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Fachbuch, 2009, 98 Seiten
Autor: Thomas Ringel
Fach: Psychologie - Allgemeine Psychologie
Details
Jahr: 2009
Seiten: 98
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-43869-3
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Zusammenfassung / Abstract
Thomas M. Ringel beschreibt als Seniorentherapeut und Verkehrsreferent in seinem wissenschaftlich angewandten Studienbuch „Die Alterspsyche“ die Phänomene, Kausalitäten und Interventionen in der Alterspsychologie. Hierzu zählen die Persönlichkeitsveränderungen im Alter, die prozessuale Persönlichkeitsentwicklung, Veränderung von Gehirn und Psyche, die Untersuchung zum Verhalten Älterer, depressive Erscheinungsformen und das Fazit zur Alterspsyche. Die Ausführungen werden ergänzt durch praktische Lebensbeispiele, Ressourcenfindung- und Erhaltung sowie eine explizite Studie über das Verhalten älterer Autofahrer und deren Kompensationsmöglichkeiten.
Textauszug (computergeneriert)
Die Alterspsyche
Phänomene, Kausalitäten und
Interventionen in der Alterspsychologie
von
Thomas Michael Ringel
Seniorentherapeut
M.A. hon (USA)
Autor und Herausgeber
Urheberrechtlich geschützt. Nachdruck verboten!
Seite 1
Inhaltsverzeichnis
Curriculum Vita des Autors
5
1.
Einleitung
6
2.
Wann wollen Arbeitnehmer in Deutschland in Rente gehen?
7
2.1.
Ältere Arbeitnehmer - altersspezifische Risiken
9
3.
Persönlichkeitsveränderungen im Alter
0 11
3.1.
Festgelegte Persönlichkeitsmerkmale
0 12
3.2.
Der alte Mensch im psychologischen Prozess
0 13
3.3.
Persönlichkeitsentwicklung als Prozess
0 16
3.3.1.
Veränderung von Gehirn und Psyche
0 16
3.4.
Untersuchung zum Verhalten Älterer
0 17
4.
Resilienz als Verhalten im Alter
0 18
4.1.
Resilienz als protektives Persönlichkeitsmerkmal im Alter
0 19
4.2.
Förderung von Resilienz
0 22
4.3.
Intervention
0 24
4.4.
Konflikt- und Bewältigungsstrategien
0 24
5.
Emotionales Verhalten im Alter
0 25
5.1.
Befragung und Analyse von Emotionalität älterer Menschen
0 26
6.
Sexualverhalten älterer Menschen
0 29
6.1.
Sexuelle Neuanpassungen und Lebensveränderungen im Alter
0 30
7.
Suchtabhängigkeit im Alter
0 32
7.1.
Alkoholabhängigkeit im Alter
0 34
8.
Affektive Besonderheiten im Alter
0 38
8.1.
Angst - ein besonderes Phänomen
0 38
8.1.1.
Aus Ängsten entstehen Depressionen
38
8.2.
Depressionen im Alter
0 39
8.2.1.
Depressive Erscheinungsformen
0 40
8.2.2.
Therapeutische Maßnahmen bei Depressionen
0 41
8.3.
Suizidgefährdung durch Persönlichkeitsveränderung
0 42
8.3.1.
Interventionen gegen Suizidgefährdung
0 43
8.3.2.
Interventionen bei suizidgefährdeten Personen
0 44
9.
Psychomotorische Störungen als Symptomatik
0 45
10.
Demenzen im Alter
0 46
10.1.
Diagnostik dementieller Erkrankungen
0 46
10.2.
Symptomatik und Erleben des Dementen
0 47
10.2.1 Interventionen bei Demenzen
0 47
10.3.
Der apoplektische Insult
0 48
10.3.1. Das Leben nach einem Apoplex
0 49
10.3.2. Apoplex im Kontext zur Demenz
0 49
10.3.3 Interventionen mit Medikamenten
0 50
10.4.
Prävention zur Vermeidung von Demenzen
0 50
Seite 2
10.5.
Diagnostik für Alzheimer Demenz
0 50
10.6.
Nichtmedikamentöse Therapie der Alzheimer Demenz
0 51
11.
