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Scholary Paper (Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Barbara Eigner
Subject: Russian / Slavic Languages
Details
Tags: Bereicherung, Wortschatzes
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22230-3
File size: 262 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Wien
Institut für Slawistik
Sprachwissenschaftliches Seminar: Kontaktlinguistik
WS 2001/2002
Die Bereicherung des russischen Wortschatzes
Barbara Eigner
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. GRUNDLAGEN DES SPRACHKONTAKTS 4
2.1. Substrat, Adstrat und Superstrat 4
2.2. Interlinguale vs. Interethnische Phänomene 5
2.3. Direkte vs. indirekte Entlehnung 5
2.4. Internationalismen 5
3. SPRACHKONTAKTE DES RUSSISCHEN BIS ZUM ENDE DES 17. JHDTS. (VORPETRINISCHE LEHNBEZIEHUNGEN) 6
3.1. Gemeinslawische Lehnwörter aus dem Germanischen 6
3.2. Nordgermanische (skandinavische) Lehnwörter 7
3.3. Iranische Lehnwörter 8
3.4. Entlehnungen aus den Türksprachen (Türkismen) 8
3.4.1 Verschiedene türksprachige Völker 9
3.4.2 Die Tataren 9
3.4.3 Türksprachige Lehnwörter 10
3.5. Kirchenslavische Lehnwörter 11
3.6. Griechische Lehnwörter 11
3.7. Entlehnungen aus finno-ugrischen Sprachen 12
3.8. Baltische Lehnwörter 13
3.9. Vorpetrinische deutsche Lehnwörter 14
3.10. Polnische Lehnwörter 14
3.11. Zusammenfassung 16
4. SPRACHKONTAKTE DES RUSSISCHEN SEIT DEM ENDE DES 17. JHDTS. (PETRINISCHE UND NACHPETRINISCHE LEHNBEZIEHUNGEN) 17
4.1. Die Refomen Peters des Großen 17
4.2. Auswirkungen auf die Sprache 18
4.3. Holländische Lehnwörter 19
4.4. Italienische Lehnwörter 19
4.5. Englische Lehnwörter 20
4.6. Deutsche Lehnwörter 21
4.7. Französische Lehnwörter 22
4.8. Ukrainische Lehnwörter 23
5. ZUSAMMENFASSUNG: DER LEHNWORTSCHATZ IM HEUTIGEN RUSSISCHEN 24
6. LITERATURVERZEICHNIS 25
7. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 26
1. Einleitung
Wenn zwei Sprachen über längere Zeit miteinander in Kontakt treten, so findet in der Regel eine gegenseitige Beeinflussung statt. Zum heutigen Zustand des Russischen hat eine solche jahrhundertelange wechselseitige Einwirkung in einem nicht unwesentlichen Ausmaß beigetragen. Das Russische hat als dominante Sprache viele Spuren in den diversen Kontaktsprachen hinterlassen, genauso hat es aus diesen aber auch viele Elemente aufgenommen. In dieser Arbeit möchte ich das Russische als Nehmersprache von Entlehnungen betrachten, dabei werde ich mich hauptsächlich auf die Einflüsse in der Lexik beziehen, die am Aufnahmefähigsten für Veränderungen und neue Einflüsse ist. Es sind jedoch durchaus auch Spuren im Lautsystem, in der Morphologie und der Syntax zu finden.
Ziel dieser Arbeit ist es, eine Übersicht über die Elemente zu geben, die das Russische im Verlauf der Jahrhunderte aus den verschiedenen Kontaktsprachen entlehnt hat.
Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Nach einem einleitenden Kapitel über allgemeine Grundlagen des Sprachkontakts möchte ich beleuchten, wie die Sprachkontakte zustande kamen und wie sie sich auf das Russische auswirkten.
