Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Über die linguistische Analyse literarischer Texte close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Über die linguistische Analyse literarischer Texte

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 20 Pages
Author: Nikolina Pusticki
Subject: Russian / Slavic Languages

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2008
Pages: 20
Grade: 1+
Language: German
Archive No.: V131733
ISBN (E-book): 978-3-640-37369-7


Abstract

Die vorliegende Seminararbeit stellt den Versuch dar, einen Überblick über linguistische Bemühungen zu geben, die linguistische und literaturwissenschaftliche Diskurse als ein gemeinsames Forschungsobjekt formten. Der Versuch, Linguistik mit Literaturwissenschaft über den ‚literarischen Text’ als gemeinsame Basis zu verknüpfen, soll anhand theoretischer Grundlagen verdeutlicht werden. Zu diesem Zweck wird im ersten Teil dieser Arbeit auf die Bedeutung von ‚Text’ und den Begriff der literarischen Sprache eingegangen. Von allgemeinen Problemstellungen ausgehend, soll die Literarischen Kommunikation in einzelnen Punkten erläutert werden. Darauf aufbauend wird die Erfassung literarischer Texte nach linguistischen Vorstellungen erläutert. Der letzte Teil dieser Arbeit konkretisiert die linguistisch fundierte Analyse literarischer Texte. Inwieweit sich die Vorgehensweisen der linguistischen Analysemöglichkeiten von denen der literaturwissenschaftlichen unterscheiden oder überhaupt zu trennen sind, soll am Ende dieser Arbeit noch charakterisiert werden.


Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT LEIPZIG

Philologische Fakultät

Institut für Slavistik

Über die linguistische Analyse

literarischer Texten

HS Textlinguistik - Synchrone Sprachwissenschaft

WS 2007/2008


Seminararbeit

1. EINLEITUNG 2

2. TEXT 3

2.2. Linguistische Textdefinition 4

2.3. Text als Forschungsgegenstand 5

3. LITERARISCHE KOMMUNIKATION 5

3.1. Literaturbegriffe 5

3.2. Literarizität 6

3.3. Poetizität nach Roman Jakobson 6

3.4. Literarische Merkmale 7

3.5. Fiktionalität und Fiktion 8

3.6. Kommunikation über Imagination 11

3.7. Literarische Kommunikation und Kommunikation literarischer Texte 12

3.8. Der Leser als Rezipient bzw. Text und Leser 13

3.9. Tropen und Figuren 14

4. SCHLUSSTEIL 17

5. LITERATURVERZEICHNIS 18


1. EINLEITUNG

Literarische Texte sind Bestandteil von Literatur. Obwohl Literatur normalerweise auf

Schriftlichkeit beruht (,literatura′, lat. = Buchstabe, Sprachlehre) können auch orale

Texte Literatur sein. Obwohl sich Literatur im engeren Sinn von Sachliteratur durch

ihre Fiktionalität unterscheidet, gibt es Mischformen wie Dokumentarliteratur,

literarische Briefe und Tagebücher, die faktual orientiert sind.

Die vorliegende Hausarbeit stel t den Versuch dar, einen Überblick über linguistische

Bemühungen zu geben, die linguistische und literaturwissenschaftliche Diskurse als

ein gemeinsames Forschungsobjekt formten. Der Versuch, Linguistik mit

Literaturwissenschaft über den ,literarischen Text′ als gemeinsame Basis zu

verknüpfen, sol anhand theoretischer Grundlagen verdeutlicht werden. Zu diesem

Zweck wird im ersten Teil dieser Arbeit auf die Bedeutung von ,Text′ und den Begriff

der literarischen Sprache eingegangen. Von al gemeinen Problemstel ungen

ausgehend, sol die Literarischen Kommunikation in einzelnen Punkten erläutert

werden. Darauf aufbauend wird die Erfassung literarischer Texte nach linguistischen

Vorstel ungen erläutert. Der letzte Teil dieser Arbeit konkretisiert die linguistisch

fundierte Analyse literarischer Texte. Inwieweit sich die Vorgehensweisen der

linguistischen Analysemöglichkeiten von denen der literaturwissenschaftlichen

unterscheiden oder überhaupt zu trennen sind, sol am Ende dieser Arbeit noch

charakterisiert werden.

