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Hauptseminararbeit, 2001, 22 Seiten
Autor: Beate Kunze
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Germanistische Literaturwissenschaft)
Tags: Zwischen, Orient, Antike, Goethes, Liebe, Verkleidung, Goethes, West-östlicher, Divan
Jahr: 2001
Seiten: 22
Note: 2.0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-21193-2
Dateigröße: 255 KB
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Textauszug (computergeneriert)
FSU Jena
HpS Goethes West-östlicher Divan
WS 2000/01
Zwischen Orient und Antike
Zu Goethes Liebe zur Verkleidung
Beate Kunze
Germ. Lit.wi/ NGe/ VK/KG 7/7/3
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der spielende Goethe 5
2.1 Hinführung: Rollenlyrik – Rollenspiel 5
2.2 Goethe und das Spiel 5
2.3 Maskerade in Biographie und Dichtung 6
2.4 Spiel und Rolle im “West-östlichen Divan 8
2.5 Zum historischen Hintergrund 10
2.6 Gedichtinterpretation “Hochbild 12
2.6.1 Entstehung und biographischer Hintergrund 12
2.6.2 Der Titel des Gedichts 13
2.6.3Inhalt der Strophen und Aufbau 14
2.6.4Weitere Interpretationsansätze – das Gedicht in der Sekundärliteratur und der aktuelle Forschungsstand 16
3. Zusammenfassung 18
4. Quellen- und Literaturverzeichnis 19
4.1 Quellen 19
4.2 Literatur 19
1. Einleitung
Das Jahr 1999 hat durch das 250jährige Jubiläum des Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe und der Ernennung der Stadt Weimar zur europäischen Kulturstadt eine Fülle an neuer Literatur zu Goethes Leben und Wirken hervorgebracht. Es ist oft davon die Rede, daß sie nicht mehr zu überschauen ist. Das zu erforschende Gebiet einzuschränken, ist eine Möglichkeit, der Literaturflut zu begegnen. Anknüpfend an das Seminar “Goethes Westöstlicher Divan”, das im vergangenen Wintersemester an der Friedrich-Schiller-Universität abgehalten wurde, befaßt sich diese Arbeit mit Johann Wolfgang von Goethes Freude am Verkleiden. Dieser Umstand ist hinlänglich bekannt und hat sich, wie Hugo von Hofmannsthal feststellt, oft zum Nachteil der Gedichtsammlung West-östlicher Divan ausgewirkt: “Das Vorurteil geht dahin, es habe sich Goethe, als ein im Herzen kühler alternder Mann, grillenhaft zu dem Fremden zu-, dem Nahen und Eigenen abgewandt und habe das orientalische Gewand wie eine Vermummung übergeschlagen, so sei dies Buch entstanden, woran alles fremd und seltsam, bis auf den Titel.”1 Inzwischen ist dieses Vorurteil überwunden, wie von Hofmannsthal vorausgesehen wurde: “Ein solches Vorurteil haftet an diesem Buch, es ist platt und töricht, aber seit vielen Jahrzehnten beharrend; allmählich wird es weichen, denn das Vortreffliche hat Zeit, es bleibt in sich stets lebendig, und sein Augenblick ist immer.”2
Diese Arbeit soll zweierlei, zunächst Goethes Hang zur Maskerade in Biographie und Werk untersuchen. Das kann nur exemplarisch geschehen, da aufgrund des umfangreichen Schaffen Goethes der Rahmen der Arbeit sonst gesprengt würde. Danach soll das Gedicht Hochbild unter diesem Aspekt untersucht werden. Das Gedicht stammt aus dem Buch Suleika Nameh, Buch Suleika, des West-östlichen Divans. Da die Gedichte des West-östlichen Divans nicht chronologisch nach ihrer Entstehungszeit geordnet sind, muß die Datierung durch Goethe herangezogen werden, um festzustellen, in welcher Nachbarschaft mit anderen Gedichten dieses entstand. In dieser Arbeit soll sich jedoch darauf beschränkt werden, dieses eine Gedicht zu untersuchen. Walter F. Veit befaßt sich in seinem Aufsatz Selbstverwirklichung, Entsagung und der Orient3 mit dem Entstehungszeitraum des Gedichtes Wiederfinden und untersucht unter anderen auch das Gedicht Hochbild, das zur gleichen Zeit entstand.
