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Das Phänomen Mobbing in der Arbeitswelt - Grundlagen, allgemeine Erkenntnisse und Rechtslage einschließlich aktueller Rechtsprechung

Termpaper, 2003, 59 Pages
Author: Benjamin Petersen
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 59
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V13822
ISBN (E-book): 978-3-638-19367-2

File size: 390 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Das Phänomen Mobbing in der Arbeitswelt - 
Grundlagen, allgemeine Erkenntnisse und Rechtslage einschließlich aktueller Rechtsprechung

 

 

 

 

Inhaltsangabe



ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ANLAGENVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG  1

2. METHODIK 2

3. GRUNDLAGEN UND ALLGEMEINE ERKENNTNISSE  2

3.1. Historie und Definition  3
3.2. Handeln, Dulden, Unterlassen 6
3.3. Personelle Konstellationen 9
3.4. Ursachen und Motive 11

3.4.1. Konfliktbewältigung  11
3.4.2. Täter- und Opferkonstituierung 12
3.4.3. Organisatorische Rahmenbedingungen  14
3.4.4. Interaktion  14
3.4.5. Führungsverhalten  15

3.5. Folgen  16

3.5.1. Medizinische Folgen 16
3.5.2. Soziale Folgen  188
3.5.3. Finanzielle / wirtschaftliche Folgen 19

3.6. Bewertendes Fazit zu den Grundlagen  20

4. RECHT 21

4.1. Rechtliche Einordnung 21

4.1.1. Verfassungsrecht  21
4.1.2. Strafrecht  22
4.1.3. Arbeitsrecht  23

4.1.3.1. Arbeitsschutzgesetz 23
4.1.3.2. Betriebsverfassungsgesetz  25
4.1.3.3. Beschäftigtenschutzgesetz  266

4.1.4. Personalvertretungsrecht 26

4.1.4.1. Mitbestimmungsgesetz 26
4.1.4.2. Gleichstellungsgesetz  26

4.1.5. Bürgerliches Recht  288
4.1.6. Dienst- und Beamtenrecht  28

4.2. Rechtsprechung 29
4.3. Bewertendes Fazit zur Rechtslage  33

5. SCHLUSSBETRACHTUNG 34

ANLAGE 1  36

ANLAGE 2  38

ANLAGE 3  42

ANLAGE 4  45

LITERATURVERZEICHNIS 48


 

 

1. Einleitung

„Brennende Luft und eisige Kälte“ überschrieb der sh.z-Verlag1 metaphorisch seinen Bericht über einen der „in Mode geratenen Mobbing-Workshops“. Ähnlich lauten auch andere Überschriften zu diesem Thema: „Störfall Arbeitsplatz“, „Psychoterror macht krank“, „Wenn Konflikte Betriebe lähmen“, „Schlechte Noten für deutsche Chefs“2 u.a. Wenn hier von einer „in Mode geratenen“ Thematik die Rede ist, so soll dies keineswegs ausdrücken, dass es sich um ein temporär begrenztes Phänomen handelt, das in unserem medial geprägten Informationszeitalter bald verblassen könnte, um einer neuen Erscheinung Platz zu machen. Von „modern“ kann aber insofern gesprochen werden, als dass der Begriff Mobbing in aller Munde ist. Kaum eine Woche scheint zu vergehen, ohne dass wir in den Medien oder an unseren Arbeitsstellen in irgendeiner Form damit – zumindest begrifflich – konfrontiert werden. Im Zuge eines virulenten Sprachgebrauchs hören wir immer öfter Mitarbeiter3 und Kollegen sagen, dass sie gemobbt werden oder sich gemobbt fühlen. Auch die Ministerpräsidentin des Landes Schleswig- Holstein äußerte öffentlich ihre Vermutung, dass das Verhalten gegenüber der CDU-Vorsitzenden Merkel bei der Entscheidung um die Kanzlerkandidatur Züge von Mobbing in sich trug4.

Was aber verbirgt sich semantisch und inhaltlich hinter diesem Ausdruck? Längst nicht alles, was bislang als Antipathie, Nörgelei oder Streit im Büro bezeichnet wurde, lässt sich heute unter das Schlagwort Mobbing subsumieren, wie die anstehenden Betrachtungen zeigen werden. Diese Hausarbeit will über das Phänomen Mobbing informieren, die erwähnten Wissenslücken schließen und die Sozialschädlichkeit von Mobbing sowie dessen Unverträglichkeit mit geltendem Recht aufzeigen. Diese Hausarbeit ist auf den öffentlichen Bereich, speziell aber auf die Organisation Polizei ausgerichtet und enthält fiktive Beispiele.

