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Altenpflege - Beruf oder Berufung? Ein Ausbildungszweig stellt sich vor close

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Altenpflege - Beruf oder Berufung? Ein Ausbildungszweig stellt sich vor

Other, 2003, 40 Pages
Author: MBA Marco Bambach
Subject: Nursing Science

Details

Category: Other
Year: 2003
Pages: 40
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V15838
ISBN (E-book): 978-3-638-20848-2
ISBN (Book): 978-3-638-88628-4
File size: 208 KB
Notes :
Transferarbeit. Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. Zuzüglich 19 Folien im PDF-Format.


Abstract

Das Altenpflegegesetz hat zum Ziel, den Beruf des Altenpflegers / der Altenpflegerin attraktiver zu gestalten, ihn aufzuwerten und dadurch mehr junge Menschen dazu zu bewegen, gerade diesen Beruf zu ergreifen; so soll dem bestehenden und weiter erwarteten Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Die bundeseinheitliche Regelung soll die Mobilität der AltenpflegerInnen im Bundesgebiet und europaweit verbessern und einen flexiblen Einsatz von Fachkräften dort zulassen, wo sie, wie etwa in Ballungsräumen, dringend benötigt werden. Um den Verbleib im Beruf zu ermöglichen und die Fluktuation des Fachpersonals zu mindern, müssen auch Verbesserungen im Berufsalltag hinzukommen sowie Perspektiven für den Aufstieg im Beruf angeboten werden. Die nachfolgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Berufsbild der Altenpflege, ihren Perspektiven und belichtet ihre Schattenseiten. Unter dem Motto „love it, leave it oder change it“, geht der Autor auf empirische Untersuchungen ein, um zu filtern, welchen Herausforderungen die Altenpflege unterliegt und was getan werden muss, um den Berufsnachwuchs in der Altenpflege zu sichern.


Excerpt (computer-generated)

Steinbeis-Hochschule Berlin
Steinbeis-Transfer-Institut
Management im Gesundheits- und Sozialwesen

Transferarbeit - Organisation und Personal
Berlin, 2003

Altenpflege - Beruf oder Berufung ?

Ein Ausbildungszweig stellt sich vor.

Marco Bambach

 

Vorwort

„Altenpflege - Das Richtige für mich
Voll das Leben
Das macht Sinn
Meine Perspektive“
Bayerisches Staatsministerium
für Arbeit und Sozialordnung

Altenpflege verbindet menschliche Beziehungsarbeit mit pflegerischem Handeln. Sie erfordert eine solide fachliche Ausbildung, soziale Kompetenz, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen, Sensibilität und gute Beobachtungsgabe sowie Interesse an medizinischen Zusammenhängen. Viele dieser Aufgaben werden, ebenso wie organisatorische Pflichten und Verwaltungsaufgaben eigenverantwortlich erledigt und bieten viel Raum für Kreativität. Altenpflege ist ein Beruf, mit hohen Herausforderungen, ein Beruf der Sinn macht und Zukunftssicherheit bietet. So zumindest wirbt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung für den Beruf der Altenpflege.1

Die ab 1. August 2003 neu geregelte und erstmalig bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung war Grund, dass sich der Autor mit dem Thema der Altenpflegeausbildung, ihrer Entwicklung, den Veränderungen und der Zukunft der Altenpflege beschäftigt hat. Die Erkenntnisse fließen in praktische Ausbildungsinhalte und -konzepte der Caritas- Einrichtung2 ein und sollen Impuls sein für eine zukunftssichernde Altenpflegeausbildung. Die nachfolgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Berufsbild der Altenpflege, ihren Perspektiven und belichtet ihre Schattenseiten. Unter dem Motto „love it, leave it oder change it“, geht der Autor auf empirische Untersuchungen ein, um zu filtern, welchen Herausforderungen die Altenpflege unterliegt und was getan werden muss, um den Berufsnachwuchs in der Altenpflege zu sichern - dies gerade vor dem Hintergrund, dass ein Viertel der Ausbildungsabsolventen3 ihren Beruf im ersten Beschäftigungsjahr verlassen.

 

Inhaltsverzeichnis

1 Aktualität des Themas  1

2 Altenpflege - Empirische Untersuchungen  2
2.1 Beruf oder Berufung?  2
2.2 Ein Beruf fürs Leben?  4

3 Altenpflegeausbildung - Ein Beruf stellt sich vor  5
3.1 Bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung  5
3.2 Die neuen Ausbildungsbestimmungen  5
3.2.1 Zugangsvoraussetzungen  5
3.2.2 Ausbildungsstruktur  6
3.2.3 Ausbildungsziele  6
3.3 Vertragliche Regelungen  7
3.4 Finanzierung der Ausbildung  7
3.5 Perspektiven nach der Ausbildung  8

4 Erkenntnisse und Ausblick  9
4.1 Veränderungsprozesse in der Altenhilfe  9
4.2 Die Zukunft der Pflegeausbildung  10

Literaturverzeichnis  12

Anhang  14

 