Neuropsychologische Untersuchungsmethoden
0 52
12.
Kognitivität und Neuroplastizität im Alter
0 52
12.1. Anforderungen an die Intervention
0 54
12.2.
Kognitivitätseinbußen bei älteren Menschen
0 54
12.3.
Verbesserung von Konzentration und Gedächtnis
0 55
12.4.
Möglichkeiten des Gedächtnistrainings nach der
0 56
Dr. Stengel Methode
13.
Psychologische Komponente am Beispiel älterer Autofahrer
0 58
13.1.
Besonderheiten bei älteren Autofahrern
0 58
13.2.
Das niederländische Erklärungsmodell zum Verhalten älterer
Autofahrer
0 59
13.3.
Negative Beeinflussung der Fahrtauglichkeit älterer Autofahrer
0 60
13.4.
Reaktionsverhalten älterer Autofahrer
0 60
13.5.
Kompensationsverhalten älterer Autofahrer
0 61
13.6.
Seminarbewertung "Ältere Autofahrer" durch die Teilnehmer
0 62
14.
Die Vorzüge des reifen Alters
0 64
15.
Erfolgreiches Altern aus psychologischer Sicht
0 64
15.1.
Kompetenz durch Aktivität
0 65
15.2.
Kompetenzverständnis im Alter
0 66
16.
Positives und produktives Altern
0 66
17.
Ressourcenerhaltung im Alter
0 68
17.1.
Stärken erkennen und damit lernen
0 68
18.
Authenzität im Alter
0 69
19.
Neue Kraft-neue Stärke-neue ICH-Identität im Alter
0 70
20.
Stressintervention
0 72
21.
Psychotherapeut. Gesprächsführung als Hilfestellung mit Älteren
0 73
21.1.
Personenzentrierte Gesprächspsychotherapie
0 74
21.2.
Verhältnis Klient - Therapeut
0 75
22.
Neurolinguistische Programmierung als Therapieform mit Älteren
0 79
22.1.
Die Grundannahmen von NLP
80
22.2.
Die methodischen Erkenntnisse von NLP
80
22.3.
NLP Prozessinstruktionen
82
23.
Exploratives Altern
85
24.
Der Alltag eines 87-jährigen
86
25.
Erfahrungen zur Psyche älterer Menschen
86
26.
Fazit zur Alterspsyche
87
27.
Schlussbetrachtung
89
28.
Literaturverzeichnis
90
29.
Anhänge
93
30.
Stichwortverzeichnis
96
Seite 3
Bildnachweis
: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. Bonn
Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit älterer Menschen
Informationen zum Verhalten älterer Autofahrer von Seite 58 bis 62
Seite 4
Curriculum Vita
Thomas Michael Ringel
Thomas Michael Ringel, geboren 1965 in Köln
· Studium der Alternswissenschaften, Betriebswirtschaft und Kommunikationspolitik
· Abschluss als Altentherapeut, Finanzökonom und Personalmeister
· Sechsjährige Tätigkeit in der Altenpflege und Seniorenbetreuung
· Langjährige Beschäftigung als Kaufmännischer Angestellter
· Viele Jahre als Moderator, Dozent und Übungsleiter in den Programmen ,,Ältere
Verkehrsteilnehmer" und ,,Kind und Verkehr" im Auftrag des Deutschen
Verkehrssicherheitsrates e.V.
· Publikationen in örtlichen und überregionalen Presseschriften und Fachzeitungen zum Thema Alter
und
Verkehrssicherheit
Seite 5
1. Einleitung
Meine wissenschaftliche Studienarbeit steht unter folgenden Fragestellungen:
1. Ist die Psyche des älteren Menschen wirklich anders oder so gar ein besonderes Phänomen?
2. Liegen wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die eine solche Vermutung unterstützen und bestätigen?
3. Kann unter Berücksichtigung pathologischer Erscheinungen als Ausnahmen, die vorherrschende
negative Ansicht und Meinung zur Alterspsyche korrigiert bzw. widerlegt werden?
Um der Beantwortung dieser Fragen näher zu kommen, sollen verschiedene Aspekte zur psychischen Disposition
älterer Menschen beschrieben und erörtert werden. Anhand der Schilderung des Fahrverhaltens älterer
Kraftfahrer soll aufgezeigt werden, wie altersbedingte Defizite kompensiert werden.
