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Erlebnispädagogik - Ein Überblick

Termpaper, 2001, 27 Pages
Author: Stephan Zein
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Erlebnispädagogik
Institution/College: University of Erfurt (Sozialpädagogisches Institut)
Tags: Erlebnispädagogik
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 27
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V15538
ISBN (E-book): 978-3-638-20615-0
ISBN (Book): 978-3-638-64400-6
File size: 244 KB

Abstract

Wir leben in einer Zeit, in welcher mehr und mehr unser Leben von Problemen, Stress und Hektik aber auch sozialer Benachteiligung geprägt ist. Den daraus resultierenden Variationen an Defiziten steht die Erlebnispädagogik gegenüber. In dieser Arbeit soll ein Überblick gegeben werden. Ein Überblick der Wurzeln sowie der derzeitigen Anwendungsmethoden. Mit Wurzeln umschreibt man allgemein die Ursprünge, d.h. es soll der Frage nachgegangen werden: Woraus hat sich unser heutiges Verständnis von Erlebnispädagogik entwickelt? Wer waren die geistigen Väter einer heutzutage so wichtigen sozialpädagogischen Institution? Insbesondere soll hierbei natürlich auf Kurt Hahn eingegangen werden, welcher als Urvater gilt. Seine Gedanken und Methoden werden kurz dargestellt und erläutert. Im Anschluss daran wird ein Blick in die Gegenwart riskiert. Was ist aus den Grundideen geworden? Lassen sich Vergleiche ziehen?


Excerpt (computer-generated)

Erlebnispädagogik - Ein Überblick

 

 


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 1

1. Was ist Erlebnispädagogik? 2

2. Ursprünge der Erlebnispädagogik 3

2.1 Die alten Griechen 4
2.2 „Erziehung zurück zur Natur“ 4
2.3 „Gesellschaft- und Konsumkritik“ 4
2.4 „Kritik am verkopften Lernen und neue Ideen für die Schule“ 5

3. Kurt Hahn und die Erlebnispädagogik 6

3.1 Biografie – ein kurzer Abriss 7
3.2 Grundpfeiler der Hahnschen Pädagogik 8
3.3 Die Erlebnistherapie 9

4. Erlebnispädagogik unter heutigen Gesichtspunkten 12

4.1 Outward Bound 12

4.1.1 (Ideal)typischer Phasenverlauf beim Outward Bounding 13
4.1.2 Drei Modelle im Vergleich 14

4.1.2.1 The Mountain Speak for Themselves 15
4.1.2.2 Outward Bound Plus 15
4.1.2.3 Das metaphorische Modell 16

4.1.3 Wirkungsanalyse 16

4.2 City Bound 19

5. Probleme in der Erlebnispädagogik 20

5.1 Der Kommerz 20
5.2 Der Transfer 21

Fazit 23

Literaturverzeichnis

 


Vorwort

Wir leben in einer Zeit, in welcher mehr und mehr unser Leben von Problemen, Stress und Hektik aber auch sozialer Benachteiligung geprägt ist. Den daraus resultierenden Variationen an Defiziten steht die Erlebnispädagogik gegenüber. In dieser Arbeit soll ein Überblick gegeben werden. Ein Überblick der Wurzeln sowie der derzeitigen Anwendungsmethoden. Mit Wurzeln umschreibt man allgemein die Ursprünge, d.h. es soll der Frage nachgegangen werden: Woraus hat sich unser heutiges Verständnis von Erlebnispädagogik entwickelt? Wer waren die geistigen Väter einer heutzutage so wichtigen sozialpädagogischen Institution? Insbesondere soll hierbei natürlich auf Kurt Hahn eingegangen werden, welcher als Urvater gilt. Seine Gedanken und Methoden werde ich kurz darstellen und erläutern. Im Anschluss daran werde ich einen Blick in die Gegenwart riskieren. Was ist aus den Grundideen geworden? Lassen sich Vergleiche ziehen? Ich werde mich insbesondere des Outward Bound widmen, da dieses ebenfalls auf Hahn zurückzuführen ist. Hierbei werde ich auch versuchen untereinander vergleichbare Konzepte dieses Modells darzulegen. Den Abschluss soll ein Blick auf die Probleme von Erlebnispädagogik bilden. Hierbei werde ich insbesondere die Aspekte des Kommerzes und des Transfers aufgreifen.