Was kennzeichnet einen literarischen ,Text′? Inwieweit lassen sich Gemeinsamkeiten

und/oder Gegensätze zwischen literarischen ,Texten′ / ,Werken′ feststel en? Ist die

literarische Sprache von der natürlichen Sprache zu trennen? Welche Merkmale der

Unterscheidung sind erkennbar? Entsteht durch die Sprache die Literarizität eines

Textes oder ordnet sich der Sprachgebrauch der Literarizität unter? Die

Beantwortung dieser Fragen setzt sich diese Arbeit als Ziel.

Am Ende der Arbeit sol en die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal kurz

zusammengefasst und in den Kontext der Forschungsprobleme eingebettet werden.

2


2. TEXT

Als wissenschaftlicher und neutraler Begriff wird ,Text′ heute den Bezeichnungen

(Sprachkunst-) Werk, Dichtung oder Schrifttum vorgezogen, die als problematisch

bzw. ideologisch, d.h. ideel oder weltanschaulich, belastet gelten. Während ,Werk′

ein poetisch-ästhetischer Begriff ist, der organische Zusammenhänge impliziert, ist

,Text′ ein wissenschaftlicher, sprachlich-strukturel er Begriff. Mit ,Text′ wird die

materiel e Zeichengestalt gemeint, während ,Werk′ auch als Ergebnis eines

historisch-konkreten Kommunikationsprozesses zwischen Leser und Text betrachtet

werden kann.1 Jahraus definiert ,Text′ als eine sprachlich-kommunikative Einheit, die

über ihre Zeichenstruktur ,,intern und extern kommunikationsfähig"2 ist. Da Texte der

Kommunikation dienen, können sie nicht rein strukturel , d.h. als System von

Einheiten in bestimmten Relationen, verstanden werden. Sie müssen in komplexen

Kommunikationssystemen und ­prozessen betrachtet werden, die von ihren Autoren,

Lesern und Kontexten sowie dem Symbol- und Sozialsystem mitbestimmt werden.

Neben intertextuel en Bezügen und textinternen Mitteln gehören textexterne

Merkmale wie Intentionalität, d.h. gezieltes Handeln, bezogen auf die Vorgänge der

Textrezeption und ­produktion, und Situationalität (betrifft die Beziehung zwischen

Texten und den Situationen ihrer Verwendung) zu Merkmalen von Texten bzw. zu

Textualität. Nach de Beaugrande/Dressler3 gibt es fünf weitere Merkmale von

Textualität:

Kohärenz

(konzeptuel -inhaltlicher

Zusammenhang),

Kohäsion

(Sprachlich-grammatische

Ordnung),

Informativität

(Neuigkeits-

und

Innovationsgehalt), Intertextualität (Zusammenspiel mit anderen Texten) und

Akzeptabilität (Erwartungs- und Nützlichkeitserfül ung).

Bei der Bestimmung unterschiedlicher Sorten von Texten spielen nicht nur

makrostrukturel e Vertextungsmuster wie ,argumentativ′ und ,narrativ′, sondern auch

Tätigkeitsbereiche, Trägermedien und kommunikative Funktionen eine Rol e.4 Texte

lassen sich nach folgenden Kriterien systematisieren: Tätigkeitsbereich

(beispielsweise Literatur, Wissenschaft oder Al tag), Trägermedium (Zeitung,

Hörfunk, Fernsehen oder Buch), kommunikative Funktion (etwas in Beziehung

1 Vgl. Lotman, Jurij M.: Vorlesungen zu einer strukturalen Poetik. Einführung. Theorie des Verses.

Hg. von K. Eimermacher. München: 1972.

2 Jahraus, Oliver: Literaturtheorie. Theoretische und methodische Grundlagen der

Literaturwissenschaft. Tübingen, Basel: 2004, S.130; bzw. Vgl. ebd. S. 108-115.

3 Vgl. de Beaugrande, R. und Dressler, W.U.: Einführung in die Textlinguistik. Tübingen: 1981.

4 Vgl. Nünning, Ansgar (Hg): Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Stuttgart, Weimar: 1998,

S.530.

3


setzen, appel ieren, sachlich informieren, sich selbst offenbaren etc.) und

makrostrukturel es Muster (deskriptiv, argumentativ oder narrativ).

