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Das Phänomen Spiel unter besonderer Berücksichtigung als Medium für soziales Lernen

Autor: Anonym
Fach: Pädagogik - Allgem. Didaktik, Erziehungsziele

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Details

Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 73
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 5204 KB
Archivnummer: V13603
ISBN (E-Book): 978-3-638-19215-6

Textauszug (computergeneriert)

Universität Passau
Philosophische Fakultät

Lehrstuhl für Grundschuldidaktik

Schriftliche Hausarbeit
zur Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grundschulen

Das Phänomen "Spiel"
unter besonderer Berücksichtigung
als Medium für soziales Lernen

eingereicht von

Daniela Schamp

Sommersemester 2003

Inhaltverzeichnis

0. Meditativer Einstieg ... 5

1. EINLEITUNG ... 5

2. THEORIE DES SPIELS ... 6
2.1 Der Begriff "Spielen" in der Alltagssprache ... 6
2.2 Der Versuch einer Definition für das Phänomen Spiel ... 8
2.3 Merkmale des Spiels nach Hans Scheuerl ... 8
2.3.1 Das Moment der Freiheit: ... 9
2.3.2 Das Moment der inneren Unendlichkeit ... 9
2.3.3 Das Moment der Scheinhaftigkeit ... 9
2.3.4 Das Moment der Ambivalenz ... 10
2.3.5 Das Moment der Geschlossenheit ... 10
2.4 Merkmale des Spiels nach Hans Mogel ... 11
2.5 Klassifizierung des Spielphänomens ... 12
2.5.1 Der Gliederungsversuch nach Norbert Kluge als kategoriale Bestimmung ... 12
2.5.1.1 Das freie Spiel ... 12
2.5.1.2 Das geregelte Spiel ... 13
2.5.2 Unterteilung der Spiele nach Piaget ... 13
2.5.2.1 Übungsspiel ... 14
2.5.2.2 Symbolspiel ... 14
2.5.2.3 Regelspiel ... 15

3. SPIELEN IN DER SCHULE ... 16
3.1 Unterscheidung: Spielen - Lernen ... 17
3.2 Lernen im Spiel ... 18
3.3 Spielformen in der Schule ... 18
3.3.1 Rollenspiele ... 19
3.3.2 Regelspiele ... 19
3.3.3 Lernspiele ... 19
3.4 Gefahr der Instrumentarisierung des Spiels ... 20
3.5 Konsequenzen für den Spieleinsatz in der Schule ... 21

4. SOZIALES LERNEN IN DER SCHULE ... 22
4.1 soziales Lernen im Lehrplan ... 22
4.2 Begriffsklärung ... 23
4.3 Kinder brauchen Kinder zum sozialen Lernen ... 24
4.3.1 Erwachsenen-Kind-Beziehung ... 24
4.3.2 Kind-Kind Beziehung ... 25
4.3.3 Anforderungen für eine gelingende Freundschaft ... 25
4.4 Zur Problematik soziales Lernen zu lehren ... 26
4.4.1 Das Dilemma sozialer Lernziele: Als Programm führen sie in "Beziehungsfallen" ... 26
4.4.2 Lernzielkatalog nach Herdegen: ... 26
4.4.3 Die Gefährdung sozialer Lernziele in der Schule ... 27

5. SPIELE ALS MÖGLICHKEIT SOZIALES LERNEN ZU FÖRDERN ... 28
5.1 Förderung von Grundqualifikationen ... 28
5.1.1 Flexibler Umgang mit der Regel ... 28
5.1.2 Soziale Sensibilität ... 29
5.1.3 Fähigkeit zur Kommunikation ... 29
5.2 Zusammenfassung und Vertiefung: Möglichkeit der Verwirklichung sozialen Lernens in der Schule durch Spiel: ... 30
5.3 Beispiel für soziales Lernen anhand von kooperativen Spielen ... 31
5.3.1 Die Struktur kooperativer versus konkurrenzorientierter Spiele ... 31
5.3.2 Durchführung von Spielstunden ... 32
5.3.3 Resümee: Chancen und Grenzen sozialen Lernens durch Kooperationsspiele: ... 36

6. DURCHFÜHRUNG DES PROJEKTS "KINDERSPIELZIRKUS" ... 39
6.1 Soziales Lernen braucht eine gewisse Atmosphäre ... 39
6.1.1 Tragen und Ertragen: beim Pyramidenbau ... 40
6.1.2 Abstimmungsprozesse: beim Jonglieren ... 41
6.1.3 Soziale Interaktion: beim Clownspielen ... 42
6.1.4 Auftreten vor Publikum ... 43
6.1.5 Zirkusaufführungen als soziales Kunstwerk ... 44
6.2 Vorstellung des Projekts "Kinderspielzirkus" ... 45
6.2.1 Pädagogische Grundüberlegung zur inhaltlichen Gestaltung ... 46
6.2.1.1 Freies Spielen im Kinderspielzirkus ... 47
6.2.1.2 Geregelte Spiele in der Gruppe ... 48
6.2.2 Organisatorische Hinweise: ... 48
6.2.3 Ablauf des Zirkusprojekts ... 51
6.2.4 Evaluation ... 57
6.2.4.1 Arbeitsblatt ... 58
6.2.4.2 Zirkuszeitung ... 59
6.2.4.3 Abschlussrunde ... 63
6.2.5 Allgemeine Bewertung des Projekts ... 64

