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Terminologie Französisch-Deutsch: Hybridfahrzeuge

Diploma Thesis, 2008, 166 Pages
Author: Diplom-Übersetzerin Sabine von Bargen
Subject: Interpreting / Translating

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2008
Pages: 166
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V134468
ISBN (E-book): 978-3-640-41746-9
ISBN (Book): 978-3-640-40783-5

Abstract

Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Erarbeitung des deutsch-französischen Fachwortschatzes von Hybridfahrzeugen. Ziel ist es in jeder Sprache Ungenauigkeiten, Synonyme und eventuelle terminologische Lücken ausfindig zu machen. Zusätzlich werden die existierenden Benennungen auf ihre Eignung hin überprüft, um gegebenenfalls einen besseren Vorschlag zu finden. Um den Leser in die Thematik einzuführen, werden umweltpolitische Hintergründe sowie die Situation auf dem deutschen und französischen Automobilmarkt kurz vorgestellt. Schließlich werden die Hybridtechnologie und die unterschiedlichen Hybridfahrzeuge im Detail erläutert. Im darauf folgenden Teil erfolgt eine Klärung der terminologischen Grundlagen und der wichtigsten terminologischen Begriffe. Eine Anleitung gibt dem Leser Hinweise zur Nutzung des deutsch-französischen Glossars. Im Glossar soll anhand von Definitionen versucht werden, Äquivalenz nachzuweisen. Des Weiteren wird der Leser auf mögliche Fehlerquellen bei der Übersetzung oder auf zusätzliche Informationen hingewiesen.


Excerpt (computer-generated)

Universität des Saarlandes

Fachrichtung 4.6

Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen

Diplomarbeit

zur Erlangung des akademischen Grades einer Diplom-Übersetzerin

Terminologie Französisch-Deutsch:

Hybridfahrzeuge

vorgelegt von:

Sabine von Bargen

Saarbrücken, den 22.12.2008


Inhaltsverzeichnis

1.) Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit 3

1.1) Auswahl und Abgrenzung des Themas 3

1.2) Vorgehensweise und Schwerpunkte 4

1.3) Schwierigkeiten 5

2.) Alternative Antriebskonzepte und ihr umweltpolitischer Hintergrund 6

2.1) Einführung Hybridfahrzeug 7

2.2) Hybridtechnologie in der französischen und deutschen Automobilindustrie 8

2.3) Komponenten des Hybridfahrzeuges 9

2.3.1) Elektromotor / Generator / Starter-Generator 10

2.3.2) Verbrennungsmotor 10

2.3.3) Akkumulatoren 11

2.3.4) Energiemanagement 12

2.3.5) regeneratives Bremssystem 13

2.3.6) Getriebe 14

2.4) Strukturvarianten bei Hybridfahrzeugen 16

2.4.1) Paralleler Hybrid 17

2.4.2) Serieller Hybrid 20

2.4.3) Mischhybrid 21

2.4.3.1) Kombinierter Hybrid 22

2.4.3.2) Leistungsverzweigter Hybrid 22

2.4.3.2.1) One-Mode-Hybrid 23

2.4.3.2.2) Two-Mode-Hybrid 24

2.5) Betriebsmodi 27

2.5.1) Stopp/Start 27

2.5.2) Rekuperation 27

2.5.3) Lastpunktanhebung 28

2.5.4) Boost-Betrieb 28

2.4.5) Segeln 28

2.5.6) Elektrisches Fahren 28

2.5.7) Verbrennungsmotorischer Betrieb 29

2.5.8) Hybridbetrieb 29

2.6) Hybridisierungsstufen 29

2.7) Modellbeispiele 30

1


3.) Einführung in die terminologischen Grundlagen 31

3.1) Der Begriff 31

3.2) Das Merkmal 32

3.3) Die Benennung 33

3.4) Der Terminus 34

3.5) Probleme der Zuordnung von Begriff und Benennung 35

3.6) Die Definition 35

3.7) Begriffssystem und Begriffsplan 37

3.7.1) Hierarchische Beziehungen und ihre Darstellung im Begriffsplan 37

3.7.2) Nicht hierarchische Beziehungen und ihre Darstellung im Begriffsplan 39

3.8) Begriffsfelder 40

3.9) Äquivalenz 40

3.9.1) Terminologische Lücken 41

3.9.2) Übersetzung terminologischer Lücken 41

3.10) Terminologischer Eintrag 42

4.) Verzeichnis der Notationen 45

4.1) Alphabetisches Verzeichnis deutscher Termini 47

4.2) Alphabetisches Verzeichnis französischer Termini 49

4.3) Begriffspläne 51

4.4) Glossar 67

5.) Abschlussbetrachtung 151

6.) Literaturverzeichnis 153

2


1.) Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit

Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Erarbeitung des deutsch-französischen

