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Termpaper, 2007, 15 Pages
Author: Anonym
Subject: Rhetoric / Elocution / Oratory
Details
Year: 2007
Pages: 15
Grade: 1,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-42717-8
ISBN (Book): 978-3-640-42870-0
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Abstract
Die Ursprünge der Rhetorik verbinden wir heute mit Namen wie Korax und Teisias, Gorgias von Leontini, Platon, Aristoteles, Cicero und nicht zu vergessen Marcus Fabius Quintilian. M. F. Quintilian wurde 35 n. Chr. in der römischen Provinz Hispania, in Calgurris geboren. In seinen jungen Jahren kam Quintilian nach Rom um Grammatik und Rhetorik zu studieren. Seine Karriere hatte 71 n. Chr den Höhenpunkt erreicht, als Quintilian der erste besoldete Professor für Rhetorik in Rom wurde. Sein einziges vollständig erhaltenes, zugleich auch das wichtigste und sehr umfangreiches Werk ist „ Institutio oratoria “, welches aus zwölf Büchern besteht. Das war einer der ersten systematisch-didaktischen Lehrbücher der Rhetorik, das so präzise herausgearbeitet wurde. Quintilian umfasst alle Themenbereiche, die für die Ausbildung des Redners nötig sind. Er beginnt beim Kindesalter, geht über die rhetorische Theorie und schließt mit den Tätigkeiten nach einer Karriere als Redner ab. Die Vorgehensweise der Strukturierung und die Systematisierung seines Lehrbuches ähneln sehr dem Werk Ciceros „ De inventione“. Quintilian hielt Cicero für den perfekten Redner und war u.a durch seine Werke stark beeinflusst, die er auch in seinem Lehrbuch mehrmals erwähnt. „ et Cicero quidem in rhetoricis iudicium subiecit inventioni: […] quod hoc audacius dixerim, quod in Partitionibus oratoriis ad easdem, de quibus supra dictum est, quinque pervenit partes. “ Quintilian's Lehrwerk hatte schon in der Antike eine große Wirkung auf die Rhetorik gezeigt und hat sich über Jahrhunderte, vor allem im Mittelalter und der Renaissance, hingehalten. Die folgende Arbeit konzentriert sich auf den Aufbau und Methodologie des Werkes „ Institutio oratoria“.
Excerpt (computer-generated)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2
Definition ,, Dispositio " 2
2.1
Unterscheidung zwischen ordo und dispositio 3
2.2
Die Gliederungstypen der Dispositio 4
3
Der Aufbau des Werkes ,, Institutio oratoria " 4
4 Methodologie 11
5 Fazit 13
6 Literaturverzeichnis: 14
1
Einleitung
Die Ursprünge der Rhetorik verbinden wir heute mit Namen wie Korax und Teisias, Gorgias
von Leontini, Platon, Aristoteles, Cicero und nicht zu vergessen Marcus Fabius Quintilian. M.
F. Quintilian wurde 35 n. Chr. in der römischen Provinz Hispania, in Calgurris geboren. In
seinen jungen Jahren kam Quintilian nach Rom um Grammatik und Rhetorik zu studieren.
Seine Karriere hatte 71 n. Chr den Höhenpunkt erreicht, als Quintilian der erste besoldete
Professor für Rhetorik in Rom wurde. Sein einziges vollständig erhaltenes, zugleich auch das
wichtigste und sehr umfangreiches Werk ist ,, Institutio oratoria ", welches aus zwölf Büchern
besteht. Das war einer der ersten systematisch-didaktischen Lehrbücher der Rhetorik, das so
präzise herausgearbeitet wurde. Quintilian umfasst alle Themenbereiche, die für die
Ausbildung des Redners nötig sind. Er beginnt beim Kindesalter, geht über die rhetorische
Theorie und schließt mit den Tätigkeiten nach einer Karriere als Redner ab. Die
Vorgehensweise der Strukturierung und die Systematisierung seines Lehrbuches ähneln sehr
dem Werk Ciceros ,, De inventione". Quintilian hielt Cicero für den perfekten Redner und
war u.a durch seine Werke stark beeinflusst, die er auch in seinem Lehrbuch mehrmals
erwähnt.
