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Hausarbeit, 2008, 22 Seiten
Autor: Maria Schloeter
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Tags: Primarbereich, Grundschule, Interkulturelles Lernen, Interkulturell, Integration, Lehren, Unterricht, Pädagogik, Reform
Jahr: 2008
Seiten: 22
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-44213-3
ISBN (Buch): 978-3-640-44209-6
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Zusammenfassung / Abstract
Aufgrund vielfacher Veränderungen im Bildungswesen aber auch in der privaten Lebenswelt vieler Kinder ist der Anfangsunterricht mit der Aufgabe betraut, den jungen Schülerinnen und Schülern einen individuell abgestimmten Einstieg in das derzeitige Gesellschaftssystem zu ermöglichen. Diverse reformpädagogische Einflüsse stehen aktuell zur fachwissenschaftlichen Diskussion und werden jeweils optimiert zum Einsatz gebracht. Ein Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Grundschule soll zeigen, inwiefern die Institution auf gesellschaftliche Umschwünge flexibel reagieren kann und welche Richtung sich für ihre Zukunft absehen lässt. Dabei wird die erzieherische Komponente nicht außer Acht gelassen, besonders wenn es darum geht eine neue, autonomere Lernkultur zu fördern. Als besondere Herausforderungen erweist sich dabei die zunehmende Heterogenität der Lerngruppen. Dabei wird der Fokus auf die Einbindung von Alters- oder Kulturheterogenität in das Unterrichtssystem gelegt. Im Hinblick auf die Entwicklung des Interkulturellen Lernens werden pädagogische Herangehensweisen vorgestellt die sich auf den Lerngegenstand und Mehrsprachigkeit im Kontext des Fremdsprachenerwerbs beziehen.
Textauszug (computergeneriert)
Carl von Ossietzky Universität
Aktuelle Entwicklungen in der Grundschularbeit
Reformpädagogische Strömungen im Primarbereich
Schwerpunkt Interkulturelles Lernen
Maria Schloeter
Inhalt
1
EINFÜHRUNG: HETEROGENITÄT ALS CHANCE 3
2
UNTERRICHT UND ERZIEHUNG IN DER GRUNDSCHULE 3
2.1
KONZEPTIONSGESCHICHTE DER GRUNDSCHULE 3
2.2
DER ERZIEHERISCHE ANSPRUCH IM PRIMARBEREICH 5
3
UMGANG MIT ZUNEHMENDER HETEROGENITÄT UND PLURALER GESELLSCHAFT 7
3.1
HETEROGENITÄT IN LERNGRUPPEN 7
3.2
ALTERSHETEROGENITÄT ALS CHANCE 7
3.3
UMGANG MIT KULTURELLER HETEROGENITÄT 8
4
INTERKULTURELLES LERNEN- SCHON IN DER GRUNDSCHULE? 8
4.1
GEGENSTAND INTERKULTURELLEN LERNEN 8
4.1.1
Kultur 8
4.1.2
Mehrsprachigkeit und Spracherwerb 9
4.2
ÜBERGEORDNETE VERMITTLUNGSZIELE IM INTERKULTURELLEN FREMDSPRACHENUNTERRICHT 10
4.2.1
Fremdverstehen 10
4.3
INTERKULTURELLES LERNEN- SCHON IN DER GRUNDSCHULE! 11
5
DAS PORTFOLIO ALS INDIVIDUELLES LERNMITTEL 11
5.1
DAS EUROPÄISCHE PORTFOLIO DER SPRACHEN 11
5.1.1
Intention und Aufbau 11
5.1.2
Lerntheoretischer Hintergrund 13
5.1.3
Das Europäische Portfolio der Sprachen als interkulturelles Unterrichtselement 14
6
UNTERRICHTSPRAKTISCHE STUDIEN 15
6.1
EINE GRUNDSCHULE IN BRAUNSCHWEIG 16
6.2
AUSZUG EINER AKTUELLEN STUDIE 16
7
FAZIT UND AUSBLICK 18
8
QUELLENVERZEICHNIS 20
2
1 Einführung: Heterogenität als Chance
Aufgrund vielfacher Veränderungen im Bildungswesen aber auch in der privaten Lebenswelt
vieler Kinder ist der Anfangsunterricht mit der Aufgabe betraut, den jungen Schülerinnen und
Schülern einen individuell abgestimmten Einstieg in das derzeitige Gesellschaftssystem zu
ermöglichen. Diverse reformpädagogische Einflüsse stehen aktuell zur
fachwissenschaftlichen Diskussion und werden jeweils optimiert zum Einsatz gebracht. Ein
Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Grundschule soll zeigen, inwiefern die Institution
auf gesellschaftliche Umschwünge flexibel reagieren kann und welche Richtung sich für ihre
Zukunft absehen lässt. Dabei wird die erzieherische Komponente nicht außer Acht gelassen,
besonders wenn es darum geht eine neue, autonomere Lernkultur zu fördern. Als besondere
Herausforderungen erweist sich dabei die zunehmende Heterogenität der Lerngruppen. Dabei
wird der Fokus auf die Einbindung von Alters- oder Kulturheterogenität in das
Unterrichtssystem gelegt. Im Hinblick auf die Entwicklung des Interkulturellen Lernens
werden pädagogische Herangehensweisen vorgestellt die sich auf den Lerngegenstand und
Mehrsprachigkeit im Kontext des Fremdsprachenerwerbs beziehen. Als Interkulturelles
Lernmittel wird die Effizienz des Sprachenportfolios, unter Anführung aktueller Studien,
untersucht. Dabei zielt die Untersuchung darauf ab, die Möglichkeiten der Grundschule, die
sich durch die zunehmend plurale Gesellschaft ergeben, zu veranschaulichen und Methoden
für eine positive Nutzung der komplementären Individualsituationen aufzuzeigen und kritisch
zu reflektieren.
2 Unterricht und Erziehung in der Grundschule
2.1 Konzeptionsgeschichte der Grundschule
Seit ihrer Entstehung 1920 musste sich die Grundschule immer wieder an gegebene Umstände
anpassen und dementsprechend neukonzeptualisieren.
Bis 1919 bereitete die Elementarschule einzig auf den Besuch der höheren Schule vor. Diese
Schulform wurde zwischen drei und vier Jahren besucht. Außerdem boten Privatschulen oder
Hausunterricht eine solche Vorbereitung an, die jedoch den oberen Schichten vorbehalten
blieben. Im entstehenden Nationalstaat Preußen forderten Lehrerverbände die Einheitsschule
für alle Kinder mit einer gemeinsamen Bildung in einer 4 - 6 jährigen Grundschule.
3
Die Weimarer Republik (1919-1933) ging darauf in ihrer Verfassung ein. Es sollte
Chancengleichheit für alle Kinder geben. Die Schuldauer wurde auf vier Jahre begrenzt. Im
Folgenden wurde der Privatunterricht weitgehend abgeschafft, bis er 1935 endgültig
verschwand. Dieser wichtige Entwicklungszeitraum wurde durch vielfältige Reformansätze
geprägt, beispielsweise der Frage nach einer grundlegenden Bildung im Sinne einer
harmonischen Entfaltung von Anlagen und Begabungen.
Einen herben Rückschlag erlebten die reformpädagogischen Strömungen im einsetzenden
Nationalsozialismus (1933-1945). Die vier unteren Jahrgänge wurden der achtjährigen
Volksschule zugeordnet. Sämtliche Inhalte wurden ideologisiert, was die
Reformbestrebungen zum Abbruch zwang. Es standen vielmehr Körper- und
Charakterbildung im Sinne der nationalsozialistischen Erziehung vor der Wissensvermittlung
und sollten in das völkische Wesen einführen. Das Schulbild unterlag klar den politischen
Absichten der Nationalsozialisten.
Nach 1945 wurde versucht wieder an die Strukturen der Weimarer Schule und ihre
Reformansätze anzuknüpfen. Die Grundschulzeit wurde in einigen Gebieten West-
Deutschlands auf 6 Jahre verlängert. In Ost-Deutschland wurde ein Einheitsschulsystem mit
vierjähriger Unterstufe konzeptionisiert .Auf der Grundlage des heimatkundlichen
Anschauungsunterrichts im Rahmen des Gesamtunterrichts wurde der Frontalunterricht durch
differenzierende Maßnahmen ergänzt, dazu wurden neue didaktische Materialien entwickelt
und auch die Relevanz von Spielen und Bewegung verstärkt beachtet.