Wie bereits angedeutet, gibt es zu Goethes Wirken sehr viel Literatur. Relevant für diese Untersuchung ist die Arbeit von Pierre Bertaux Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir! Zu Goethes Spieltrieb4. Aufsätze, auch wenn sie aus der neueren Forschungsliteratur stammen, sind nur zum Teil nützlich, da sie das Gedicht Hochbild unter einem anderen Aspekt sehen, als es in der Arbeit geschehen soll. Der Nachweis der Literatur wird nach einmaliger vollständiger bibliographischer Angabe nur noch mit Namen des Autors und der jeweiligen Seitenzahl erbracht. Eine Ausnahme bildet der West-östliche Divan, da mit zwei Ausgaben gearbeitet wird. Die Frankfurter Ausgabe5 wird in der Kurzzitierweise wie folgt zitiert: Goethe, Johann Wolfgang von: Westöstlicher Divan. S....; während die Ausgabe des Reclam Verlages nach ihrem Herausgeber Michael Knaupp zitiert wird, um Verwechslungen zu vermeiden.6 Am Ende der Arbeit befindet sich eine alphabetisch geordnete Bibliographie.
2. Der spielende Goethe
2.1 Hinführung: Rollenlyrik – Rollenspiel
Zunächst sollen die Begriffe ‚Rolle‘ und ‚Rollenlyrik‘ im literaturwissenschaftlichen Sinn geklärt werden, um dann eine Definition für Rollenspiel in eben diesem Sinn zu finden. Das Sachwörterbuch der Literatur schreibt zu ‚Rolle‘: “Einzelpart des Schauspielers innerhalb eines Stückes, benannt nach dem früher auf Papierrollen ausgeschriebenen Text, den er zum Studium erhielt. Nach der Bedeutung staffelt man Haupt- und Nebenrollen [...].”7 Zu ‚Rollenlyrik‘ finden wir in eben diesem Nachschlagewerk folgendes: “lyrische Form, in der der Dichter die Empfindungen und Gedanken einer typischen Gestalt (Liebhaber, Wanderer, Soldat, Schäfer u. ä.) als monlogische Ichaussprache zum Ausdruck bringt, also seine eigenen Gedanken oder nachempfundenen Gefühle einer bestimmten Figur in den Mund legt, die meist durch die Überschrift bezeichnet wird (z.B. GOETHE, Schäfers Klagelied, BRENTANO, Der Spinnerin Lied, UHLAND, Des Knaben Berglied) oder unbezeichnet aus dem Inhalt erschließbar ist. [...]”8 Das Stichwort ‚Rollenspiel‘ können wir in diesem Nachschlagewerk nicht finden. Auskunft erhalten wir im DUDEN. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. Hier heißt es: “Rollenspiel, das (Soziol): spielerisch nachgeahmtes Rollenverhalten.”9 Zunächst soll nun die Biographie Johann Wolfgang Goethes unter dem Aspekt des Spiels untersucht werden.
[...]
1 Hofmannsthal, Hugo von: Goethes »West-östlicher Divan« (1913). In: Hugo von Hofmannsthal: Reden und Aufsätze I. 1891 – 1913. Hrsg. von Bernd Schoeller. Frankfurt am Main 1979. S. 439.
2 Ebenda.
3 Veit, Walter F.: Selbstverwirklichung, Entsagung und der Orient. In : Ortrud Gutjahr (Hrsg.): Westöstlicher und Nordsüdlicher Divan: Goethe in interkultureller Perspektive. Paderborn [u.a.] 2000. S. 89 – 107.
4 Bertaux, Pierre: Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir! Zu Goethes Spieltrieb. Frankfurt am Main 1987².
5 Goethe, Johann Wolgang von: West-östlicher Divan Hrsg. Von Hendrik Birus. Frankfurt am Main 1994.
6 Goethe, Johann Wolgang von: West-östlicher Divan. Studienausgabe. Hrsg. von Michael Knaupp. Stuttgart 1999.
7 Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur. Stuttgart 1989. S. 783.
8 Wilpert, S. 783.
9 DUDEN, Das Wörterbuch der deutschen Sprache in zehn Bänden. Band 7. Das Herkunftswörterbuch. Mannheim [u.a.] 1999³. S. 3220.
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