,, et Cicero quidem in rhetoricis iudicium subiecit inventioni: [...] quod hoc audacius
dixerim, quod in Partitionibus oratoriis ad easdem, de quibus supra dictum est, quinque
pervenit partes. "1
Quintilian′s Lehrwerk hatte schon in der Antike eine große Wirkung auf die Rhetorik gezeigt
und hat sich über Jahrhunderte, vor allem im Mittelalter und der Renaissance, hingehalten.
Die folgende Arbeit konzentriert sich auf den Aufbau und Methodologie des Werkes ,,
Institutio oratoria".
2
Definition ,, Dispositio "
Dispositio hat die Aufgabe den Stoff der Rede in Hinsicht auf die drei Aufgaben des Redners
(docere-delectare-movere), die zur Überzeugung dienen, sinnvoll anzuordnen. Mit Hilfe der
Dispositio soll man ,, dem zusammengetragenen Rohrmaterial die Form einer Rede geben. "2
Dispositio ist eine von sechs Produktionsstadien einer Rede. Von sechs Stadien ist Dispositio,
nach Intellectio und Inventio und vor Elocutio, die dritte. Diese Auffassung überlieferte uns
der Lehrmeister Quintilian (35-100 n.Chr.). Aber nicht nur Quintilian beschäftigte sich mit
1 Quintilian, Marcus Fabius: Ausbildung des Redners. Hrsg. von Helmut Rahn. Darmstadt. Teil 1. Buch III, 6
durchges. Auflage.- 1988. S. 290, 292.
2
den Produktionsstadien der Rede, insbesondere mit der Platzierung der Dispositio. Ähnliche
Überlegungen führten in der Antike ebenfalls Cicero (102-43 v.Chr.) und Aristoteles (384-
322 v.Chr.). Ciceros Schrift ,, De inventione " machte damals schon auf dieses nicht einfache
Problem aufmerksam. Zu bemerken ist aber, dass es die Möglichkeit besteht, dass es gar nicht
Ciceros eigener Gedankengang war, sondern er diesen von der Schrift ,, Rhetorica ad
Herennium ", dessen Autor bis heute unbekannt ist, ableitete und ausarbeitete. Cicero ordnete
Dispositio an die dritte Stelle nach Inventio und vor allem nach elocutio ein. Allerdings ist zu
bemerken, dass es bei Cicero den ersten Schritt Intellectio, wie wir diesen von Quintilian
kennen, nicht gab, wahrscheinlich wegen der engen Bindung zur Inventio und der
Schwierigkeit der Definierung. Auf alle Fälle betrachtete Cicero die Intellectio nicht als einen
Extrapunkt in den Produktionsstadien. Der wichtige Punkt ist hier der Konkurrenzkampf
zwischen Dispositio und Elocutio. Dieses Problem basiert auf der Unterscheidung zwischen
in der Inventio gefundenen res (Stoff) und für die Elocutio wichtigen verba (Worte). Denn
Cicero war der Auffassung, dass nicht nur die res, sondern auch die verba für die Rede
gegliedert sein müssen. Eine weitere Begründung für die dritte Platzierung der Dispositio sah
Cicero in der natürlichen Verbindung der Dispositio zur Elocutio. Auch Aristoteles war der
gleichen Auffassung wie Cicero und ordnete der Dispositio in seinem dritten Buch über die
Rhetorik ebenfalls den dritten Platz nach Inventio und Elocutio zu. Warum es überhaupt so
viele verschiedene Versionen über die Stellung der Dispositio gab, beantwortet uns die Frage,
die schon in der Antike sehr strittig war: wie viele und welche Teile sollen denn überhaupt
eine Rolle für den Redner und seine überzeugende Rede spielen? Dank dem Werk ,, Institutio
oratoria" von Quintilian legte man sich auf ein System fest, indem Dispositio an der dritten
Stelle nach Intellectio und Inventio und vor Elocutio steht.
