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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 11 Pages
Author: Christopher Selbach
Subject: Theology - Comparative Religion Studies
Details
Tags: Wilde, Ursprünge, Opfer, Jagd, Gewalt
Year: 2002
Pages: 11
Grade: 1.0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21318-9
ISBN (Book): 978-3-638-77145-0
File size: 183 KB
In der Arbeit werden verschiedene Hypothesen zum Ursprung des Opfers (Meuli, Burkert, Girard) vorgestellt und hinterfragt.
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Abstract
Das Hauptgeschehen im blutigen Opfer, das Töten eines Lebewesens, ruft (zumindest beim modernen Betrachter) vor allem zwei Assoziationsbereiche auf. Zum Einen ist dies die Jagd, deren Ziel die Tötung ist; zum Anderen birgt der Aspekt der gewaltsamen Lebensberaubung den Gedanken an Gewalt und Gewaltbereitschaft als solche in sich. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Jagd und Gewalt in verschiedenen Theorien als zentrale Elemente des Opfers behandelt worden. Die Hauptthesen der Theorien von Meuli, Burkert und Girard sollen hier vorgestellt werden. Interessanterweise waren alle drei Theoretiker nicht Religionswissenschaftler, sondern Philologen, und die griechische Kultur und Religion der Antike war der Ausgangspunkt für ihre jeweiligen theoretischen Überlegungen. Gleichzeitig versuchen aber alle drei in ihren Theorien die Ursprünge des Opfers in der Vor- und Frühgeschichte zu fassen, was interessante Einblicke ermöglicht.
Excerpt (computer-generated)
′Wilde Ursprünge′:
Opfer, Jagd, Gewalt
Inhalt
Vorbemerkung 3
Karl Meuli 3
Walter Burkert 6
René Girard 8
Schlussbetrachtung 10
Bibliographie 11
Vorbemerkung
Das Hauptgeschehen im blutigen Opfer, das Töten eines Lebewesens, ruft (zumindest beim modernen Betrachter) vor allem zwei Assoziationsbereiche auf. Zum Einen ist dies die Jagd, deren Ziel die Tötung ist; zum Anderen birgt der Aspekt der gewaltsamen Lebensberaubung den Gedanken an Gewalt und Gewaltbereitschaft als solche in sich. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Jagd und Gewalt in verschiedenen Theorien als zentrale Elemente des Opfers behandelt worden. Die Hauptthesen der Theorien von Meuli, Burkert und Girard sollen hier vorgestellt werden. Interessanterweise waren alle drei Theoretiker nicht Religionswissenschaftler, sondern Philologen, und die griechische Kultur und Religion der Antike war der Ausgangspunkt für ihre jeweiligen theoretischen Überlegungen. Da die drei in ihren Theorien aber die Ursprünge des Opfers in der Vor- und Frühgeschichte zu fassen suchten, sind sie gerade für unser Seminar von besonderer Bedeutung.
Karl Meuli
Zur Person
Der Schweizer Karl Meuli (1891-1968) war Professor an der Universität Basel. Sein vielfältiges Werk steht zwischen Altphilologie, Volkskunde, Ethnologie, Religionsgeschichte und Psychologie. All diese Disziplinen sind auch in seiner für uns interessanten Untersuchung "Griechische Opferbräuche" (1946) zusammen geflossen.
Opfertheorie in "Griechische Opferbräuche"
Meulis Ausgangspunkt für seine Überlegungen ist der bekannte "Betrug" der Götter im Olympischen Opfer. Wie aus Schilderungen des Opferbrauches, seiner Verhöhnung durch verschiedene Schriftsteller und nicht zuletzt dem Prometheus-Mythos hervor geht, werden im Olympischen Opfer lediglich die bloßen Schenkelknochen (in Fett gepackt) als Gabe an die Götter verbrannt, während die Opfergemeinde das gesamte Fleisch selbst verzehrt. Meuli versteht diesen "Betrug" als späte theologische Deutung eines inzwischen sinnentleerten Rituals der paläolithischen Jägerkultur, dessen ursprüngliche Bedeutung er in Rückgriff auf ethnographisches Material zu erschließen versucht.
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