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Details

Veranstaltung: Medientheorie V
Institution/Hochschule: Hochschule Bremen (Internationaler Studiengang Fachjournalistik)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 21
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 227 KB
Archivnummer: V15551
ISBN (E-Book): 978-3-638-20624-2
ISBN (Buch): 978-3-638-75833-8

Zusammenfassung / Abstract

Ohne die Silbe „Fach“ wäre das Wort „Fachzeitschrift“ nicht vollständig. Fachschriften tragen ihren Namen, weil sie sich ein Fachgebiet zum Thema machen. Diese Hausarbeit thematisiert das Thema Sprache im Fachjournalismus anhand von mehreren Beispielen aus Fachzeitschriften. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema sollte sich hier jedoch -salopp ausgedrückt- nicht mit der Feststellung „Hach, ist das alles kompliziert geschrieben“, begnügen. Anders gesagt: die Untersuchung von Syntax und Lexik ist in dieser Hausarbeit kein Selbstzweck. Denn es geht hier nicht darum, Satzbau und Wortwahl einzelner Fachzeitschriften auf einer grammatikalischen beziehungsweise linguistischen Mikroebene zu analysieren. Denn Sprache hat schließlich nicht nur individuelle Strukturen, sondern auch individuelle Inhalte. Um das Verhältnis zwischen Sprache und Fachzeitschrift besser zu verstehen, reicht das Zählen von Kommata und Nebensätzen folglich nicht aus. Vielmehr gilt es, Sprache als einen Teil des Gesamtsystems Fachjournalismus zu verstehen, sie in einem direkten Kontext mit Themen und Rezipienten fachjournalistischer Publikationen zu begreifen. Sprache ist das elementarste Werkzeug des Journalismus. Wäre sie ein Tier, dann ein Chamäleon. Ihr Stil wechselt, meist mit Thema und Rezipientenkreis. Diese Wechselwirkung macht ihre Rolle im (Fach-)Journalismus so interessant. Zugleich ist es deshalb jedoch auch schwer, auf der sprachlich-stilistischen Ebene übereinstimmende Merkmale von Sprache in Fachzeitschriften zu finden. Denn im Zusammenspiel sprachlicher Nuancierungsmöglichkeiten und fachjournalistischer Themenvielfalt entsteht eine Fülle von individuellen Merkmalen einzelner Zeitschriften. Anders gesagt: die Sprache von „Bänder, Bleche, Rohre“ ist eine andere als die von „Tibia – Magazin für Holzbläser“. Und doch gibt es bei vielen Zeitschriften eine wesentliche Gemeinsamkeit – und die liegt im Verwenden von Fachsprache. Sie ist in Publikationen aus den unterschiedlichsten Themenfeldern zu finden. Die Beschäftigung mit ihrer Bedeutung im Fachjournalismus bildet deshalb den wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkt dieser Hausarbeit. Die vorliegende Ausarbeitung ist der Versuch einer grundsätzlichen Bestandsaufnahme ohne missionarische Stoßrichtung. Eine einseitige Parteinahme für Fachjournalisten und ihren derzeitigen Sprachgebrauch ist deshalb nicht das Ziel, ein Plädoyer für einen allgemeinverständlichen Fachjournalismus ebenso wenig.

Textauszug (computergeneriert)

Hauptsache kompliziert?!
Sprache im Fachjournalismus

 


Inhalt

1. Einleitung: Sprache – das Chamäleon im fachlichen Blätterwald 3

2. Fachzeitschriften als Foren der Experten 4

3. Fachzeitschrift ist nicht gleich Fachzeitschrift: Nuancen der Komplexität 6

4. Die Wissensgemeinschaft und ihre Fachsprache: Fachjournalisten und Rezipienten 7

5. Satzstrukturen zwischen Schlagzeilenstil und Schachtelsatz 12

6. Kritischer Journalismus oder Hofberichterstattung? - Eine Frage des (Sprach-)Stils 16

7. Fazit: Fachzeitschriften und Fachfremde 17

Literaturverzeichnis 20

 



1. Einleitung: Sprache – das Chamäleon im fachlichen Blätterwald

Ohne die Silbe „Fach“ wäre das Wort „Fachzeitschrift“ nicht vollständig. Fachschriften tragen ihren Namen, weil sie sich ein Fachgebiet zum Thema machen. Diese Hausarbeit thematisiert das Thema Sprache im Fachjournalismus anhand von mehreren Beispielen aus Fachzeitschriften.

