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Termpaper, 2001, 22 Pages
Author: Claudia Rozumek
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Details
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine" (Erziehungswissenschaftliches Institut)
Tags: Hans-Georg, Gadamer, Diskredierung, Vorurteils, Aufklärung, Rehabilitierung, Autorität, Tradition, Prinzip, Wirkungsgeschichte, Problem, Anwendung, Hermeneutik
Year: 2001
Pages: 22
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21756-9
ISBN (Book): 978-3-638-64494-5
File size: 208 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
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Abstract
Hans Georg Gadamer, geboren am 11.02.1900 in Marburg, ist einer der bekanntesten deutschen Philosophen. Er gilt als der Begründer der neuen Hermeneutik im Gegensatz zur traditionellen Hermeneutik von Dilthey und Schleiermacher. 1960 veröffentlichte Gadamer, Schüler von Heidegger, sein Hauptwerk „Wahrheit und Methode“, welches weltweite Beachtung fand. Darin geht es ihm um „Wahrheit“ statt „Methode“, da für ihn „Wahrheit“ mehr ist, als die Wissenschaft ergründen kann. Unter dem Begriff „Methode“ versteht Gadamer eine Verfahrensweise nach dem Vorbild der Mathematik und Naturwissenschaft, die sachliche oder symbolische Zusammenhänge nach bestimmten festgesetzten Regeln zu analysieren versucht. Er definiert die Aufgabe der Hermeneutik als den Umgang mit dem Vieldeutigen, wobei das Bewusstsein für die Macht der Sprache - das grundlegende Kennzeichen der Sprache ist die Vieldeutigkeit - erst durch die Hermeneutik geschaffen wurde. Für Gadamer geht es nicht um die Methode wie man versteht, sondern um das Verstehen an sich. Dennoch ist Hermeneutik für Gadamer mehr Geschehen als Verstehen, durch welches ein Überlieferungs-, Traditions- und auch Normzusammenhang aufrechterhalten wird. So wird durch das Lesen, Auslegen und Weitervermitteln von Überlieferungen und auch durch die Neuinterpretation die Gegenwart immer an die Tradition angeschlossen. Die folgenden vier Aufsätze - "Die Diskredierung des Vorurteils durch die Aufklärung" - "Die Rehabilitierung von Autorität und Tradition" - "Das Prinzip der Wirkungsgeschichte" - "Das hermenuetische Problem der Anwendung" sollen die Art und Weise darstellen, wie Gadamer mit der Hermeneutik und der Kunst des Verstehens umgeht, wobei der Schwerpunkt der Ausarbeitung auf dem Aufsatz „Das Prinzip der Wirkungsgeschichte“ liegt.
Excerpt (computer-generated)
Hans-Georg Gadamer:
„Die Diskredierung des Vorurteils durch die Aufklärung“
„Die Rehabilitierung von Autorität und Tradition“
„Das Prinzip der Wirkungsgeschichte“
„Das hermeneutische Problem der Anwendung“
Claudia Hofmann
Inhaltsangabe
1. Einleitung Seite 3
2. „Die Diskredierung des Vorurteils durch die Aufklärung“ Seite 2 - 8
2.1. Der Begriff der Aufklärung
2.2. Der Begriff der Autorität
2.3. Die Lehre von den Vorurteilen in der Aufklärung
2.4. Die Romantik als Gegenbewegung zur Aufklärung
2.5. Das geschichtsphilosophische Grundschema von Aufklärung und Romantik
2.6. Der Einsatz der kritischen Hermeneutik
3. „Die Rehabilitierung von Autorität und Tradition“ Seite 9 - 12
3.1. Der richtige Gebrauch der Vernunft als Aufgabe der Hermeneutik
3.2. Konsequenzen dieser Aufgabe der Hermeneutik
3.3. Autorität als Anerkennung und Erkenntnis
3.4. Die romantische Kritik an der Aufklärung
3.5. Tradition als Bewahrung und Akt der Vernunft
3.6. Die Rolle des historischen Bewusstseins
3.7. Der Unterschied der Geisteswissenschaften und der Naturwissenschaften
4. „Das Prinzip der Wirkungsgeschichte“ Seite 13 - 17
4.1. Gründe für die Notwendigkeit der wirkungsgeschichtlichen Forderung
4.2. Begriff der Situation
4.3. Begriff des Sichwissens
4.4. Begriff des Horizontes
4.5. Begriff des Sichversetzens
4.6. Begriff der Abhebung
4.7. Horizontverschmelzung
5. „Das hermeneutische Problem der Anwendung“ Seite 18 - 20
5.1. Die Vollzugsweise des Verstehens: Verstehen – Auslegen – Anwenden
5.2. Aufteilung in die philologische, theologische und juristische Hermeneutik
5.3. Die kognitive, normative und reproduktive Auslegung
5.4. Gadamer`s Kritik und neue These
Literaturverzeichnis Seite 21
1. Einleitung
Hans Georg Gadamer, geboren am 11.02.1900 in Marburg, ist einer der bekanntesten deutschen Philosophen. Er gilt als der Begründer der neuen Hermeneutik im Gegensatz zur traditionellen Hermeneutik von Dilthey1 und Schleiermacher2. 1960 veröffentlichte Gadamer, Schüler von Heidegger3, sein Hauptwerk „Wahrheit und Methode“4, welches weltweite Beachtung fand. Darin geht es ihm um „Wahrheit“ statt „Methode“, da für ihn „Wahrheit“ mehr ist, als die Wissenschaft ergründen kann. Unter dem Begriff „Methode“ versteht Gadamer eine Verfahrensweise nach dem Vorbild der Mathematik und Naturwissenschaft, die sachliche oder symbolische Zusammenhänge nach bestimmten festgesetzten Regeln zu analysieren versucht. Er definiert die Aufgabe der Hermeneutik als den Umgang mit dem Vieldeutigen, wobei das Bewusstsein für die Macht der Sprache - das grundlegende Kennzeichen der Sprache ist die Vieldeutigkeit - erst durch die Hermeneutik geschaffen wurde. Für Gadamer geht es nicht um die Methode wie man versteht, sondern um das Verstehen an sich.
