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Scholary Paper (Seminar), 2003, 23 Pages
Author: Tobias Goldschmidt
Subject: Politics - Political Systems - Germany
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Otto Suhr Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Diaspora, Beispiel, Emsland, Theorie, Empirie, Forschung, Beispiel
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-19350-4
File size: 517 KB
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Excerpt (computer-generated)
FREIE UNIVERSITÄT BERLIN
FACHBEREICH POLITIK- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN
OTTO- SUHR INSTITUT FÜR POLITIKWISSENSCHAFT
WS 2002/2003
ZUR THEORIE UND EMPIRIE PARTEISOZIOLOGISCHER
FORSCHUNG AM BEISPIEL DER SPD
HAUSARBEIT
DIE SPD IN DER DIASPORA
AM BEISPIEL DER EMSLAND SPD
TOBIAS GOLDSCHMIDT
1. Einleitung 3
2. Die SPD im Landkreis Emsland 5
2.1. Bundestagswahlen 5
2.2. Landtagswahlen 6
2.3. Kommunalwahlen 7
3. Soziostrukturelle Grundannahmen zur SPD Wählerschaft 9
3.1. Konfliktlinientheorie 9
3.2. Sozial- moralische Milieus 11
3.3. Parteipräferenzen der Arbeiterschicht sowie der alten und neuen Mittelschicht 14
3.4. Religiosität und Parteipräferenz 14
4. Das Emsländische Elektorat und die Sozialdemokratie 15
4.1. Das Emsland – Vom Armenhaus Deutschlands zur Europäischen Wirtschaftsregion? 16
4.2. Ökologisch Nachteilige Industrien und die Abhängigkeit der Arbeitnehmer davon 18
4.3. Konfessionelle Bindung und kulturelle Rückständigkeit 19
5. Fazit 20
6. Abbildungen und Tabellen 21
7. Literaturverzeichnis und Internetquellen 22
7.1. Literatur 22
7.2. Internetquellen 23
1. Einleitung
„Eingebettet zwischen Meer und Moor liegt im Nordwesten unseres Reiches die Landschaft zwischen Ems und Weser. Von den Nordseeinseln bis zu den Hängen des Wiehengebirges bestimmte eine vorwiegend bäuerliche und handwerkliche Wirtschaft den Charakter der Landschaft und ihrer Bewohner. Obwohl ein wenig abseits gelegen von der großen Straße des politischen Geschehens, vollzog sich auch hier der gewaltige soziologische Umbruch. Die vorherrschende Produktionsform ließ eigentlich das Moment der Vermassung der arbeitenden Bevölkerung nicht aufkommen. Erst, als sich im Zuge der politischen und industriellen Entwicklung des 19.Jahrhunderts auch in Weser- Ems einige Schwerpunkte industrieller Produktion entfalteten, traten in ihrem Bannkreis, gleichsam einer soziologischen Gesetzmäßigkeit folgend, die ersten Arbeiterbewegungen auf. Bramsche, Delmenhorst, Osnabrück und nicht zuletzt Wilhelmshaven, sie wurden zum Ausgangspunkt jener jungen sozialistischen Bewegung, mit der der vierte Stand seinen Eintritt in die Geschichte und die Gesellschaft erzwang.“1 So trefflich Emil Kraft im Vorwort seiner Festschrift über die achtzigjährige Geschichte der Arbeiterbewegung in Weser- Ems auch die Entstehungsgeschichte der Sozialdemokratie im nordwestlichsten Teil Deutschlands zusammenfasst, so muss doch darauf hingewiesen werden, dass er einen nicht zu vernachlässigenden Teil des Weser- Ems Gebietes außen vor lässt. Das Emsland, das wie eine christdemokratische Festung den südwestlichen Teil des sozialdemokratisch geprägten Weser- Ems Gebietes darstellt, ist von jeher eine konservative Hochburg. Der etwa 302000 Einwohner zählende Landkreis Emsland wurde 1977 durch die Zusammenlegung der Kreise Aschendorf, Meppen und Lingen gegründet, erstreckt sich über eine Fläche von 2.880 km² und ist damit der zweitgrößte Landkreis der Bundesrepublik.2 Die Bevölkerungsdichte von etwa 105 Menschen pro Quadratkilometer3 ist selbst für Niedersächsische Verhältnisse (167)4 sehr niedrig.
[Abb.1 in Downloaddatei enthalten]
Abb. 1 Das Emsland geographisch
Sozialdemokraten traten im Emsland erst 1890 in Erscheinung, obwohl SPD und Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein ja bereits 1869 bzw. 1863 gegründet worden waren. Da die emsländische Arbeiterschaft bis zum Aufkommen der Nationalsozialen weitgehend unpolitisch war, waren aus dem Ruhrgebiet zugezogene Arbeiter die Hauptklientel der Sozialdemokratie im Emsland. Die Emsländische Arbeiterschaft sah sich vorwiegend durch die christlichen Gewerkschaften sowie durch die Zentrumspartei vertreten.5
Seither ist die Situation der SPD im Emsland trostlos geblieben. Auch bei der Bundestagswahl 2002 und den Landtagswahlen 2003 änderte sich an den Mehrheitsverhältnissen nichts. So konnte die CDU in beiden emsländischen Wahlkreisen ihren Direktkandidaten durchsetzen, was ihr in Niedersachsen überhaupt nur in vier Wahlkreisen gelang. Bei den Landtagswahlen im Februar 2003 setzten sich ebenfalls alle drei Christdemokratischen Direktkandidaten in ihren Wahlkreisen Meppen, Lingen und Papenburg durch. Beim Zweitstimmenergebnis der Landtagswahlen 2003 schaffte die SPD in keinem der drei emsländischen Wahlkreise mehr als 17,6% zu erreichen.
Diese Hausarbeit versucht herauszuarbeiten, warum die SPD im Emsland auch heute noch derart wenig Wählergunst genießt. Zunächst soll anhand eines generellen Überblicks über die letzten Wahlergebnisse der SPD im Emsland ihre strukturelle Schwäche verdeutlicht werden. Dann soll anhand gängiger politikwissenschaftlicher Theorien das Sozialdemokratische Wählerklientel grundsätzlich vorgestellt werden. Dies dient dazu, in einem letzten Kapitel der Frage nachzugehen ob es tatsächlich soziostrukturelle Gründe sind, die die SPD im Emsland seit Jahrzehnten bei Wahlen derartig schlecht abschneiden lassen.
[....]
1 Kraft, Emil: Achtzig Jahre Arbeiterbewegung zwischen Meer und Moor, Ein Beitrag zur Geschichte der politischen Bewegung in Weser Ems, Wilhelmshaven 1952
2 Landkreis Emsland: http://www.emsland.de/das_emsland/kreisbeschreibung.cfm, 18.02.2003
3 Eigene Berechnung anhand der Daten zur emsländischen Bevölkerung sowie Fläche
4 Statistisches Bundesamt:, http://www.destatis.de/jahrbuch/jahrtab1.htm, 18.02.2003
5 Helmut Lensing: Die Wahlen zum Reichstag und zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Emsland und der Grafschaft Bentheim 1867 bis 1918, Parteiensystem und politische Auseinandersetzungen im Wahlkreis Ludwig Windthorsts während des Kaiserreichs, in Emsland/Bentheim, Beiträge zur Geschichte, Bd.15, Sögel 1999, Seite 460-471
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