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema sollte sich hier jedoch -salopp ausgedrückt- nicht mit der Feststellung „Hach, ist das alles kompliziert geschrieben“, begnügen. Anders gesagt: die Untersuchung von Syntax und Lexik ist in dieser Hausarbeit kein Selbstzweck. Denn es geht hier nicht darum, Satzbau und Wortwahl einzelner Fachzeitschriften auf einer grammatikalischen beziehungsweise linguistischen Mikroebene zu analysieren. Denn Sprache hat schließlich nicht nur individuelle Strukturen, sondern auch individuelle Inhalte. Um das Verhältnis zwischen Sprache und Fachzeitschrift besser zu verstehen, reicht das Zählen von Kommata und Nebensätzen folglich nicht aus. Vielmehr gilt es, Sprache als einen Teil des Gesamtsystems Fachjournalismus zu verstehen, sie in einem direkten Kontext mit Themen und Rezipienten fachjournalistischer Publikationen zu begreifen. Sprache ist das elementarste Werkzeug des Journalismus. Wäre sie ein Tier, dann ein Chamäleon. Ihr Stil wechselt, meist mit Thema und Rezipientenkreis. Diese Wechselwirkung macht ihre Rolle im (Fach-)Journalismus so interessant. Zugleich ist es deshalb jedoch auch schwer, auf der sprachlich-stilistischen Ebene übereinstimmende Merkmale von Sprache in Fachzeitschriften zu finden. Denn im Zusammenspiel sprachlicher Nuancierungsmöglichkeiten und fachjournalistischer Themenvielfalt entsteht eine Fülle von individuellen Merkmalen einzelner Zeitschriften. Anders gesagt: die Sprache von „Bänder, Bleche, Rohre“ ist eine andere als die von „Tibia – Magazin für Holzbläser“.

Und doch gibt es bei vielen Zeitschriften eine wesentliche Gemeinsamkeit – und die liegt im Verwenden von Fachsprache. Fachsprache ist kein individuelles Phänomen einzelner Fachzeitschriften. Sie ist in Publikationen aus den unterschiedlichsten Themenfeldern zu finden. Die Beschäftigung mit ihrer Bedeutung im Fachjournalismus bildet deshalb den wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkt dieser Hausarbeit. Die vorliegende Ausarbeitung ist der Versuch einer grundsätzlichen Bestandsaufnahme ohne missionarische Stoßrichtung. Eine einseitige Parteinahme für Fachjournalisten und ihren derzeitigen Sprachgebrauch ist deshalb nicht das Ziel, ein Plädoyer für einen allgemeinverständlichen Fachjournalismus ebenso wenig.

2. Fachzeitschriften als Foren der Experten

Fachzeitschriften lassen sich in der Abgrenzung von General Interest-Publikationen begreifen: Claudia Mast beschreibt in ihrem Standardwerk „ABC des Journalismus“ vier Kriterien für Tageszeitungen: „Wesentliche Merkmale der Tageszeitung sind ihre Aktualität, Publizität (sie stellt Öffentlichkeit in ihrem jeweiligen Verbreitungsgebiet her), Periodizität (sie erscheint mindestens zweimal wöchentlich) und Universalität (Vielfalt der Themen). Sie berichtet über einen weiten Themenkreis, der Politik, Kultur, Unterhaltung, Sport und sonstiges Zeitgeschehen umfasst.“1 Der Unterschied zu Fachzeitschriften besteht hier primär im letztgenannten Kriterium. Während General-Interest-Publikationen eine große Bandbreite an Themen behandeln und sich damit grundsätzlich an alle Lesekundigen in seinem Verbreitungsgebiet richten, konzentrieren sich Fachzeitschriften auf einen enger gefassten Leserkreis. Dieser kann sowohl Rezipienten umfassen, die sich in Beruf oder Studium mit einem bestimmten Fachgebiet auseinander setzen, als auch solche, die sich in ihrer Freizeit mit einem bestimmten Themenfeld beschäftigen. Diese Ausrichtung wirkt sich somit auch ein weiteres Kriterium aus: die Publizität. Auch Fachzeitschriften stellen Öffentlichkeit her; aber es ist keine allgemeine Öffentlichkeit, sondern eine partikulare, weil partikular interessierte Rezipientenschicht, die hier angesprochen wird. Anders gesagt: Fachzeitschriften werden in der Regel von Experten für Experten herausgegeben. Durch die Tatsache, dass es sich hier um Zeitschriften und nicht um Zeitungen handelt, ist zudem eine seltenere Erscheinungsweise die Regel - in der Regel maximal wöchentlich. Folglich gelten für Fachzeitschriften somit auch in punkto Aktualität andere Maßstäbe.

Auch allgemeine journalistische Qualitätskriterien bedürfen in punkto Fachjournalismus einer Spezifizierung. „Wir unterscheiden vier Dimensionen, in die solche Qualitäten sich erstrecken können: Vielfalt, oder anspruchsvoller: U n i v e r s a l i t ä t, Richtigkeit, oder anspruchsvoller W a h r h e i t, A k t u a l i t ä t und schließlich V e r s t ä n d l i c h k e i t“, heißt es im Werk „Stilistik für Journalisten.“ 2

[...]


1 Mast, Claudia; ABC des Journalismus; UVK Medien; Konstanz; 1998; S. 18
2 Kurz, Josef u.a. Stilistik für Journalisten; Westdeutscher Verlag; Opladen; 2000; S. 23 (Hervorhebungen im Original. T.J.)

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