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Hausarbeit, 2009, 22 Seiten
Autor: Anna Eckhardt
Fach: Geowiss. / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Details
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Institut für Humangeographie (IHG))
Tags: Naturschutz, Umweltschutz, Nationalpark, Naturschutzbewegung, Artenschutz, Umweltschutzorganisationen, Naturschutzorganisationen, Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung
Jahr: 2009
Seiten: 22
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-42989-9
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Zusammenfassung / Abstract
Menschen fühlen sich seit jeher der Natur verbunden. Die Wurzeln der Naturverbundenheit reichen bis in das 3. Jahrhundert vor Christus, als Religionen Taoismus und Konfuzianismus die Wertvorstellungen prägten (Kovarik 2001). Sie erklärten die Gesetzmäßigkeiten der Umwelt und vermittelten den Menschen Erkenntnisse über das Leben im Einklang mit der Pflanzen- und Tierwelt. Die Zivilisationen des Altertums Ägypten, Babylonien und Sumer glaubten an Verbindung zwischen der Natur und dem Göttlichen (ebd.). Griechische Philosophen sehen die Nachahmung der Natur als Schlüssel zum Verständnis des Lebens (ebd.). Griechische Mythologie verbindet die Gerechtigkeit mit der Umwelt, indem Themis, die Göttin des Gesetzes als Tochter von Gaia, der Gottheit der Erde auftritt (ebd.). Auch Propheten der Weltreligionen Judentum, Islam, Buddhismus und Christentum haben die Verbindung zum Göttlichen durch den Rückzug in die Natur aufgenommen (ebd.). Die besondere Beziehung der Menschen zu ihrem Lebensraum kann nicht nur auf religiöse oder spirituelle Gründe zurückgeführt werden. Die Abhängigkeit von den Stoffen der Natur wie Wasser, Erde, Luft, Sonne und von den sensorischen Eindrücken aus der Umwelt, wie vom Blütenduft oder Vogelstimmen sind ein Zeugnis dafür, dass der Mensch ein Teil der Natur ist (Heydemann 2001: 117). Dieses Abhängigkeits- und Zugehörigkeitsgefühl wird durch das Angewiesensein auf das Nahrungsnetz verstärkt (Heydemann 2001: 117). Auf diese Weise kann das Verpflichtungsgefühl des Menschen die Natur und die Umwelt zu schützen, erklärt werden. Aus diesem Verpflichtungsgefühl heraus wurden bereits in der frühen Menschheitsgeschichte Maßnahmen zum Naturschutz ergriffen. Dschingis Khan ordnete 1210 Schonzeiten für Rotwild, Steinböcke und Wildesel (Erdmann 2006). Die ersten Gesetze zum Vogelschutz stammen aus Zürich, aus dem Jahre 1325 und die ersten Pflanzenschutzbestimmungen 1650 aus Münster (ebd.). Somit blickt der Naturschutz auf eine lange Geschichte zurück. Die historische Entwicklung des Naturschutzes und die dadurch hervorgebrachten Veränderungen sind der Gegenstand der vorliegenden Arbeit...
Textauszug (computergeneriert)
Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main
Institut für Humangeographie
Once upon a time:
Ein historischer Abriss des Naturschutzes
weltweit.
Seminar: Theorie und Konzeption: Naturschutz, Ökonomie, Gesellschaft
WS 2008/2009
vorgelegt von
Anna Eckhardt
20. Januar 2009
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung _______________________________________________________________ 3
2. Die Anfänge des Naturschutzes ______________________________________________ 4
2.1. Jagd und Naturschutz am Beispiel Afrikas ______________________________________ 4
2.2 Der Weg zur Gründung des ersten Nationalparks_________________________________ 6
2.3. Exkurs: Die geschichtliche Rolle der Medien bei der Naturschutzbewegung __________ 8
3. Die Entstehung des internationalen Naturschutzes und internationaler Organisationen 9
4. Weitere Institutionalisierung des internationalen Naturschutzes __________________ 12
5. Ausgewählte internationale Abkommen ______________________________________ 15
6. Schlussbetrachtung ______________________________________________________ 18
7. Literaturverzeichnis ______________________________________________________ 20
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1. Einleitung
Menschen fühlen sich seit jeher der Natur verbunden. Die Wurzeln der Naturverbundenheit
reichen bis in das 3. Jahrhundert vor Christus, als Religionen Taoismus und Konfuzianismus
die Wertvorstellungen prägten (Kovarik 2001). Sie erklärten die Gesetzmäßigkeiten der
Umwelt und vermittelten den Menschen Erkenntnisse über das Leben im Einklang mit der
Pflanzen- und Tierwelt. Die Zivilisationen des Altertums Ägypten, Babylonien und Sumer
glaubten an Verbindung zwischen der Natur und dem Göttlichen (ebd.). Griechische
Philosophen sehen die Nachahmung der Natur als Schlüssel zum Verständnis des Lebens
(ebd.). Griechische Mythologie verbindet die Gerechtigkeit mit der Umwelt, indem Themis,
die Göttin des Gesetzes als Tochter von Gaia, der Gottheit der Erde auftritt (ebd.). Auch
Propheten der Weltreligionen Judentum, Islam, Buddhismus und Christentum haben die
Verbindung zum Göttlichen durch den Rückzug in die Natur aufgenommen (ebd.).
