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Subtitle: Sehen, Erkennen, Verstehen - eine kleine Monographie
Scholary Paper (Seminar), 2007, 11 Pages
Author: André Chahil
Subject: Art - Painting
Details
Tags: Hamburg, Alfred Lichtwark, Hamburger Kunsthalle, Elbe, Impressionismus, Museumspädagogik, Ikonographie
Year: 2007
Pages: 11
Grade: 1,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-44333-8
ISBN (Book): 978-3-640-44324-6
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Abstract
Zu den Lebzeiten des Malers und Graphikers Leopold von Kalckreuth war Alfred Lichtwark der damalige Museumsdirektor der Kunsthalle in Hamburg. Bei der Umsetzung von Lichtwarks Vorstellung von einem modernen Museum, in welchem man den Besucher mit pädagogischen und unterhaltsamen Mitteln durch die Hallen führen konnte, musste Lichtwark schrittweise vorgehen. An erster Stelle galt es den Sammlungsbestand der Hamburger Kunsthalle vollkommen neu zu ordnen, da das Museum seit seiner Eröffnung 1869 nie konzeptionell geleitet worden war. Ferner war der Sammlungsbestand, welcher hauptsächlich aus Vermächtnissen und Stiftungen Adliger bestand, in Lichtwark´s Augen geradezu ungeeignet für eine pädagogische Museumslandschaft, die nach seinen Vorstellungen von allen Schichten der Mitbürger der Hansestadt Hamburg besucht werden sollte. Lichtwark erkannte sehr früh, dass für die Erreichung seines Ziels, ein Museum pädagogischen Charakters zu schaffen, es unabdingbar war, dass die Besucher ihre gewohnten Seherfahrungen mit den Erfahrungen, die sie als Besucher in der Kunsthalle einnehmen würden, verschmelzen müssten. Nur so, war sich Lichtwark sicher: wenn Kunst und deren kulturellen Inhalte, sich mit den kulturellen Erfahrungen des Betrachters identifizieren lassen, wird der Dialog zwischen einem pädagogisch orientiertem Museum und seinen Besuchern erst gerecht. Durch dieses Planen und Vorhaben formte sich die Idee, Kunst aus Hamburg für Hamburg zu schaffen, bzw. Kunstwerke in Auftrag zu geben und diese in der Kunsthalle in einen neuen Kontext zusammenzutragen. [...]
Excerpt (computer-generated)
INHALTSVERZEICHNIS
I. Von einer Idee bis zur ihrer Umsetzung
2
Alfred Lichtwark & Leopold von Kalckreuth
II. ,,Heimkehrende Werftarbeiter auf der Elbe" (1894)
6
Sehen, Erkennen, Verstehen
1. Im Bildgegenstand
6
2. Die Malweise / künstlerische Fertigkeiten
6
3. Historischer Bezug
7
III. Leopold von Kalckreuth (1855 1928)
8
Impressionist & Realist
Literaturverzeichnis
10
1
I. Von einer Idee bis zu ihrer Umsetzung
Alfred Lichtwark & Leopold von Kalckreuth
<<
Wir wollen nicht ein Museum, das dasteht und wartet, sondern ein Institut, das thätig in
die künstlerische Erziehung unserer Bevölkerung eingreift. 1>>
Zu den Lebzeiten des Malers und Graphikers Leopold von Kalckreuth2 war Alfred Lichtwark3
der damalige Museumsdirektor der Kunsthalle in Hamburg. Dieser oben zitierte Satz, welcher
Lichtwark zu seinem Amtsantritt als Museumsdirektor im Jahre 1886 verkündete, gehört
wohlmöglich zu seinen am häufigsten zitierten Sätzen und prägen zugleich das Bewusstsein
Lichtwarks, mit dem er als Museumsdirektor und Museumspädagoge seiner Tätigkeit in
Hamburg nachging.
