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Termpaper, 2008, 20 Pages
Author: Ibrahim Gönül
Subject: Latin
Details
Institution/College: University of Göttingen (Philosophische Fakultät)
Year: 2008
Pages: 20
Grade: "-"
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-39277-3
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Abstract
In der vorliegenden Hausarbeit werde ich den Abschnitt Apul. Met. V, 23, 1 – 6 aus dem Märchen von Amor und Psyche genauer untersuchen. Im Großen und Ganzen ist dieser Textabschnitt als bedeutungsvoll und zentral zu betrachten, weil Psyche, von ihren beiden neiderfüllten und hinterhältigen Schwestern zu der Tat bewogen, zum ersten Mal das Antlitz ihres unbekannten Ehegatten zu sehen bekommt, was ihr vorher von ihm ausdrücklich verboten worden war. Diese Stelle spielt für den weiteren Verlauf und den Ausgang des Märchens von Amor und Psyche eine entscheidende Rolle. Daher werde ich in dieser Hausarbeit mich verstärkt auf diese Textstelle konzentrieren. Kurz zur Gliederung der Hausarbeit: Zu Beginn der Hausarbeit wird eine eigenständige Übersetzung des von mir gewählten Textabschnittes erfolgen. Anschließend werde ich den Textabschnitt textkritisch untersuchen und auf mögliche textkritische Probleme eingehen. Im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit werde ich den Versuch unternehmen, sprachliche Besonderheiten des gewählten Textabschnittes in knapper und prägnanter Form zu erläutern. Anschließend erfolgt die ausführliche Interpretation des gewählten Textabschnittes. Abschließend werde ich in einer Zusammenfassung die wesentlichen Kernaussagen und die Hauptaspekte des Textabschnittes bilanzierend darstellen. Als Anhang der Hausarbeit erfolgt das Verzeichnis der von mir verwendeten Literatur. In dieser Hausarbeit beabsichtige ich, mich auf zwei Themenschwerpunkte zu konzentrieren. Zum einen werde ich versuchen, der Fragestellung nachzugehen, welche Funktion der Terminus curiositas in dem Märchen von Amor und Psyche hat und vor allem welche Bedeutung die curiositas für den von mir gewählten Textabschnitt hat. Zum anderen werde ich auch kurz darauf eingehen, ob der mittlere Platzverweis des Märchens von Amor und Psyche innerhalb der Metamorphosen ein Zufall war. Es soll also untersucht werden, ob das Märchen von Amor und Psyche zufällig eine zentrale Stellung innerhalb der Metamorphosen eingenommen hat. Der Hauptschwerpunkt der Hausarbeit jedoch darin besteht, zu untersuchen, welche Bedeutung und Funktion der zentrale und oft verwendete Begriff curiositas innerhalb des Märchens und der restlichen Geschichten der Metamorphosen und in dem von mir gewählten Textabschnitt hat. Außerdem werde ich auch kurz auf die unterschiedlichen Interpretationsvarianten des Märchens eingehen.
Excerpt (computer-generated)
Georg August Universität Göttingen
Georg August Universität Göttingen
Philologische Fakultät
Proseminar B: Apuleius Amor und Psyche
Art der Arbeit: Hausarbeit
Wintersemester: 2007/2008
Abgabedatum: 1. März 2008
Ibrahim Gönül
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte und Schwerpunktsetzung der Hausarbeit 3
2. Übersetzung des Textabschnittes Apul. Met. V, 23, 4
1-6 4
3. Erläuterung sprachlicher Besonderheiten 5
4. Erläuterung textkritischer Probleme 8
5. Die Interpretation und Einordnung des Textabschnittes 9
6. Zusammenfassung der Kernthesen 18
7. Verzeichnis der verwendeten Literatur 19
2
1. Einleitende Worte und Schwerpunktsetzung der
Hausarbeit
In der vorliegenden Hausarbeit werde ich den Abschnitt Apul.
