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Scholary Paper (Seminar), 2002, 20 Pages
Author: Anke Rößler
Subject: German Studies - Genres
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Germanistik)
Tags: Aktuelle, Tendenzen, Hörspiel, Seminar, Rundfunk, Literatur
Year: 2002
Pages: 20
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21579-4
File size: 158 KB
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Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Dresden
Institut für Germanistik
Fakultät Literaturwissenschaften
WS 2001/02
Seminar: Rundfunk und Literatur
AKTUELLE TENDENZEN IM HÖRSPIEL
ANDREAS AMMER/ FM EINHEIT:
"RADIO INFERNO"
Anke Rößler, 9.Semester,
LA/MA Germanistik/Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft
Inhalt:
I. Tendenzen im aktuellen Hörspiel
Hörspiel und Hörverlage
Hörspiel und Rundfunk
Hörspiel und Öffentlichkeit
Entwicklungen in der Gattung
II. Strukturen des aktuellen Hörspiels am Beispiel von Andreas Ammer/FM Einheit: Radio Inferno
Einführung
Hörspielanalyse
Gesamteindruck, Stoff, Handlung, Aufbau des Hörspiels
Einsatz akustischer Ausdrucksmaterialien: Sprache, Stimmen, Geräusche, Musik
Technik
Resümee
III. Literaturverzeichnis
I. AKTUELLE TENDENZEN IM HÖRSPIEL
Zum ersten Mal seit Heiner Müllers Besuch 1989, reichten im letzten Jahr die Sitzplätze zur Woche des Hörspiels der Berliner Akademie der Künste nicht aus. Man wich auf Treppenstufen aus, um mitzuverfolgen, wie der Wettbewerb der freien Hörspielproduzenten ausging, zum einzigen deutschen Hörspielwettbewerb, auf dem auch ein Publikumspreis vergeben wird. Galt das Hörspiel früher als ,,Fossil der Nachkriegszeit, das höchstens pensionierte Kulturliebhaber schätzen"1 lässt sich heute ,,eine neue Zuwendung vor allem jüngerer kulturinteressierter Hörer zum Hörspiel, insbesondere zu digitalen Produktionen feststellen"2. ,,Das Hörspiel boomt"- so drückt es Stefanie Hoster, Hörspielchefin im Deutschlandradio im Dezember 2001 aus3.
Schenkt man dem Glauben, dann stellt sich die Frage, was sich in den letzten Jahren verändert hat, wie es zu dieser Wandlung in dem ,,Unterhaltungsformat für eine Minderheit, letztlich für eine unbekannte Zahl von Köpfen"4 kommen konnte. Zwei Tendenzen werden sichtbar, die dazu geführt haben, dass sich das Verhältnis von Hörspiel und Öffentlichkeit in den letzten Jahren gewandelt hat.
Hörspiel und Hörverlage
Der seit Mitte der neunziger Jahre stetig wachsende Hörbuchmarkt, gilt als DAS Zeichen für den Aufschwung des Hörspiels. "Das Schlüsselwort heißt Hörbuch", so Matthias Thalheim, Leiter der Hörspielabteilung des Mitteldeutschen Rundfunks. ,,Hätte jemand noch vor 10 Jahren den ARD-Programmdirektoren gegenüber orakelt, dass sich einmal deutsche Großverlage um ihre Hörspielproduktionen regelrecht schlagen würden, hätte er schallendes Gelächter geerntet"5. Inzwischen scheint allen Beteiligten klar, dass Hörbücher keine Konkurrenz zum Buch darstellen und das sich mit ihnen gutes Geld verdienen lässt. ,,Von zweistelligen Zuwachsraten bei den Hörverlagen ist die Rede, für die nächsten drei Jahre rechnet die Branche mit einem Gesamtumsatz von rund 150 Mio DM- nur bei den Erwachsenen"6. Bereits 1999 boten mehr als 150 Verlage etwa 6500 Hörbuchtitel an. Der Hörbuchmarkt hat mit seinen typischen Mitteln von Werbung und Verkauf den Bekanntheitsgrad und das Interesse an Hörspielen extrem gesteigert. Auf Buchmessen häufen sich die Hörbuchspecials7 und in fast allen Buchhandlungen sind die Hörbucher aus staubigen Ecken in gut sichtbaren Regalen angelangt.
Kritiker bezweifeln allerdings, ob der Hörbuchmarkt eine Bedeutung für Image und Entwicklung des Hörspiels selbst hat. ,,Wichtiger als Qualität sind hier Namen, Namen, Namen. Und das könnte in Zukunft zu unschönen Situationen führen. Denkbar wäre eine Zusammenarbeit zwischen Sender und Verlag, bei der die Programmplanung im Sender zunehmend von den ökonomischen Bedürfnissen des Verlages bestimmt wird"8. Auch werden ästhetisch eher konventionelle Hörspiele in den Handel gebracht. Es besteht die Befürchtung, dass, wenn die Verlage ihre Hörspiele zudem immer billiger selbst produzieren, die Frage auftauchen könnte, wozu teure, über Gebühren finanzierte Produktionen überhaupt gebraucht werden. Nichts desto trotz hat die Entwicklung des Hörbuchmarktes einen entscheidenden Anteil am ,,Aufschwung" des Hörspiels.
Hörspiel und Rundfunk
[...]
1 Wollowski 2001: S.12.
2 Hickethier 1998: S. 128.
3 Hoster im Interview
4 Körner 2000: S. 3.
5 Thalheimer 2001:S. 6.
6 Thull 2001: S.3.
7 zum Beispiel: Leipziger Buchmesse 2000 und 2001.
8 Wollowski s.o., S. 12.
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