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Untertitel: Am Beispiel von "Il libraio di Selinunte" von Roberto Vecchioni
Bachelorarbeit, 2009, 36 Seiten
Autor: B.A. Lissa Sum
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Tags: Hilfsmittelkunde, Onlinerecherche, Recherchewerkzeug, Internet, Literaturübersetzung
Jahr: 2009
Seiten: 36
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-44391-8
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Zusammenfassung / Abstract
Das Internet und seine Errungenschaften sind aus unserem Alltag und Arbeitsleben kaum mehr wegzudenken. Das 1989 von Tim Berners-Lee als Austauschplattform und Sammelstelle für Wissen erfundene World Wide Web (WWW) ist seit seiner Entstehung zu einer unvorstellbar mächtigen Datenbank angewachsen, die jeden Tag an Größe hinzugewinnt. Besonders charakteristisch ist, dass diese Datenbank von jeder Person, der ein Internetanschluss zur Verfügung steht, größtenteils kostenlos nutzbar ist. Bei der Arbeit mit dem Internet ist es sehr wichtig darauf zu achten, von wem die Informationen stammen, die weiter Verwendung finden sollen. Dies erfordert die Kenntnis verlässlicher und glaubwürdiger Webseiten. Diese Arbeit ist ein Rekonstruktionsversuch der einzelnen Recherchearbeitsschritte im Internet, die während der Übersetzung des italienischen Buches Il libraio di Selinunte von Roberto Vecchioni in die deutsche Sprache durchgeführt wurden. Die Rekonstruktion lässt nur eine beispielhafte und gekürzte Darstellung der Recherchevorgänge zu. Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Kapitel zwei beschäftigt sich mit dem Gebrauch und der Nützlichkeit des Internets für den Übersetzer. Kapitel drei ist der Wissensgenerierung mittels geokodierten Dateien - dem Suchvorgang anhand von Geotagging - gewidmet. In Kapitel vier werden weitere Hilfsmittel wie Online-Enzyklopädien, Wörterbücher oder Foren anhand einiger Beispiele der Recherchearbeit vorgestellt. Dabei werden der Stellenwert und die Verdienste der Enzyklopädie Wikipedia herausgestellt. Zum Schluss wird hervorgehoben, wie wichtig die Vermittlung vertrauenswürdiger Online-Hilfsmittel in der Lehre ist, um den Studenten hilfreiche Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen die Übersetzungsarbeit erleichtern. Eine Sammlung nützlicher Links für Übersetzer vervollständigt die Arbeit.
Textauszug (computergeneriert)
Neuphilologische Fakultät
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Bachelor-Arbeit
im Studiengang Übersetzungswissenschaft
mit den Sprachen Italienisch und Englisch
vorgelegt von
Lissa Sum
Sommersemester 2009
Erfahrungen mit dem Internet
als modernes Recherchewerkzeug
der Literaturübersetzung am Beispiel von
Il libraio di Selinunte
von Roberto Vecchioni
Die Bachelor-Arbeit wurde verfasst von Lissa Sum
am Seminar für Übersetzen und Dolmetschen
2
1 Einleitung
4
2 Das Internet als Recherchewerkzeug für den Übersetzer
6
3 Die Suche anhand von Geotagging - ein Recherchebeispiel
10
3.1 Selinunte 11
3.2 La Fontana della Ninfa 13
3.3 L′Acropoli ed il Tempio di Era 14
4 Weitere Beispiele der Online-Recherche
18
4.1 Suchmaschinen 18
4.2 Wörterbücher 20
4.3 Online-Enzyklopädien 21
4.4 Webforen 23
5 Zusammenfassung und Ausblick
26
6 Linksammlung
27
7 Literatur- und Quellenverzeichnis
30
7.1 Literatur 30
7.2 Internetquellen 31
7.3 Weiterführende Literatur 32
I Der Autor Roberto Vecchioni
33
II Das Lied
Il libraio di Selinunte
34
3
1 Einleitung
Das Internet und seine Errungenschaften sind aus unserem Alltag und Arbeitsleben kaum
mehr wegzudenken. Das 1989 von Tim Berners-Lee als Austauschplattform und
Sammelstelle für Wissen erfundene World Wide Web (WWW)1 ist seit seiner Entstehung zu
einer unvorstellbar mächtigen Datenbank angewachsen, die jeden Tag an Größe
hinzugewinnt. Besonders charakteristisch ist, dass diese Datenbank von jeder Person, der ein
Internetanschluss zur Verfügung steht, größtenteils kostenlos nutzbar ist.
