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Hauptseminararbeit, 1998, 25 Seiten
Autor: Mike Offermanns
Fach: Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Details
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Sozialwissenschaftliches Institut)
Tags: Rechtsextremisus, Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhaß, Kultur, Nationalismus, Identität
Jahr: 1998
Seiten: 25
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-10898-0
Dateigröße: 111 KB
Ursachen der Ausländerfeindlichkeit, Erklärungsversuche; die Rolle der Politik, Rechtsextremismus und Fremdenhaß, Möglichkeiten zur Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit; das Verhältnis zwischen Nationalität und Multikulturalität203 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Zwischen Nationalität und Multikulturalität
von
Mike Offermanns
Inhaltsverzeichnis
1. Die Globalisierung der Welt
2. Ursachen der Ausländerfeindlichkeit
2.1. Einführung in die Problemstellung
2.1.1. Was ist ein Ausländer?
2.1.2. Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit als gesellschaftliches Problem
2.2. Erklärungsversuche
2.2.1. Ethnozentrismus und die Bedeutung der Ausländerzahl
2.2.2. Xenophobie
2.2.3. Soziale Ungleichheit
2.2.4. Die Sündenbock-Hypothese
2.3. Die Rolle der Politik
2.3.1. Die Ausländerpolitik
2.3.2. Die Asylpolitik
3. Rechtsextremismus und Fremdenhaß
3.1. Entstehungsbedingungen
3.2. (Kultur)Rassismus
3.3. Antisemitismus
4. Möglichkeiten zur Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit
4.1. Politische Bildung
4.2. Die Verantwortung der Medien
4.3. Jugendarbeit und Erziehung zur Toleranz
4.4. Integration
4.4.1. Was heißt Integration?
4.4.2. Probleme bei der Integration und Reintegration
4.4.3. Politische Instrumente zur Integration
4.4.4. Probleme und Möglichkeiten der Integration in einem Großbetrieb
5. Das Verhältnis zwischen Nationalität und Multikulturalität
5.1. Zusammenfassung
5.2. Ausblick
1. Die Globalisierung der Welt
Die Welt wächst zusammen. Aufgrund globaler Probleme, die von den Regierungen der Einzelstaaten alleine nicht mehr gelöst werden können, gibt es Bestrebungen, den Nationalstaat durch internationaler bzw. supranationaler Organisationen zu ersetzen. Der Nationalstaat, wie er im 19.und frühen 20. Jahrhundert propagiert wurde, verliert immer mehr an Souveränität. Inter- bzw. supranationale Organisationen erhalten mehr Befugnisse, wodurch die finanziellen Ressourcen sowie die politische Macht des Nationalstaates langsam schwindet. Aber wo bleibt der Bürger innerhalb dieser Globalisierung? Der Bürger, der sich immer mit dem Nationalstaat, indem er lebte, identifiziert hatte und sich mehr als ,,Deutscher", ,,Franzose" oder ,,Italiener" anstatt als ,,Europäer" identifizierte, muß sich in der heutigen Zeit und insbesondere in der Zukunft umorientieren. In Europa ist diese Entwicklung gerade in den letzten Jahren besonders gut zu beobachten. Europa wächst immer mehr zusammen. Die Europäische Union, die jetzt mit der Einführung einer einheitlichen Währung die Souveränität des Staates weiter einschränkt und eine multikulturelle Gesellschaft noch weiter fördert, hebt die staatlichen Barrieren in Europa Zug um Zug auf.
Während Europa und die Welt durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und durch die Lösung globaler Probleme auf staatlicher Ebene immer mehr zusammenwächst, ist die dadurch resultierende multikulturelle Gesellschaft, d.h. eine Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft friedlich und gleichberechtigt Zusammenleben, diversen Spannungen ausgesetzt. Gruppierungen, die eine ethnisch homogene Gesellschaft propagieren, haben einen enormen Zulauf und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Rechtsextreme Organisationen sind das Auffangbecken für Menschen, die oftmals aufgrund von Furcht und Angst eine Gefahr in der multikulturellen Gesellschaft sehen. Eine kulturelle Heterogenität wird von vielen Menschen als problematischer Tatbestand gewertet. Viele Menschen reagieren auf diese Befremdung mit Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit. Befürworter einer multikulturellen Gesellschaft argumentieren mit einer kulturellen Bereicherung des Lebens durch die Vielzahl der Einflüsse.
Fremdenfeindliche Anschläge in Hoyerswerda, Hünxe oder Mölln waren extreme Beispiele für eine exzessive Ausländerfeindlichkeit innerhalb rechtsextremer Gruppen. Ausländerfeindlichkeit ist für rechtextreme Gruppierungen ein wesentlicher Eckpfeiler ihrer Ideologie. Deswegen kann und darf der Rechtextremismus in einer Arbeit über ,,Ausländerfeindlichkeit" nicht fehlen. Doch die Anschläge in Hünxe oder Mölln waren keine Einzelfälle. Ausländerfeindlichkeit ist ein permanenter Tatbestand in unserer Gesellschaft, während Europa immer mehr zusammenwächst. Welches Verhältnis besteht zwischen der Zunahme der Fremdenfeindlichkeit und der fortschreitenden Multikulturalität der Gesellschaft? In wieweit ist Multikulturalität der Grund dafür ? Und welche Möglichkeit gibt es, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken?
In dieser Arbeit werden die verschiedenen Ursachen der Ausländerfeindlichkeit und die Entstehung des Rechtsextremismus erläutert. Die Möglichkeiten zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sollen anschließend behandelt werden. Die Möglichkeit und das Problem der ,,Integration" bekommt hierbei einen besonderen Stellenwert zugeschrieben.
2. Ursachen der Ausländerfeindlichkeit
2.1. Einführung in die Problemstellung
2.1.1 Was ist ein Ausländer?
Als Ausländer gelten die Personen, die in einem Land eine andere Staatsangehörigkeit besitzen. In Deutschland ist der Ausländer, wer nicht Deutscher im Sinne des Artikels 16 I Grundgesetz ist. Flüchtlinge oder Vertriebene deutscher Volkszugehörigkeit, die im Gebiet des Deutschen Reiches nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 in Deutschland aufgenommen wurden, sind demnach keine Ausländer, sondern so genannte Statusdeutsche. Ein Anspruch auf staatliche Dienste wie Sozialhilfe sowie die Hilfe zur Pflege und andere Leistungen bestehen aber auch für Ausländer.
Ausländer aus der Europäischen Union, Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konventionen genießen eine privilegierte Rechtsstellung, die im Asylverfahrensgesetz bzw. dem Aufenthaltsgesetz der Europäischen Union geregelt ist. Die Rechtsstellung von Ausländern ist im Ausländergesetz vom 8. Juli 1990 festgelegt. Ein Ausländer, der sich im Inland niedergelassen hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen auf seinen Antrag hin eingebürgert werden. Erleichterungen gelten für die ausländischen Ehegatten deutscher Staatsangehöriger.
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