Ab 1965 ging ein gesellschaftlicher Wandel einher, dem die Grundschule sich dahingehend
anpasste, als dass hauptsächlich die Verflechtung von Schule und Gesellschaft unterstrichen
wurde. Außerdem wurde die Entwicklung zur stärkeren Individualisierung ins Visier
genommen und mit differenzierenden und fördernden Maßnahmen verbunden.
Die Fördermaßnahmen wurden von 1968- 1983 fortgeführt. Der Fokus setzte sich verstärkt
auf die Eingliederung ausländischer Kinder und die Integration von Kindern mit besonderem
Förderbedarf. Um diese Ziel optimal koordinieren zu können, wurden speziemll betonte
Schulen, sprich Ganztagsschulen eingerichtet. Konform dieser neuen Integrationsgedanken
forderte der Deutsche Bildungsrat im Jahr 1975 eine Ausbildung der Schülerinnen und
Schüler zur Ich-Autonomie, umweltbezogener Kompetenz, Sozial- sowie Sachkompetenz.
In den darauf folgenden Jahren wurden die Anforderungen an die Lernenden in den
Rahmenplänen gestrafft. Das Bild der Institution Grundschule wurde zu einer allseits
fördernde Schule, die die Lebens- Erfahrungs- und Handlungssituationen des Kindes mit
einbezieht (vgl. Grothe/Sandfuchs 2001).
4
Ab 2004 folgte auf die Verabschiedung eines neuen Schulgesetzes die Einführung neuer
Rahmenlehrpläne in Zusammenarbeit mit den Bundesländern Brandenburg, Bremen und
Mecklenburg-Vorpommern. Im Zentrum stehen aktuell verbindliche Standards über die
anzustrebenden Kompetenzen und die zugehörigen fachrelevanten Sichtweisen
Zusammenfassend gesagt wird deutlich, dass die Konzeption der Grundschule durch ihr
aktuelles Umfeld geprägt wird. Mit zunehmender Liberalisierung hat sich auch das Leitbild
der Schule von einer Institution, die rein deklaratives Wissen vermittelt, zu einer möglichst
flexiblen und integrativen Schulform gewandelt. Ob und wie diese Maßstäbe in der Praxis
angewandt werden soll im Folgenden näher beleuchtet werden.
2.2 Der erzieherische Anspruch im Primarbereich
Nachdem die Grundschule davon abgerückt war den sittlichen Arbeitswillen des Kindes
herauszubilden (vgl. Eckhardt 1928: S. 90, zit.n. Röbe 1997), war ihr Leitgedanke mehr und
mehr pädagogisch geprägt. So merkt Nohl 1949 (S. 126, zit.n. Röbe 1997) an, dass der
Pädagoge seine Aufgabe in erster Linie im Namen des Kindes verstehen sollte. Der
veränderte Maßstab der Bildungsinstitution führte eben auch zu einer Umwälzung der
Methoden, die sich von den rein faktenvermittelnden Formen neue Bereiche erschließen
mussten, die den unterschiedlichen Anforderungen der Schülerinnen und Schüler gerecht
werden können.
Doch nach welchen Richtlinien sollen diese neuen Methoden konzipiert werden? ,,Das
Unterrichtliche lässt sich in die Frage fassen: Wie kann der Einzelne seine Selbstentfaltung in
der Bindung durch die Masse, seine Freiheit in der Einheit finden?...Soll, darf ich diesen so
unterschiedlichen Menschenkindern dasselbe Ziel setzen, denselben Stoff reichen, darf ich sie
alle mit derselben Methode führen, mit demselben Maß messen?" (Weise 1928: S. 71, zit.n.
Röbe 1997). Wie die Frage bereits impliziert, sollte die Antwort m.E. ein klares nein sein.
Aus den individuellen Ansprüchen der Lernenden ergeben sich eine Vielzahl ebenso
individueller Methoden, die genau auf die derzeitige Lebens- und Lernsituation der Kinder
angepasst sein sollten.
Verschiedene außerschulische Komponenten, wie der ökonomisch-technische Fortschritt,
neue Erkenntnisse im erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Feld, sowie neuere
Ergebnisse aus der Begabtenforschung haben zu einer besseren methodischen Optimierung im
schulischen Umgang mit heterogenen Lerngruppen beigetragen (vgl. Röbe 1997: S. 98) .
Unter Berücksichtigung der aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen geht es in erster Linie
5
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