Diese Arbeit wird keine neuen Erkenntnisse hervorbringen. Ich werde lediglich darum bemüht sein, aus dem Dschungel an Literatur einen erlebnispädagogischen Überblick zu gestalten.

1. Was ist Erlebnispädagogik ?

Bevor es möglich sein wird einen Überblick der Erlebnispädagogik zu geben, sollte man sich die Frage stellen, was überhaupt darunter zu verstehen ist. Zunächst handelt es sich hierbei um ein einfaches zusammengesetztes Wort, bestehend aus den Begriffen ‚Erlebnis’ und ‚Pädagogik’. Doch bereits an dieser Stelle endet die zuvor postulierte Schlichtheit und weicht einem nahezu undurchdringlichen Gewirr aus Definitionen und Postulaten, was der in der Überschrift formulierten Frage zu keiner Antwort verhelfen wird. Beide sind definitorisch mehrfach besetzt, je nach betrachtender Fachrichtung und erlauben keine exakte allgemeingültige Formulierung einer Bestimmung. Hier sei nun die Frage gestattet, inwieweit sich überhaupt eine Definition für ‚Erlebnispädagogik’ finden lassen wird. Je nach Erfahrungswerten der entsprechenden Wissenschaftler wird für die Terminologie auch eine äquivalente Definition zum Tragen kommen. Es ist für mich also nur möglich eine Zusammenstellung von Begriffsbestimmungen verschiedenster Wissenschaftler anzubieten und mich der einen oder anderen mehr oder weniger verbunden zu fühlen, da mir die praktische Erfahrung auf dem Gebiet der Erlebnispädagogik fehlt und ich somit nur einen theoretischen Einblick in dieses sozialpädagogische Arbeitsfeld aufweisen kann. Für Jörg ZIEGENSPECK ist Erlebnispädagogik „eine recht junge erziehungswissenschaftliche Teildisziplin, die bisher nur langsam entwickelt werden konnte“1. Daraus folgert ZIEGENSPECK, dass Erlebnispädagogik auf eine eigene Methodenlehre zurückgreifen kann2 und ein Integrationspotential innerhalb einer Vielzahl von sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Richtungen aufweisen kann3.

Diesem Verständnis widersprechen Bernd HECKMAIR und Werner MICHL: Für sie ist Erlebnispädagogik eine handlungsorientierte Methode unter vielen, wie zum Beispiel außerschulische Bildungsarbeit, das Planspiel, Theater- und Reisepädagogik4. „Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten“5.

Ein gänzlich anderes Verständnis von Erlebnispädagogik wurde von Willi KLAWE entwickelt: „Erlebnispädagogik ist keine Methode, sondern eine pädagogische Grundeinstellung die darum bemüht ist, den pädagogischen Alltag in seinen Bezügen möglichst erlebnisintensiv zu gestalten“6. Diese drei Definitionsversuche sollen exemplarisch für die in der Fachliteratur vertretenen Auffassungen stehen. Ich selbst kann mich am ehesten den Aussagen von HECKMAIR und MICHL anschließen, da sie bereits per Definition einräumen, dass es sich hierbei nur um eine Methode unter vielen handelt. Sie erklären somit, dass Erlebnispädagogik keine Monopolstellung im Bezug auf Effektivität besitzt und somit nicht als Rettungsanker verstanden werden darf wenn andere Konzepte versagen. Des weiteren ist die explizite Herausstellung der Persönlichkeitsentwicklung als besonders positiv anzusehen, da sie sich nicht auf defizitäres Verhalten Jugendlicher beschränkt.

2. Die Ursprünge der Erlebnispädagogik

[...]


1 Zitat: ZIEGENSPECK S.998
2 Vgl.: ZIEGENSPECK S.996
3 Vgl.: FISCHER/ZIEGENSPECK S.281
4 Vgl.: HECKMAIR/MICHL S.72f
5 Zitat: HECKMAIR/MICHL S.75
6 Vgl.: KLAWE/KUNSTREICH/ KRÄTZSCHMAR, S. 9


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