Bei der Umsetzung von Lichtwarks Vorstellung von einem modernen Museum, in welchem
man den Besucher mit pädagogischen und unterhaltsamen Mitteln durch die Hallen führen
konnte, musste Lichtwark schrittweise vorgehen. An erster Stelle galt es den
Sammlungsbestand der Hamburger Kunsthalle vollkommen neu zu ordnen, da das Museum
seit seiner Eröffnung 1869 nie konzeptionell geleitet worden war. Ferner war der
Sammlungsbestand, welcher hauptsächlich aus Vermächtnissen und Stiftungen Adliger
bestand, in Lichtwark´s Augen geradezu ungeeignet für eine pädagogische
Museumslandschaft, die nach seinen Vorstellungen von allen Schichten der Mitbürger der
Hansestadt Hamburg besucht werden sollte.
Lichtwark erkannte sehr früh, dass für die Erreichung seines Ziels, ein Museum
pädagogischen Charakters zu schaffen, es unabdingbar war, dass die Besucher ihre gewohnten
Seherfahrungen mit den Erfahrungen, die sie als Besucher in der Kunsthalle einnehmen
würden, verschmelzen müssten. Nur so, war sich Lichtwark sicher: wenn Kunst und deren
kulturellen Inhalte, sich mit den kulturellen Erfahrungen des Betrachters identifizieren lassen,
wird der Dialog zwischen einem pädagogisch orientiertem Museum und seinen Besuchern
erst gerecht. Durch dieses Planen und Vorhaben formte sich die Idee, Kunst aus Hamburg für
Hamburg zu schaffen, bzw. Kunstwerke in Auftrag zu geben und diese in der Kunsthalle in
einen neuen Kontext zusammenzutragen.
1 Zitat von Alfred Lichtwark aus: Luckhardt, Ulrich / Alfred Lichtwarks Sammlung von Bildern aus Hamburg /
Bremen Verlag Girzig & Gottschalk / 2002 / Seite 7.
2 Der vollständige Familienname lautet:
Leopold Karl Walter Graf von Kalckreuth;
war ein deutscher Maler und
Graphiker
(* 15. Mai 1855 in Düsseldorf; 1. Dezember 1928 in Eddelsen bei Hamburg) siehe auch Seite 8.
3 Alfred Lichtwark (* 14. November 1852 in Hamburg; 13. Januar 1914 Hamburg) war ein deutscher
Kunsthistoriker, Museumsleiter und Kunstpädagoge in Hamburg. Er gehört zu den Begründern der
Museumspädagogik.
2
Für dieses Projekt, welches den Titel ,,Hamburger Ansichten und Portraits" eine Sammlung
von Bildern aus Hamburg trug, konnte Lichtwark zahlreiche namenhafte Künstler
gewinnen, wie z.B. Max Liebermann, Thomas Herbst, Ascan Lutteroth, Gotthard Kühl, Hans
Hermann.
Zeitgleich hat Lichtwark Leopold von Kalckreuth angeworben und gebeten nach Hamburg zu
kommen und in seinem Auftrage Ansichten aus Hamburg für die Hamburger Kunsthalle zu
malen. Folgendes Zitat aus dem Briefwechsel von Kalckreuth an Lichtwark verdeutlichen
deren Abmachung und gemeinsames Vorhaben:
<< ... Betreffs der in Hamburg zu malenden Bilder gehe ich ganz auf Ihren Vorschlag ein
und werde unter der Bedingung, dass mir eins von zwei Bildern abgekauft wird, gern´ nach
Hamburg kommen ... 4 >>
Kalckreuth willigte ein, kam nach Hamburg und malte binnen einer Woche im Jahre 1894
zwei Elb5 - Ansichten aus Hamburg in Öl auf Leinwand. Diese beiden Werke tragen die Titel:
1) DÜCKDALBEN IM HAMBURGER HAFEN
(Bildquelle: http://eu.art.com - Suchbegriff: Kalckreuth)
1894 - Öl auf Leinwand Maße: 61 cm x 46 cm Aufbewahrungsort: Hamburger
Kunsthalle
4 Zitat aus: Lichtwark, Alfred / Briefe an Leopold Graf von Kalckreuth / Hrsg. Schellenberg, Carl / Hamburg
Verlag Christian Wegner / 1967.
5 Die ,,Elbe" ist ein Fluss der durch die Hansestadt Hamburg verläuft. Sie entspringt in Tschechien, fließt durch
Deutschland und mündet dort in der Nordsee.
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