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Grundlagen der Sportgeschichte in der griechisch-römischen Antike

Script, 2000, 78 Pages
Author: Diplom-Sportwissenschaftler Andreas Will
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Category: Script
Year: 2000
Pages: 78
Language: German
Archive No.: V1483
ISBN (E-book): 978-3-638-10919-2

File size: 276 KB


Excerpt (computer-generated)

Grundlagen der Sportgeschichte in der griechisch-römischen Antike

von

Andreas Will

 

1 GRUNDLAGEN 3

2 Homers Ilias 4
2.1.1 Die Ilias 5
2.1.1.1 1. Wettkampf: Wagenrennen (zweispännig) 5
2.1.1.2 2. Wettkampf: Boxkampf 9
2.1.1.3 3. Wettkampf: Ringkampf 10
2.1.1.4 4. Wettkampf: Lauf 11
2.1.1.5 Hoplomachie (Intermezzo) 13
2.1.1.6 5. Wettkampf: Soloswurf 14
2.1.1.7 6. Wettkampf: Bogenschiessen 15
2.1.1.8 7. Wettkampf: Lanzenwurf (Akon: Kriegsspeer) 16

3 Homers Odyssee 17
3.1 Zusammenfassung der Leibesübungen und Wettkämpfe bei Homer 24

4 Die archaische Epoche (800-500 v. Chr.) 26

5 Die griechischen Agone 28
5.1.1 Die Panhellenischen Agone 30
5.1.2 Der Panhellenische Festkalender: 30
5.1.3 Die Pythien (zu Ehren des Apollon) 31
5.1.4 Die Isthmien 34
5.1.5 Die Nemeen 36
5.1.5.1 Die Heiligen Kranzagone 37
5.1.6 Die Panathenäen 38
5.1.6.1 Die großen Panathenäen 39
5.1.6.2 Die kleinen Panathenäen 40
5.1.7 Die Olympien 41
5.1.7.1 Entstehungsgeschichte 41
5.1.7.2 Geschichtliche Daten Olympias und der Olympiaden 43
5.1.7.3 Der Zeitplan der Olympien 54
5.1.7.4 Organisation und Ablauf der Olympien 54
5.1.7.5 Der Olympische Eid 56
5.1.7.6 Die Einteilung zu den Wettkämpfen 56
5.1.8 Die Wettkampsdisziplinen 57
5.1.8.1 Die Laufdisziplinen 57
5.1.8.1.1 Der Stadionlauf 58
5.1.8.1.2 Der Doppellauf (Diaulos · Doppelflöte) 58
5.1.8.1.3 Der Vier-Stadien-Lauf (Hippios · Pferdelauf) 59
5.1.8.1.4 Der Langstreckenlauf (Dolichos) 59
5.1.8.1.5 Der Marathonlauf 59
5.1.8.1.6 Der Waffenlauf (Hoplites) 60
5.1.8.2 Der Fünfkampf (Pentathlon) 61
5.1.8.2.1 Der Diskuswurf 62
5.1.8.2.2 Der Weitsprung (Halma) 63
5.1.8.2.3 Der Speerwurf (Akontion) 64
5.1.8.2.4 Der Lauf 65
5.1.8.2.5 Der Ringkampf 65
5.1.8.3 Die Kampfsportarten 66
5.1.8.3.1 Der Faust-/Boxkampf 66
5.1.8.3.1.1 Training 67
5.1.8.3.2 Der Pankration (Allkampf; pankratio: ganz und gar beherrschen.) 67
5.1.8.4 Hippische Wettkämpfe 68
5.1.8.4.1 Das Wagenrennen 68
5.1.8.5 Musische Wettkämpfe 69
5.1.9 Frauensport in der Antike 70
5.1.9.1 Die Frau in Sparta 71
5.1.10 Der Sport in der griechischen Antike 71
5.1.10.1 War der Sport Kampf oder Spiel? 72
5.1.10.2 Warum dann heute Olympische Spiele? 72
5.1.10.3 Die Zuschauer 73
5.1.10.4 Der Festfriede 73
5.1.11 Medizin, Training, Gesundheit und Athletik in der Antike 74
5.1.11.1 Medizin 74
5.1.11.2 Training 75
5.1.11.2.1 Tetradentraining (Viertageszyklus) 75
5.1.11.2.2 Gesundheit 76
5.1.12 Verhältnis zwischen Kunst und Sport 76

 

 

1 GRUNDLAGEN

1400 v. Chr.
Entwicklung der ersten Konsonantenschrift in Phönitien.