Dennoch ist Hermeneutik für Gadamer mehr Geschehen als Verstehen, durch welches ein Überlieferungs-, Traditions- und auch Normzusammenhang aufrechterhalten wird. So wird durch das Lesen, Auslegen und Weitervermitteln von Überlieferungen und auch durch die Neuinterpretation die Gegenwart immer an die Tradition angeschlossen. Die folgenden vier Aufsätze sollen die Art und Weise darstellen, wie Gadamer mit der Hermeneutik und der Kunst des Verstehens umgeht, wobei der Schwerpunkt der Ausarbeitung auf dem Aufsatz „Das Prinzip der Wirkungsgeschichte“ liegt.
2. „Die Diskredierung des Vorurteils durch die Aufklärung“
Gadamer stellt in diesem Aufsatz die negative Konnotation des Begriffs „Vorurteil“ dar. Das Vorurteil stellt die wichtigste Säule seines Ansatzes dar. Die negative Konnotation des Vorurteils kommt aus der Aufklärung und wird durch den Gegensatz der Romantik zur Aufklärung gefestigt, was Gadamer im folgenden darstellt. Zum besseren Verständnis werden zusätzlich Leitbegriffe wie Aufklärung, Romantik und Autorität dargestellt bzw. definiert.
2.1. Der Begriff der Aufklärung
Das Zeitalter der Aufklärung ist eine „Sammelbezeichnung für die das 18.Jh. prägenden philosophischen, politischen und sozialen Strömungen in Europa (vor allem in England, Frankreich und auch Deutschland).“ Die Aufklärungsphilosophie ist die „Bezeichnung für die Hauptströmung der europäischen Philosophie im Zeitalter der Aufklärung. Sie wendet sich gegen jede Form von Autoritätsgläubigkeit und Traditionsgebundenheit. Der Mensch kann die Natur, deren Teil er ist, voll und ganz erkennen; doch muß er lernen, seine Vorurteile abzulegen und Vernunft und Sinne auf methodische Weise zu gebrauchen.“ Der Wahlspruch der Aufklärung lautet demzufolge auch: „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)“ (aus: Hügli, A./ Lübcke, P.: Philosophie-Lexikon. Reinbek 2000.)
2.2. Der Begriff der Autorität
Was versteht man unter dem Begriff der Autorität?
Unter Autorität versteht man, den „auf Leistung oder Tradition beruhender maßgebender Einfluss einer Person oder Institution und das daraus erwachsene Ansehen“. (aus: DUDEN, das Fremdwörterbuch, 6. Auflage, Mannheim 1999.) Oder:
„Bezeichnung für eine Beziehung zwischen Personen, in der eine oder mehrere Personen durch Befehle, Vorschläge oder Wünsche wiederholt einen Einfluss in der von ihr gewünschten Richtung ausübt. Autorität bezeichnet auch die Person, die Autorität hat, d.h. die Macht besitzt zum Beeinflussen durch Kompetenzen, überkommenes Ansehen oder Machtmittel.“ (aus: Psychologisches Wörterbuch) Es sei erwähnt, dass beide Definitionen der Autorität kritisch betrachtet werden müssen, da Autorität auch ohne Strenge auskommt.
2.3. Die Lehre von den Vorurteilen in der Aufklärung
[...]
1 Dilthey, Wilhelm (1833-1911), dt. Philosoph
2 Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst (1768-1834), dt. Theologe und Philosoph
3 Heidegger, Martin (1889-1976), dt. Philosoph
4 Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik. Tübingen 1960.
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