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Essay, 2009, 12 Seiten
Autor: Michał Krus
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Jahr: 2009
Seiten: 12
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-44028-3
ISBN (Buch): 978-3-640-44033-7
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Zusammenfassung / Abstract
Bei den vielen verschiedenen Übersetzungstheorien fällt es auf, dass man zwischen zwei Gruppen unterscheiden kann: 1) die, die sich rein theoretisch mit Übersetzen auseinandersetzen und 2) die, die praktisch anwendbar sind. Die Grenzen sind unklar. Jede Theorie beinhaltet Erfahrung des Autors mit dem Übersetzen, die direkt oder indirekt hilfreich sein kann. Nichtsdestotrotz sind es die linguistischen Aufsätze, die extra dazu geschrieben worden sind ein konkretes, fachliches Werkzeug für die Übersetzungsarbeit anzubieten. Dazu gehört der Aufsatz von Werner Koller „Einführung in die Übersetzungswissenschaft“, indem er sich unteranderem mit der: „Differenzierung des Äquivalenzbegriffes“ auseinandersetzt. Diese werde ich kurz zusammenfassen, um dann den Versuch durchzuführen zwei von meinen auf Polnisch geschriebenen Gedichten ins Deutsch zu übersetzen. Dabei soll der Prozess des Übersetzens auch dem Versuch dienen folgende Fragen zu beantworten: Ist es vorteilhaft, dass der Autor und Übersetzer eine Person sind? Sind tatsächlich alle geschriebenen Texte übersetzbar? Koller geht davon aus, dass alle geschriebenen Texte übersetzbar sind. Entweder existiert die Möglichkeit wortwörtlich zu übersetzen oder, wenn es nicht der Fall ist, können Umschreibungen, Kommentare und Erklärungen in unterschiedlichen formalen Art und Weisen verwendet werden. „Übersetzungen kommen in der Regel nicht ohne kommentierende, interpretierende, bearbeitende, kürzende und erweiternde Verfahren aus, wenn sie bestimmte Werte des AS-Textes dem zielsprachlichen Leser vermitteln, bzw. Wenn sie versteh- und lesbar sein sollen.“ (Koller (1992): S.267). In seiner Theorie führt er den Begriff der Äquivalenz ein, der die gleichwertige Beziehung zwischen dem Ausgangstext (dem Original) und dem Zieltext (der Übersetzung) zum Ausdruck bringen soll. Dabei unterscheidet er, anhand von F. G. Königs Terminologie, sieben Äquivalenzrahmen: 1) denotative, 2) konnotative, 3) textnormative, 4) pragmatische, 5) formale, 6) textintendierte und 7) finalistische. Er konzentriert sich dabei auf die ersten fünf, da sie zu den textuellen Äquivalenztypen gehören und „[…] auf die Übersetzungseinheiten bezogen sind.“ (ebd.: S.226).
Textauszug (computergeneriert)
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Theorien der literarischen Übersetzung
Wintersemester 2008/2009
Äquivalentes Übersetzen
Michal Krus
2.Semester
Bei den vielen verschiedenen Übersetzungstheorien fällt es auf, dass man
zwischen zwei Gruppen unterscheiden kann: 1) die, die sich rein theoretisch mit
Übersetzen auseinandersetzen und 2) die, die praktisch anwendbar sind. Die
Grenzen sind unklar. Jede Theorie beinhaltet Erfahrung des Autors mit dem
Übersetzen, die direkt oder indirekt hilfreich sein kann. Nichtsdestotrotz sind es die
linguistischen Aufsätze, die extra dazu geschrieben worden sind ein konkretes,
fachliches Werkzeug für die Übersetzungsarbeit anzubieten.
Dazu gehört der Aufsatz von Werner Koller
,,Einführung in die
Übersetzungswissenschaft"
, indem er sich unteranderem mit der: ,,
Differenzierung
des Äquivalenzbegriffes"
auseinandersetzt. Diese werde ich kurz zusammenfassen,
um dann den Versuch durchzuführen zwei von meinen auf Polnisch geschriebenen
Gedichten ins Deutsch zu übersetzen. Dabei soll der Prozess des Übersetzens auch
dem Versuch dienen folgende Fragen zu beantworten: Ist es vorteilhaft, dass der
Autor und Übersetzer eine Person sind? Sind tatsächlich alle geschriebenen Texte
übersetzbar?