1200 v. Chr.
Etwa ab 1200 v. Chr. schoben sich nacheinander immer neue Stämme aus dem nordwestlichen Gebirgsland der Balkanhalbinsel nach dem Süden und Osten Griechenlands vor. Ihre Krieger besaßen Eisenwaffen, die den Bronzeschwertern der mykenischen Herren überlegen waren; ihre Burgen und Städte wurden vollkommen zerstört. Der Stamm der Dorer, einer der Größten, drang am weitesten nach Süden vor. Die neue Besiedlung führte über den Peloponnes, die Ägäischen Inseln bis zur Küste Kleinasiens (heutige Küste der Türkei). Die frühen Einwohner dieser Regionen flohen oder wurden unterdrückt und verschmolzen so mit den neuen ,,Herren".

Auf diese Weise wurde Griechenland germanisiert (80 % der Einwohner waren blond). Der dunkle Typus der heutigen Griechen ,,entstand" durch slawische Einwanderer im Mittelalter.

1100 v. Chr.
Durch die Zerstörung der alten, hochstehenden Zivilisation und das niedrige Zivilisationsniveau der Einwanderer, verfiel die einstmals hochstehende Kultur der Mykener.
Dieser Verfall, auch Übergangszeit genannt, dauerte bis etwa 800 v. Chr. an.

1000 v. Chr.
Ab dieser Zeit begann die intensive Kolonisation Kleinasiens. Alle griechischen Stämme bekamen durch die zunehmende Überbevölkerung im Inland und auf den Inseln, ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl (einheitliche Sitten, Kultur, Religion). So kam es dann auch zur Gründung der Polis. Bei dieser typisch griechischen Form von Stadtstaaten bildete sich um die Burg des Königs eine Stadt und darum die Felder der Bauern. Die Einwohner eines jeden größeren Tales führten also ein fast völlig gegen die Außenwelt abgeschlossenes Dasein. Nur bei der Bekämpfung eines gemeinsamen Feindes schlossen sich die Städte zu Militärbündnissen zusammen. Nach der Beseitigung der Gefahr ging jede Stadt wieder ihren eigenen Weg.

900 v. Chr.
Durch den intensiven Handel mit dem Orient (Afrikas Mittelmeerländer), vor allem mit den Einwohnern Kleinasiens, kam es zu einem großen Einfluss des Orients auf Griechenland.
Dieser Einfluss zeigte sich besonders in der Einführung einer neuen, qualitativ hochwertigen Schrift in Griechenland. Denn dort gab es nur eine, von wenigen speziell ausgebildeten Schreibern ausgeübte ,,Bilderschrift".

Die nun von den Phöniziern übernommene Konsonantenschrift machte es jedem möglich schreiben zu lernen. Dazu musste sie jedoch erst umgeschrieben werden. Denn die vokalreiche griechische Sprache verlangte nach einer Einführung von Vokalen.
So kam es zur ersten echten Lautsprache mit 24 Buchstaben, wodurch die Volksbildung möglich wurde.

800 v. Chr.
Endgültiger Übergang von Bronze auf Eisenartikel (Waffen...) · Eisenzeit.
Die Idee der Polis kommt von Kleinasien nach Griechenland.

Erste historische Aufzeichnungen, besonders der über Jahrhunderte an den Fürstenhöfen mündlich überlieferten Heldengesänge. Einer der berühmtesten dieser ,,Historiker" ist Homer.

2 Homers Ilias

>> Homer, von dem nicht sicher ist, ob es eine Person, oder eine Gruppe von mehreren Dichtern war (Homerische Frage), ist Verfasser der ältesten zusammenhängenden Literatur in der griechischen Geschichte. Somit schuf er für 2000 Jahre der griechischen Frühgeschichte die einzigen historischen Quellen:

~750 v. Chr.: Ilias
~700 v. Chr.: Odyssee

Mit der „Ilias“ verfasste Homer die älteste Dichtung des abendländischen Kulturkreises. In ihr ist der dichterische Ertrag einer Kulturepoche zusammengetragen, der sich von der mykenischen Zeit bis zum 6. Jh. v. Chr. erstreckt.

In der „Ilias“ werden etwa 10 Tage aus dem 10 Jahre dauernden Krieg von Troja beschrieben.

Im „23. Gesang“ wird zum ersten Mal in der griechischen Geschichte von sportlichen Wettkämpfen berichtet. Daran zeigt sich, dass Sportspiele so alt sind wie diese Kultur. Bei diesen Wettspielen handelte es sich um die Leichenspiele (Totenagon) zu Ehren Patroklos, dem im Trojanischen Krieg von Hector getöteten Freund des Achilles.

Diese Wettspiele werden von Achilles veranstaltet und bestehen aus folgenden Disziplinen: Wagenrennen, Faustkampf, Ringen, Lauf, Waffenkampf, Diskuswurf, Bogenschuss und Speerwurf.

Diese Sportspiele zu Ehren Toter waren Teil des Begräbnisrituals der Adligen zu dieser Zeit. Sie wurden vom Haupttrauernden veranstaltet, der selbst jedoch nicht mitstritt sondern als Schiedsrichter fungierte.

[...]


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