Met
. V, 23, 1 6
aus
dem Märchen von Amor und Psyche genauer untersuchen. Im Großen und Ganzen ist
dieser Textabschnitt als bedeutungsvoll und zentral zu betrachten, weil Psyche, von
ihren beiden neiderfüllten und hinterhältigen Schwestern zu der Tat bewogen, zum
ersten Mal das Antlitz ihres unbekannten Ehegatten zu sehen bekommt, was ihr vorher
von ihm ausdrücklich verboten worden war. Diese Stelle spielt für den weiteren Verlauf
und den Ausgang des Märchens von Amor und Psyche eine entscheidende Rolle. Daher
werde ich in dieser Hausarbeit mich verstärkt auf diese Textstelle konzentrieren. Kurz
zur Gliederung der Hausarbeit: Zu Beginn der Hausarbeit wird eine eigenständige
Übersetzung des von mir gewählten Textabschnittes erfolgen. Anschließend werde ich
den Textabschnitt textkritisch untersuchen und auf mögliche textkritische Probleme
eingehen. Im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit werde ich den Versuch unternehmen,
sprachliche Besonderheiten des gewählten Textabschnittes in knapper und prägnanter
Form zu erläutern. Anschließend erfolgt die ausführliche Interpretation des gewählten
Textabschnittes. Abschließend werde ich in einer Zusammenfassung die wesentlichen
Kernaussagen und die Hauptaspekte des Textabschnittes bilanzierend darstellen. Als
Anhang der Hausarbeit erfolgt das Verzeichnis der von mir verwendeten Literatur.
In dieser Hausarbeit beabsichtige ich, mich auf zwei Themenschwerpunkte zu
konzentrieren. Zum einen werde ich versuchen, der Fragestellung nachzugehen, welche
Funktion der Terminus
curiositas
in dem Märchen von Amor und Psyche hat und vor
allem welche Bedeutung die
curiositas
für den von mir gewählten Textabschnitt hat.
Zum anderen werde ich auch kurz darauf eingehen, ob der mittlere Platzverweis des
Märchens von Amor und Psyche innerhalb der Metamorphosen ein Zufall war. Es soll
also untersucht werden, ob das Märchen von Amor und Psyche zufällig eine zentrale
Stellung innerhalb der Metamorphosen eingenommen hat. Der Hauptschwerpunkt der
Hausarbeit jedoch darin besteht, zu untersuchen, welche Bedeutung und Funktion der
zentrale und oft verwendete Begriff
curiositas
innerhalb des Märchens und der
restlichen Geschichten der Metamorphosen und in dem von mir gewählten
Textabschnitt hat. Außerdem werde ich auch kurz auf die unterschiedlichen
Interpretationsvarianten des Märchens eingehen.
3
2. Übersetzung des Textabschnittes Apul. Met. V, 23,
1-6
Apul. Met. V, 23, 1 6
Quae dum insatiabili animo Psyche, satis et curiosa, rimatur atque pertrectat et mariti
sui miratur arma, depromit unam de pharetra sagittam et punctu pollicis extremam
aciem periclitabunda trementis etiam nunc articuli nisu fortiore pupugit altius, ut per
summam cutem roraverint parvulae sanguinis rosei guttae. sic ignara Psyche sponte in
Amoris incidit amorem. tunc magis magisque cupidine fraglans Cupidinis, prona in eum
efflictim inhians patulis ac petulantibus saviis festinanter ingestis de somni mensura
metuebat. sed dum bono tanto percita saucia mente fluctuat, lucerna illa sive perfidia
pessima sive invidia noxia sive quod tale corpus contingere et quasi basiare et ipsa
gestiebat, evomuit de summa luminis sui stillam ferventis olei super umerum dei
dexterum. hem audax et temeraria lucerna et amoris vile ministerium, ipsum ignis totius
dominum aduris, cum te scilicet amator aliquis, ut diutius cupitis etiam nocte potiretur,
primus invenerit. sic inustus exiluit deus visaque detectae fidei colluvie protinus ex
osculis et manibus infelicissimae coniugis tacitus avolavit.1
Eigenständige Übersetzung des Abschnittes
Während Psyche diese mit unersättlichem Verlangen, genügend neugierig, durchsucht
und betastet und die Waffen ihres Ehegatten bewundert, nimmt sie einen Pfeil aus dem
Köcher heraus und als sie durch einen Stich in den Daumen die äußerste Schneide
überprüfen wollte, verletzte sie sich mit einem kräftigeren Schwung des jetzt noch
zitternden Handgelenkes tiefer, so dass sehr kleine Tropfen des rosigen Blutes über die
Hautoberfläche tröpfelten. So verliebte sich die unwissende Psyche aus eigenem
Antrieb in Amor. Während sie dann immer mehr durch das Verlangen nach Cupido
roch und vorwärts geneigt ihn gierig betrachtet und ihn hastig mit offenen und
ausgelassenen Küssen versah, befürchtete sie nur, ihn aus dem Schlaf zu wecken.
