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Konstruktive Gesprächsführung in der Beratung nach Carl Rogers

Termpaper, 2002, 33 Pages
Author: Jan Schamberger
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 33
Language: German
Archive No.: V15928
ISBN (E-book): 978-3-638-20915-1

File size: 199 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Paderborn

Konstruktive Gesprächsführung in der Beratung

WS 2001/2002
Jan Schamberger

 

Inhaltsverzeichnis

1. Zielstellung 3

2. Historische Entwicklung 4

3. Grundkonzept 5
3.1 Aktualisierungstendenz 5
3.2 Selbstkonzept 6
3.3 Erleben 6
3.4 Inkongruenz 6

4. Therapeutenvariablen 8
4.1 Einfühlendes Verstehen 8
4.2 Bedingungsfreies Akzeptieren 12
4.3 Echtheit 14

5. Das Gespräch 16
5.1 Vorbemerkungen 16
5.2 Transkription 17

6. Auswertung des Gesprächs 22
6.1 Einfühlendes Verstehen 22
6.2 Bedingungsfreies Akzeptieren 27
6.3 Echtheit 29

7. Stellungnahme 31

8. Literaturverzeichnis 33

 

1. Zielstellung

Ziel meiner Hausarbeit ist es, ein Gespräch nach dem Ansatz der Gesprächspsychotherapie von Carl Rogers unter besonderer Berücksichtigung der drei Therapeutenvariablen zu führen und zu reflektieren.

Zunächst werde ich die historische Entwicklung des Ansatzes und seine zentralen Grundannahmen darstellen. Ferner möchte ich die drei Therapeutenvariablen Empathie, bedingungsfreies Akzeptieren und Echtheit erläutern, und die damit verbundenen Konsequenzen für mein Gespräch aufzeigen.

Im zweiten Teil der Hausarbeit werde ich mein Gespräch transkribieren und anhand der Therapeutenvariablen auswerten.
Im dritten und letzten Teil meiner Hausarbeit werde ich den Ansatz der Gesprächspsychotherapie und die drei Therapeutenvariablen kritisch reflektieren.

2. Historische Entwicklung

Die Klientenzentrierte Psychotherapie wurde ursprünglich von Carl Rogers ab 1938 in den USA entwickelt. Sie lässt sich in den Bereich der Humanistischen Theorien einordnen und bildet einen personenzentrierten Ansatz (vgl. Zimbardo 1992, S. 416).

Die Wurzeln der klientenzentrierten Psychotherapie sind eng mit der Psychoanalyse verbunden. „Besonders in der Therapie von Rank (…), finden sich Ursprünge der klient-bezogenen Therapie“ (Rogers 1999, S. 22). Otto Rang war ein Schüler Sigmund Freuds. Zunächst wurde die Beratungs- und Therapieform unter der Bezeichnung „nicht-direktiv“ bekannt und verstand sich in erster Linie als Beratungs- und Therapiemethode. 1951 führte Carl Rogers den Terminus „Klientenzentrierte Psychotherapie“ ein. Die Gesprächspsychotherapie wurde mehr und mehr als die Möglichkeit verstanden, einem Menschen bei der Entwicklung der Persönlichkeit zu helfen.

Heute bildet die klientenzentrierte Psychotherapie neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie die dritte Kraft in der Psychotherapie. Sie wird weit über den Rahmen der Beratung und Psychotherapie angewendet. Anwendungsbereiche sind zum Beispiel in der Pädagogik, der Sozialarbeit oder der Seelsorge zu finden.

In Deutschland wurde die Klientenzentrierte Psychotherapie ab 1960 durch die Arbeiten von Reinhard Tausch bekannt. Die Klientenzentrierte Psychotherapie trägt hier auch den Namen „Gesprächspsychotherapie“.
Die Gesprächspsychotherapie wird in Deutschland durch die „Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie“ vertreten.

3. Grundkonzepte

Carl Rogers ist der Auffassung, dass jedem Menschen ein Wachstumspotential zu Eigen ist, das in der Beziehung zu einer Einzelperson (Therapeuten) freigesetzt werden kann (Rogers 2000, S.17).

Ziel der Therapie ist es, die Aktualisierungstendenz eines Klienten zu wecken und zu fördern. Das Selbstkonzept und das Erleben des Menschen sollen in Einklang gebracht werden und Inkongruenzen damit beseitigt werden.
Im Folgenden werde ich die Grundkonzepte der Aktualisierungstendenz, des Selbstkonzepts, des Erlebens und der Inkongruenz kurz erläutern.

3.1 Aktualisierungstendenz

Der Mensch an sich ist auf Entwicklung angelegt. Er besitzt „eine inhärente Tendenz zur Entfaltung aller Kräfte (…), die der Erhaltung oder dem Wachstum des Organismus dienen“ (Rogers 2000, S. 41).

Rogers bezeichnet diese Tendenz als Aktualisierungstendenz. Solange die Aktualisierungstendenz eines Menschen nicht behindert wird, unterstützt sie sein Wachstum, seine Reife und bewirkt eine Bereicherung seines Lebens.

Durch ungünstige Umweltfaktoren kann der Mensch allerdings daran gehindert werden, sich von seiner Aktualisierungstendenz leiten zu lassen. Die „physische und psychologische Umgebung kann sich in der Weise auswirken, dass seine Aktualisierungstendenz gehemmt oder vollkommen blockiert wird“ (Rogers 2000, S. 41).
Ziel der Gesprächspsychotherapie ist es, die Aktualisierungstendenz eines Klienten zu wecken und zu fördern.

Beispiel: Eine Klientin berichtet, wie sich ihre Aktualisierungstendenz bei ihr bemerkbar gemacht hat: „Schließlich rebellierte etwas in mir, und ich versuchte mich wieder zu finden“ (Rogers 2000, S. 50).

Nachdem die Aktualisierungstendenz dieser Klientin geweckt worden ist, berichtet sie von einer Bereicherung ihres Lebens: „Er [der Psychologe] hat mir geholfen, Teile von mir zu entdecken, deren ich mir vorher nicht bewusst war. (…) Ich habe erkannt, dass sie für mich sehr gut sind. (…) Ich habe auch mehr Erleichterung gefunden und bin selbstsicherer geworden“ (Rogers 2000, S. 47).

3.2 Selbstkonzept

[....]


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