7. SCHLUSSBEMERKUNG ... 65

8. ANLAGE ... 66
8.1 Presseberichte ... 66
8.2 Elternbrief ... 67
8.3 Urkunde ... 68

9. LITERATURVERZEICHNIS ... 69

 

0. Meditativer Einstieg


Wir spielen in der Schule
Wir spielen Schule
Wir schulen Spiel

Verschulen wir das Spiel?
Verspielen wir die Schulzeit?
Hat Schule verspielt?
Haben wir in der Schule verspielt?

Wir lernen durch Spiel
Wir lernen spielend
Wir spielen lernend

Schulende Schule hat verspielt
Man kann das Spiel verlernen
Man kann das Lernen verlernen

Schulen - Lernen - Spielen
Schulen lernen spielen1

 

1. EINLEITUNG
"Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt"2

Wenn man Kinder beim Spielen beobachtet, kann man dieses Zitat von Schiller nachvollziehen: Die Art, wie die Kinder glückselig vertieft in der eigenen Welt des Spiels sind, lässt die Bedeutung des Spiels für die Menschen erahnen. Insbesondere für Kinder ist Spielen besonders wichtig, was sich schon alleine darin zeigt, dass es im Alltagsverständnis einfach zum Wesen des Kindes gehört zu spielen. Auch wenn Erwachsene an ihre eigene Kindheit zurückdenken, fallen sofort die Lieblingsspiele ein, von denen man sich in ihren Bann ziehen lies und die jedes Mal von neuem faszinierten. Wenn man sich als Erwachsener mit Kindern beschäftigt, ist es wichtig, sich die Welt der Kinder ins Bewusstsein zu rufen mit all ihren Gefühlen, Gedanken, Regeln und vor allem auch Spielen.

Deswegen möchte ich mit dieser Arbeit einen Einblick in das Phänomen "Spiel" geben sowie seine Möglichkeit, soziales Lernen zu fördern. Ausgangspunkt dafür sind theoretische Grundlagen des ,,Spiels", wie Definitionen, Merkmale und Theorien. Auf der Grundlage der theoretischen Ansätze wird in den folgenden Kapiteln der Einsatz von Spielen in der Schule erörtert, besonders gehe ich auf eventuelle Möglichkeiten ein, soziales Lernen durch Spiele zu initiieren. Dabei nehme ich Bezug zu Kooperationsspielen, die ich in der 1. Klasse der Grundschule Sonnen durchführte. Ebenso stelle ich das von mir geplante und geleitete Projekt "Kinderspielzirkus" als Ort sozialen Lernens vor.

Meine persönliche Schlussbemerkung spiegelt meine Erfahrungen wider, die ich während des Kindespielzirkus in Breitenberg und während der Spielstunden in der Grundschule Sonnen gesammelt habe und schließt meine persönliche Meinung zum ,,Kind - Spiel - Verhältnis" ein.

2. THEORIE DES SPIELS
2.1 Der Begriff "Spielen" in der Alltagssprache
"Spielen ist schon eine merkwürdige Sache"3 Einerseits lassen sich höchst verschiedenartige Tätigkeiten unter dem Begriff "Spiel" zusammenfassen, auf der anderen Seite sind ein und dieselben Tätigkeiten wahrlich nicht immer als "spielen" zu bezeichnen. Beispielsweise sprechen wir vom Klavier-"spielen", obwohl das, was die Allgemeinheit als "Spiel" bezeichnet, ein Pianist oft als harte Arbeit, ein Musikkenner als "Kunst" definieren würde.

In der Alltagssprache finden sich eine Unzahl von Verwendungen des Wortes "Spiel", von ,,wie das Leben so spielt" über ,,die Phantasie spielen lassen ", oder ,,spielend gemeistert". Andere Bei-"Spiele" wären auch "sein Ansehen auf′s Spiel setzen" oder "mit dem Feuer spielen". In eben erwähnten Redewendungen4 - kommt zwar der Wortstamm ,,spiel" vor, jedoch immer in einer anderen semantischen Bedeutung. Die Katze spielt anders mit der Maus als ein Kleinkind mit Bauklötzen, Skatspiel ist etwas deutlich anderes als Verstecken.

[...]


1 Warns E., die spielende Klasse, S. 2.

2 Schiller F., Über die ästhetische Erziehung des Mensch, S. 37.

3 Bielefeld J., Spiel und Spielen in der Grundschule, S. 51.

4 vgl. Kluge N., Das Unterrichtsspiel, S.9.

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