Koller geht davon aus, dass alle geschriebenen Texte übersetzbar sind.
Entweder existiert die Möglichkeit wortwörtlich zu übersetzen oder, wenn es nicht der
Fall ist, können Umschreibungen, Kommentare und Erklärungen in unterschiedlichen
formalen Art und Weisen verwendet werden. ,,Übersetzungen kommen in der Regel
nicht ohne kommentierende, interpretierende, bearbeitende, kürzende und
erweiternde Verfahren aus, wenn sie bestimmte Werte des AS-Textes dem
zielsprachlichen Leser vermitteln, bzw. Wenn sie versteh- und lesbar sein sollen."
(Koller (1992): S.267). In seiner Theorie führt er den Begriff der Äquivalenz ein, der
die gleichwertige Beziehung zwischen dem Ausgangstext (dem Original) und dem
Zieltext (der Übersetzung) zum Ausdruck bringen soll. Dabei unterscheidet er,
anhand von F. G. Königs Terminologie, sieben Äquivalenzrahmen: 1) denotative, 2)
konnotative, 3) textnormative, 4) pragmatische, 5) formale, 6) textintendierte und 7)
finalistische. Er konzentriert sich dabei auf die ersten fünf, da sie zu den textuellen
Äquivalenztypen gehören und ,,[...] auf die Übersetzungseinheiten bezogen sind."
(ebd.: S.226). Die zwei letzten Äquivalenzen befinden sich auf einer außertextuellen
Ebene eine bezieht sich auf die Funktion, die der Autor selbst seinem Text zuweist
1
und die andere ist die Funktion, die die Übersetzung haben soll (vgl. ebd.: S.226).
Deswegen sind sie für den Prozess des Übersetzen irrelevant.
Was aber für den Übersetzer wesentlich sein sollte, ist nach Kollers Worten
die Vorbereitungsphase vor dem eigentlichen Übersetzungsprozess: ,,Der Übersetzer
[...] hat bei jedem Text als Ganzen wie auch bei Textsegmenten die Aufgabe, eine
Hierarchie der in der Übersetzung zu erhaltenden Werte
aufzustellen, aufgrund
deren er eine
Hierarchie der Äquivalenzforderungen
bezüglich des betreffenden
Textes bzw. des betreffenden Textsegmentes ableiten kann." (ebd.: S.266). Daraus
resultiert, dass der Übersetzer sich erst mit dem Original ausführlich
auseinandersetzen muss. Dabei muss er sich auf die Übersetzungsrelevanten
Äquivalenzen fokussieren: ,,Der Aufstellung einer solchen Hierarchie der zu
erhaltenden Werte muss eine
übersetzungsrelevante Textanalyse
vorausgehen."
(ebd.: S.266). Als erstes wird festgestellt, inwieweit die Form eine bedeutsame Rolle
in dem Text spielt. Hauptsächlich kann man zwischen drei Texttypen unterscheiden:
1) informativen, 2) expressiven und 3) operativen, die sich noch in zahlreiche
Textsorten unterteilen lassen (vgl. Reiß (1983)). Jeder von den einzelnen Typen
impliziert eine andere Vorgehensweise und grenzt dabei die Zahl von relevanten
Äquivalenzrahmen ein, bzw. macht die erwähnte Hierarchie deutlicher. Dies wird
anschaulicher anhand von meinem Beispielgedicht.
A propos
Gdzie jzyk
któremu na pytanie
próbowano znale
odpowied
Gdzie jzyk
który wkladany
pod gilotyn
uciekal do retoryki
Jzyk nasz
myli wizal z ludmi
ludzi wizal ze sob
Es handelt sich um Lyrik, die als Textsorte eindeutig zu den expressiven
Texttypen gehört. Dementsprechend kann man schon die Relevanz von zwei
2
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