Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Diploma Thesis, 2008, 166 Pages
Author: Diplom-Übersetzerin Sabine von Bargen
Subject: Interpreting / Translating
Details
Year: 2008
Pages: 166
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-41746-9
ISBN (Book): 978-3-640-40783-5
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Erarbeitung des deutsch-französischen Fachwortschatzes von Hybridfahrzeugen. Ziel ist es in jeder Sprache Ungenauigkeiten, Synonyme und eventuelle terminologische Lücken ausfindig zu machen. Zusätzlich werden die existierenden Benennungen auf ihre Eignung hin überprüft, um gegebenenfalls einen besseren Vorschlag zu finden. Um den Leser in die Thematik einzuführen, werden umweltpolitische Hintergründe sowie die Situation auf dem deutschen und französischen Automobilmarkt kurz vorgestellt. Schließlich werden die Hybridtechnologie und die unterschiedlichen Hybridfahrzeuge im Detail erläutert. Im darauf folgenden Teil erfolgt eine Klärung der terminologischen Grundlagen und der wichtigsten terminologischen Begriffe. Eine Anleitung gibt dem Leser Hinweise zur Nutzung des deutsch-französischen Glossars. Im Glossar soll anhand von Definitionen versucht werden, Äquivalenz nachzuweisen. Des Weiteren wird der Leser auf mögliche Fehlerquellen bei der Übersetzung oder auf zusätzliche Informationen hingewiesen.
Excerpt (computer-generated)
Universität des Saarlandes
Fachrichtung 4.6
Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades einer Diplom-Übersetzerin
Terminologie Französisch-Deutsch:
Hybridfahrzeuge
vorgelegt von:
Sabine von Bargen
Saarbrücken, den 22.12.2008
Inhaltsverzeichnis
1.) Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit 3
1.1) Auswahl und Abgrenzung des Themas 3
1.2) Vorgehensweise und Schwerpunkte 4
1.3) Schwierigkeiten 5
2.) Alternative Antriebskonzepte und ihr umweltpolitischer Hintergrund 6
2.1) Einführung Hybridfahrzeug 7
2.2) Hybridtechnologie in der französischen und deutschen Automobilindustrie 8
2.3) Komponenten des Hybridfahrzeuges 9
2.3.1) Elektromotor / Generator / Starter-Generator 10
2.3.2) Verbrennungsmotor 10
2.3.3) Akkumulatoren 11
2.3.4) Energiemanagement 12
2.3.5) regeneratives Bremssystem 13
2.3.6) Getriebe 14
2.4) Strukturvarianten bei Hybridfahrzeugen 16
2.4.1) Paralleler Hybrid 17
2.4.2) Serieller Hybrid 20
2.4.3) Mischhybrid 21
2.4.3.1) Kombinierter Hybrid 22
2.4.3.2) Leistungsverzweigter Hybrid 22
2.4.3.2.1) One-Mode-Hybrid 23
2.4.3.2.2) Two-Mode-Hybrid 24
2.5) Betriebsmodi 27
2.5.1) Stopp/Start 27
2.5.2) Rekuperation 27
2.5.3) Lastpunktanhebung 28
2.5.4) Boost-Betrieb 28
2.4.5) Segeln 28
2.5.6) Elektrisches Fahren 28
2.5.7) Verbrennungsmotorischer Betrieb 29
2.5.8) Hybridbetrieb 29
2.6) Hybridisierungsstufen 29
2.7) Modellbeispiele 30
1
3.) Einführung in die terminologischen Grundlagen 31
3.1) Der Begriff 31
3.2) Das Merkmal 32
3.3) Die Benennung 33
3.4) Der Terminus 34
3.5) Probleme der Zuordnung von Begriff und Benennung 35
3.6) Die Definition 35
3.7) Begriffssystem und Begriffsplan 37
3.7.1) Hierarchische Beziehungen und ihre Darstellung im Begriffsplan 37
3.7.2) Nicht hierarchische Beziehungen und ihre Darstellung im Begriffsplan 39
3.8) Begriffsfelder 40
3.9) Äquivalenz 40
3.9.1) Terminologische Lücken 41
3.9.2) Übersetzung terminologischer Lücken 41
3.10) Terminologischer Eintrag 42
4.) Verzeichnis der Notationen 45
4.1) Alphabetisches Verzeichnis deutscher Termini 47
4.2) Alphabetisches Verzeichnis französischer Termini 49
4.3) Begriffspläne 51
4.4) Glossar 67
5.) Abschlussbetrachtung 151
6.) Literaturverzeichnis 153
2
1.) Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Erarbeitung des deutsch-französischen
Fachwortschatzes des Fachgebiets Hybridfahrzeuge. Ziel ist es zum einen in jeder Sprache
Ungenauigkeiten, Synonyme und eventuelle terminologische Lücken ausfindig zu machen.