Das Wissen aus dem ,,Netz" ist dennoch mit Vorsicht zu genießen: hier sind zwar jedem
Unmengen von Informationen frei zugänglich, doch kann auch jede Person problemlos ihr
Wissen, ihre Meinung oder ihre Ideologie veröffentlichen. Bis auf die so genannte
,,Netiquette", eine Sammlung von unverbindlichen Benimmregeln für den Umgang
miteinander im Internet, gibt es bisher weder Qualitätsstandards für die Inhalte von Webseiten
noch Konventionen für Online-Veröffentlichungen, d.h. dass erstens alleine der Verfasser2
eines Textes die Verantwortung dafür trägt und dass es zweitens große Unterschiede bei den
im Netz angebotenen Inhalten und Informationen gibt (vgl. Aulbach 2001: 4). Deshalb ist es
gerade bei der Arbeit mit dem Internet sehr wichtig darauf zu achten, von wem die
Informationen stammen, die weiter Verwendung finden sollen. Dies erfordert die Kenntnis
verlässlicher und glaubwürdiger Webseiten.
Diese Arbeit ist ein Rekonstruktionsversuch der einzelnen Recherchearbeitsschritte im
Internet, die während der Übersetzung des italienischen Buches
Il libraio di Selinunte
von
Roberto Vecchioni in die deutsche Sprache durchgeführt wurden. Diese Rekonstruktion lässt
nur eine beispielhafte und gekürzte Darstellung der Recherchevorgänge zu. Um die einzelnen
Schritte später besser nachvollziehen zu können, wurden im Zuge dieser Arbeit einige
exemplarische Suchvorgänge mit einem so genannten Screen-Recording-Programm
aufgezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Software, die im Hintergrund arbeitet und die
Abläufe in einem ausgewählten Ausschnitt des Bildschirms ,,mitschneidet", d.h. ein Video
aufnimmt, das später zur Auswertung mit einem digitalen Videoplayer abgespielt werden
kann. Im Falle dieser Arbeit wurde dazu eine kostenlose Testversion der Software
SnagIt
benutzt. Als weiteres Hilfsmittel muss an dieser Stelle
Evernote
genannt werden. Hierbei
handelt es sich um ein Freeware-Programm, das per einmaligem Mausklick ganze Webseiten,
markierte Textstellen, Grafiken, Fotografien etc. mit den dazugehörigen notwendigen Daten -
1 Mehr dazu unter: http://www.cern.de/, Stand 3. Juli 2009
2 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit die männliche Form verwendet, es sind damit aber
ausdrücklich beide Geschlechter gemeint
4
wie Webseite und Datum - auf dem Computer speichert und dort jederzeit zum Abruf bereit
stellt.
Da das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf den Erfahrungen liegt, die während des
Übersetzungsprozesses mit der Internetrecherche gemacht worden sind, ist sie als deskriptiv
zu betrachten. Bezüge zu Sekundärliteratur sind aus diesem Grund selten. Dem ist außerdem
hinzuzufügen, das im Zuge der Recherchen zu dieser Arbeit festgestellt wurde, dass die
vorhandene Literatur in Buchform zum Thema Internet und Online-Recherchen weitgehend
veraltet ist, selbst wenn es sich dabei um Werke handelt, die erst vor wenigen Jahren
veröffentlicht wurden. Dies liegt daran, dass das Internet in einem derart rasanten Tempo
wächst und sich wandelt, dass Printmedien kaum eine Chance haben, mit dieser Entwicklung
in Form aktueller Bücher Schritt zu halten.
