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Scholary Paper (Seminar), 2007, 21 Pages
Author: MMMag. Phil. Daniela Fettig
Subject: Interpreting / Translating
Details
Tags: Konsekutivdolmetschen, Daniel Gile, Dolmetschen, Effort Model, Simultandolmetschen
Year: 2007
Pages: 21
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-43383-4
ISBN (Book): 978-3-640-43373-5
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Abstract
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Daniel Giles Effort – oder zu deutsch Kapazitäten – Modellen für das Dolmetschen. Da die Arbeit hauptsächlich das Effort Model für das Konsekutivdolmetschen behandelt, soll diese Dolmetschdisziplin zunächst näher definiert werden und auf dessen Vor- und Nachteile eingegangen werden. Anschließend wird Daniel Gile selbst – AIIC-Dolmetscher und Erfinder der Effort Models – vorgestellt, damit sich der Leser ein besseres Bild von seinem wissenschaftlichen Hintergrund machen kann. Nachdem im Anschluss daran die Gründe für solche Kapazitätenmodelle dargelegt werden und grundlegende Begriffe geklärt werden, die für das Verstehen der Modelle Voraussetzung sind, soll schließlich auf die Effort Modelle der beiden Dolmetschdisziplinen Simultandolmetschen und Konsekutivdolmetschen eingegangen werden als auch auf die Probleme, die beim Dolmetschen auftreten können und die sich anhand dieser Modelle besonders gut identifizieren lassen. Ein besonderes Augenmerk dieser Arbeit liegt darauf, inwieweit solche theoretischen Modelle Dolmetschern bzw. Dolmetschstudenten praktisch zugutekommen. Dazu soll der praktische Nutzen dieser Modelle analysiert und illustriert werden. Die ausgewerteten Ergebnisse werden schließlich in einer Zusammenfassung dargestellt. Im letzten Teil dieser Arbeit werden schließlich aus Perspektive der Autorin noch einige kritische Anmerkungen zur Vollständigkeit dieser Modelle gemacht.
Excerpt (computer-generated)
Leopold-Franzens Universität Innsbruck
Institut für Translationswissenschaft
,,Giles Effort Model für das Konsekutivdolmetschen"
Seminararbeit
im Rahmen des Seminars
Aktuelle Probleme der Dolmetschwissenschaft
SS 2007
eingereicht von:
Daniela Fettig
Innsbruck, Juli 2007
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Konsekutivdolmetschen 3
2.1 Was ist Konsekutivdolmetschen? 3
2.2 Vor- und Nachteile beim Konsekutivdolmetschen 4
2.2.1 Vorteile 4
2.2.2 Nachteile für Sitzungsteilnehmer 5
3. Daniel Gile 5
4. Giles Effort Models ein Überblick 5
4.1 Warum Modelle? 5
4.2 Verarbeitungskapazität und Dolmetsch
Efforts
6
4.2.1 The Listening and Analysis or Comprehension Effort 6
4.2.2 The Production Effort 7
4.2.3 The Memory Effort 8
4.3 Ein Modell für das Simultandolmetschen 10
4.4 Probleme im Zusammenhang mit der Verarbeitungskapazität 11
4.4.1 Operationelle Anforderungen 11
4.4.2 Problemauslöser 12
4.4.3 Probleme durch ungleiche Inanspruchnahme der Efforts 13
4.4.4 Antizipieren 14
4.5 Ein Modell für das Konsekutivdolmetschen 14
4.5.1 Operationelle Anforderungen 15
4.5.2 Konsekutivdolmetschen, Verarbeitungskapazität und Notizen 16
4.5.3 Taktiken für das Konsekutivdolmetschen 17
5. Zusammenfassung 18
6. Kritische Anmerkungen 18
6.1 Output Kontroll-Effort 18
6.2 Faktor Vorwissen 19
7. Literaturverzeichnis 20
2
1. Einleitung
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Daniel Giles
Effort
oder zu deutsch
Kapazitäten
Modellen
für das Dolmetschen. Da die Arbeit hauptsächlich das
Effort Model
für das
Konsekutivdolmetschen behandelt, soll diese Dolmetschdisziplin zunächst näher definiert
werden und auf dessen Vor- und Nachteile eingegangen werden. Anschließend wird Daniel
Gile selbst AIIC-Dolmetscher und Erfinder der
Effort Models
vorgestellt, damit sich der
Leser ein besseres Bild von seinem wissenschaftlichen Hintergrund machen kann. Nachdem
im Anschluss daran die Gründe für solche Kapazitätenmodelle dargelegt werden und
grundlegende Begriffe geklärt werden, die für das Verstehen der Modelle Voraussetzung sind,
soll schließlich auf die
Effort Modelle
der beiden Dolmetschdisziplinen Simultandolmetschen
und Konsekutivdolmetschen eingegangen werden als auch auf die Probleme, die beim
Dolmetschen auftreten können und die sich anhand dieser Modelle besonders gut
identifizieren lassen.