Zum anderen sollen die erarbeiteten deutschen Fachbegriffe mit den französischen verglichen
werden, um ebenso Ungenauigkeiten, Äquivalenz oder terminologische Lücken festzustellen.
Zusätzlich werden die existierenden Benennungen auf ihre Eignung überprüft, um
gegebenenfalls einen besseren Vorschlag zu finden.
Der Zweck dieser Diplomarbeit ist es, ein Glossar als Hilfsmittel zum Verstehen, Übersetzen
und Verdolmetschen von Texten zu erstellen. Ein möglicher Anwendungsbereich ist die
fachspezifische Kommunikation zwischen der deutschen und französischen
Automobilbranche. Aber auch die Übersetzung von Broschüren, Internetauftritten oder
Pressemitteilungen sowie die Verdolmetschung einer Konferenz stellen Anwendungsbereiche
dar.
Um den Leser in die Thematik einzuführen, befasst sich der zweite Teil dieser Arbeit mit
Hybridfahrzeugen. Dabei werden umweltpolitische Hintergründe sowie die Situation auf dem
deutschen und französischen Automobilmarkt kurz vorgestellt. Schließlich wird die
Hybridtechnologie im Detail erklärt und die unterschiedlichen und neuesten Hybridfahrzeuge
erläutert. Dieser Sachteil soll dem Leser einen Überblick über die sich im steten Wandel
befindliche Hybridtechnologie geben.
Im dritten Teil wird auf die terminologischen Grundlagen eingegangen. Hier erfolgt eine
Klärung der wichtigsten Begriffe. Eine Anleitung gibt dem Leser Hinweise zur Nutzung des
Glossars.
Im vierten Teil folgen die Begriffspläne und das Glossar. Hier soll anhand von Definitionen
versucht werden, Äquivalenz nachzuweisen. Der Leser wird durch Hinweise auf mögliche
Fehlerquellen bei der Übersetzung oder auf zusätzliche Informationen hingewiesen.
1.1) Auswahl und Abgrenzung des Themas
Die Auswahl des Themas steht im Zusammenhang mit einem von mir absolvierten Praktikum
bei einem französischen Automobilhersteller. Zudem rücken Hybridfahrzeuge durch die
knapper werdenden Ölreserven und einem wachsendem Umweltbewusstsein immer mehr ins
öffentliche Interesse. Die Abgrenzung des Themas warf die Frage auf, welches alternative
Antriebskonzept die zukunftsträchtigste Lösung sein könnte und einen erhöhten
Übersetzungsbedarf mit sich bringt.
3
Nach Ansicht der Verfasserin setzen sich Hybridfahrzeuge gegenüber anderen
Antriebskonzepten durch, jedoch nur als Zwischenschritt bis die ersten Elektroautos
marktfähig werden. Es werden auch zukünftige Hybridfahrzeuge, die noch nicht auf dem
Markt sind, behandelt. Diese gehen sehr zeitnah in Serie, daher werden auch sie ins Glossar
aufgenommen.
1.2) Vorgehensweise und Schwerpunkte
Zunächst baut das Glossar auf einer sachgebietsbezogenen Untersuchung auf, die eine
Einarbeitung in das Fachgebiet voraussetzte. Es werden nur relevante (hybridspezifische)
Begriffe aufgenommen. Da es sich hier um ein Kraftfahrzeug handelt, sind zusätzlich auch
allgemeinere Begriffe aufgeführt, die per Definition ein wesentlicher Bestandteil eines
Hybridfahrzeuges sind und als relevant betrachtet werden.
