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Presentation (Elaboration), 2000, 11 Pages
Author: Christopher Selbach
Subject: Theology - Comparative Religion Studies
Details
Tags: William, Robertson, Smith, Bedeutung, Wissenschaftsgeschichte
Year: 2000
Pages: 11
Grade: 1.0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21325-7
File size: 181 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Tübingen
SoSe 2000
28. Juni 2000
Seminar: Religionswissenschaft im 19. Jahrhundert Referat: William Robertson Smith
Referent: Christopher Selbach
Smiths Ansatz und seine Bedeutung für die Wissenschaftsgeschichte
Einflüsse auf Smith 1
Smiths eigene Theorien 3
Smiths Wirkung 5
Zusammenfassung 5
Beispiel aus dem Werk: Lecture II 6
Lecture II: The Nature of the Religious Community, and the Relation of the Gods to their Worshippers 6
Bibliographie 9
Nach diesem Blick auf Smiths Leben und seine Werke möchte ich nun auf seinen wissenschaftlichen Ansatz eingehen und ihn so in die Wissenschaftsgeschichte einordnen. Als erstes ist dabei die Zeit und die Umwelt zu betrachten, in denen Smith wirkte: die hier vorherrschenden Gedanken hatten starken Einfluss auf sein Werk.
Einflüsse auf Smith
Robertson Smiths Zeit, das Victorian Age in England, war insbesondere geprägt von einem linearen Geschichtsverständnis: in diesem Zusammenhang ist z.B. Hegels Philosophie zu nennen, die das damalige Denken nicht unwesentlich beeinflusste.1 Zudem wurde Charles Darwins Evolutionstheorie auf die Entwicklung von Gesellschaften übertragen (Evolutionismus).2 In England wollte die gerade erst entstandene Wissenschaft der Anthropology dabei die sogenannten primitiven Kulturen als frühe Stadien einer allgemeinen Menschheitsgeschichte verstehen. Die Untersuchung des „Einfachen“ und „Essentiellen“ war damit zugleich die Untersuchung des zeitlich „Früheren“, unabhängig von der realen Zeit des Auftretens. E.B.Tylor kann als Hauptvertreter dieser Richtung angesehen werden.3 Seine vergleichende Methode, die u.a. „survivals“ älterer Kulturstadien auch in weiterentwickelten Gesellschaften ausmachen wollte, übernahm auch Robertson Smith.4 Ebenso griff Smith den evolutionistischen Gedanken seines Edinburgher Freundes McLennan auf.5 McLennan vertrat die Ansicht, dass Mutterrecht und Totemismus zu den frühesten Phasen einer Kulturentwicklung gehören, die alle Gesellschaften durchlaufen. Sowohl Mutterrecht als auch Totemismus nahm Smith somit auch für die semitische Kultur an; eine Behauptung, die späteren Forschungen jedoch nicht standhielt. Als weiterer Einfluss ist Smiths christlicher Glaube zu nennen. Aus innerer Überzeugtheit tendierte Smith dazu, in der eigenen christlichen Kultur eine besonders hohe und vollkommene Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung zu sehen.6 Der Erforschung der christlichen Religion und ihrer semitischen Wurzeln räumt Smith deshalb eine besondere Stellung ein, und zwar sowohl was die Intensität der Forschung angeht, als auch bei der Bewertung ihrer Aussagekraft für Religion insgesamt. Denn für Smith gilt, dass einige wenige, gut gewählte Beispiele ausreichen, um den allgemeinen Entwicklungsprozess der Menschheit aufzudecken.7 Seine Intention ist deshalb nicht allein, die frühe semitische Religion darzustellen, sondern auch allgemeingültige Aussagen über die Menschheitsgeschichte und Religion als solche zu machen. Smith schreibt in diesem Sinne: But though my facts and illustrations will be drawn from the Semitic sphere, a great part of what I shall have to say in the present lecture might be applied, with very trifling modifications, to the early religion of any other part of mankind.8 Dass Smith die frühe semitische Religion untersuchte, ohne dabei die Quellen insbesondere der benachbarten babylonischen und assyrischen Religionen miteinzubeziehen, hat u.a. hierin seinen Grund. Diese selektierendeVorgehensweise ist schon zu Smiths Zeit kritisiert worden.9 Weitere Kritik wendet sich gegen Smiths Beurteilung von religiösen Phänomenen auf Grundlage seiner christlichen Moralvorstellung.
[...]
1 Muilenburg, S. 1.
2 Raum, S. 245.
3 Kippenberg, S. 80-87.
4 Beidelman, S. 38-41.
5 Kippenberg, S. 108-110.
6 Beidelman, S. 39.
7 Beidelman, S. 51.
8 Smith, S. 32.
9 Muilenburg, S. 12.
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