Im Unterschied zum linguistischen Begriff ,Textsorte′ klassifiziert die

Literaturwissenschaft literarische Texte mit dem Begriff der Gattung. Bis heute ist die

Einteilung in lyrische, narrative und dramatische Texte am gebräuchlichsten.

,,Gattungen sind Ensembles sprachlicher Merkmale, die einer Gruppe von Texten

gemeinsam sind und diese eine Gruppe zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt

von anderen Gruppen unterscheiden."5 Was unter Gattung verstanden wird, kann nur

aus den jeweiligen Merkmalskombinationen bestimmt werden, die unter bestimmten

historischen Rahmenbedingungen wie unter dem Einfluss innerliterarischer

Traditionsbedingungen damit jeweils verbunden werden.

2.2. Linguistische Textdefinition

Text ist ,,eine begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen [...],

die in sich kohärent sind und als Ganzes eine erkennbare

kommunikative Funktion signalisieren."6

Von Brinker stammt auch der Vorschlag, Texte nach ihrer ,thematischen Entfaltung′

zu systematisieren. Der Linguist geht davon aus, dass Texten ein bestimmter

thematischer Kern zugrunde liegt, den sie nach unterschiedlichen Prinzipien

entwickeln können7:

a. deskriptiven, d.h. beschreibenden oder berichtenden, Prinzipien wie

Nachrichten oder Lexikonartikel

b. narrativen Prinzipien wie beispielsweise Al tagserzählungen

c. explikativen, d.h. darlegenden oder erläuternden, Prinzipien, wie (oft implizit)

Teile von Gebrauchsanweisungen

d. argumentativen Prinzipien, wie wissenschaftliche Texte

5 Brunner, H. und Moritz, R. (Hg.): Literaturwissenschaftliches Lexikon. Grundbegriffe der

Germanistik. Berlin: 1997, S. 113.

6 Brinker, Klaus: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. Berlin:

1985, S. 17f.

7 Ebd., S. 17ff.

4


2.3. Text als Forschungsgegenstand

Wie schon im Zusammenhang mit Begriffen Jakobsons erläutert, beschäftigt sich der

russische Formalismus8 mit der Frage, was Literatur ,literarisch′ macht. Er

beschäftigte sich mit der Eigenständigkeit, Autonomie und ,Literarizität′ literarischer

Texte; erforschte Gesetze, Kompositionsprinzipien, Kunstmittel, Verfahren und

Wirkungstechniken, mit deren Hilfe Literatur mit pragmatischer Sprachverwendung

bricht und auf ihre formale Gestaltung verweist (Autofunktionalität). Der

Strukturalismus schloss seit etwa der 1960er Jahre daran an, ersetze die ,Form′,

jedoch durch den wissenschaftlichen Begriff der ,Struktur′, mit dem die Relationen

zwischen den Elementen eines Systems bezeichnet werden. Der Strukturalismus

versucht den Ort der Zeichenelemente in einem Sprachsystem zu analysieren.9

3. LITERARISCHE KOMMUNIKATION

3.1. Literaturbegriffe

Was aber ist Literatur? Die Antwort kann sehr unterschiedlich ausfal en.

Literaturwissenschaftliche

Nachschlagewerke

verzeichnen

unterschiedliche

Bedeutungen. Hilfreich erscheint ein Definitionsversuch, der im Rahmen eines

Artikels über ,Literaturwissenschaft′10 unternommen wird. Dieser unterscheidet

verschiedene Literaturbegriffe und definiert sie wie folgt:

a. der pragmatische Literaturbegriff: Literatur ist, was zu einem

historischen Zeitpunkt mehrheitlich in einer Gesel schaft dafür

angenommen wird.

b. der deskriptive: Zur Literatur gehört al es Geschriebene

c. der normative: Zur Literatur zählen schriftlich fixierte Texte, die

bestimmten ästhetischen Kriterien entsprechen.

8 zu Vertretern des russischen Formalismus zählen neben Roman Jakobson u.a. auch Jurij Tynjanov

und Viktor Sklovskij.

9 Vgl. Fietz, Lothar: Strukturalismus. Eine Einführung. Tübingen: 1998.

10 Vgl. Brunner, H. und Moritz, R. (Hg.): Literaturwissenschaftliches Lexikon. Grundbegriffe der

Germanistik. Berlin: 1997.

5



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/131733/ueber-die-linguistische-analyse-literarischer-texte
please wait Please wait