2.1 Unterscheidung zwischen ordo und dispositio
Die Unterscheidung zwischen dem Begriff ordo und dispositio führt ebenfalls auf die Antike
zurück. Nach Quintilian war das Urteilsvermögen (iudicium), welches in allen Schritten zu
beachten ist, für den Redner notwendig um eine überzeugende Rede zu produzieren. Dieser
Schritt entspricht der vom Quintilian eingeführten Intellectio, die heute als erstes
Produktionsstadium ihre Gültigkeit hat. Somit ist das Iudicium die Fähigkeit, die der Redner
für die Anwendung der Intellectio braucht. Auf die Dispositio bezogen, kann dieses als das
Bemühen (diligentia) des Redners gesehen werden. Der Redner muss sein Bemühen für den
in der Inventio gesammelten Redestoff sowohl auf die Anordnung der Redeteile, als auch für
2 Ueding, Gert: Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Bd. 1. Tübingen 1994. S. 831
3
die Anordnung der Argumente, auf ihre Stärke, Bedeutung und Urteil, benutzen. Somit
tauchte eine Ergänzung zur Dispositio, ordo, auf. Vom unseren heutigen Stand ausgesehen,
kann man sagen, dass man in der Antike sich aufgrund von vielen verschiedenen Varianten
nicht auf eine Definition von Dispositio festlegen konnte. Man trennte die von uns heute
angewendete Definition von Dispositio in ordo und dispositio. Ordo hatte die Aufgabe die
einzelnen Teile der Rede zu ordnen und die dispositio sorgte dafür, dass die ganze
Zusammenstellung angeordnet und verknüpft wird. Im Laufe der Zeit wurden die beiden
Theorien zusammengefügt und ordo wurde nicht mehr als solches beachtet.
2.2 Die Gliederungstypen der Dispositio
Seit der Schrift ,, Rhetorica ad Herennium " sind zwei Gliederungstypen der Dispositio ordo
naturalis und ordo artificialis, bekannt. Der bis heute unbekannte Autor berücksichtigt in
seiner Schrift, die im vorherigen Abschnitt genannten Unterschiede zwischen Dispositio und
ordo, unterscheidet diese jedoch nicht nach Begriffen. Die ordo naturalis bezeichnet die
natürliche Abfolge der Redeteile, ohne dass der Redner sich der Kunst ( ars ) bedient. Cicero
betonte sogar in seinem Werk ,, De oratore ", dass die Natur der Rede es selber vorschreibt
mit der Einleitung ( exordium ) anzufangen, dann den Sachverhalt ( propositio/ narratio )
darzulegen, als dieser gesagt worden ist, die Argumente zu stärken und zu widerlegen (
argumentatio/ probatio/ refutatio ) und schließlich das Schlusswort vorzutragen ( peroratio ).
Bei ordo artificialis dagegen soll sich der Redner der Kunst bedienen. Ordo artificialis
entsteht, wenn die ordo naturalis verändert wird, indem man Redeteile auslässt, diese
vertauscht oder/ und unterbricht. Der Redner darf zum Beispiel das Exordium weglassen,
wenn seine Redezeit begrenzt ist oder die Argumentatio in die Narratio verschlingen, wenn es
der Überzeugung dient. Der absolute Meister der ordo artificialis war unumstritten Cicero.
Der homo novus beherrschte diese Kunst wie kein anderer zu seiner und sogar zu späteren
Zeit.
3
Der Aufbau des Werkes ,, Institutio oratoria "
Das Werk ,, Institutio oratoria " teilt sich ganz allgemein in XII Bücher und 109 Kapitel. Das
erste Buch hat zwölf Kapitel und wird mit einem prooemium eingeleitet, aus dem Quintilian′s
Motivation, dieses Buch zu schreiben, entspringt. Dann folgt im ersten Kapitel die
Beschreibung der ersten Grundlagen für die Rednerausbildung. Das Auffällige an dieser
Stelle ist, dass Quintilian hier schon die memoria und pronuntatio, die eigentlich die letzten
Produktionsstadien der Rede sind und er sie als diese erst im dritten Buch beschreibt, erwähnt.
4
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