Fachwortschatzes des Fachgebiets Hybridfahrzeuge. Ziel ist es zum einen in jeder Sprache

Ungenauigkeiten, Synonyme und eventuelle terminologische Lücken ausfindig zu machen.

Zum anderen sollen die erarbeiteten deutschen Fachbegriffe mit den französischen verglichen

werden, um ebenso Ungenauigkeiten, Äquivalenz oder terminologische Lücken festzustellen.

Zusätzlich werden die existierenden Benennungen auf ihre Eignung überprüft, um

gegebenenfalls einen besseren Vorschlag zu finden.

Der Zweck dieser Diplomarbeit ist es, ein Glossar als Hilfsmittel zum Verstehen, Übersetzen

und Verdolmetschen von Texten zu erstellen. Ein möglicher Anwendungsbereich ist die

fachspezifische Kommunikation zwischen der deutschen und französischen

Automobilbranche. Aber auch die Übersetzung von Broschüren, Internetauftritten oder

Pressemitteilungen sowie die Verdolmetschung einer Konferenz stellen Anwendungsbereiche

dar.

Um den Leser in die Thematik einzuführen, befasst sich der zweite Teil dieser Arbeit mit

Hybridfahrzeugen. Dabei werden umweltpolitische Hintergründe sowie die Situation auf dem

deutschen und französischen Automobilmarkt kurz vorgestellt. Schließlich wird die

Hybridtechnologie im Detail erklärt und die unterschiedlichen und neuesten Hybridfahrzeuge

erläutert. Dieser Sachteil soll dem Leser einen Überblick über die sich im steten Wandel

befindliche Hybridtechnologie geben.

Im dritten Teil wird auf die terminologischen Grundlagen eingegangen. Hier erfolgt eine

Klärung der wichtigsten Begriffe. Eine Anleitung gibt dem Leser Hinweise zur Nutzung des

Glossars.

Im vierten Teil folgen die Begriffspläne und das Glossar. Hier soll anhand von Definitionen

versucht werden, Äquivalenz nachzuweisen. Der Leser wird durch Hinweise auf mögliche

Fehlerquellen bei der Übersetzung oder auf zusätzliche Informationen hingewiesen.

1.1) Auswahl und Abgrenzung des Themas

Die Auswahl des Themas steht im Zusammenhang mit einem von mir absolvierten Praktikum

bei einem französischen Automobilhersteller. Zudem rücken Hybridfahrzeuge durch die

knapper werdenden Ölreserven und einem wachsendem Umweltbewusstsein immer mehr ins

öffentliche Interesse. Die Abgrenzung des Themas warf die Frage auf, welches alternative

Antriebskonzept die zukunftsträchtigste Lösung sein könnte und einen erhöhten

Übersetzungsbedarf mit sich bringt.

3


Nach Ansicht der Verfasserin setzen sich Hybridfahrzeuge gegenüber anderen

Antriebskonzepten durch, jedoch nur als Zwischenschritt bis die ersten Elektroautos

marktfähig werden. Es werden auch zukünftige Hybridfahrzeuge, die noch nicht auf dem

Markt sind, behandelt. Diese gehen sehr zeitnah in Serie, daher werden auch sie ins Glossar

aufgenommen.

1.2) Vorgehensweise und Schwerpunkte

Zunächst baut das Glossar auf einer sachgebietsbezogenen Untersuchung auf, die eine

Einarbeitung in das Fachgebiet voraussetzte. Es werden nur relevante (hybridspezifische)

Begriffe aufgenommen. Da es sich hier um ein Kraftfahrzeug handelt, sind zusätzlich auch

allgemeinere Begriffe aufgeführt, die per Definition ein wesentlicher Bestandteil eines

Hybridfahrzeuges sind und als relevant betrachtet werden.