Die besondere Beziehung der Menschen zu ihrem Lebensraum kann nicht nur auf religiöse
oder spirituelle Gründe zurückgeführt werden. Die Abhängigkeit von den Stoffen der Natur
wie Wasser, Erde, Luft, Sonne und von den sensorischen Eindrücken aus der Umwelt, wie
vom Blütenduft oder Vogelstimmen sind ein Zeugnis dafür, dass der Mensch ein Teil der
Natur ist (Heydemann 2001: 117). Dieses Abhängigkeits- und Zugehörigkeitsgefühl wird
durch das Angewiesensein auf das Nahrungsnetz verstärkt (Heydemann 2001: 117). Auf
diese Weise kann das Verpflichtungsgefühl des Menschen die Natur und die Umwelt zu
schützen, erklärt werden. Aus diesem Verpflichtungsgefühl heraus wurden bereits in der
frühen Menschheitsgeschichte Maßnahmen zum Naturschutz ergriffen. Dschingis Khan
ordnete 1210 Schonzeiten für Rotwild, Steinböcke und Wildesel (Erdmann 2006). Die ersten
Gesetze zum Vogelschutz stammen aus Zürich, aus dem Jahre 1325 und die ersten
Pflanzenschutzbestimmungen 1650 aus Münster (ebd.). Somit blickt der Naturschutz auf eine
lange Geschichte zurück. Die historische Entwicklung des Naturschutzes und die dadurch
hervorgebrachten Veränderungen sind der Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die
geschichtliche Entwicklung des Naturschutzes ist entscheidend für das Verständnis der
Umweltpolitik und des Umweltrechtes. Daher beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage,
welche Ziele Naturschutz im Laufe der Jahre verfolgte und in Abhängigkeit von welchen
Faktoren sich diese gewandelt haben. Eine weitere Frage lautet: Wie hat sich die
Umweltpolitik im Verlauf der Zeit verändert?
Um diesen Fragen nachgehen zu können, bin ich chronologisch vorgegangen, beginnend mit
den Anfängen des Naturschutzes in Afrika und den Vereinigten Staaten von Amerika. Des
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Weiteren werde ich auf die Internationalisierung und Institutionalisierung des Naturschutzes
ausführlich eingehen. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, werden nur ausgewählte
internationale Abkommen präsentiert, die von besonderer Bedeutung sind.
2. Die Anfänge des Naturschutzes
2.1. Jagd und Naturschutz am Beispiel Afrikas
,,The question is not, Can they reason? Nor can they talk? But, Can they suffer?"
(Kovarik 2001, zit. n. Jeremy Bentham 1780).
Die Lebensart der Ureinwohner Afrikas als Sammler und Jäger bedrohte keine Ressourcen
oder Tierwelt des Landes. Die eingeborenen Stämme jagten nur für den Eigenbedarf und
gingen nicht verschwenderisch mit den Naturressourcen um. Im 17. Jahrhundert kamen die
ersten ausländischen Siedler, die eine Veränderung des Naturzustandes durch Rodungen,
Urbarmachung, Vernichtung von Lebensräumen und Jagd, die nicht primär der
Nahrungsversorgung diente, hervorgerufen haben. Die Ausbeutung der natürlichen
Ressourcen Afrikas erreichte ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert als mehrere Tierarten am
Rande des Aussterbens standen. Diese Entwicklung war nicht nur das Resultat der
gestiegenen Nachfrage nach Fellen, Elfenbein und Hörnern sondern auch eine Folge vom
Jagen aus Vergnügen. William M. Adams (2004: 21) beschreibt eine im Jahre 1830 neu in
Indien entstandene Form der Jagd, die mit dem Begriff ,,Jagdtourismus" erfasst werden kann.