2. Methodik

Ein Blick in polizeifremde Arbeitsfelder, sei es durch die Medien oder durch persönliche Kontakte, lässt vermuten, dass Mobbing außerhalb der Organisation Polizei bereits eine beachtliche Dynamik angenommen hat. Gleichwohl scheint auch die Institution Polizei aufgrund vielfach vergleichbarer Bürostrukturen und Hierarchien prädestiniert zu sein, hierbei keine Ausnahme zu bilden. Die grundsätzlichen Erkenntnisse, wie Ursachen und Motive, personelle Konstellationen sowie die Folgen dieser Prozesse dürften in der gesamten Arbeitswelt – sei es in der freien Wirtschaft oder im vielschichtigen öffentlichen Dienst – gleichermaßen gelten, mithin auch für die Polizei im weiteren Sinne5. Die Betrachtung des Erscheinungsbildes Mobbing soll sich im Folgenden daher auf allgemeingültige Aussagen und Untersuchungen beziehen, die hierzu umfangreich publiziert wurden. Eine jeweilige Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf den polizeilichen Arbeitsbereich kann im Grundsatz vorausgesetzt werden, es sei denn, der Verfasser stellt Einschränkungen oder Ergänzungen explizit heraus. Eine Fokussierung von allgemeingültigen Grundlagen auf die Organisation Polizei wird, um nicht die Intension des Leitthemas aus den Augen zu verlieren, punktuell durch die Darstellung (fiktiver) Beispiele aus dem polizeilichen Alltag sichergestellt. Die Disposition dieser Hausarbeit wird maßgeblich durch die präzise Aufgabenstellung determiniert.

3. Grundlagen und allgemeine Erkenntnisse

Unter Grundlagen sind die einer Sache unveränderbar anhaftenden Fakten zu verstehen, unter allgemeinen Erkenntnissen hingegen dynamische und modifizierbare Informationen, die auf dem jeweiligen Stand der Forschung beruhen. Ein Blick in die vielschichtigen Publikationen zum Thema Mobbing zeigt allerdings, dass die aktuellen sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse regelmäßig selbst an den Grundsätzen der Mobbing-Terminologie rühren. So ist z.B. die Definition von Mobbing in den letzten Jahren mehrfach variiert worden. Auch der „Katalog der Mobbing-Taten“ bzw. der Begehungsvarianten wird sukzessive ausgeweitet6.

Von daher erschien es geboten, die Punkte Grundlagen und Allgemeine Erkenntnisse inhaltlich nicht zu trennen. Dieser Teil der Hausarbeit versteht sich, unter dem Primat zu beschränkenden Umfangs, als Repetitorium der wesentlichen Mobbing-Aspekte Historie, Begriffe, Formen, Beteiligte, Ursachen und Folgen.

3.1. Historie und Definition

Wie einführend festgestellt wurde, begegnet uns ein diffuses Begriffsverständnis, wenn die Gesellschaft mit dem Wort „Mobbing“ umgeht. Diesen Mangel an sprachlicher und begrifflicher Klarheit gilt es zunächst auszuräumen: Der Begriff „Mobbing“ kommt aus dem englischen Sprachraum und leitet sich aus dem Wort „mob“ (= Pöbel/Gesindel) als Substantiv bzw. „to mob“ (= über jemanden herfallen) als Verb ab. Der deutsche Duden7 beschreibt das „mobben/Mobbing“ als „Das Schlechtmachen eines Kollegen durch Kollegen mit dem Ziel, ihn zur Kündigung seines Arbeitsplatzes zu bewegen“. Diese Definition beinhaltet zwar die Komponenten „Schlechtmachen“ und „Kollegen“, greift aber viel zu kurz. Würde allein diese Definition gültig sein, wäre aktives Handeln, Dulden oder Unterlassen nur in wenigen Fällen unter das Phänomen Mobbing subsumierbar: Auf der einen Seite deckt ein „Schlechtmachen“ selbst bei weitester Auslegung des Begriffes nicht alle Handlungs- oder Unterlassungsvarianten ab, die uns in der Realität begegnen, auf der anderen Seite ist bei weitem nicht jede Attacke gegen missliebige Kollegen, Mitarbeiter oder Vorgesetzte tatsächlich darauf gerichtet, ihn oder sie zur Kündigung zu bewegen. Die Motive sind vielschichtiger, die Aktivitäten subtiler und der Begriff des Kollegen weit auszulegen, wie die nächsten Abschnitte zeigen werden.

[...]


1 sh.z-Verlag/Norddeutsche Rundschau, Ausgabe vom 28.11.2000,Lars Peter Ehrich, Bredstedt
2 sh.z-Verlag (Erscheinungsdatum unbekannt) und sh.z-Verlag, Ausgabe vom 28.1.2000 (afp)
3 Sofern im Text nicht ausdrücklich von „Frauen“ oder „Männern“ die Rede ist, sind jeweils beide Geschlechter gemeint
4 Kieler Nachrichten, Ausgabe vom 12. Januar 2002, S. 3
5 Beamte, Angestellte, Lohnempfänger, in allen Laufbahngruppen
6 vgl. Ziffer 3.2., S. 6
7 Hermann, Ursula/Götze, Dr. Lutz (1999) „Die deutsche Rechtschreibung“ S. 605


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