Um ein Glossar zu erstellen, werden vorab das Ziel und die Zielgruppe festgelegt. Das Ziel ist

es, ein leicht anwendbares und verständliches Glossar für Übersetzer, Dolmetscher sowie für

Berufstätige in der Automobilbranche (im Bereich Marketing, Vertrieb, Technik etc.) zu

erstellen, die mit der Thematik noch nicht vertraut sind. Die Festlegung der Zielgruppe grenzt

die Begriffe, den Umfang der Arbeit und den Aufbau des Glossars ein. Weiterhin beeinflusst

sie, wie sehr die Definitionen ins Detail gehen. Bei den Begriffen wird zudem darauf

geachtet, dass Äquivalenz besteht und dass innerhalb derselben Sprache Synonymie vorliegt.

Bei der Suche nach Definitionen wurde klar, dass das Internet durch die Aktualität des

Themas eine wichtige Quelle darstellt. Fachbücher können manchmal bis zu ihrer

Veröffentlichung bereits veraltete Informationen enthalten. Sie werden allerdings dann

herangezogen, wenn sie sich als aktuell erweisen. Darüber hinaus dienen Doktorarbeiten,

Aufsätze, Fachzeitschriften etc. als Quellen. Im Rahmen der deskriptiven Terminologiearbeit,

kann nur das als Quelle genommen werden, was zu finden ist. Das heißt, dass auch

Definitionen, die nur eingeschränkt den terminologischen Anforderungen genügen oder nicht

sehr exakt die Begriffe abgrenzen, mangels Alternativen aufgenommen werden.

Ein Schwerpunkt dieser Diplomarbeit ist der Vergleich des deutschen und französischen

Begriffsystems und die Schließung terminologischer Lücken. Das Begriffssystem, das die

neuesten Entwicklungen noch nicht widerspiegelt, wird dem differenzierteren und aktuelleren

Begriffsystem angeglichen.

4


Außerdem gilt es die Benennungsvielfalt zu untersuchen. Sie stellt den zweiten Schwerpunkt

dieser Arbeit dar, weil hier die Zuordnung von Begriff und Benennung kritisch betrachtet

werden muss. Die Benennungen, die nur oberflächlich auf ein und denselben Begriff

hindeuten und nach einer genauen Untersuchung einen gänzlich anderen Begriff bezeichnen,

werden nicht ins Glossar aufgenommen.

1.3) Schwierigkeiten

Bei der Erarbeitung des Themas und des Fachwortschatzes ergaben sich einige

Schwierigkeiten. Da Hybridfahrzeuge eine sehr neue Entwicklung darstellen, sind sie nicht so

unfangreich dokumentiert wie andere schon bekanntere Themen. Notwendige Informationen

sind erst nach einer langen Recherche zu finden. Manche Informationen unterliegen außerdem

der Geheimhaltung, da es sich hierbei um Prototypen oder Forschungsfahrzeuge handelt.

Zudem stellt das Finden korrekter und seriöser Quellen eine Herausforderung dar, da durch

die Aktualität des Themas (unwissentlich) widersprüchliche Informationen veröffentlicht und

von anderen übernommen werden. Diese Informationen müssen kritisch untersucht werden.

Eine weitere Schwierigkeit ist die unterschiedliche Entwicklung von Hybridfahrzeugen auf

dem deutschen und französischen Automobilmarkt. Da deutsche und französische

Automobilhersteller diesbezüglich nicht kooperieren, hat auch jeder seine eigenen

,,Baustellen". Daher müssen, insbesondere im Bereich der Mischhybride, unterschiedliche

Begriffssysteme miteinander verglichen werden.

Des Weiteren sind diese Länder nicht die Vorreiter der Hybridforschung, sondern müssen

sich teilweise an Entwicklungen anderer Herstellern orientieren. Das hat einen englisch

gefärbten Sprachgebrauch zur Folge. Was der eine Hersteller prägt oder erfindet, übernimmt

der andere mangels eigener Alternativen.

Ein weiterer Umstand, der den Sprachgebrauch beeinflusst, ist die Akzeptanz und Popularität

von unterschiedlichen Hybridmodellen. In dem einen Land verkauft sich ein bestimmtes

Modell gut und ist deswegen bekannt, in dem anderen Land hingegen kann dieses Modell

eine ganz andere Marktposition einnehmen. Daher finden sich in der einen Sprache präzise

Definitionen eines bestimmten Modells, während in der anderen Sprache darüber nur vage

Informationen zu finden sind.