Ein besonderes Augenmerk dieser Arbeit liegt darauf, inwieweit solche theoretischen Modelle
Dolmetschern bzw. Dolmetschstudenten praktisch zugutekommen. Dazu möchte ich den
praktischen Nutzen dieser Modelle analysieren und illustrieren und die Ergebnisse, zu denen
ich dabei komme, auswerten und in einer Zusammenfassung darstellen.
Im letzten Teil dieser Arbeit werde ich schließlich aus eigener Perspektive als
Dolmetschstudentin noch einige kritische Anmerkungen zur Vollständigkeit dieser Modelle
machen.
2. Konsekutivdolmetschen
2.1 Was ist Konsekutivdolmetschen?
Nach Gillies (2005: 3) ist Konsekutivdolmetschen ,,one of the two skills of what we call
conference Interpreting. The speech may be anything between a minute and twenty minutes
in length and the interpreter will rely on a combination of notes, memory and general
knowledge to recreate their version of the original."
Die deutsche Dolmetschagentur
akzente Konferenzdolmetscher
(http://www.akzente-
sprachen.de/deutsch/konsekutivdolmetscher.html ) liefert folgende Definition für das
Konsekutivdolmetschen:
,,
Das Konsekutivdolmetschen ist die klassische Form des
Dolmetschens im Anschluss bzw. im Wechsel mit dem Redner. Die Rede oder der
betreffende Teil der Ausführungen eines Referenten wird unmittelbar nach dem
3
Originalvortrag in die gewünschte Sprache übertragen. Dabei benützt der Dolmetscher
stichwortartige Aufzeichnungen, die er während der Rede unter Zuhilfenahme einer
individuell erarbeiteten Mischung aus Abkürzungen und Symbolschrift erstellt hat. Ein
Vortrag dauert somit also doppelt so lange. Aus diesem Grund ist das Konsekutivdolmetschen
im Laufe der Zeit zunehmend durch das Simultandolmetschen verdrängt worden. Heutzutage
kommt ein Konsekutivdolmetscher vor allem bei politischen Ereignissen, wie z. B. bei
Staatsbesuchen, Dienstreisen, Tischreden etc. zum Einsatz."
Déjean Le Féal (1999: 304) beschreibt Konsekutivdolmetschen als die natürlichste Art des
Dolmetschens (hierbei nennt sie z. B. Kinder von Einwandererfamilien als
natürliche
Konsekutivdolmetscher)
und älteste Form der Sprachmittlung. Weiters geht sie auf die
geschichtliche Entwicklung des Konsekutivdolmetschens als Beruf ein, indem sie erläutert,
dass erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge einer ,,verstärkten Institutionalisierung und
Intensivierung des internationalen Gedankenaustausches" das Konsekutivdolmetschen zu
einer gängigen Sprachmittlungstechnik weiterentwickelt wurde, womit dann ebenfalls der
Beruf des Konferenzdolmetschers geboren war. Aber sie räumt e auch in, dass das
Konsekutivdolmetschen heute an Bedeutung verloren hat, da das Simultandolmetschen bei
multilateralen Gesprächen und Verhandlungen eine immer größere Rolle einnimmt und somit
die Konsekutivtechnik für den Konferenzdolmetscher heute eher eine zweitrangige Rolle
spielt. Nichtsdestotrotz wird das Konsekutivdolmetschen auch heute noch von einigen
Dolmetschdozenten als ,,Königsdisziplin" des Dolmetschens angesehen, da das
Konsekutivdolmetschen vor allem die Fähigkeit zur Abstraktion erfordert (und bei
regelmäßigem Üben fördert).
