Autor: Jan Schubert
Fach: Psychologie - Entwicklungspsychologie
Details
Institution/Hochschule: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH (Fachbereich Sozialwesen)
Jahr: 2001
Seiten: 16
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 71 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-20496-5
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit
Veranstaltung: Psychologie
Seminar: Entwicklungspsychologie
Die Vater-Sohn-Beziehung
dargestellt anhand ausgewählter Aspekte wie:
Vaterrollen im historischen Überblick; deren Entwicklungspsychologie;
sowie Entwicklungsstörungen durch abwesende Väter
Jan Schubert
28.08.2001
Inhaltsverzeichnis 4
Einleitung 4
1 Vaterschaft im Wandel der Zeit 5
1.1 Die Vaterrolle im 18. Jahrhundert 5
1.2 Neue Ideale – Ablösung des Patriarchats 6
1.3 Der Mann in der Familie des 19. Jahrhunderts 7
1.4 Rückkehr zur tradierten Vaterrolle 8
1.5 Die Rolle des Mannes im New Age 8
2 Väter und Söhne – ein Überblick über die Entwicklungspsychologie 9
2.1 Die Urszene 10
2.2 Idealisierung der Vaterfigur 10
2.3 Spiel als Aggressions- und Affektlehre 12
2.4 Die Rolle des Vaters bei der Ausbildung der Geschlechtsidentität 12
2.5 Der Ödipuskomplex 13
2.6 Väter in der Adoleszenz 15
3 Entwicklungsprobleme durch abwesende Väter 15
3.1 Der Sohn als Partnerersatz für die Mutter 16
3.2 Entwicklungsstörungen der Geschlechtsidentität 16
3.3 Aggressionsentwicklung ohne Vaterbeziehung 17
Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis 18
Einleitung
Väter haben einen schweren Stand. Sie gelten als verantwortungslos, sind verschrien als Drückeberger und manch einer hält sie für die Erziehung des Kindes als überflüssig. Auf der anderen Seite wird die Beziehung zwischen Vater und Sohn als eine besondere, trotzdem aber noch wenig erforschte zwischenmenschliche Beziehung angesehen. In der Fachliteratur der letzten 50 Jahre taucht der Vater nur als Randfigur auf. Marga Kreckel (1996) erklärt sich diesen Fakt damit, dass die Männer jeher die Herrscher im Hause waren, einen unantastbaren Status besaßen. Doch dies hat sich in unserer respektlosen Reporterdemokratie geändert, endlich wird auch der Vater in das Blickfeld entwicklungspsychologischer Wissenschaft gerückt.
Mit dieser Arbeit möchte ich selber mein Interesse an diesem Thema stillen und aufzeigen, dass Vätern gerade in der Beziehung zu ihren Söhnen sehr viel Bedeutung beigemessen wird.
1 Vaterschaft im Wandel der Zeit
Die Rolle des Vaters hat sich über die verschiedenen Zeitepochen in Abhängigkeit von wirtschaftlichen, demographischen und gesellschaftlichen Komponenten verändert. Auch die Präsenz von Kriegen und eine Veränderung zeittypischer Wertvorstellungen haben diesen Prozess unterstützt. Nur eines ist laut der Aussage von verschiedenen Wissenschaftlern und Buchautoren gleich geblieben: Der Vater – Sohn – Beziehung kommt nach wie vor eine besondere Bedeutung zu. Im folgenden soll ein kurzer Umriss dieser Entwicklung erfolgen.
1.1 Die Vaterrolle im 18. Jahrhundert
Hier gehen die Meinung über die Bedeutung der Vaterfigur auseinander. Es existieren zwei widersprüchliche Auffassungen über die Rolle des Vaters in dieser Zeit. Zum einen sagt man, das die Lebensbedingungen dieser Zeit förderlich für ein intensives männliches Engagement im Familienleben waren, da nicht die Trennung zwischen häuslichem und Arbeitsleben, wie wir sie heute weitgehend vorfinden, erfolgte. Die wirtschaftlichen Gegebenheiten untermauern diese Ansicht. Die zentrale Produktionseinheit war der Bauernhof, alle Familienmitglieder trugen unter der Leitung des Vaters zum Familieneinkommen bei.
Auf der anderen Seite sind viele Forscher der Meinung, dass eine hierarchische Ordnung maßgebend für das Funktionieren des Haushaltes war. Väter waren vor allem für die Lenkung familiärer Aktivitäten verantwortlich, ihre Autorität war ein maßgebliches Instrument für die Umsetzung dieser Aufgabe. Väter und Ehegatten oblagen die zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung. So ist es verständlich, dass ihnen explizite und weitreichende Verantwortlichkeit für alle Aspekte des familiären Lebens übertragen wurden. Entscheidungen bezüglich Berufswahl und Heirat seiner Kinder fielen in das Ressort des Vaters.
Erstaunlich schnell aber wurden diese patriarchalischen Muster unbrauchbar. Die wachsende geografische Mobilität unterminierten diese Ordnungsform. Auch eine sich rasant entwickelnde Jugendkultur außerhalb der Kontrolle der Erwachsenen, der Verlust der externen Kontrolle der Kirchen, Gerichte und Eltern über das Sexualverhalten von Kindern, die daraus resultierenden hohen außerehelichen Geburtsraten und auch lokal hohe Todesraten und ein deswegen zahlenmäßiges Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen machten die stabile patriarchalische Familie unmöglich.
1.2 Neue Ideale – Ablösung des Patriarchats
Kameradschaft, Zuneigung, Gefühl und emotionale Besorgnis waren neue Werte, die eine Ehe beschrieben.
„Die Familie war keine Produktionseinheit, sondern ein geschützter Garten von Liebe und Fürsorge in einer ungastlichen Welt (Fthenakis, 1999, S. 19).
Junge Leute fanden zunehmend Gelegenheiten außerhalb des familiären Bauernhofes zu arbeiten, Vätern war es somit immer seltener möglich, ihre Standespositionen an die Kinder zu überliefern. Auch kam den Frauen im Zuge der Ablehnung des Patriarchats die freie Partnerwahl zugute.
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