5


2.) Alternative Antriebskonzepte und ihr umweltpolitischer Hintergrund

Die in den letzten Jahren geführten Diskussionen über die Erderwärmung, die schwindenden

Ölreserven und die steigenden Ölpreise haben das Interesse der Automobilindustrie und bei

Verbrauchern an alternativen Antriebskonzepten wie Hybridfahrzeugen,

Brennstoffzellenfahrzeugen, Elektroautos, Biokraftstoffe, Erdgas etc. gesteigert. Der

Motorpresse Stuttgart (2007:171) ist zu entnehmen, dass der PKW-Verkehr nur für zehn %

des CO2 ­ Gesamtausstoßes innerhalb der EU verantwortlich ist. Die europäischen Hersteller

verpflichteten sich dennoch aufgrund des politischen Drucks der EU im Jahr 1998 freiwillig,

den CO2 ­ Ausstoß bis zum Jahr 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm CO2 pro Kilometer für

Neuwagen zu verringern. Da sie dieses Ziel nicht einhielten, fordert nun die Europäische

Kommission, die CO2-Emissionen für Neuwagen bis 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer zu

senken.

Die deutschen Premiumhersteller BMW, Mercedes und Audi protestierten, da sie sich zum

Beispiel gegenüber französischen Herstellern, die eher sparsame Kleinmodelle produzieren,

benachteiligt fühlen. Inacker/Bläske/Wettach (19.12.2007) fügen hinzu, dass zudem diese

Premiumhersteller Absatzeinbußen von bis zu 10 % für ihre Modelle auf dem französischen

Automobilmarkt erwarten, da in diesem Jahr eine französische CO2-Strafsteuer eingeführt

wurde. Durch diese Steuer sichern sich in Frankreich besonders Hersteller von sparsamen

Kleinwagen ihren Wettbewerbsvorteil. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (2008) nennt

in diesem Falle Peugeot, Renault und Citroën, die von der sogenannten Bonus-Malus-

Regelung profitieren. Einen finanziellen Bonus gibt es für Fahrzeuge, die weniger als 130 g

CO2/km emittieren, ein kostspieliger Malus muss hingegen für CO2-Emissionen ab 161 g

CO2/km gezahlt werden. Durch diese Entwicklungen wird folglich mit Hochdruck an neuen

Antriebskonzepten gearbeitet.

Biermann (2007:77) gibt an, dass es noch nicht absehbar ist, welche alternativen

Antriebskonzepte sich letztendlich in der Zukunft durchsetzen, da nicht nur

Umweltfreundlichkeit eine Rolle spielt, sondern auch Käuferinteresse, Herstellungskosten,

Steuernachlässe, Kraftstoffpreise und Abgasgesetzgebungen. Der Hybridtechnologie wird

allerdings eine besondere Bedeutung beigemessen (67). Japanische Hersteller (73ff)

produzierten bereits im Jahr 1997 die Modelle Toyota Prius und Honda Insight mit

Hybridantrieb in Serie und haben daher eine sehr gute Positionierung auf dem

Hybridautomobilmarkt. Weitere Hersteller wie BMW, Mercedes, General Motors oder

Peugeot arbeiten momentan an eigenen Hybridmodellen.

6


Langfristig betrachtet Schubert (2007:120) die mit Wasserstoff betriebene und sehr

umweltfreundliche Brennstoffzelle als Zukunftstechnologie. Aber auch der reine

Elektroantrieb ist eine viel versprechende Lösung, die allerdings noch an der momentanen

Batterietechnologie scheitert. Mittelfristig ist die Hybridtechnologie eine wichtige Etappe,

anhand derer man wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft gewinnen kann.

2.1) Einführung Hybridfahrzeug

Nach Biermann (2007:68) ist ein Hybridfahrzeug ein Fahrzeug, das mindestens zwei

unterschiedliche Energiewandler und zwei unterschiedliche Energiespeicher hat.

Energiewandler sind zum Beispiel Elektro-, Benzin- oder Dieselmotoren. Die Kombination

eines Elektromotors mit zum Beispiel einem Benzinmotor wird heute bevorzugt.