Ein wichtiger und erwähnenswerter Fortschritt ist hierbei die Ausarbeitung des so genannten
Semantischen Webs, dessen Ziel es ist, die Bedeutung von Informationen für den Computer
lesbar und somit verwertbar zu machen. Auf diese Weise sollen Computer in die Lage
versetzt werden, eines Tages aus der Sammlung des weltweiten Informationsflusses eigenes
Wissen zu generieren.3 Auch die Weiterentwicklung des Web 2.0 - oder wie
Microsoft
es
benennt- der ,,Live-Software" ist hochinteressant, denn sie
ist nicht statisch, sondern kann in Echtzeit reagieren; sie lernt von ihren Nutzern und
wird umso besser, je mehr Menschen mit ihr arbeiten. Das ist für mich eines der
Kernelemente des Web 2.0: Wir schöpfen aus der kollektiven Intelligenz der Masse.
Oft geht es dabei um Datenbanken, die durch Nutzerbeteiligung wachsen und
gedeihen (O′Reilly 2008).
Die Online-Enzyklopädie
Wikipedia
, über die in dieser Arbeit noch gesprochen werden soll,
ist eines der bekanntesten Beispiele dieser Entwicklung.
Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Kapitel zwei beschäftigt sich mit dem Gebrauch und
der Nützlichkeit des Internets für den Übersetzer. Kapitel drei ist der Wissensgenerierung
mittels geokodierten Dateien - dem Suchvorgang anhand von Geotagging - gewidmet. In
Kapitel vier werden weitere Hilfsmittel wie Online-Enzyklopädien, Wörterbücher oder Foren
anhand einiger Beispiele der Recherchearbeit vorgestellt. Dabei werden der Stellenwert und
die Verdienste der Enzyklopädie
Wikipedia
herausgestellt. Zum Schluss wird hervorgehoben,
wie wichtig die Vermittlung vertrauenswürdiger Online-Hilfsmittel in der Lehre ist, um den
Studenten hilfreiche Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen die Übersetzungsarbeit
erleichtern. Eine Sammlung nützlicher Links für Übersetzer vervollständigt die Arbeit.
3 Mehr dazu unter: http://semantisches-web.net/ und http://de.wikipedia.org/wiki/Semantisches_Web, Stand 3.
Juli 2009
5
2 Das Internet als Recherchewerkzeug für den Übersetzer
Der wichtigste Prozess beim Übersetzen ist das Verständnis dessen, was im Ausgangstext
geschrieben steht. Diese Notwendigkeit des vollständigen Begreifens der Aussagen erklärt
den Bedarf von Recherchen:
In Bezug auf das Verstehen des ausgangssprachlichen Textes ist die Rezeptionsphase
dadurch gekennzeichnet, dass der Rezipient die in dem Original verwendeten Zeichen
dekodiert und sprachliches wie außersprachliches Wissen aktiviert. Somit wird in der
Phase der Rezeption ein Verständnis des Textes aufgebaut. Dieser Aufbau vollzieht
sich in einem Wechselspiel von Textwissen und Weltwissendemonstration, wobei
Verfahren der Informationsrecherche zum Beheben von im Rahmen einer
Problemanalyse
offen
gelegten
Wissensdefiziten
unterstützend
eingreifen.
(Austermühl 2001: 83)
Für den Übersetzer sei es für den Fach- oder den Literaturübersetzer ist das Internet zu
einem wertvollen Hilfsmittel geworden, das diese Informationsrecherche erleichtert und im
besten Fall deutlich beschleunigt, denn
durch den medientechnischen Wandel, der sich seit Mitte der 90er Jahre vollzogen hat,
veränderte sich auch die Arbeitsweise des Übersetzers grundlegend und nachhaltig
[...]. Das Internet bietet eine nie da gewesene Informationsfülle, auf die der
Übersetzer zeit- und ortsunabhängig zugreifen kann. Es ist außerdem das schnellste
und aktuellste Medium, über das die Menschheit jemals verfügte [...] (Grauer 2009:
51).