Um ein Glossar zu erstellen, werden vorab das Ziel und die Zielgruppe festgelegt. Das Ziel ist
es, ein leicht anwendbares und verständliches Glossar für Übersetzer, Dolmetscher sowie für
Berufstätige in der Automobilbranche (im Bereich Marketing, Vertrieb, Technik etc.) zu
erstellen, die mit der Thematik noch nicht vertraut sind. Die Festlegung der Zielgruppe grenzt
die Begriffe, den Umfang der Arbeit und den Aufbau des Glossars ein. Weiterhin beeinflusst
sie, wie sehr die Definitionen ins Detail gehen. Bei den Begriffen wird zudem darauf
geachtet, dass Äquivalenz besteht und dass innerhalb derselben Sprache Synonymie vorliegt.
Bei der Suche nach Definitionen wurde klar, dass das Internet durch die Aktualität des
Themas eine wichtige Quelle darstellt. Fachbücher können manchmal bis zu ihrer
Veröffentlichung bereits veraltete Informationen enthalten. Sie werden allerdings dann
herangezogen, wenn sie sich als aktuell erweisen. Darüber hinaus dienen Doktorarbeiten,
Aufsätze, Fachzeitschriften etc. als Quellen. Im Rahmen der deskriptiven Terminologiearbeit,
kann nur das als Quelle genommen werden, was zu finden ist. Das heißt, dass auch
Definitionen, die nur eingeschränkt den terminologischen Anforderungen genügen oder nicht
sehr exakt die Begriffe abgrenzen, mangels Alternativen aufgenommen werden.
Ein Schwerpunkt dieser Diplomarbeit ist der Vergleich des deutschen und französischen
Begriffsystems und die Schließung terminologischer Lücken. Das Begriffssystem, das die
neuesten Entwicklungen noch nicht widerspiegelt, wird dem differenzierteren und aktuelleren
Begriffsystem angeglichen.
4
Außerdem gilt es die Benennungsvielfalt zu untersuchen. Sie stellt den zweiten Schwerpunkt
dieser Arbeit dar, weil hier die Zuordnung von Begriff und Benennung kritisch betrachtet
werden muss. Die Benennungen, die nur oberflächlich auf ein und denselben Begriff
hindeuten und nach einer genauen Untersuchung einen gänzlich anderen Begriff bezeichnen,
werden nicht ins Glossar aufgenommen.
1.3) Schwierigkeiten
Bei der Erarbeitung des Themas und des Fachwortschatzes ergaben sich einige
Schwierigkeiten. Da Hybridfahrzeuge eine sehr neue Entwicklung darstellen, sind sie nicht so
unfangreich dokumentiert wie andere schon bekanntere Themen. Notwendige Informationen
sind erst nach einer langen Recherche zu finden. Manche Informationen unterliegen außerdem
der Geheimhaltung, da es sich hierbei um Prototypen oder Forschungsfahrzeuge handelt.
Zudem stellt das Finden korrekter und seriöser Quellen eine Herausforderung dar, da durch
die Aktualität des Themas (unwissentlich) widersprüchliche Informationen veröffentlicht und
von anderen übernommen werden. Diese Informationen müssen kritisch untersucht werden.
Eine weitere Schwierigkeit ist die unterschiedliche Entwicklung von Hybridfahrzeugen auf
dem deutschen und französischen Automobilmarkt. Da deutsche und französische
Automobilhersteller diesbezüglich nicht kooperieren, hat auch jeder seine eigenen
,,Baustellen". Daher müssen, insbesondere im Bereich der Mischhybride, unterschiedliche
Begriffssysteme miteinander verglichen werden.
Des Weiteren sind diese Länder nicht die Vorreiter der Hybridforschung, sondern müssen
sich teilweise an Entwicklungen anderer Herstellern orientieren. Das hat einen englisch
gefärbten Sprachgebrauch zur Folge. Was der eine Hersteller prägt oder erfindet, übernimmt
der andere mangels eigener Alternativen.
Ein weiterer Umstand, der den Sprachgebrauch beeinflusst, ist die Akzeptanz und Popularität
von unterschiedlichen Hybridmodellen. In dem einen Land verkauft sich ein bestimmtes
Modell gut und ist deswegen bekannt, in dem anderen Land hingegen kann dieses Modell
eine ganz andere Marktposition einnehmen. Daher finden sich in der einen Sprache präzise
Definitionen eines bestimmten Modells, während in der anderen Sprache darüber nur vage
Informationen zu finden sind.