Energiespeicher sind bei Hybridfahrzeugen Akkumulatoren und Kraftstofftanks.

Biermann/Bady (1998) betonen, dass eine einfache Kombination eines Elektromotors mit

einem Verbrennungsmotor nicht ausreicht, sondern dass je nach Fahrweise gezielt die

Vorteile beider Antriebsarten genutzt werden, um so CO2-Emissionen zu senken und

Kraftstoff zu sparen.

Bedingt durch ihre Funktionsweise eignen sich hybridbetriebene Fahrzeuge eher für den

Stadtverkehr. Sie können gegenüber konventionellen Fahrzeugen ca. 25 % an Kraftstoff

einsparen (abhängig von der Fahrweise und der Herstellerangabe). Besonders im zähen

Stadtverkehr mit häufigen Halt- und Anfahrvorgängen oder im Stau ist der Wirkungsgrad

eines herkömmlichen Motors schlecht. Der Hybridantrieb gleicht in solchen Situationen

dessen Nachteile aus. Zum Beispiel ist der Internetseite www.hybridsynergydrive.com zu

entnehmen, dass sich im Stillstand an einer Ampel der Verbrennungsmotor und der

Elektromotor ausschalten, um so einen Energieverlust im Leerlauf zu vermeiden.

Generell übernimmt der Elektromotor bei niedrigeren Geschwindigkeiten und der

Verbrennungsmotor bei höheren Geschwindigkeiten den Antrieb. Bei niedrigeren

Geschwindigkeiten hat der Verbrennungsmotor keinen optimalen Wirkungsgrad, da

sozusagen viel mehr Energie investiert wird als schließlich als Leistung rauskommt.

Umgekehrt verhält es sich mit dem Elektromotor, der weniger effizient bei schnelleren

Geschwindigkeiten ist. Ein Vorteil ist, dass sich, je nach Art des Hybrids, der Akkumulator

während des Fahrens selbst aufladen kann und so keine externe Stromquelle für den Betrieb

des Elektromotors von Nöten ist.

7


Aber auch beim Hybridfahrzeug besteht gemäß Biermann (2007:67) noch

Verbesserungsbedarf. Als Hindernis für eine breite Akzeptanz erweist sich demnach der

Kaufpreis, der durch die komplexere Technik und unterschiedlichen Komponenten höher als

bei herkömmlichen Fahrzeugen ausfällt.

2.2) Hybridtechnologie in der französischen und deutschen Automobilindustrie

Die Verkaufszahlen von Hybridfahrzeugen sind noch lange nicht mit denen konventioneller

Fahrzeuge zu vergleichen. Schyr/Christ (2006:2) sehen bis 2015 einen weltweiten Marktanteil

bis zu 10 % und bis 2020 bis zu 18 % voraus. Europäische Hersteller sind später als andere

Hersteller in den Hybridmarkt eingestiegen und müssen angesichts der Erfolge japanischer

Hersteller nun rasch aufholen.

In Frankreich kündigt der PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) auf seiner Seite www.psa-

peugeot-citroen.com/fr an, dass er den dieselbetriebenen Peugeot 307 mit parallelem

Hybridantrieb bis 2010 auf den Markt bringen will. Dasselbe Ziel gilt auch für den

dieselbetriebenen Citroën C4 Hybrid HDi, der ebenso einen parallelen Hybridantrieb

vorweisen wird. Renault produzierte, der französischen Organisation für Elektrofahrzeuge

AVEM (22.08.2008) zufolge, bereits in der Vergangenheit das Nutzfahrzeug Renault Kangoo

Elect′road

mit seriellem Hybridantrieb, stellte allerdings wenig später dessen Produktion

wieder ein. Seit Oktober 2008 lässt dieser Hersteller in der französischen Stadt Lyon

dieselbetriebene Müllfahrzeuge mit parallelem Hybridantrieb testen. Wenn diese Tests positiv

verlaufen, wird Renault ab Ende 2009 mit der Produktion dieser Müllfahrzeuge beginnen und

wieder in den Hybridmarkt einsteigen. Die französische Automobilindustrie tendiert eher zu

Dieselmotoren bei Hybridfahrzeugen. Der PSA-Konzern begründet in seiner Broschüre

HybrideHdi (2008:7) diese Wahl mit einem besseren Wirkungsgrad und einer stärkeren

Reduzierung von CO2-Emissionen im Vergleich zu benzinbetriebenen Hybridfahrzeugen. In

Frankreich liegt der Dieselanteil bei Personenwagen bei ca. 70 %. Um der Problematik der

gesundheitsschädlichen Dieselrußpartikel zu begegnen, werden dieselbetriebene

Hybridfahrzeuge zusätzlich mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet.