Ausländische Jäger organisierten Expeditionen ins Landesinnere mit dem Ziel wilde Tiere zu
erlegen. Sie veröffentlichten Bücher über ihre Jagdreisen, die großen Zuspruch bekamen. Die
dabei errungenen Trophäen schmückten die viktorianischen Häuser und wurden zu Exponaten
in öffentlichen und privaten Museen. Durch den Handel mit Elfenbein und anderen bei der
Jagd erworbenen Wirtschaftsgütern war es möglich die Expeditionen zu finanzieren und
einen Profit zu erzielen. In Afrika hielt die oben beschriebene Jagdform ebenso Einzug. Jagd
wurde als Sport angesehen und genoss eine ungemeine Popularität. Sie diente der
gesellschaftlichen Repräsentation und galt als ein Privileg des Adels. In den 1860ern wurde
ein alarmierendes Zurückgehen von Beständen festgestellt. Adams (2004: 21) führt aus, dass
am Ende des 19. Jahrhunderts nur zwei Elefantenpopulationen südlich von Limpopo
verblieben waren. Mehrere Arten waren zu dem Zeitpunkt bereits ausgestorben und das nicht
nur in Afrika. Quagga, eine Zebra-Form, die äußerlich an eine Mischform aus Zebra und
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Pferd erinnert und weit verbreitet in Südafrika war, gehörte zu den ausgerotteten Arten.
Blaubock, eine afrikanische Antilope aus Südafrika, wurde auch von den Europäern durch
Vergnügungsjagden ausgerottet. Der Dodo oder auch Dronte, eine restlos vernichtete Vogelart,
deren Verbreitungsgebiet sich auf die Inseln Mauritius und Reunion im Indischen Ozean
beschränkte, war durch die Flugunfähigkeit eine leichte Beute. Rodrigues-Solitär, eine nah
verwandte Art des Dodos; Stellersche Seekuh des nördlichen Pazifik; der Riesenalk, ein
flugunfähiger Seevogel aus der nördlichen Atlantik, sowie die Wandertaube, die in
Nordamerika verbreitet war, wurden durch exzessive Bejagung ausgerottet und sind ein
Zeugnis der Verantwortungslosigkeit, des Geizes und der Blutrünstigkeit ( Adams 2004).
Als diese Entwicklungen bewusst wurden, sind Maßnahmen zum Naturschutz eingeleitet
worden mit dem Ziel die Jagdbestände zu erhalten. Es wurden mehrere Gesetze zum
Artenschutz in Südafrika erlassen. Die ,,Game Law Proclamation" (1822) regelte die Vergabe
von Jagdlizenzen für bestimmte Tierarten, darunter Elefanten und erteilte Jagdverbote in
Abhängigkeit von Jahreszeiten (Adams 2004: 22). Dieses Gesetz gewährte Land- bzw.
Plantagebesitzern ein Recht zu jagen und erlaubte Reisenden die Jagd zur
Nahrungsversorgung. Der Gesetz zum Schutz der Areale in der Nähe von Kapstadt wurde
1846 verabschiedet (Adams 2004: 23). Im Jahre 1886 wurden die ersten Gesetze zum Schutz
bestimmter bedrohter Arten erlassen (,,Act for the Better Preservation of Game"), darunter
auch von Quagga, das zu dem Zeitpunkt in der Wildnis bereits ausgestorben war. Diese
Bestimmungen wurden 1880 von Transkei und 1890 von Natal übernommen (ebd.). Weitere
Kolonien folgten dem Beispiel, Kenia und Rhodesien erließen 1898 Bestimmungen zur
Bewahrung des Tierbestandes (Adams 2004: 24). Britisch verwaltete Kolonien führten Listen
geschützter Tierarten am Ende des 19. Jahrhunderts ein. Diese enthielten unter anderem
Giraffe, Elanantilope, Büffel, sowie Tiere, die sich nur langsam fortgepflanzt haben, solche
wie Nilpferde, Nashörner oder Großer Kudu.
In dieser Zeit erlangte das Thema Naturschutz eine weltweite Bedeutung. Die Folgen der
unkontrollierten Jagd in Afrika und die daraus resultierende Beeinträchtigung der Tierwelt
erreichten das Bewusstsein der Kolonialmächte. Im Jahr 1900 fand in London eine der ersten
internationalen Naturschutzkonventionen zum Schutz von Tier- und Pflanzenwelt in Afrika
(,,Convention for the Preservation of Animals, Birds and Fish in Africa") statt.
Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und belgisches Kongo
einigten sich auf standardisierte Bestimmungen bezüglich der Jagdregulierung. Sie stimmten
der Erstellung einer Liste vom Aussterben bedrohter Arten zu, die mit einem Jagdverbot
versehen wurden. Der Handel mit Elfenbein sollte auf weniger als 11 Pfund eingeschränkt
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