5
2.) Alternative Antriebskonzepte und ihr umweltpolitischer Hintergrund
Die in den letzten Jahren geführten Diskussionen über die Erderwärmung, die schwindenden
Ölreserven und die steigenden Ölpreise haben das Interesse der Automobilindustrie und bei
Verbrauchern an alternativen Antriebskonzepten wie Hybridfahrzeugen,
Brennstoffzellenfahrzeugen, Elektroautos, Biokraftstoffe, Erdgas etc. gesteigert. Der
Motorpresse Stuttgart (2007:171) ist zu entnehmen, dass der PKW-Verkehr nur für zehn %
des CO2 Gesamtausstoßes innerhalb der EU verantwortlich ist. Die europäischen Hersteller
verpflichteten sich dennoch aufgrund des politischen Drucks der EU im Jahr 1998 freiwillig,
den CO2 Ausstoß bis zum Jahr 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm CO2 pro Kilometer für
Neuwagen zu verringern. Da sie dieses Ziel nicht einhielten, fordert nun die Europäische
Kommission, die CO2-Emissionen für Neuwagen bis 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer zu
senken.
Die deutschen Premiumhersteller BMW, Mercedes und Audi protestierten, da sie sich zum
Beispiel gegenüber französischen Herstellern, die eher sparsame Kleinmodelle produzieren,
benachteiligt fühlen. Inacker/Bläske/Wettach (19.12.2007) fügen hinzu, dass zudem diese
Premiumhersteller Absatzeinbußen von bis zu 10 % für ihre Modelle auf dem französischen
Automobilmarkt erwarten, da in diesem Jahr eine französische CO2-Strafsteuer eingeführt
wurde. Durch diese Steuer sichern sich in Frankreich besonders Hersteller von sparsamen
Kleinwagen ihren Wettbewerbsvorteil. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (2008) nennt
in diesem Falle Peugeot, Renault und Citroën, die von der sogenannten Bonus-Malus-
Regelung profitieren. Einen finanziellen Bonus gibt es für Fahrzeuge, die weniger als 130 g
CO2/km emittieren, ein kostspieliger Malus muss hingegen für CO2-Emissionen ab 161 g
CO2/km gezahlt werden. Durch diese Entwicklungen wird folglich mit Hochdruck an neuen
Antriebskonzepten gearbeitet.
Biermann (2007:77) gibt an, dass es noch nicht absehbar ist, welche alternativen
Antriebskonzepte sich letztendlich in der Zukunft durchsetzen, da nicht nur
Umweltfreundlichkeit eine Rolle spielt, sondern auch Käuferinteresse, Herstellungskosten,
Steuernachlässe, Kraftstoffpreise und Abgasgesetzgebungen. Der Hybridtechnologie wird
allerdings eine besondere Bedeutung beigemessen (67). Japanische Hersteller (73ff)
produzierten bereits im Jahr 1997 die Modelle Toyota Prius und Honda Insight mit
Hybridantrieb in Serie und haben daher eine sehr gute Positionierung auf dem
Hybridautomobilmarkt. Weitere Hersteller wie BMW, Mercedes, General Motors oder
Peugeot arbeiten momentan an eigenen Hybridmodellen.
6
Langfristig betrachtet Schubert (2007:120) die mit Wasserstoff betriebene und sehr
umweltfreundliche Brennstoffzelle als Zukunftstechnologie. Aber auch der reine
Elektroantrieb ist eine viel versprechende Lösung, die allerdings noch an der momentanen
Batterietechnologie scheitert. Mittelfristig ist die Hybridtechnologie eine wichtige Etappe,
anhand derer man wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft gewinnen kann.
2.1) Einführung Hybridfahrzeug
Nach Biermann (2007:68) ist ein Hybridfahrzeug ein Fahrzeug, das mindestens zwei
unterschiedliche Energiewandler und zwei unterschiedliche Energiespeicher hat.
Energiewandler sind zum Beispiel Elektro-, Benzin- oder Dieselmotoren. Die Kombination
eines Elektromotors mit zum Beispiel einem Benzinmotor wird heute bevorzugt.
