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Termpaper, 2000, 42 Pages
Author: Julia Kutz
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Tags: Historische, Entwicklung, Situation, Frauenarbeit, Deutschland
Year: 2000
Pages: 42
Grade: sehr gut (Kommentar)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-19996-4
ISBN (Book): 978-3-638-83790-3
File size: 281 KB
zur Benotung: keine Benotung, nur Kommentar, da Scheinarbeit
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Abstract
Welches Thema bietet sich als Hausarbeit zum Kurs "Geschichte der Arbeit" an? Einen der dargestellten Aspekte näher untersuchen? Sorgfältig studierte ich erneut das Inhaltsverzeichnis des Kurses und wollte mich gerade auf eine vertiefende Behandlung des Themas "die Arbeit im modernen Kapitalismus" festlegen, als die Überschrift einer Frauenzeitschrift "Wenn ich ein Junge wär... Männerarbeit die Frauen besser machen." meine Aufmerksamkeit erreichte. Das Thema Arbeit hatte ich in den letzten Wochen intensiv bearbeitet, aber eine geschlechtsspezifische Differenzierung von Arbeit war bis dato nicht Gegenstand meiner Auseinandersetzung gewesen. - Was ist der Unterschied zwischen Männer- und Frauenarbeit? - Seit wann wird historisch zwischen diesen beiden Bereichen unterschieden? - Gab es Frauenarbeit schon immer? - Welche konkreten Veränderungen lassen sich historisch nachvollziehen? - Wie sieht die aktuelle Situation von Frauenarbeit aus und mit welchen zukünftigen Entwicklungen ist zu rechnen? Diese Fragestellungen kamen mir spontan in den Kopf und je mehr ich mich auf das Thema Frauenarbeit konzentriert, desto konkreter wurde mein Entschluß, eine Hausarbeit über die...: "Historische Entwicklung und aktuelle Situation von Frauenarbeit in Deutschland" zu schreiben. Die nun vorliegende Arbeit soll unter historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen eine brauchbare Begriffsbestimmung von Frauenarbeit liefern und darüber hinaus eine realitätsgerechte Einschätzung der aktuellen Situation geben. Die Hausarbeit ist, wie schon aus der Überschrift hervorgeht, in zwei Schwerpunkte unterteilt und in beiden Themenbereichen gehe ich auf die konkreten Lebenssituationen von Frauen und Mädchen während der jeweiligen Zeitabschnitte ein. Diese soziologisch typisierte Realgeschichte der Frauenarbeit wird mit ideellen Bezügen (z.B. christliches Frauenbild) ergänzt. Hier liegt der Schwerpunkt jedoch darauf, wie Frauen selbst "ihre" Arbeit einschätzen und nicht auf theoretischen oder philosophischen Arbeitsdefinitionen. Darüber hinaus wird immer auch die Wechselwirkung zwischen sozial-gesellschaftlichen und individuellen Veränderungen analysiert: Welche gesellschaftlichen Veränderungen haben einen Wandel der Frauenarbeit hervorgerufen und welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen hatten Einstellungs- oder Motivationsänderungen der Frauen in Bezug auf Frauenarbeit?
Excerpt (computer-generated)
Historische Entwicklung und aktuelle Situation
der Frauenarbeit in Deutschland
von Julia Kutz
Gliederung
Einleitung 2
1. Historische Entwicklung der Frauenarbeit bis 1980 6
1.1 Ursprünge der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung 6
1.2 Historische Formen von Frauenarbeit jenseits der Hausarbeit 8
1.3 Zeit der Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf die Definition von Frauenarbeit 9
1.4 Frauenarbeit in und zwischen den beiden Weltkriegen 11
1.5 Vier Phasen der Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg 12
2. Aktuelle Situation der Frauenarbeit und zukünftige Entwicklungstendenzen 16
2.1 Statistische Daten zur aktuellen Arbeitsmarktsituation von Frauen 16
2.2 Qualitative Analyse der aktuellen Situation und wissenschaftlicher Kontext 18
2.3 Typisierung von Frauenarbeit anhand unterschiedlicher Lebenslaufmodelle 21
2.4 Die Zukunft des Frauenarbeit: Dominanz der Erwerbsarbeit oder doppelte Vergesellschaftung? 24
2.5 Telearbeit - ein Beispiel 26
Schlußbetrachtung 28
Literaturverzeichnis
Anhang: Daten zur Frauenbewegung
Einleitung
Welches Thema bietet sich als Hausarbeit zum Kurs "Geschichte der Arbeit" an?
Einen der dargestellten Aspekte näher untersuchen?
Sorgfältig studierte ich erneut das Inhaltsverzeichnis des Kurses und wollte mich gerade auf eine vertiefende Behandlung des Themas "die Arbeit im modernen Kapitalismus" festlegen, als die Überschrift einer Frauenzeitschrift "Wenn ich ein Junge wär... Männerarbeit die Frauen besser machen." meine Aufmerksamkeit erreichte. Das Thema Arbeit hatte ich in den letzten Wochen intensiv bearbeitet, aber eine geschlechtsspezifische Differenzierung von Arbeit war bis dato nicht Gegenstand meiner Auseinandersetzung gewesen.