Langwierige Suchen in Bibliotheken, Wörter- oder Fachbüchern und Enzyklopädien sind nur
noch in seltenen Fällen vonnöten und werden in absehbarer Zeit so gut wie überflüssig sein.
Das Internet bietet neben dem World Wide Web (WWW) mit seiner immensen
Wissenssammlung, den Online-Wörterbüchern und Enzyklopädien, auch andere Dienste wie
E-Mail, Foren, die Eigen-Präsentation mittels einer Firmenwebseite und zahlreiche weitere
Möglichkeiten der Vernetzung und Wissensgenerierung. Hierbei kann ,,durchaus von einer
Revolution gesprochen werden, da binnen weniger Jahre der Arbeitsalltag eines Übersetzers
nachhaltig und irreversibel verändert wurde" (Grauer 2009: 53).
Ein Übersetzer muss sich immer wieder neu in die verschiedensten Themengebiete
einarbeiten und sein Wissen in diversen Sparten und Fachgebieten auf den neuesten Stand
bringen, daher ist das Internet eine ideale Plattform für ihn. Es ist von höchster Wichtigkeit,
dass sich der Übersetzer über die Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit seiner Online-
Quellen im Klaren ist und diese auch nur nach Kriterien auswählt, die die Qualität und
Aktualität der angebotenen Informationen sichern. In Bezug auf die Glaubwürdigkeit und
Verlässlichkeit von Internetquellen, hat eine aktuelle Studie der Zürcher Hochschule für
Angewandte Wissenschaften, die in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur Bernet
6
PR zum Thema ,,Internet-Nutzung von Schweizer Medienschaffenden"4 durchgeführt wurde,
gezeigt, dass Journalisten vor allem den Internet-Auftritten von Verwaltungen und
kostenpflichtigen Datenbanken Glauben schenken (vgl. ZHAW et al. 2009):
Abbildung 2.1: Ergebnis der ZHAW-Studie : Glaubwürdigkeit von Internet-Seiten
(Quelle: www.linguistik.zhaw.ch/iam/forschung/journalisten_im_internet)
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Online-Informationen ist deren Aktualität: an keinem
anderen Ort der Welt sind Daten aktueller und kurzfristiger abrufbar als im Internet. Dies
erspart dem Übersetzer den zum Teil kostspieligen Nachkauf aktualisierter Ausgaben von
Wörterbüchern, Fachbüchern und anderen papiernen Nachschlagewerken, die naturgemäß
nicht so aktuell sein können wie ihre digitalen Pendants, doch ist auch an dieser Stelle
Vorsicht geboten:
Die Geschwindigkeit der Informationsverbreitung im Internet erlaubt grundsätzlich
eine hohe Aktualität der verfügbaren Informationen. Trotzdem lassen sich sehr viele
veraltete Informationen im Internet finden [...]. Erschwerend kommt hinzu, dass die
tatsächliche Feststellung der Aktualität im Internet oftmals schwieriger ist als bei
traditionellen Informationsquellen, da häufig das Veröffentlichungsdatum nicht
erkennbar ist [...] (Gräfe 2005: 29).
Mittlerweile ist auf allen glaubwürdigen Seiten das Datum der zuletzt vorgenommenen
Aktualisierung vermerkt und bei Online-Artikeln ist stets das Veröffentlichungsdatum mit
angegeben. Ist diese Information einmal nicht angeführt und wird sie dennoch dringend
benötigt, lassen sich mittels einem Rechtsklick mit der Maus die Seiteninformationen des
geöffneten Browserfensters anzeigen. Dort ist zwar von ,,Modifizierung" die Rede, doch gibt
diese Datumsangabe immerhin Aufschluss darüber, wann zuletzt an der Seite gearbeitet und
4Die vollständige Studie ist hier einzusehen: www.linguistik.zhaw.ch/iam/forschung/journalisten_im_internet
Stand 8. Juli 2009
7
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