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Theodor W. Adornos 'Vorschlag zur Ungüte'

Termpaper, 2003, 12 Pages
Author: Julian Hamann
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 12
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V15663
ISBN (E-book): 978-3-638-20718-8

File size: 172 KB


Excerpt (computer-generated)

Theodor W. Adornos
"Vorschlag zur Ungüte"



von Julian Hamann

Inhalt:

1. Zusammenfassung des Textes "Vorschlag zur Ungüte

2. Inhaltliche Diskussion des Textes

3. Kritische Anmerkungen zum Text





1. Zusammenfassung des Textes "Vorschlag zur Ungüte"

Der Autor Theodor W. Adorno schreibt in seiner Abhandlung "Vorschlag zur Ungüte" über neue Kunst, über deren Freunde und Gegner, er charakterisiert schließlich die Anhänger der Hotelbildmalerei als Gegner der neuen Kunst und beschäftigt sich eingehend mit diesen.

Theodor W. Adorno beschreibt einen Fehler in der Aufteilung zwischen Freunden und Gegnern der neuen Kunst. Dieser Teilung liegt, nach Adorno, nämlich die vereinfachende Vorstellung zugrunde, daß Geschmack aus Vorliebe und Abneigung besteht. Hier bemüht der Autor einen Vergleich aus der Welt der Politik, in der man sich aus simplen Beweggründen (nämlich der Kongruenz oder Inkongruenz des Parteiprogramms mit den eigenen Idealen oder Interessen) für oder gegen eine Partei entscheidet. Diese simple Entscheidungsfindung lässt sich nicht einfach auf Kunst übertragen. Man kann also nicht Freund oder Gegner einer Kunstform sein (in diesem Fall der neuen Kunst) so wie man Freund oder Gegner, Wähler oder Nichtwähler einer Partei ist.
Die Aufteilung in Freund oder Gegner, in Pro oder Contra, lässt die für Adorno wichtigste Komponente der Einstellungs- oder Meinungsentstehung außer acht, nämlich "die Beziehung zum Gegenstand selbst". In den Nachfolgenden Zeilen macht Adorno klar, was er mit diesem Begriff meint: die Einstellung eines Individuums zur neuen Kunst wird nicht in erster Linie durch Zu- oder Abneigung bestimmt, sondern durch Verständnis oder Nichtverständnis der neuen Kunst. Der Autor teilt also auf in die, die auf die "Impulse" und die Verwirklichung der neuen Kunst ansprechen und sich ihrer Art und Weise, wie Adorno sagt, "unterwerfen", auf der anderen Seite, der "Gegner - Seite", sieht Adorno jene, die der neuen Kunst hilflos und verwirrt gegenüberstehen, sie also nicht verstehen.
Nun folgt eine Aufforderung Adornos, wie die Gegner der neuen Kunst mit ihrem Unverständnis umgehen (oder gerade nicht umgehen) sollten. Er wirft diesen Menschen vor, trotz dieses Unverständnisses die neue Kunst zu verurteilen. Der Autor setzt einem Urteil Verständnis voraus; das Urteil derer, die vorgeben, die neue Kunst nicht zu verstehen, und sie deswegen verurteilen, hat demzufolge keinen Wert.
Im nächsten Abschnitt führt Adorno einen für seine Argumentation wichtigen Satz aus Victor Hugos Shakespearebuch an, nach dem man es den alten Meistern nur gleichtun könne, indem man ihnen nicht gleiche. Der Autor wirft den Gegnern des Neuen durch Vorurteile beeinflusste Urteile und gekünstelte Aufregung vor.

Im weiteren Verlauf des Textes differenziert Adorno das Bild der Feinde oder Gegner der neuen Kunst, er glaubt, in einigen Analysen dieser Gegner ein Verständnis für das Analysierte und eine aus diesen Analysen angestrengt verbannte Sympathie zu erkennen. Er glaubt diesen Gegnern die dort geäußerte Ablehnung nicht, der Satz "Wer seinen Cèzanne so gut sieht, dem glaube ich seine Entrüstung nicht" lässt den Leser darauf schließen, daß Adorno es für unmöglich hält, einen Künstler hohen Ranges zu verstehen und ihn trotzdem abzulehnen.
Jetzt schlägt der Autor eine andere Aufteilung als die zwischen Freunden und Gegnern vor, nämlich die zwischen Freunden (die oben genannte Aussage lässt Spekulationen zu, ob hierzu auch jene gezählt werden, die neue Kunst verstehen, aber ihre Sympathie "verdrängen") und dem Bund für deutsche Hotelbildmalerei (BfdH). Durch diese Gleichsetzung von Gegnern der neuen Kunst und den Befürwortern der Hotelbildmalerei will Adorno "die Fronten klären". Was der Autor von der Hotelbildmalerei hält, wird durch ironisch gefärbte Ausdrücke wie "golden-versöhnlichem Humor", "innige Symboliker" und "mittlere Malerei mit Mitte" deutlich.

[...]


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