In Deutschland kooperieren laut www.bmw.de die Hersteller BMW und Mercedes mit dem

US-amerikanischen Hersteller General Motors, um den Two-Mode-Hybrid zu entwickeln und

zur Serienreife zu bringen. BMW stellte 2007 auf der Automobilausstellung IAA sein

Konzeptauto X6 ActiveHybrid der Öffentlichkeit vor, das ein solcher Two-mode-Hybrid ist.

Der Hersteller Mercedes gibt auf seiner Homepage www.mercedes-benz.de bekannt, dass er

mit diesem neuen Hybridantrieb ab 2009 sein benzinbetriebenes Modell ML 450 BlueHybrid

8


in Serie ausstatten will. Im selben Jahr soll ebenso der benzinbetriebene S 400 BlueHybrid

auf den Markt kommen. Aber auch dieselbetriebene Hybridfahrzeuge wie der C 300

BlueHybrid sollen ab 2012 angeboten werden. Das Manager-Magazin (2007) berichtet auf

seiner Seite www.manager-magazin.de, dass Audi-Chef Martin Winterkorn auf der IAA 2007

eine künftige Allianz zwischen Porsche, Audi und VW ankündigte, mit dem Ziel

hybridbetriebene Fahrzeuge zu entwickeln. Porsche bringt nach Informationen seiner

Homepage www.porsche.com bis ca. 2010 den Porsche Cayenne mit einem sogenannten

Parallel-Full-Hybrid heraus. Aber auch Audi und VW wollen separat eigene Modelle auf den

Markt bringen.

Es wird deutlich, dass anhand der Schulterschlüsse der Hersteller untereinander verstärkt

zusammengearbeitet (aber getrennt vermarktet) wird. Allerdings lässt sich keine Kooperation

eines französischen mit einem deutschen Hersteller feststellen. Tatsache ist aber, dass die

jeweiligen deutschen und französischen Hersteller versuchen werden, ihre Hybridfahrzeuge in

den jeweilig fremden Märkten abzusetzen. Der PSA-Konzern beschreibt in seinem

Internetauftritt www.psa-peugeot-citroen.com/fr Deutschland als den wichtigsten

Automobilmarkt in Europa. Daher gilt er als attraktiver Absatzmarkt, obwohl der deutsche

Dieselanteil bei Pkws momentan nur ca. 47 % beträgt. Aber auch deutsche Hersteller wollen

in Frankreich, dem zweitgrößten europäischen Automobilmarkt, ihre Modelle verkaufen.

Generell lässt sich ein Mentalitätsunterscheid erkennen. Die Franzosen spezialisieren sich auf

kompakte und sparsame Kleinwagen, während die deutschen Hersteller schnelle Autos mit

Fahrspaß bevorzugen, der auch im Bereich der Hybridtechnologie nicht verloren gehen soll.

2.3) Komponenten des Hybridfahrzeugs

Im Folgenden sollen zunächst die wesentlichen Komponenten eines Hybridfahrzeuges

vorgestellt werden, bevor auf dessen unterschiedliche Strukturvarianten eingegangen wird,

denn man unterscheidet zwischen dem Aufbau des Antriebsstranges und der variierenden

elektrischen Leistung. In einem Hybrid sind im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrzeug

zusätzliche oder veränderte Komponenten integriert, um je nach Erfordernissen der

Fahrsituation zwischen den Betriebsmodi verbrennungsmotorisch, elektrisch oder

Hybridbetrieb (Elektromotor und Verbrennungsmotor treiben das Auto gemeinsam an) zu

wechseln. Wesentliche Komponenten eines Hybridfahrzeuges sind der Elektromotor, der

Generator, der Verbrennungsmotor, der Akkumulator, das Energiemanagement, das

Bremssystem und das Getriebe.

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