Autor: Jürg Fausch
Fach: Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Details
Institut: Fachhochschule Liechtenstein, Vaduz (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Jahr: 2003
Seiten: 29
Note: gut-sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 173 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-22156-6
Im Rahmen dieser Veröffentlichung bedanke ich mich herzlich bei Prof. Dr. Manfred Schlapp für die Betreuung und Linnea Hagne und Michael Rüdisühli für die Übernahme des Lektorats. CH-9470 Buchs SG, im Oktober 2003
Textauszug (computergeneriert)
Jean-Jacques Rousseau Leben und Wirken
eines Denkers im Spiegel des Gesellschaftsvertrags und Émile
von Jürg Fausch
INHALTSVERZEICHNIS
1 Geschichtlicher Hintergrund 6
1.1 Das Jahrhundert der Aufklärung 6
1.2 Die Situation in Frankreich 6
1.3 Bedeutende Staatstheoretiker der Aufklärung 7
2 Jean-Jacques Rousseau - Bürger von Genf 7
2.1 Jugend am Genfersee 7
2.2 Madame de Warens - Jahre der Wanderschaft 8
2.3 Paris - Im Kreis der Aufklärer 9
2.4 Erste Erfolge als Schriftsteller 10
2.5 Verfolgung und Flucht nach England 11
2.6 Lebensabend in Frankreich 13
3 Politische Denker der Neuzeit vor Rousseau 13
3.1 Thomas Hobbes 13
3.2 John Locke 14
4 Der Gesellschaftsvertrag 15
4.1 Aufbau 15
4.2 Das Staatsphilosophische Denken Rousseaus 15
4.3 Der Mensch und die Natur 16
4.4 Vertragsgedanke und Souveränität 17
4.5 Der Gemeinwille (volonté générale) 18
4.6 Kritik am Gesellschaftsvertrag 19
4.7 Folgen von Rousseaus Staatsphilosophie 20
5 Émile oder über die Erziehung 21
5.1 Aufbau 21
5.2 Bildungspolitik des 18. Jahrhunderts 21
5.3 Das Prinzip der negativen Erziehung 22
5.4 Erziehung während der Adoleszenz 23
5.5 Erziehung von Mädchen 23
5.6 Kritik am Werk und Folgen für die Pädagogik 24
QUELLENVERZEICHNIS 26
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 29
1 Geschichtlicher Hintergrund
1.1 Das Jahrhundert der Aufklärung
Im 18. Jahrhundert breitete sich in Europa eine rationalistische Denkweise auf alle Lebensgebiete aus1. Traditionelle Werte und Normen wurden in Frage gestellt. Mittels Verstand sollten Vorurteile und Unwissenheit beseitigt werden. Alle bisherigen Ansichten über Kirche, Staat und Gesellschaft wurden kritisch hinterfragt. Die Aufklärer forderten erstens die Freiheit des Individuums, zweitens die Gleichheit aller. Rousseau glaubte diese Werte durch uneingeschränkte Gewalt des Volkes zu erhalten2.
1.2 Die Situation in Frankreich
Unter der Herrschaft von Ludwig XV. war Frankreich erneut hoch verschuldet. Eine Steuerreform war dringend nötig um die leeren Staatskassen zu füllen. Die Einkünfte aller Stände, auch die bisher von der Steuer befreiten Klerus und Adel, sollten besteuert werden 3. Solche Reformen stiessen jedoch im mehrheitlich aus Adelsleuten bestehenden Parlament auf heftigen Widerstand und waren somit nicht durchführbar 4. Die Kritik an der absolutistischen Herrschaft des Königs und an der Unterdrückung des Bürgertums wurde immer grösser. Führende Vertreter der politischen Aufklärung, darunter auch Jean-Jacques Rousseau verlangten nach neuen politischen Strukturen und Systemen.
1.3 Bedeutende Staatstheoretiker der Aufklärung
Unter den zahlreichen politischen Denkern der Aufklärung waren neben Rousseau die Franzosen Montesquieu (1689-1755) und Voltaire (1694-1778) von zentraler Bedeutung. Jeder hatte unterschiedliche Vorstellungen wie die Ziele der Aufklärung zu erreichen sind. Montesquieu war der Ansicht, dass die Freiheit der Bürger nur durch Teilung der Staatsgewalt in Legislative, Exekutive und Judikative erreicht werden könne 5. Die Aufteilung der staatspolitischen Aufgaben auf verschiedene Personen waren für ihn Voraussetzung für Freiheit und Gleichheit in der Politik. Voltaire hingegen war für geistige Freiheit und lehnte jegliche Art von Aberglaube und Tyrannei ab. Im Gegensatz zu Rousseau sah er die Macht nicht beim Volk, sondern bei einem Monarchen der Unabhängig von Kirche und Aristokratie regieren würde 6.
2 Jean-Jacques Rousseau - Bürger von Genf
2.1 Jugend am Genfersee
[...]
1 Vgl. (Schib et al. 1998), S. 296
2 Vgl. (Goerlitz et al. 1995), S. 5
3 Vgl. (Goerlitz et al. 1995), S. 24
4 Vgl. (Schib et al. 1998), S. 305
5 Vgl. (Goerlitz et al. 1995), S. 5
6 Vgl. (Schulin 1989), S. 169
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