Die Entlehnungen werden in der Literatur in vorpetrinische und nachpetrinische unterteilt. Das resultiert daraus, dass mit dem Beginn der Regierungszeit Peters des Großen (1689-1725) zahlreiche einschneidende Veränderungen in vielen Bereichen der russischen Gesellschaft vor sich gingen, was direkten Einfluss auch auf die Sprache hatte. Die Grenze wird dabei von Haarmann etwa mit dem Jahre 1700 angegeben (vgl. Haarmann 1984: 484). Das Russische tritt nun verstärkt mit anderen (vor allem westlichen) Sprachen in Kontakt, während bisher wichtige Kontaktsprachen ihre Bedeutung verlieren. Während sich die vorpetrinischen Entlehnungen (Ausnahmen: Kirchenslavisch und Griechisch) auf das Lexikon beschränkten, findet man danach verstärkt auch Einflüsse auf wortbildende Elemente, das phonetische System und die Syntax. Da mir diese Unterteilung als sehr sinnvoll erscheint, werde auch ich mich in meiner Arbeit daran orientieren. Demnach werden in Kapitel 3 die vorpetrinischen, in Kapitel 4 die nachpetrinischen Entlehnungen behandelt. Abschließend liste ich das Lehnwortinventar des heutigen Russischen auf.
2. Grundlagen des Sprachkontakts
Haarmann nennt in seiner Arbeit zu den Sprachkontakten des Russischen einige Kriterien der Differenzierung von Sprachkontakten, die bei der Bearbeitung eines solchen Themas beachtet werden sollten (vgl. Haarmann 1984: 485-489).
2.1. Substrat, Adstrat und Superstrat
Entlehnungen können demnach prinzipiell auf drei verschiedenen Ebenen zustande kommen. Substrat [lat. sub- „unter“; stratum „Schicht] bezeichnet nach Bußmann
„[...] sowohl die bodenständige (ursprüngliche) Sprache eines unterlegenen Volkes, die von der Sprache der Eroberer überlagert wurde, als auch ihr Einfluss auf die dominierende Sprache der Eroberer.“ (Bußmann 1983: 519)
Sprecher einer Sprache lassen sich in einem Gebiet mit anderssprachiger Bevölkerung nieder, die neue Sprache setzt sich durch, jedoch werden einige Elemente aus der unterlegenen alteingesessenen Sprache übernommen. Dazu zählen im Russischen z.B. die germanischen Lehnwörter aus dem Gemeinslawischen, außerdem Lehnwörter baltischer, griechischer und finno-ugrischer Herkunft (vgl. Haarmann 1984: 485).
Bei einem Superstrat handelt es sich
„[...] sowohl um die (untergehende) Sprache von Eroberern als auch ihr Einfluss auf die bodenständige (urspr.) Sprache, die die Sprache der Eroberer überlagert bzw. verdrängt.“ (Bußmann 1983: 520)
Das betrifft im Russischen insbesondere das Kirchenslavische, das über Jahrhunderte eine wichtige Rolle im russischen Geistesleben spielte, aber kontinuierlich an Bedeutung verlor, trotzdem aber das russische Bezeichnungsgefüge tiefgreifend umgestaltete.
Adstrateinflüsse definiert Bußmann folgendermaßen:
„[...] Während Superstrat und Substrat sich auf vertikale Beeinflussungen zwischen Eroberer- und Besiegtensprache beziehen, bezeichnet Adstrat ein horizontales Nebeneinander von zwei Sprachen durch langjährige Nachbarschaft.“ (Bußmann 1983: 8)
Im russischen Wortschatz kommt diese Art von Einfluss besonders oft vor, wie z.B. Skandinavismen, Türkismen, Entlehnungen deutscher, französischer, holländischer und englischer Herkunft. Auch der griechische Spracheinfluss seit dem 10. Jahrhundert ist ein Kulturadstrat (vgl. Haarmann 1984: 485).
2.2. Interlinguale vs. Interethnische Phänomene
[....]
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