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Just-In-Time am Beispiel der Automobilindustrie

Hauptseminararbeit, 2002, 37 Seiten
Autor: Moritz Kothe
Fach: Wirtschaft - Industriebetriebslehre

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 37
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V13850
ISBN (E-Book): 978-3-638-19389-4

Dateigröße: 154 KB


Textauszug (computergeneriert)

JUST-IN-TIME AM BEISPIEL DER
AUTOMOBILINDUSTRIE

Seminar WS 2001
Industriebetriebslehre

Moritz Kothe

 

Abkürzungsverzeichnis
AG ..Aktiengesellschaft
bzw. ..beziehungsweise
ca. ..circa, ungefähr
EDV ..Elektronische Datenverarbeitung
Jg. ..Jahrgang
JIT ..Just-in-Time
Lkw ..Lastkraftwagen
o.g. ..oben genannt(e/en)
S. ..Seite
s.o. ..siehe oben
sog. ..sogenannt
Vgl. ..Vergleiche
VW ..Volkswagen AG
z.B. ..zum Beispiel
ZfB ..Zeitschrift für Betriebswirtschaft
% ..Prozent

 

Inhaltsverzeichnis

1. VORWORT  1

2. DIE THEORIE DES JUST-IN-TIME-ANSATZES  1
2.1. DEFINITIONEN UND EINORDNUNG  1
2.1.1. Der japanische Kanban-Ansatz als Vorgänger des Just-in-Time-Konzepts  1
2.1.2. Definition des Just-in-Time-Prinzips  2
2.1.3. Just-in-Time als Teil der “schlanken Produktion“  4
2.2. VORAUSSETZUNGEN ZUR BETRIEBLICHEN EINFÜHRUNG DES JUST-IN-TIME KONZEPTS  5
2.2.1. Voraussetzungen für eine Just-in-Time-Produktion  5
2.2.2. Voraussetzungen für eine Just-in-Time-Beschaffung  8

3. UMWELTAUSWIRKUNGEN DES JUST-IN-TIME-ANSATZES  10
3.1 DEFINITION DER RELEVANTEN BEGRIFFLICHKEITEN  10
3.2 POSITIVE EFFEKTE DES JUST-IN-TIME-ANSATZES AUF DIE UMWELT  11
3.2.1 Räumliche Konzentration der Wertschöpfungspartner  11
3.2.2 Vermeidung unnötigen Handlings  11
3.3 NEGATIVE EFFEKTE DES JUST-IN-TIME-ANSATZES AUF DIE UMWELT  12
3.3.1 Luftverunreinigungen  12
3.3.2 Energieverbrauch  13
3.3.3 Treibhauseffekt  13
3.3.4 Waldschäden  13
3.3.5 Wasserverunreinigungen  14
3.3.6 Lärm  14
3.3.7 Landschaftsverbrauch  14
3.3.8 Verkehrsunfälle  15
3.3.9 Verkehrsabfälle und Schrott  15

4. DAS VOLKSWAGEN WERK IN WOLFSBURG  15
4.1. PRODUKTIONSABLAUF  15
4.2. JIT-BESCHAFFUNG BEI VOLKSWAGEN IN WOLFBURG  17

5. DER JIT-PROZESS BEI VOLKSWAGEN  17
5.1. DIE LIEFERANTEN  17
5.1.1. Ansiedlung  17
5.1.2. Anforderungen und Leistungsverpflichtungen  17
5.1.2.1. Logistik  18
5.1.2.2. Qualität  18
5.1.2.3. Vormaterial  18
5.1.2.4. Datenaustausch  18
5.1.2.5. Operative Abwicklung  19
5.2. LIEFERANTENSTEUERUNG  19
5.2.1. Langfristiger Planungshorizont  20
5.2.2. Operative Steuerung  20
5.2.2.1. Vorschau  20
5.2.2.2. Ist-Meldungen   20
5.3. ANLIEFERUNG  21
5.4. INFORMATIONSFLUSS  22
5.4.1. Standardorganisation  22
5.4.2. Notorganisation  23
5.5. LIEFERANTENBEWERTUNG  23

6. AUSBLICK  23
6.1 ERWARTETE ENTWICKLUNGEN IM AUTOMOBILBAU  23
6.1.1 Veränderungen der Kundenanforderungen  24
6.1.2 Effekte auf Produktion und Beschaffung  25
6.2 DAS VOLKSWAGEN-KONZEPT „WARENKORB“  27

7. FAZIT  29

8. LITERATURVERZEICHNIS  32

 

1. Vorwort

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung des Justin- Time-Ansatzes im Volkswagenwerk Wolfsburg. Im Zuge unserer Recherche und Vorbereitung dieser Arbeit hatten wir auch die Möglichkeit, ein mehrstündiges Informationsgespräch über das Thema „Just-in-Time“ mit zwei Mitarbeitern der Volkswagenwerke zu führen, die für die Just-in-Time- Koordination, die Werkslogistik, Prozessoptimierung und für das Just-in-Time- Team dort im Betrieb zuständig sind.