Energiespeicher sind bei Hybridfahrzeugen Akkumulatoren und Kraftstofftanks.
Biermann/Bady (1998) betonen, dass eine einfache Kombination eines Elektromotors mit
einem Verbrennungsmotor nicht ausreicht, sondern dass je nach Fahrweise gezielt die
Vorteile beider Antriebsarten genutzt werden, um so CO2-Emissionen zu senken und
Kraftstoff zu sparen.
Bedingt durch ihre Funktionsweise eignen sich hybridbetriebene Fahrzeuge eher für den
Stadtverkehr. Sie können gegenüber konventionellen Fahrzeugen ca. 25 % an Kraftstoff
einsparen (abhängig von der Fahrweise und der Herstellerangabe). Besonders im zähen
Stadtverkehr mit häufigen Halt- und Anfahrvorgängen oder im Stau ist der Wirkungsgrad
eines herkömmlichen Motors schlecht. Der Hybridantrieb gleicht in solchen Situationen
dessen Nachteile aus. Zum Beispiel ist der Internetseite www.hybridsynergydrive.com zu
entnehmen, dass sich im Stillstand an einer Ampel der Verbrennungsmotor und der
Elektromotor ausschalten, um so einen Energieverlust im Leerlauf zu vermeiden.
Generell übernimmt der Elektromotor bei niedrigeren Geschwindigkeiten und der
Verbrennungsmotor bei höheren Geschwindigkeiten den Antrieb. Bei niedrigeren
Geschwindigkeiten hat der Verbrennungsmotor keinen optimalen Wirkungsgrad, da
sozusagen viel mehr Energie investiert wird als schließlich als Leistung rauskommt.
Umgekehrt verhält es sich mit dem Elektromotor, der weniger effizient bei schnelleren
Geschwindigkeiten ist. Ein Vorteil ist, dass sich, je nach Art des Hybrids, der Akkumulator
während des Fahrens selbst aufladen kann und so keine externe Stromquelle für den Betrieb
des Elektromotors von Nöten ist.
7
Aber auch beim Hybridfahrzeug besteht gemäß Biermann (2007:67) noch
Verbesserungsbedarf. Als Hindernis für eine breite Akzeptanz erweist sich demnach der
Kaufpreis, der durch die komplexere Technik und unterschiedlichen Komponenten höher als
bei herkömmlichen Fahrzeugen ausfällt.
2.2) Hybridtechnologie in der französischen und deutschen Automobilindustrie
Die Verkaufszahlen von Hybridfahrzeugen sind noch lange nicht mit denen konventioneller
Fahrzeuge zu vergleichen. Schyr/Christ (2006:2) sehen bis 2015 einen weltweiten Marktanteil
bis zu 10 % und bis 2020 bis zu 18 % voraus. Europäische Hersteller sind später als andere
Hersteller in den Hybridmarkt eingestiegen und müssen angesichts der Erfolge japanischer
Hersteller nun rasch aufholen.
In Frankreich kündigt der PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) auf seiner Seite www.psa-
peugeot-citroen.com/fr an, dass er den dieselbetriebenen Peugeot 307 mit parallelem
Hybridantrieb bis 2010 auf den Markt bringen will. Dasselbe Ziel gilt auch für den
dieselbetriebenen Citroën C4 Hybrid HDi, der ebenso einen parallelen Hybridantrieb
vorweisen wird. Renault produzierte, der französischen Organisation für Elektrofahrzeuge
AVEM (22.08.2008) zufolge, bereits in der Vergangenheit das Nutzfahrzeug Renault Kangoo
Elect′road
mit seriellem Hybridantrieb, stellte allerdings wenig später dessen Produktion
wieder ein. Seit Oktober 2008 lässt dieser Hersteller in der französischen Stadt Lyon
dieselbetriebene Müllfahrzeuge mit parallelem Hybridantrieb testen. Wenn diese Tests positiv
verlaufen, wird Renault ab Ende 2009 mit der Produktion dieser Müllfahrzeuge beginnen und
wieder in den Hybridmarkt einsteigen. Die französische Automobilindustrie tendiert eher zu
Dieselmotoren bei Hybridfahrzeugen. Der PSA-Konzern begründet in seiner Broschüre
HybrideHdi (2008:7) diese Wahl mit einem besseren Wirkungsgrad und einer stärkeren
Reduzierung von CO2-Emissionen im Vergleich zu benzinbetriebenen Hybridfahrzeugen. In
Frankreich liegt der Dieselanteil bei Personenwagen bei ca. 70 %. Um der Problematik der
gesundheitsschädlichen Dieselrußpartikel zu begegnen, werden dieselbetriebene
Hybridfahrzeuge zusätzlich mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet.