* Bezogen auf Personen, die im Stichjahr 60 Jahre alt sind. Quelle: Statistisches Bundesamt
Seite 6
2. Wann wollen Arbeitnehmer in Deutschland in Rente gehen?
Zu der Frage: "Wie möchten Sie es am liebsten mit dem Austritt aus dem Berufsleben halten?" wurde 1989 von
Arnold 1) eine repräsentative Befragung bei 3.110 Erwachsenen in Deutschland durchgeführt. Die Erhebung fand
bei über 45-jährigen Berufstätigen statt.
Bei der Interpretation des vorliegenden Zahlenmaterials liegt die Vermutung nahe, dass über die Hälfte der
Befragten einen vorzeitigen Austritt aus dem Beschäftigungsverhältnis wünschen, um im Alter ihren
Quelle: Statistische Erhebung nach Arnold, 1989 aus "Altern und Leistung"
Freizeitaktivitäten, Hobbies und privat-sozialen Bindungen nachzugehen.
Für die untersuchte Altersgruppe bedeutet die Frage nach einem vorzeitigen bzw. flexiblen Rentenbeginn eine
wesentliche und auch wichtige Rolle in der Diskussion um ein Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.
Verschiedene Grundüberlegungen wie die nach der individuellen Leistungsfähigkeit als auch der Meinung, nun
genug an erwerbsorientierter Arbeitsleistung erbracht zu haben, spielen dabei für die Frage nach dem Zeitpunkt
des Eintritt in den Altersruhestand eine bedeutende Rolle.
In diesem Zusammenhang steht die Erhebung über das Nachlassen der geistig-seelischen und körperlichen
Leistungsfähigkeit.
Die Befragten weisen als wesentlichsten Eckpunkt des Nachlassens der körperlichen Leistungsfähigkeit
das Alter von 49,88 Jahren aus.
Das Nachlassen der geistig-seelischen Leistungsfähigkeit wird deutlich später gesetzt, nämlich im Mittel bei
58,34 Jahren. In der Selbsteinschätzung gehen diese Eckpunkte in Abhängigkeit vom zunehmenden Alter der
Befragten nach oben. Gleichbleibend jedoch ist auch hier die prägnante Differenz zwischen dem Maß der
körperlichen und der geistigen Leistungsfähigkeit 2).
Damit korreliert auch die Einschätzung der eigenen Befindlichkeit. Denn grundsätzlich wird das
psychische Leistungsvermögen besser eingeschätzt als die körperliche Kraft.
Eine Kausalität zwischen beidem wird nicht hergestellt; beide Bereiche werden als unterschiedliche
Leistungskomponenten aufgefasst 3).
1)
Klaus Arnold, 1989; "Altern und Leistung: Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage" in:
Altern und Leistung, Schriftenreihe der Hamburg-Mannheimer Stiftung für Informationsmedizin,
Band 5, Stuttgart 1991, S. 152 f.
2)
Klaus Arnold, op.cit., S. 153 ff.
3)
Klaus Arnold, op.cit., S. 153 ff.
Seite 7
Die positive Einstufung und Bewertung der psychischen Leistungsfähigkeit kann so verstanden werden, dass die
Anforderungen und Erwartungen an die körperlichen Kräfte höher und stärker aufgefasst werden. Das heißt, die
Frage danach, wann sich ein Individuum nach eigener Einschätzung alt fühlt, macht es vorrangig von seiner
körperlichen Leistungsfähigkeit abhängig.
In untenstehender "Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit" sind signifikante Differenzen vor allem
hinsichtlich der negativen Befindlichkeit ("sehr schlecht" und "ziemlich schlecht") ausgewiesen.
So fühlen sich die hier über 70-jährigen Befragten zwar psychisch noch zu 53% "sehr gut" aber physisch nur noch
zu 43%.
Wo in der psychischen Leistungsfähigkeit große Einschränkungen in Höhe von 2% ("sehr schlecht") angeben,
sind es im Bereich der physischen Leistungsfähigkeit bereits 8% ("sehr schlecht" und zusätzlich:"ziemlich
schlecht").
