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Rache für den Bruder? Die Volkstribunate des C. Gracchus

Essay, 2003, 8 Pages
Author: Johannes Gramlich
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Event: Einführungsseminar Alte Geschichte: Die Gracchenzeit
Institution/College: University of Cologne (Institut für Altertumskunde)
Tags: Rache, Bruder, Volkstribunate, Gracchus, Einführungsseminar, Alte, Geschichte, Gracchenzeit
Category: Essay
Year: 2003
Pages: 8
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V17194
ISBN (E-book): 978-3-638-21825-2

File size: 148 KB


Excerpt (computer-generated)

Rache für den Bruder? Die Volkstribunate des C. Gracchus





von Johannes Gramlich

Gaius Gracchus, 154 v. Chr. geboren, wurde, nachdem er 126 Quaestor und 125/124 Proquaestor für Sardinien war, 123 zum Volkstribunen gewählt. Appian (86ff.):"Die Aufteilung des Bodens hatten (nach Tiberius Tod) die Besitzenden durch allerlei Manöver weitestgehend ins Stocken gebracht… Das Volk, das sich so lange Hoffnung auf das Land gemacht hatte, verlor den Mut. In dieser Stimmung passte es ihnen, dass Gaius Gracchus, der jüngere Bruder des Gesetzgebers (Tiberius) Gracchus, der zu der Dreimännerkommission gehört hatte, sich um das Amt des Volkstribunen bewarb. Er hatte bis dahin lange geschwiegen zu dem Unglück seines Bruders, doch als ihm viele im Senat ihre Missachtung zeigten, bewarb er sich um das Amt." Die ins Stocken geratene Aufteilung des Bodens, die Appian hier anspricht, bezieht sich auf die 129 durch Scipio Aemilianus entzogene Iudikationsbefugnis, welche die weitere Arbeit der Ackerkommission unmöglich gemacht hatte.

Es sei vorweg gesagt, dass die umfangreiche Gesetzgebung des Gaius in Bezug auf die Reihenfolge und auf die Verteilung auf seine beiden Tribunatsjahre auch in der modernen Literatur unklar ist. Seine genaue politische Strategie bleibt daher im Dunkeln. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Schwerpunkt seiner Gesetzgebung, wie es auch Plutarch beschreibt, in seinem ersten Tribunatsjahr lag. "[…], dass innerhalb des zweiten Tribunates nur ganz wenig Raum bleibt für eine gesetzgeberische Tätigkeit, weil Gaius als Kolonialtriumvir für Carthago-Iunonia 70 Tage von Rom abwesend war […]. Nach seiner Heimkehr war er nicht mehr imstande, den während seiner Abwesenheit erschütterten Einfluß auf das Volk zurückzugewinnen. Im zweiten Tribunat setzt auch bereits die Reaktion der Optimatenpartei ein. Der Schwerpunkt von C. Gracchus` Gesetzgebung muss danach im ersten Tribunat liegen." (Judeich, 1913, S. 474) Nach Plutarch waren die ersten beiden Gesetze die Gaius einbrachte die lex de abactis und die lex de provocatione. (vgl. Plutarch, Gaius Gracchus 25) Die lex de abactis besagte, dass ein vom Volk abgewählter Magistrat nie wieder ein anderes Amt bekleiden dürfe. Dieser Antrag war wohl vor allem gegen Marcus Octavius gerichtet, der in Tiberius` Amtszeit Veto gegen das Ackergesetz einlegte und daraufhin von Tiberius seines Amtes enthoben wurde. Andererseits legalisierte dieser Gesetzentwurf nachträglich das äußerst umstrittene Vorgehen des Tiberius gegenüber Octavius. Diesen Antrag zog Gaius allerdings, wohl auf Bitten seiner Mutter, wieder zurück. Die lex de provocatione verbot die Verurteilung römischer Bürger ohne ordentliches Gerichtsverfahren und erkannte ihnen das Berufungsrecht an die römische Volksversammlung zu. Auch dieser Antrag ist wohl noch auf die Tribunatszeit des Tiberius zurückzuführen.

[...]


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