Auch wenn das Praxisbeispiel der Volkswagenwerke im Vordergrund der Seminararbeit stehen soll, sollte zum Verständnis dieses praktischen Beispiels auch der theoretische Just-in-Time-Ansatz erläutert werden. Obwohl es in dem Gespräch in Wolfsburg mehr um die JIT-Beschaffung als um die –Produktion ging, gehen wir im Theorieteil auf beides ein.

Ferner beschäftigen wir uns im Folgenden sowohl mit der Umweltproblematik des JIT-Konzepts als auch mit einem Ausblick, wie sich der JIT-Ansatz in der Zukunft weiterentwickeln wird.

2. Die Theorie des Just-in-Time-Ansatzes

In diesem Teil folgt die Theorie, so dass wir uns dann später der praktischen Anwendung von JIT am Beispiel der Umsetzung bei der Volkswagen AG, Wolfsburg zuwenden können.

2.1. Definitionen und Einordnung

Zunächst einmal müssen einige Definitionen erfolgen und eine Einordnung des JIT-Ansatzes stattfinden.

2.1.1. Der japanische Kanban-Ansatz als Vorgänger des Just-in-Time-Konzepts

Nach dem Kanban-Ansatz wurde zum ersten Mal Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts beim japanischen Automobilhersteller Toyota produziert. Aufgrund von Raumknappheit und Kapitalmangel überlegte man sich ein neues Produktionskonzept, dass zum Abbau der Lagerbestände führen sollte. (Vgl. Fandel, G. und Francois, P. (1989), S. 531)

Die Entstehung der JIT-Planungsphilosophie wird auf die späten 1970er Jahre datiert (Vgl. Hansmann, K.- W. (1999), S. 320), so dass man den Kanban- Gedanken auch als Vorgänger von JIT bezeichnen kann, obwohl das Kanban- System gleichzeitig das „wichtigste Steuerungsinstrument innerhalb der Just- in-Time-Produktion“ (Vgl. Hansmann, K.- W. (1999), S. 368) darstellt.

Die Fertigungsstelle der nächsthöheren Produktionsstufe holt Materialien oder Vorprodukte bei der Stelle der nächstniedrigeren Produktionsstufe ab, sobald sie diese benötigt. Dieser Vorgang erfolgt nach dem Supermarktprinzip (Vgl. Fandel, G. und Francois, P. (1989), S. 531): Erst nachdem das Pufferlager zwischen den Produktionsstufen leer oder fast leer ist, beginnt die in der Wertschöpfungskette vorangehende Stelle mit der Produktion, um das Lager wieder aufzufüllen. Ziel ist also ein möglichst geringer Bestand in den Lagern zwischen den Produktionsstufen.

Gesteuert wird diese Art der Vorgänge über die Kanbans, „Karten, die an leere Materialbehälter mit Komponenten oder Fertigwaren geheftet werden und die einem Produktionsauftrag gleichkommen“ (Vgl. Graumann, M. (1993), S. 451). Benötigt eine Produktionsstelle Nachschub an Vorprodukten, befördert ein Mitarbeiter leere Transportbehälter zur vorhergehenden Stelle. Die leeren Behälter lässt er dort stehen und nimmt volle Behälter, versehen mit Transportkanbans, die er vorher gegen Produktionskanbans ausgetauscht hat, wieder mit. Die Produktionskanbans wirft er in eine Sammelbox, die regelmäßig entleert wird. Die Produktionskanbans dienen der vorhergehenden Stelle nun als Produktionsaufträge. (Vgl. Fandel, G. und Francois, P. (1989), S. 532 f.) Man erkennt, dass nicht gemäss dem traditionellen „Push“- System, nach dem in der vorhergehenden Produktionsstufe die optimale Losgröße hergestellt wird und diese dann durch sämtliche nachfolgenden Stufen gedrückt wird, produziert wird, sondern mit Hilfe der Kanbans anhand eines „Pull“-Systems: Kleine Losgrößen werden je nach Nachfrage der nachgelagerten Stufen durch die Produktion gezogen. (Vgl. Fleischmann, B. (1988), S. 351) Lieferanten können über Lieferanten-Kanbans in dieses System einbezogen werden.

2.1.2. Definition des Just-in-Time-Prinzips

Eine knappe und prägnante Definition findet man bei Lee: Die JIT-Philosophie verlangt, dass „nur die kleinstnotwendigen Einheiten in kleinstmöglichen Mengen zu einem möglichst späten Zeitpunkt hergestellt werden“. (Lee, D.L. (ohne Jahresangabe), S. 74) Prozess (Vgl. Wildemann, H. (1991), S. 151) quasi nachfrageorientiert von „hinten nach vorn“ aufgebaut.

Von der JIT-Produktion, die davon ausgeht, dass die Vorprodukte im eigenen Betrieb hergestellt werden, unterscheidet sich die JIT-Beschaffung (Vgl. Fandel, G. und Reese, J. (1989), S. 55 oder Hansmann, K.- W. (1999), S. 320 ff. und S. 368 ff.). Vorprodukte stammen nicht aus eigener Herstellung, sondern werden von einem Lieferanten bezogen.

[....]


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