In Deutschland kooperieren laut www.bmw.de die Hersteller BMW und Mercedes mit dem
US-amerikanischen Hersteller General Motors, um den Two-Mode-Hybrid zu entwickeln und
zur Serienreife zu bringen. BMW stellte 2007 auf der Automobilausstellung IAA sein
Konzeptauto X6 ActiveHybrid der Öffentlichkeit vor, das ein solcher Two-mode-Hybrid ist.
Der Hersteller Mercedes gibt auf seiner Homepage www.mercedes-benz.de bekannt, dass er
mit diesem neuen Hybridantrieb ab 2009 sein benzinbetriebenes Modell ML 450 BlueHybrid
8
in Serie ausstatten will. Im selben Jahr soll ebenso der benzinbetriebene S 400 BlueHybrid
auf den Markt kommen. Aber auch dieselbetriebene Hybridfahrzeuge wie der C 300
BlueHybrid sollen ab 2012 angeboten werden. Das Manager-Magazin (2007) berichtet auf
seiner Seite www.manager-magazin.de, dass Audi-Chef Martin Winterkorn auf der IAA 2007
eine künftige Allianz zwischen Porsche, Audi und VW ankündigte, mit dem Ziel
hybridbetriebene Fahrzeuge zu entwickeln. Porsche bringt nach Informationen seiner
Homepage www.porsche.com bis ca. 2010 den Porsche Cayenne mit einem sogenannten
Parallel-Full-Hybrid heraus. Aber auch Audi und VW wollen separat eigene Modelle auf den
Markt bringen.
Es wird deutlich, dass anhand der Schulterschlüsse der Hersteller untereinander verstärkt
zusammengearbeitet (aber getrennt vermarktet) wird. Allerdings lässt sich keine Kooperation
eines französischen mit einem deutschen Hersteller feststellen. Tatsache ist aber, dass die
jeweiligen deutschen und französischen Hersteller versuchen werden, ihre Hybridfahrzeuge in
den jeweilig fremden Märkten abzusetzen. Der PSA-Konzern beschreibt in seinem
Internetauftritt www.psa-peugeot-citroen.com/fr Deutschland als den wichtigsten
Automobilmarkt in Europa. Daher gilt er als attraktiver Absatzmarkt, obwohl der deutsche
Dieselanteil bei Pkws momentan nur ca. 47 % beträgt. Aber auch deutsche Hersteller wollen
in Frankreich, dem zweitgrößten europäischen Automobilmarkt, ihre Modelle verkaufen.
Generell lässt sich ein Mentalitätsunterscheid erkennen. Die Franzosen spezialisieren sich auf
kompakte und sparsame Kleinwagen, während die deutschen Hersteller schnelle Autos mit
Fahrspaß bevorzugen, der auch im Bereich der Hybridtechnologie nicht verloren gehen soll.
2.3) Komponenten des Hybridfahrzeugs
Im Folgenden sollen zunächst die wesentlichen Komponenten eines Hybridfahrzeuges
vorgestellt werden, bevor auf dessen unterschiedliche Strukturvarianten eingegangen wird,
denn man unterscheidet zwischen dem Aufbau des Antriebsstranges und der variierenden
elektrischen Leistung. In einem Hybrid sind im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrzeug
zusätzliche oder veränderte Komponenten integriert, um je nach Erfordernissen der
Fahrsituation zwischen den Betriebsmodi verbrennungsmotorisch, elektrisch oder
Hybridbetrieb (Elektromotor und Verbrennungsmotor treiben das Auto gemeinsam an) zu
wechseln. Wesentliche Komponenten eines Hybridfahrzeuges sind der Elektromotor, der
Generator, der Verbrennungsmotor, der Akkumulator, das Energiemanagement, das
Bremssystem und das Getriebe.
9
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: