Autor: Martin Vesely
Fach: Politik - Int. Politik - Region: Mittel- und Südamerika
Details
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Institiut für Politikwissenschaft 2)
Jahr: 2003
Seiten: 26
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 279 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-22031-6
Textauszug (computergeneriert)
Die Entstehung, Entwicklung
und der Aufbau der EZLN
von: Martin Vesely
Gliederung
1. Einleitung
2. Ausgesuchte soziale, geo- und demographische Daten
2.1. Das Land Mexiko
2.2. Der Bundesstaat Chiapas
3. Die EZLN
3.1. Die Entstehung der EZLN
3.2. Der basisdemokratische Aufbau der EZLN
3.3. Die zentralen Forderungen der Zapatisten
3.4. Der Aufstand vom Januar 1994
3.5. Vom militärischen zum politischen Kampf
3.6. Einige Formen des politischen Kampfes
3.6.1. Der Nationale Demokratische Konvent (CND)
3.6.2. Die Bewegung der Nationalen Befreiung
3.6.3. Die Zapatistische Front zur Nationalen Befreiung
3.7. Die EZLN und die gesellschaftliche Stellung der Frau
3.8. Ein Krieg niederer Intensität
4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
5. Dokumente
6. Literatur
7. Anmerkungen
1. Einleitung
Im Frühjahr 2003 bin ich auf einer Reise durch Marokko in ein Dorf namens „Zagora“ gekommen. „Zagora“ liegt am nord-westlichen Rand der Sahara und ist ein Ort, an dem sich viele Tuareg1 mit Nahrungsmitteln und Ausrüstungsgegenständen versorgen. Ein Mann, der in einer Gruppe der Nomaden stand, die traditionelle Kleidung trugen, hatte auf seinem TShirt ein Bild des Subcommandante Marcos, dessen Gesicht wie üblich mit der „pasamontana“2 verdeckt war. Als ich den Nomaden auf den Aufdruck des T-Shirts ansprach meinte er zu mir: „Es ist derselbe Kampf, egal ob Zapatisten oder Tuareg“. Diese Begegnung weckte mein Interesse für das Thema, vor allem für die Guerilla EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional; dt. Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung). Die Arbeit versucht die Entstehung, Entwicklung und den Aufbau der EZLN zu beschreiben. Bevor ich mich allerdings näher mit der EZLN befasse, wird im ersten Teil der Arbeit zunächst das Land Mexiko anhand einiger ausgesuchter Daten und Fakten vorgestellt. Dies sind sowohl demographische, geschichtliche, als auch wirtschaftsstatistische Daten. Im Anschluss werde ich speziell auf den Bundesstaat Chiapas eingehen und dessen besondere sozio-ökonomischen Bedingungen darstellen. Im zweiten Teil der Arbeit komme ich dann auf das eigentliche Thema: Der bewaffnete Teil der Zapatisten, die Guerilla EZLN. Dabei gehe ich bis auf die Anfänge der EZLN zurück, die bis in das Jahr 1983 zurückgehen. In diesem Teil der Arbeit stütze ich mich hauptsächlich auf Aussagen des Sprechers der EZLN Subcommandante Marcos, die dieser erst viel später gemacht hat.
Zum Verständnis der EZLN gehört sicherlich auch deren basisdemokratischer Aufbau, sowie die zentralen Forderungen der Zapatistischen Bewegung, die ich im Anschluss beschreibe. Danach werde ich die Tage des Aufstandes vom Januar 1994 nachzeichnen. Dabei wird zu zeigen sein, in welcher Form sich der Kampf der Zapatisten in der Folgezeit des Aufstandes vom militärischen zum politischen Kampf geändert hat. Es folgt eine Beschreibung des politischen Kampfes der EZLN, wobei ich hier bereits anmerken will, dass ich mich, aufgrund des limitierten Rahmens der Arbeit, auf bestimmte Formen des politischen Kampfes beschränke. Diese sind der Aufbau des „Nationalen Demokratischen Konvent“ (CND), „der Bewegung der Nationalen Befreiung“ (MLN) und der „Zapatistischen Front zur Nationalen Befreiung“ (FZLN), die Versuche der EZLN darstellen die Zivilgesellschaft für ihren Kampf zu mobilisieren.
Als weiteren wichtigen Aspekt der Guerilla, sehe ich die Frage der gesellschaftlichen Rolle der Frau und deren Kampf für Gleichberechtigung. Gerade weil in diesem Punkt indigene Traditionen und modernes, westliches Geschlechterverhältnis aufeinander treffen, halte ich dieses Thema für interessant und beschreibe es etwas ausführlicher. Abschließend behandelt die Arbeit die Erscheinungsform und die Auswirkungen des „Krieges niederer Intensität“. Am Beispiel des Massakers von Acteal wird gezeigt, in welch großem Ausmaß die Brutalität in die Region Chiapas Einzug erhalten hat. Auf die Person des Subcommandante Marcos wird nur marginal eingegangen, da er für das Verständnis der EZLN nur am Rande wichtig ist. Auch wenn er von manchen Teilen der Linken gerne als neuer Held gefeiert wird, ist er lediglich der Sprecher der EZLN. In der Arbeit wird als Bezeichnung für die Ureinwohner Mexikos´ der Ausdruck „Indígenas“ verwendet, da die früher gebräuchliche Terminologie „Indio“ meiner Ansicht nach negativ vorbelastet ist. Als Literatur dienen mir wissenschaftliche Werke, Zeitschriftenartikel aus der ila und den Lateinamerikanachrichten, zudem primäre Texte der EZLN. Ein Teil des Materials stammt aus dem Internet, dies ist dann in der Literaturliste gesondert vermerkt.
2. Ausgesuchte soziale, geo- und demographische Daten
2.1. Das Land Mexiko
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1 Die Tuareg gehören zur Volksgruppe der Berber. Sie leben in den Gebirgen der westlichen Zentralsahara und der südlich anschließenden Sahelzone. Die Tuareg sind Nomaden der Wüste und bewohnten diesen Lebensraum bereits vor der Ankunft der Araber. Bis heute ist ihre traditionelle Kultur in den meisten Ländern nicht anerkannt und ihre Sprache wird z.B. in den Schulen nicht unterrichtet- oftmals lediglich Arabisch. [M.V.]
2 Die pasamontana ist eine Art Skimütze. Sie verdeckt das ganze Gesicht und lässt lediglich einen Spalt für die Augen und den Mund. Sie ist zu einer Art Markenzeichen der Zapatisten geworden. [M.V.]
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