Nonylphenol in Lebensmitteln
41
8.1. Aufnahmepfade in den menschlichen Organismus 41
8.2. Eintragspfade in Lebensmittel 42
8.3. Durchschnittliche Tagesaufnahme 44
8.3.1. Ergebnisse Heinke 44
8.3.2. Ergebnisse Forschungszentrum Jülich 47
9. Stoffspezifische Regelungen
50
9.1. Einstufung und Kennzeichnung 50
9.2. Freiwillige Verzichtserklärung 51
9.3. Internationale Ebene 51
9.4. Europäische Ebene 52
9.4.1. EG-Altstoffverordnung Nr. 793/93 52
9.4.2. Empfehlung der Kommission 2001/838/EG 53
9.4.3. EG-Richtlinie 2003/53/EG 56
10. Diskussion
58
11. Zusammenfassung
63
12. Literaturverzeichnis
65
Abkürzungsverzeichnis
AOX
Adsorbierbare organische Halogenverbindungen
APEO
Alkylphenolethoxylate
BCF
Bioconcentration
factor
BgVV
Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin
DDT Dichlordiphenyltrichorethan
DEHP Diethylhexylphtalate
DES Diethylstilboestrol
EC50
Effect Concentration
ED50 Effect
Dose
ERE
Estrogen responsive element
EU Europäische
Union
GSF
Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
LAS Lineare
Alkylbenzolsulfonate
LC50 Lethal
Concentration
LD50 Lethal
Dose
NOEC
No observed effect concentration
NP Nonylphenol
NP1EC Nonylphenoxyessigsäure
NP2EC Nonylphenoxyethoxyessigsäure
NPEO Nonylphenolethoxylate
NP1EO Nonylphenolmonoethoxylate
NP2EO Nonylphenoldiethoxylate
NRW Nordrhein
Westfalen
PAK
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
PCB Polychlorierte
Biphenyle
PCDD Polychlorierte
Dibenzodioxine
PCDF Polychlorierte
Dibenzofurane
PVC Polyvinylchlorid
TNPP Trisnonylphenylphosphit
Abbildungsverzeichnis
Abb.
Seite
1
Massenfluss von Nonylphenol in Deutschland im Jahr 2000
6
2
Allgemeine Struktur von NPEO
7
3
Massenfluss von NPEO in Deutschland 1997
8
4
Massenfluss von NPEO in Deutschland 1999
8
5
Biologischer Abbau von NPEO zu NP
14
6
Eintragspfade in Gewässer
16
7
Stoffflüsse für die NP- und NPEO-Verwendung und daraus
17
resultierende Nonylphenol-Emissionen für Deutschland 99/00
8
Molekularer Mechanismus der Östrogenwirkung
29
9
Direkte Wirkung von Umweltchemikalien am Hormonrezeptor
32
10
Wege von NP in Lebensmittel
42
11
NP Gehalte in den Proben
45
12
Konzentrationen von NP in Lebensmitteln
48
13
Konzentrationen von NP in Milchnahrungsmitteln für
49
Säuglinge und in handelsüblicher Fertig-Kindernahrung
Tabellenverzeichnis
Tab.
Seite
1
Nonylphenol Produzenten und Kapazitäten in Westeuropa 95/96 5
2
Übersicht über die EU-weiten Nonylphenolemissionen
13
3
EU-Diskussionswerte für organische Schadstoffe im
19
Klärschlamm bei landwirtschaftlicher Verwertung
4
Nonylphenolgehalte im Klärschlamm
20
5
Akute Toxizität von NP gegenüber bestimmten Süß- und
23
Salzwasserorganismen
6
Substanzen mit endokriner Wirkung
27
7
Stimulierung der Proliferation von MCF-7 Zellen
37
in vitro (E-screen) durch Alkylphenole
8
Stimulierung der Vitellogeninsynthese kultivierter
38
Hepatozyten von Forellen durch Alkylphenole
9
Zusammenfassung der östrogenen Wirkungen der Alkyphenole 38
und ihrer Derivate
10
Durchschnittliche Tagesaufnahme von NP mit der
46
Nahrung bei Männern und Frauen
1. Einleitung
Durch die starke Industrialisierung der letzten Jahrzehnte sehen sich Menschen,
Tiere und Pflanzen immer mehr Belastungen durch naturfremde Stoffe
(Xenobiotika) ausgesetzt.
Von Jahr zu Jahr häufen sich Berichte und Diskussionen über Störungen des
endokrinen Systems, d.h. des Hormonsystems, von Mensch und Tier, durch
chemische Substanzen (58).
Umweltchemikalien mit hormonähnlicher Wirkung, wie Nonylphenol (NP), werden
als Ursache für zahlreiche Erkrankungen teilweise sehr kontrovers diskutiert. Sie
werden für Fortpflanzungsstörungen, Missbildungen und Krebs verantwortlich
gemacht (39).
Hauptquelle von Nonylphenol sind die Nonylphenolethoxylate (NPEO). Aufgrund
ihrer hervorragenden Tensideigenschaften werden jährlich weltweit ca. 600.000
Tonnen in Haushalt und Industrie verwendet (8).
Sie werden beispielsweise
- als Dispersionsmittel in der Papierherstellung
- als Emulgator bei der Produktion von Latexfarben
- als Benetzungsmittel in der Textilindustrie
- und als Formulierungshilfsmittel für Pestizide und Biozide
eingesetzt.
In der Umwelt verwandeln sich NPEO in giftige Nonylphenole, die in hohen
Konzentrationen in Klärschlamm, Abwässern und, wie erst kürzlich festgestellt,
auch in Lebensmitteln nachgewiesen wurden.
Die vorliegende Arbeit beruht auf einer Literaturrecherche. So soll eine möglichst
umfassende und präzise Bestandsaufnahme des Status-Quo zur Nonylphenol-
Situation in Deutschland gegeben werden.
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