2.2 Vor- und Nachteile beim Konsekutivdolmetschen
2.2.1 Vorteile
Die Vorteile beim Konsekutivdolmetschen im Vergleich zum Simultandolmetschen sind
Folgende (vgl. Déjean Le Féal, 1999: 304-305 und http://www.akzente-
sprachen.de/deutsch/konsekutivdolmetscher.html):
Vorteile für den Konferenzdolmetscher:
+ bei unverständlicher Aussage kann der Dolmetscher beim Redner nachfragen
+ der Dolmetscher wird voll in das Kommunikationsgeschehen eingebunden
+ Selbstständigkeit: der Dolmetscher kann das Sprechtempo selbst bestimmen
+ relativ großer Spielraum bei der sprachlichen Neugestaltung des Ausgangstextes
4
Vorteile für den Veranstalter:
+ keine Simultananlage erforderlich (Kostenersparnis)
+ je nach Dauer der Veranstaltung wird eventuell nur ein Dolmetscher benötigt (idem)
2.2.2 Nachteile für Sitzungsteilnehmer
mehr Zeitaufwand (die Verdolmetschung muss zeitlich eingeplant werden)
die Konferenz wird undynamisch (Sitzungsteilnehmer langweilen sich)
3. Daniel Gile
Der Franzose Daniel Gile wurde 1948 geboren und ist seit 1970 wissenschaftlicher und
technischer Übersetzer. Er ist ehemaliger Mathematiker, außerdem AIIC-
Konferenzdolmetscher und hat einen Doktortitel in Japanisch und Sprachwissenschaft. 1987
wurde er Assistenzprofessor am INALCO in Paris und 1989 Leiter des
Institut Supérieur
d′Interprétation et de Traduction in Paris
, ab 1993 unterrichtete er schließlich an der
Catholic
University of Leuven
und seit 1995 ist er als Dolmetschprofessor an der
Université Lumière
in
Lyon tätig.
Des Weiteren ist er ehemaliges Mitglied des AIIC Forschungskomitees sowie Präsident der
EST - European Society for Translation Studies
. Darüber hinaus war er Mitherausgeber
mehrerer wissenschaftlicher Publikationen im Bereich Dolmetschwissenschaft. Außerdem ist
er Mitglied in verschiedenen universitären Wissenschaftskomitees in Japan, Südafrika, der
Tschechischen Republik, Australien, Saarbrücken und Shanghai.
Er hat über 160 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, sowie einige Bücher zum
Dolmetschen und zur Dolmetsch- und Translationswissenschaft (vgl. http://perso.
orange.fr/daniel.gile/DGCVEN.htm).
4. Giles Effort Models ein Überblick
4.1 Warum Modelle?
Gile entwickelte seine Kapazitätenmodelle seit Ende der 1970er aus verschiedenen Gründen.
Zunächst einmal wurde Gile klar, dass eine der größten Herausforderungen beim
Dolmetschen die grundlegende Schwierigkeit des Dolmetschens für den Dolmetscher an sich
darstellt. Seine Modelle sollen dem Dolmetscher also dabei helfen, verschiedene Strategien
und Taktiken auszuwählen und zu entwickeln, um eine bessere Dolmetschleistung zu
erzielen. Außerdem versucht er anhand seiner Modelle, mögliche Erklärungen für
5
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