Während sie jedoch von solchem Glück erregt und mit verwundetem Geist hin- und
hergeht, ergoss jene Öllampe, sei es aus sehr schlechter Treulosigkeit oder sei es aus
1 E.J. Kenney, Apuleius: Cupid & Psyche, Cambridge 1990, S. 76
4
schändlichem Neid oder sei es, weil sie selber heftig begehrte, einen solchen Körper zu
berühren und gleichsam zu küssen, von der höchsten Spitze ihres Lichtes einen Tropfen
des brennenden Öles über die rechte Schulter des Gottes. Siehe, du freche und dreiste
Öllampe, du unbedeutende Dienerin der Liebe, du selbst brennst den Herrn des ganzen
Feuers an, als dich freilich irgendein Liebhaber als erster erfunden hat, damit er sich
auch in der Nacht des Gewünschten bemächtigen kann. So angebrannt sprang der Gott
auf und ist durch den gesehenen Unrat des enthüllten Vertrauens geradewegs aus den
Küssen und den Händen seiner sehr unglücklichen Gattin schweigend davongeflogen.
3. Erläuterung sprachlicher Besonderheiten
Das
quae
am Satzanfang V,23,1 bezieht sich auf die Wörter
propitia tela
aus dem
letzten Satz des Kapitels 22 davor. Das bedeutet, dass mit dem Demonstrativpronomen
,,diese" in der Übersetzung die ,,gewogenen Geschosse des großen Gottes" gemeint
sind, die Psyche durchwühlt und betastet. Auffällig ist, dass das
quae
ganz am Anfang
des Satzes steht. Damit soll der Ausdruck
quae
stärker hervorgehoben werden.
Grundsätzlich und stark verallgemeinert kann man den Standpunkt unterstreichen, wenn
man die Satzstruktur genauer analysiert, dass die Sätze des vorliegenden
Textabschnittes sehr verschachtelt und gut durchdacht sind. Diese komplexe
Satzverschachtelung kann übersetzungstechnisch gesehen zum Teil erhebliche
Probleme bei der Übertragung des Textes in die deutsche Gegenwartssprache
hervorbringen. Bereits im ersten Satz des vorliegenden Textes liegt das beliebte
Stilmittel Hyperbaton vor:
unam
de pharetra
sagittam
.
Unam
und
sagittam
gehören
grammatikalisch gesehen zusammen, werden jedoch durch
de pharetra
voneinander
getrennt. Unter einem Hyperbaton versteht man im Allgemeinen eine Sperrung von
grammatikalisch zusammengehörenden Begriffen. In diesem Fall wird
de pharetra
von
unam sagittam
eingeschlossen, um dem Ganzen Spannung und Nachdruck zu verleihen.
In dem ersten Satz ist auch der Ausdruck
trementis etiam nunc articuli
ein Hyperbaton,
das heißt, dass
trementis
und
articuli
zusammengehören, jedoch durch den Einschub
etiam nunc
voneinander getrennt werden. Durch dieses Stilmittel wird das Zittern des
Handgelenkes stärker betont.
Auch in dem ut-Satz des ersten Satzes stellt der Ausdruck
parvulae sanguinis rosei
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