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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 30 Pages
Author: Verena Jannemann
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Münster (Institut für Deutsche Philologie II)
Tags: Konstruktion, Regionalität, Elfriede, Jelinek, Stecken, Stab, Stangel, Eine, Handarbeit, Literaturwissenschaftliches, Regionalität, Sprache, Literatur
Year: 2003
Pages: 30
Grade: sehr gut (1,0)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-20584-9
File size: 278 KB
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Excerpt (computer-generated)
Konstruktion von Regionalität
in Elfriede Jelinek
„Stecken, Stab und Stangl – Eine Handarbeit“
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 1
2. Regionale Rahmenbedingungen und Hintergründe 2
2.1 Historischer und politischer Hintergrund Österreichs 2
2.2 Bevölkerung und ethnische Minderheiten in Österreich 4
3. Konstruktion von Regionalität: Inhaltliche Ebene 6
3.1 Konstruktion von Regionalität durch die Rahmenhandlung
3.1.1 Handlung und Schauplatz 6
3.1.2 Figurgenanalyse 7
3.1.3 Die Häkelmetapher 10
3.2 Konstruktion von Regionalität durch authentischen Hintergrund
3.2.1 Die Roma-Morde 12
3.2.2 Tourismus vs. Fremdenfeindlichkeit 14
4. Konstruktion von Regionalität durch Sprache 15
4.1 Österreichische Dialekte und Merkmale des Wienerischen 15
4.2 Sprachliche Besonderheiten des Textes 17
4.3 Gebrauch von Zitaten im Text 20
5. Schluss
6. Literaturverzeichnis
1. EINLEITUNG
Eine überdimensionale Supermarkttheke aus Chrom und Glas. Das meiste, was man sieht, ist mit eiskremfarbenen Häkelüberzügen, meistens rosa, überzogen, für manche Dinge kann man vielleicht auch Filz nehmen, jedenfalls ein weiches stumpfes Material, das immer an Handarbeiten erinnern soll. Im Verlauf des Textes wird an Häkelwaren herumgebessert, geflickt etc. Die Schauspieler sollen damit, fast unmerklich beginnend, sukzessive immer stärker beschäftigt sein. Am Ende ist eine Handarbeitslandschaft entstanden. Auch die Schauspieler sind dann mit Hüllen überzogen.1
Dieses Zitat aus dem Stück Stecken, Stab und Stangl soll einen Einstieg in das sowohl sprachlich als auch inhaltlich unikale Stück Elfriede Jelineks geben, das im Jahre 1995 als „eine Art Epitaph“2 für die vier Roma, die im Februar des gleichen Jahres im Burgenland Opfer eines Sprengstoffattentates wurden, erschienen ist. Schon im Titel zeigt sich die „Vieldeutigkeit der Sprachflächen“3, da man mit den Bezeichnungen Stecken, Stab und Stangl diverse Bedeutungen assoziieren kann. Die Schwierigkeit aber auch der Reiz in den Texten Elfriede Jelineks liegt in der „formal-sprachlichen Einzigartigkeit“4 ihrer Texte, die radikale Inhalte aufweisen. Hintergrund der Analyse des Stückes ist die Fragestellung, inwieweit im Stück zum einen durch Sprache und zum anderen inhaltlich Regionalität konstruiert wird.
Basierend auf dieser Frage werden in Kapitel 2 zunächst die historischen und politischen Rahmenbedingungen und Hintergründe Österreichs dargelegt. Zudem soll die Situation der Bevölkerung und die der in Österreich lebenden ethnischen Minderheiten aufgezeigt werden. Kapitel 3 und 4 umfassen die eigentliche Analyse des Textes, wobei Kapitel 3 sich mit der Konstruktion von Regionalität auf inhaltlicher Ebene beschäftigt, während Kapitel 4 die Konstruktion von Regionalität auf sprachlicher Ebene behandelt. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass eine genaue Trennung der sprachlichen und der inhaltlichen Ebene nicht immer eindeutig getroffen werden kann, da die Ebenen zum Teil sehr eng miteinander verknüpft sind. Die inhaltliche Ebene, die in Kapitel 3 behandelt werden soll, umfasst zwei Unterpunkte: Punkt 2.1 beschäftigt sich mit der durch die Rahmenhandlung des Stückes konstruierte Regionalität, Punkt 2.2 erläutert die durch die authentischen Hintergründe, die dem Stück zugrunde liegen, geschaffene Regionalität. Unter den ersten Punkt fallen sowohl die Darstellung der inhaltlichen Seite des Stückes, als auch die Figurenanalyse. Hinzu kommt der eng damit verbundene Aspekt der Häkelmetapher. Der zweite Punkt umfasst, im Zuge der Darstellung der authentischen Hintergründe des Stückes, die Auseinandersetzung mit der Ermordung der Roma und mit der Situation Österreichs, als ein Land in dem Tourismus und Fremdenfeindlichkeit nebeneinander existieren. In Kapitel 4 soll im Zuge der sprachlichen Analyse des Textes der österreichische Dialekt sowie die Merkmale des Wienerischen aufgezeigt werden. Ferner werden die sprachlichen Besonderheiten des Textes veranschaulicht und es wird dargelegt, inwieweit durch die im Text gebrauchte Sprache Regionalität konstruiert wird. Schließlich wird noch eine spezielle Besonderheit näher behandelt, und zwar der Gebrauch von Fremdzitaten im Text, welcher anhand von Beispielen dargestellt werden soll. Ferner befinden sich kürzere Sekundärtexte, die als Quellen benutzt wurden, im Anhang dieser Arbeit.
2. REGIONALE RAHMENBEDINGUNGEN UND HINTERGRÜNDE
2.1 Historischer und politischer Hintergrund Österreichs5
[...]
1 Jelinek, Elfriede: Stecken, Stab und Stangl. Göttingen, Rowohlt, 1990, S. 17. Im Folgenden werden Zitate aus dem Primärtext mit Seitenangabe im laufenden Text angegeben.
2 Ebd. Vorwort, S. 2.
3 Carp, Stefanie (im Interview mit Elfriede Jelinek): „Ich bin im Grunde ständig tobsüchtig über die Verharmlosung“: http://ourworld.compuserve.com/homepages/elfriede/fstab.htm (18.12.02). Im Folgenden zitiert als: Carp, Stefanie (im Interview mit Elfriede Jelinek).
4 Caduff, Corina: Ich gedeihe inmitten von Seuchen. Elfriede Jelinek – Theatertexte. Bern, 1991, S. 39.
5 Die historische Angaben in diesem Kapitel basieren, soweit nicht anders vermerkt, auf folgenden Quellen: 1) Republik Österreich: www.austria.gv.at. Im Folgenden zitiert als: Republik Österreich. 2) CD-ROM: Microsoft® Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. (Kapitel: „Österreich“). Im Folgenden zitiert als: Microsoft Encarta, „zitiertes Kapitel“.
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