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Hauptseminararbeit, 2002, 27 Seiten
Autor: Joscha Valentin
Fach: Wirtschaft - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Universität der Künste Berlin (Gesellschafts-und Wirtschaftskommunikation)
Tags: Südostasienkrise, Rolle, Internationalen, Währungsfond, Beispiel, Indonesien, Wirtschaftskrisen, Chance, Menetekel
Jahr: 2002
Seiten: 27
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-20942-7
Dateigröße: 337 KB
Gründlich recherchiert, viele Schaubilder, umfangreiches Quellenverzeichnis (zahlreiche Zeitungsartikel aus der Krisenzeit und Internetquellen)
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Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit
Die Südostasienkrise und die Rolle des Internationalen
Währungsfond am Beispiel Indonesien
Universität der Künste
Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation
Ergänzungsfach Wirtschaftswissenschaften
Wintersemester 2001/2002
Lehrveranstaltung
„Wirtschaftskrisen als Chance und Menetekel.
Erfahrungen aus dem Umgang der Politik mit Rezessionen“
Joscha Valentin
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Die soziale Situation und demographische Daten Indonesiens 3
3. Das politische und wirtschaftliche System Indonesiens vor der Krise 4
4. Die Asienkrise 1997 unter Besonderer Betrachtung Indonesiens 7
4.1 Die Ursachen der Krise 7
4.1.1 Deregulierung und Wechselkurspolitik 8
4.1.2 Leistungsbilanzdefizit 9
4.1.2 Auslandsverschuldung 10
4.1.3 Spekulative Angriffe 12
4.1.4 Verflechtung von Politik und Wirtschaft 13
4.1.6 Überbewertung des Immobiliensektors 14
4.2 Verlauf der Krise 15
4.3 Auswirkungen der Krise auf Indonesien 19
4.4 Gegenmaßnahmen 20
5. Kritische Erörterung des IWF-Maßnahmenpaketes 22
6. Fazit 24
Literatur- und Quellenverzeichnis 25-27
1. Einleitung
Indonesien gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten „Tigerstaaten“. Es ist auch das Land, welches von der Asienkrise am stärksten betroffen war. Anhand dieses Beispiels ist es daher besonders interessant die Ursachen, die Entwicklung und die Auswirkungen dieser Krise näher zu beleuchten.
2. Die soziale Situation und demographische
Daten Indonesiens Der Inselstaat Indonesien umfasst eine Landesfläche von circa 2,02 Millionen Quadratkilometern. Mit über 210 Millionen Einwohnern ist Indonesien, betrachtet man die Bevölkerungszahl, viertgrößtes Land der Erde. Allein zehn Prozent der Bevölkerung, also 23 Millionen Menschen, lebt im Großraum der Hauptstadt Jakarta (Jabotabek). Dort befindet sich auch das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes.
Das Land ist ein Vielvölkerstaat mit großen ethnologischen Problemen. Über 30 ethnische Gruppen gibt es, darunter Chinesen, Inder, Araber und Melanesier. Doch diese Tatsache ist bei weitem nicht so schwerwiegend. Ein ständiger Unruheherd sind vielmehr Spannungen, welche in erster Linie einen religiösen Ursprung haben. Den größten Teil, und zwar 88 Prozent der Indonesischen Bevölkerung, stellen Moslems dar, gefolgt von 8 Prozent Christen. Die Christen werden durch die moslemische Mehrheit unterdrückt, was in der Vergangenheit des öfteren zu gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat.
Die soziale Situation der Menschen lässt sich laut der International Labour Organization (ILO) wie folgt charakterisieren: Etwa 40 Millionen Indonesier, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 19 Prozent, leben an bzw. unter der Armutsgrenze.1 Die Gesellschaft städtische Indonesiens ist, wie in fast allen Entwicklungs- und Schwellenländern, stark geschichtet. Neben einer kleinen superreichen Oberschicht und der wachsenden Mittelschicht (Unternehmer, Anwälte, Ärzte, Angestellte) gibt es eine große Gruppe von Menschen, die niedrige oder unregelmäßige Einkommen habenund/oder im informellen Sektor tätig sind. Solche Verdienstmöglichkeiten vom Kleinsthandwerk und -handel über Transportangebote mit dem Fahrradrikscha bis zum Sammeln von verwertbarem Müll werden jedoch, soweit sie das moderne Stadtbild stören, nicht gerne gesehen.
Die indonesische Regierung versuchte beispielsweise Ende der 80er Jahre die Fahrradrikschas aus vielen Innenstädten zu verbannen. 2
3. Das politische und wirtschaftliche System Indonesiens vor der Krise
Indonesien war zum Zeitpunkt vor der Krise, wie auch heute noch, eine sogenannte Präsidialrepublik, dass heißt, die Regierung war nicht vom Vertrauen des Parlamentes abhängig, sondern wurde vielmehr vom Staatspräsidenten, General Kemusu Argamulja Suharto ernannt und geführt. General Suharto selbst, kam 1966 in Folge eines gescheiterten Putschversuches der Kommunisten an die Macht und wurde Nachfolger des gemäßigten Vorgängers Sukarno. Im Jahre 1968 wählte das Indonesische Parlament, der Volkskongress, Suharto offiziell zum Staatspräsidenten. Suharto leitete eine völlig neue Wirtschaftspolitik ein. Das Konzept der neuen Wirtschaftspolitik, welches man als völlig gegensätzlich zur Wirtschaftspolitik des Vorgängers bezeichnen kann, wurde maßgeblich von indonesischen Wirtschaftswissenschaftlern entwickelt, die in den Vereinigten Staaten studiert haben. Eckpfeiler dieser neuen Wirtschaftspolitik, war ein sogenanntes „3-Punkte-Programm“, welches vor allen Dingen eine Stabilisierung der Währung und Rehabilitierung staatlicher Betriebe vorsah. Es ergaben sich also weitestgehend marktwirtschaftliche Strukturen, mit gewissen Planungselementen der Regierung.
Das Land ist sehr reich an Bodenschätzen. Die wichtigsten sind Erdöl und Erdgas, weiterhin wird Zinn, Kohle, Gold, Silber, Mangan, Kupfer, Nickel und Eisen abgebaut. Mit einem Anteil von über 80 Prozent war und ist Erdöl Hauptträger der Energieerzeugung des Landes.
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1 Quelle: www.nadir.org
2 GEO Special, Indonesien, Gruner+Jahr, 1995
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