1 Aktualität des Themas

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) e.V. hat die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung zur Lage und Situation des Pflegepersonalwesens vorgestellt. Die Studie „Pflege-Thermometer 2002“4 kommt zu dem Schluss, dass die Personalsituation im bundesdeutschen Pflegewesen als angespannt bezeichnet werden muss. Das dip schätzt, dass mehr als 40.000 Stellen schon heute in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten nicht besetzt werden können. Schätzungsweise 30.000 hiervon entfallen auf die stationäre Altenhilfe und das ambulante Pflegewesen. Dem gegenüber sind auf dem Arbeitsmarkt derzeit nur verhältnismäßig geringfügige Kapazitäten von arbeitssuchenden Angehörigen der Pflegeberufe auszumachen. Ferner zeichnet sich ab, dass in den kommenden fünf Jahren von einer weiteren Verschlechterung der Situation auszugehen ist. Die derzeitigen Probleme werden vorrangig als personelle Engpässe, steigende Arbeitsbelastungen und abnehmende Eignung von Bewerbern beschrieben. Prof. Weidner5, Direktor des dip und Projektleiter, kommentierte die Ergebnisse folgendermaßen: „Im Sprachgebrauch der Temperaturmessung müssen wir bezüglich dieser Befragung der Pflegepersonalsituation in Deutschland Fieber mit steigender Tendenz bescheinigen. Bei Nichtbehandlung droht Schüttelfrost und letztlich der Pflegekollaps!“

Auch der vierte Bericht6 zur Lage der älteren Generation spricht von einem eklatanten Personalmangel in der Altenpflege. Statt die gewünschte Anhebung der Fachkraftquote zu realisieren, könnten Heimleitungen frei gewordene Stellen oft nicht wieder besetzen. Hier macht sich ein negativer Effekt erkennbar. Stationäre Einrichtungen stehen unter dem doppelten Zwang, einerseits wirtschaftlich zu arbeiten und andererseits hohe Qualität in der Versorgung zu erbringen. Auf der Seite der professionell Pflegenden resultiert dies in hoher Arbeitsbelastung und hohem wahrgenommenen Zeitdruck. Neue Konzepte, Wohnstrukturen, Personalstrukturen und Bildungsstrukturen sind gefragt. Ebenso beschäftigt sich das Jahrbuch 2003 des Deutschen Caritasverbandes7 mit dem Thema der sozialen Dienstleistung und des sich daraus ergebenden personalintensiven Mitteleinsatzes. Die Zahl junger Menschen, die in den nächsten Jahren dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden, wird aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge kleiner. Gleichzeitig hält die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern im sozialen Bereich und gerade in der ambulanten und stationären Altenpflege an.

2 Altenpflege - Empirische Untersuchungen

2.1 Beruf oder Berufung?

Ist Altenpflege nun wirklich „voll das Leben“? Ist es der Wunschberuf vieler oder doch mehr nur die Absicherung für die berufliche Zukunft? Mit diesen Fragestellungen hat sich die Paul Lempp-Stiftung8 beschäftigt und für eine empirische Untersuchung9 über die Attraktivität der Altenpflege das Institut für Demoskopie Allensbach beauftragt. Die Ergebnisse der Studie10 zeigen auf, dass der Anteil der männlichen Altenpflegeschüler lediglich bei 21 Prozent liegt und, ebenso wie in der Praxis zu verzeichnen, der Großteil der in der Altenpflege beschäftigten Mitarbeiter weiblich sind. „Es ist ein Beruf, den ich als sinnvoll empfinde“ - 83 Prozent antworten dies, wenn sie nach den Gründen ihrer Berufswahl gefragt werden. Hier liegt ein Kernpunkt für die Attraktivität der Altenpflege. Sie bietet die Möglichkeit, etwas Sinnvolles für andere Menschen zu tun, eine Arbeit, die wirklich benötigt wird, an einem ganz bestimmten Ort und zu einer ganz bestimmten Zeit, und die nicht auf Maschinen übertragen werden kann.

[....]


1 Die Kampagne „Altenpflege in Bayern“ ist eine Initiative von zahlreichen Verbänden und Institutionen unter Federführung des Bayerischen Staatministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. Auch andere Landesregierungen führen ähnlich gelagerte Projekte durch. Siehe hierzu unter anderem
www.berufe-mit-sinn.de.

2 Die Caritas-Einrichtung zählt zu einem Verbund von Caritas-Einrichtungen in Unterfranken, die sich mit der Altenpflege beschäftigen. In ihren Häusern leben rund 1.200 Bewohner und arbeiten mehr als 700 Mitarbeiter.

3 Im Folgenden werden Personen in der männlichen Sprachform angesprochen, es sind aber jeweils sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint.

4 Weidner, F., u.a., Pflege-Thermometer 2002, Köln, 2002, S. 5 ff. Insgesamt hat das dip 1028 Pflegedienstleitungen und Geschäftsführungen von Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten in ganz Deutschland befragt.

5 Weidner, F., u.a., a.a.O., S. 5.

6 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Vierter Bericht zur Lage der älteren Generation, Berlin, 2002, S. 262 ff.

7 Batkiewicz, R., u.a., Zukunft und Identität der Caritas im Markt, in: Deutscher Caritasverband (Hrsg.), Caritas 2003 - Jahrbuch des Deutschen Caritasverbandes, Freiburg, 2002, S. 50.

8 Noelle-Neumann, E., u.a., Altenpflege - Beruf oder Berufung? Bericht über eine repräsentative Befragung von Altenpflegeschülern zur Attraktivität des Pflegeberufs, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach, Paul Lempp Stiftung, Stuttgart, 2000.

9 Hierfür wurden 180 Schüler an 32 Berufsfachschulen in Baden-Württemberg befragt.

10 Noelle-Neumann, E., u.a., a.a.O., S. 14 ff.


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