- Was ist der Unterschied zwischen Männer- und Frauenarbeit?
- Seit wann wird historisch zwischen diesen beiden Bereichen unterschieden?
- Gab es Frauenarbeit schon immer?
- Welche konkreten Veränderungen lassen sich historisch nachvollziehen?
- Wie sieht die aktuelle Situation von Frauenarbeit aus und mit welchen zukünftigen Entwicklungen ist zu rechnen?
Diese Fragestellungen kamen mir spontan in den Kopf und je mehr ich mich auf das Thema Frauenarbeit konzentriert, desto konkreter wurde mein Entschluß, eine Hausarbeit über die...:
"Historische Entwicklung und aktuelle Situation von Frauenarbeit in Deutschland"
zu schreiben.
Die nun vorliegende Arbeit soll unter historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen eine brauchbare Begriffsbestimmung von Frauenarbeit liefern und darüber hinaus eine realitätsgerechte Einschätzung der aktuellen Situation geben.
Die Hausarbeit ist, wie schon aus der Überschrift hervorgeht, in zwei Schwerpunkte unterteilt und in beiden Themenbereichen gehe ich auf die konkreten Lebenssituationen von Frauen und Mädchen während der jeweiligen Zeitabschnitte ein.
Diese soziologisch typisierte Realgeschichte der Frauenarbeit wird mit ideellen Bezügen (z.B. christliches Frauenbild) ergänzt. Hier liegt der Schwerpunkt jedoch darauf, wie Frauen selbst "ihre" Arbeit einschätzen und nicht auf theoretischen oder philosophischen Arbeitsdefinitionen.
Darüber hinaus wird immer auch die Wechselwirkung zwischen sozial-gesellschaftlichen und individuellen Veränderungen analysiert: Welche gesellschaftlichen Veränderungen haben einen Wandel der Frauenarbeit hervorgerufen und welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen hatten Einstellungs- oder Motivationsänderungen der Frauen in Bezug auf Frauenarbeit?
Zeitlich gesehen, beginne ich meine Darstellung mit den unterschiedlichen Formen von Frauenarbeit im Mittelalter über die Zeit der Industrialisierung bis hin zur konkreten Situation von Frauenarbeit heute, aus der sich bereits einige zukünftige Entwicklungstendenzen ableiten lassen.
Der erste Teil meiner Hausarbeit fängt damit an, die Ursprünge der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung aufzuzeigen, da sich dieses Thema wie "ein roter Faden" durch die gesamte historische Entwicklung bis hin zur aktuellen Situation von Frauenarbeit zieht. Erst mit dem Beweise, daß zwischen Frauen- und Männerarbeit grundsätzlich unterschieden wird, ist die Legitimation geschaffen, das Thema Frauenarbeit zu thematisieren.
Es wird in diesem Teil (Punkt 1.1) nach Gründen für geschlechtsspezifische Arbeitsteilung gefragt; danach, in welcher hierarchischen Beziehung die beiden Bereiche zueinander stehen und welche Arbeitsinhalte in den Zuständigkeitsbereich der Frauen fielen.
Auf Basis der Ergebnisse des ersten Teils stellt ich unter Punkt 1.2 unterschiedliche historische Formen von Frauenarbeit seit dem Mittelalter dar und ordne sie in ihren gesellschaftlichen Kontext ein. An Hand anschaulicher Beispielen werden die unter Punkt 1.1. formulierten Thesen historisch überprüft und in Relation zur Vergleichsebene Männerarbeit gesetzt.
In diesem Teile betrachte ich nur Formen von Frauenarbeit jenseits der Hausarbeit, um einerseits eine direkte Vergleichsmöglichkeit (Männerarbeit) zu haben und da anderseits das Thema Hausarbeit erst im Zuge der Industrialisierung als eigenständige Arbeitsform problematisiert wird.
Die systematische Trennung von Haus- und Erwerbsarbeit im Zuge der Industrialisierung stellt einen wichtigen Abschnitt in der Entwicklung der Frauenarbeit dar. Die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen wandeln sich in dieser Zeit massiv und haben direkte Auswirkungen auf Definition und Inhalt des Themas Frauenarbeit. Diese Veränderungen, ihre gegenseitige Wechselbeziehung und Auswirkungen werden unter Punkt 1.3 problematisiert.
Das Thema Frauenbewegung, das zeitlich gesehen auch an dieser Stelle ansetzen würde, wird inhaltlich nicht separat aufgegriffen, da es sich hierbei um sehr komplexe Zusammenhänge handelt, die alleine Thema für eine Hausarbeit wären und somit den Rahmen dieser Arbeit, deren Schwerpunkt ein anderer (siehe oben) ist, sprengen würden. Viele Aspekte und Errungenschaften sollten jedoch bei der Behandlung meines Themas berücksichtigt werden, so daß im Anhang die wichtigsten Daten zu den Frauenbewegungen aufgeführt sind (Nave-Herz, 1997).