Quelle: Hamburg-Mannheimer-Stiftung für Informationsmedizin, 1989
Seite 8
2.1. Ältere Arbeitnehmer - altersspezifische Risiken
Es existieren altersspezifische Beschäftigungsrisiken, diese werden definiert über niedrige schulische und
berufliche Ausbildung.
Viele ältere Arbeitnehmer sind den körperlichen Belastungen nicht mehr gewachsen (z.B. Handwerk, Bau,
Produktion). Es gibt nur sehr wenige individuelle Handlungsspielräume.
Es gibt einen Wandel und Veränderungsprozesse im Arbeitsalltag, die seit Jahren fortlaufend voran schreiten.
Manager und Führungskräfte arbeiten im Vergleich zu anderen älteren Arbeitnehmern länger, oftmals bis zum
65. Lebensjahr.
Dienstleistungsbereiche werden ausgebaut und forciert.
Die Altersstruktur in den größeren Betrieben verschiebt sich von den älteren zu den jüngeren Jahrgängen (vgl.
Hoffmann , S. 318 ff.).
Der Rückgang älterer Arbeitnehmer über 60 Jahre ist signifikant.
Es ist noch ein besonderes Privileg mit über 63 Jahre zu arbeiten, meistens sind es Selbstständige, Freiberufler
und hochqualifizierte Führungskräfte.
In Deutschland besteht noch ein ausreichendes staatliches Rentenniveau (2007). Renten in anderen
Industriestaaten, wie z.B. USA und Japan sind deutlich niedriger.
Zurzeit (2007) besteht in Deutschland noch keine nennenswerte Altersarmut, da viele Rentner zusätzliche
Betriebsrenten, private Alterszusatzrenten und Auszahlungen aus Lebensversicherungen beziehen.
Erwerbsfähige Frauen kehren oftmals nach Geburt ihrer Kinder in den Beruf zurück, sie arbeiten zunehmend in
Teilzeitarbeit, besonders die Frauen zwischen 50 und 60 Jahre.
Ab 2010 steigt die Nachfrage nach älteren Fach- und Führungskräften in Deutschland und Europa
immens, da der Zugriff auf jüngere Arbeitnehmer abnimmt wegen rückläufiger Geburten in den letzten 25 Jahren
und einer zunehmenden Verrentung älterer und ausscheidender Arbeitnehmer (vgl. Thon 1995, S.295 ff.,
Deutscher Bundestag 1994, S. 56 ff.).
Es wird in Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung mehr ältere als jüngere Arbeitnehmer geben.
Ab 2010 wird es eine rückläufige Nachfrage nach Arbeitsplätzen geben.
Insgesamt werden die Belegschaften immer älter, aufgrund der Entscheidung das Renteneintrittsalter stufenweise
bis 2030 auf 67. Lebensjahre zu erhöhen (Bundestag 2007).
Gleichfalls steigen die Anforderungen an die Arbeitnehmer durch mehr Fachkenntnisse, komplexere Aufgaben,
Flexibilität und höherwertiger Qualifikation.
Der Dienstleistungsfaktor wird weiter steigen.
Die volle Auswirkung wird sich ab 2010 abzeichnen.
Ältere Arbeitnehmer sind für den heutigen Arbeitsmarkt problematisch, weil sie oft der Beschäftigungssituation
nicht mehr gewachsen sind.
Ältere Langzeitarbeitslose verlieren den Anschluss an den Arbeitsmarkt, sie werden frühzeitig
ausgegliedert und frühverrentet.
Bei älteren Arbeitnehmern verändert sich die Struktur des Leistungsvermögen (vgl. Lang, Arnold 1991 und
Neumann 1995), das bedeutet funktionale Fähigkeiten nehmen ab, dagegen nehmen prozessübergreifende
Kompetenzen zu.
Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis nehmen nicht ab.
Zur Belastung älterer Arbeitnehmer gehören physische Arbeit, Akkord, Schichtarbeit und Arbeitshygiene.
Es treten zunehmend gesundheitliche Probleme auf, wie z.B. die Zunahme von Krankheiten und Behinderungen.
Seite 9
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