Ich möchte an dieser Stelle dennoch erwähnen, daß es sowohl den ersten (der proletarischen und der bürgerlichen), als auch der zweiten Frauenbewegung in den 60er und 70er Jahren zu verdanken ist, daß Frauenarbeit überhaupt thematisiert und wissenschaftlich behandelt wurde und wird. Anders gesagt: "Ohne die politische und gesellschaftliche Mobilisierung dieser beiden Bewegungen, die beide das Thema Arbeit zum zentralen Anknüpfungspunkt ihrer Analysen und Forderungen erhoben, wäre es wohl kaum zur notwendigen Sensibilisierung der Wissenschaft gekommen" (Bolognese-Leuchtenmüller / Mittauer 1993, S. 2).
An vielen Stellen meiner Hausarbeit wird deutlich, daß historische Entwicklungen der Frauenarbeit und aktuelle Diskussionen zu diesem Themen wie, berufliche Zugangsmöglichkeiten, ungleiche Aufstiegschancen für Frauen und Männer, Einkommensdisparitäten, Doppelbelastung etc. immer wieder direkt und indirekt in Beziehung zu Theorien oder Ergebnissen der Frauenbewegung stehen.
Unter Punkt 1.5 möchte ich dem Wandel des Frauenleitbilds seit Ende des 2. Weltkrieges in Bezug auf Frauenerwerbsarbeit nachgehen.
Der Schwerpunkt liegt also auf Erwerbstätigkeit, wobei aber im Verlauf der Untersuchung deutlich wird, daß Themen wie Bildung, Haus- und Familienarbeit und soziale Ungleichheit nicht außer Acht gelassen werden können. Die Entwicklungen sind oft so eng miteinander verbunden und fließend in einander übergehend, daß eine Isolation der Erwerbsarbeit aus ihrem sozialen und gesellschaftlichen Kontext, zu einer einseitigen oder unvollständigen Darstellung führen würde.
Basis der Darstellungen ist eine von Feldmann-Neubert (1991) durchgeführte empirische Untersuchung über die meinungsbildende Frauenzeitschrift Brigitte die, um einseitige Berichterstattung zu vermeiden, durch weiterführende Literatur zum Thema ergänzt wird.
Dieser kurze Zeitabschnitt in Relation zur Frauenarbeitsgeschiche vorher, wird besonders ausführlich behandelt, da er veranschaulichen soll, wie viele verschiedene externe Einflußfaktoren und persönliche Motivationen das Thema Frauenarbeit enthält und wie kurzlebig mache Bewertungsmaßstäbe und wie langlebig bestimmte Rollenmuster sind.
Außerdem bilden die Ergebnisse aus Punkt 1.5 die Grundlage für den zweiten Schwerpunkt meiner Hausarbeit: Die aktuelle Situation der Frauenarbeit und zukünftige Entwicklungstendenzen.
Punkt 2. wird mit einem kurzen statistischen Teil (Punkt 2.1) eingeleitet, der einen faktischen Überblick über die aktuelle Situation von Frauenarbeit geben soll. Hier beschränke ich mich zunächst wieder auf Erwerbsarbeit und greife den Aspekt der Haus- und Familiearbeit erst im zweiten, qualitativ-analytischen Teil mit auf.
Im qualitative-analytischen Teil (Punkt 2.2) werden Ergebnisse aus den statistischen Daten abgeleitet und der Versuch unternommen, diese hinsichtlich verschiedener, kritischer Fragestellungen zu interpretieren.
Unter Punkt 2.3 soll durch das Aufzeigen der widersprüchlichen Modernisierung weiblicher Lebensläufe, die Komplexität der aktuellen Situation von Frauenarbeit in Deutschland veranschaulicht werden.
Punkt 2.5 resümiert alles bisher Gesagte und übernimmt darüber hinaus eine richtungsweisende Funktion. Es werden zukünftige Tendenzen und Trends von Frauenarbeit aufgezeigt, die dahin gehend bewertet werden, ob es sich um lineare Ergebnisse der bisherigen Entwicklungen und Veränderungen handelt oder eher ein neues Zeitalter der Frauenarbeit ohne direkten Bezug auf die Vergangenheit im Entstehen ist.
Im Verlauf meiner Ausarbeitungen wird deutlich werden, daß es sehr schwierig ist, alle unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Entwicklungstendenzen, Trends und Zukunftsprognosen unter einem Oberbegriff oder -thema zusammenzufassen. Aus diesem Grund wird abschließend und stellvertretend ein konkreten Beispiels, das ich persönlich für zukunftsweisend und realistisch halte, diskutiert - Telearbeit (Punkt 2.5).
Bei den Punkten 2.4 und 2.5 handelt es sich um Bewertungen und Interpretationen, so daß allein durch die Selektion der Inhalte nicht vermieden werden konnte, auch meine eigene Einstellung und Meinung mit darzustellen. Da ich in den vorangehenden Abschnitten sehr darum bemüht war, eine möglichst umfangreiche und objektive Analyse des Themas Frauenarbeit zu geben, hoffe ich, daß diese etwas persönliche Auseinandersetzung als "Betroffene" mit dem Thema im Schlußteil auf Ihr Verständnis stößt.
1. Historische Entwicklung der Frauenarbeit bis 1980
[...]
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